{"id":100,"date":"2019-12-15T09:13:00","date_gmt":"2019-12-15T08:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/winfriedwolf.de\/wordpress\/?p=100"},"modified":"2020-01-19T20:43:14","modified_gmt":"2020-01-19T19:43:14","slug":"die-e-auto-luege-oeffnet-scheunentore-fuer-die-rechtsextremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=100","title":{"rendered":"Die E-Auto-L\u00fcge \u00f6ffnet Scheunentore f\u00fcr die Rechtsextremen"},"content":{"rendered":"\n<h2>\n<strong>Die\nTesla-Fabrik in Brandenburg als Beitrag zur Klimaerw\u00e4rmung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h4> <\/h4>\n\n\n\n<p> Die Mitteilung des Tesla-Chefs Elon Musk, er wolle \u201ein der N\u00e4he von Berlin\u201c eine neue Tesla-Fabrik errichten und \u201eTausende neue Arbeitspl\u00e4tze\u201c schaffen, wird von so gut wie allen Seiten  des politischen Spektrum gelobt: Der CDU-Bundeswirtschaftsminister, der SPD-Ministerpr\u00e4sident von Brandenburg, die Gr\u00fcne Berliner Verkehrssenatorin \u2013 alle sind begeistert. Es gehe schlie\u00dflich um einen Beitrag f\u00fcr eine \u201eklimafreundliche Mobilit\u00e4t\u201c. Die Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE erkl\u00e4rte: \u201eWir freuen uns \u00fcber die Entscheidung von Tesla, in Brandenburg eine Fabrik zu errichten und bis zu 10.000 Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Wir erhalten so einen starken, neuen Industrie-Standort, den das Land dringend ben\u00f6tigt.\u201c Diese Partei, die vor wenigen Wochen von den W\u00e4hlern massiv abgestraft wurde \u2013 auch wegen einer Politik, mit der die Klimaerw\u00e4rmung beschleunigt wird (Braunkohleabbau!) \u2013 bezeichnet die Ansiedlung als \u201eErfolg der [soeben abgew\u00e4hlten; W.W.] rot-roten Landesregierung\u201c. Damit bek\u00e4me \u201eElektromobilit\u00e4t einen immensen Schub\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\nDas\nist Augenwischerei, Wunschdenken und in weiten Teilen barer Unsinn.\nEs handelt sich hier erstens um eine Investition, mit der\nLuxusmobilit\u00e4t f\u00fcr den gut betuchten Mittelstand  gef\u00f6rdert wird.\nZweitens beschleunigt die Elektro-Pkw-Mobilit\u00e4t und damit auch\nkonkret die neue Tesla-Fabrik faktisch den Klimawandel, wobei\ngleichzeitig von den eigentlichen Aufgaben einer Verkehrswende, die\nden Anforderungen des Klimawandels gerecht wird, abgelenkt wird.\nDrittens sind die wenigen tausend neuen Jobs in der m\u00f6glichen neuen\nTesla-Fabrik ab dem Jahr 2022 in ein Verh\u00e4ltnis zu setzen zu den\nTausenden Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien, so im Bereich\nder Windkraft-Industrie, die aktuell konkret abgebaut werden. Auch\nhier wird sehr plastisch die fatale Wechselwirkung deutlich: Es gibt\ndas fragw\u00fcrdiges Projekt Tesla-Fabrik, das im Gesamtkontext die\nKlimaerw\u00e4rmung beschleunigen wird. Dies wird abgefeiert, w\u00e4hrend in\nden gleichen Tagen die Windkraft als wichtige alternative Energie\nnoch mehr ausgebremst wird.<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Der\nMini-E-Auto-Markt<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nDer\nMarkt f\u00fcr Elektroautos ist ein kleiner, gemessen am gesamten\nAutomarkt. <em>Insgesamt <\/em>\nwurden 2018 in Deutschland 182.000 Elektroautos verkauft &#8211;\neinschlie\u00dflich der Hybride. Der Anteil dieser E-Pkw im weiteren Sinn\nan allen verkauften Autos (Pkw) \u2013 insgesamt waren es 3,2 Millionen\nPkw \u2013 lag damit bei 5,7 Prozent. Es sind jedoch nur reine\nElektro-Pkw (&#8222;Batterie-Autos&#8220;), die eine gewisse\nCO-2-Einsparung dann bringen w\u00fcrden, wenn sie 1:1 ein Auto mit\nBenzinmotor ersetzen w\u00fcrden. 2018 wurden gerade Mal 67.500 solche\nreine E-Autos neu zugelassen. Der Anteil an allen neu zugelassenen\nPkw lag damit bei 2,1 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nist ein ausgesprochen kleiner Markt. Vergleichbar sieht es bei den\nBesch\u00e4ftigten aus. Aktuell sind in Deutschland in der gesamten\nAutoindustrie noch etwas mehr als 800.000 Menschen besch\u00e4ftigt\n(Autoproduktion und Zulieferer). Anfang 2018 waren es noch 815.000.\nDavon sind aktuell wenige Tausend im Bereich der reinen E-Autos\nbesch\u00e4ftigt. Wobei der gr\u00f6\u00dfte Teil der E-Autos aktuell aus dem\nAusland kommt (aus Frankreich mit dem Renault \u201eZoe\u201c, aus Japan\nmit dem Nissan \u201eLeaf\u201c und aus den USA mit den diversen\nTesla-Modellen). Nun haben die Autokonzerne und die Zulieferer f\u00fcr\ndie deutschen Fabriken einen Arbeitsplatzabbau von mehreren\nZehntausend angek\u00fcndigt. Allein Audi will jeden sechsten\nArbeitsplatz streichen. Dies hat nichts mit E-Mobilit\u00e4t zu tun. Es\ngeht schlicht um Rationalisierungsprozesse und um den Beginn einer\nharten neuen Branchenkrise. \n<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Elektro-Autos\nreduzieren nicht CO-2<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nWir\nreden \u2013 wohlgemerkt \u2013 von dem konkret ablaufenden Prozess der\n\u201eElektromobilit\u00e4t\u201c. Nicht von der netten gr\u00fcnen Fiktion, wo ein\nIndividuum, am Stadtrand im kleinen Holzhaus wohnend, ein\nschnuckeliges kleines E-Auto kauft und seinen alten Benziner\nabschafft, jemand, der dann den Akku dieses E-Auto mit der eigenen\nPhotovoltaik-Anlage aufl\u00e4dt und der ab und an in die Stadt auf den\n\u00d6komarkt schnurrt. Wir reden vom &lt;I&gt;<em>konkreten&lt;I&gt;<\/em>\nAutomarkt, wie er aktuell gestaltet ist, und von der konkreten\nE-Auto-Offensive der Autokonzerne, der Verantwortlichen in Br\u00fcssel,\nBerlin, Wien, der E-Lobby-Gruppen und den konkreten damit verbundenen\nZielsetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\ngeht es im Wesentlichen darum, dass Elektroautos etwas\n&lt;I&gt;ZUS\u00c4TZLICHES&lt;I&gt; sind.&nbsp;Selbst wenn ein E-Pkw im\ndirekten Vergleich mit einem Benziner vielleicht maximal 30 Prozent\nCO-2 einsparen k\u00f6nnte, so gibt es ja keine Deckelung der Pkw-Zahlen.\nDiese steigen von Jahr zu Jahr. In Deutschland kamen 2018 netto \u2013\nalso die Abmeldungen bereits gegengerechtet \u2013 600.000 Pkw\nzus\u00e4tzlich auf die&nbsp; Stra\u00dfen. Und das waren zu 95 Prozent\nBenziner und Diesel-Pkw. Weltweit haben wir aktuell 950 Millionen\nPkw. J\u00e4hrlich werden es zwischen 60 und 80 Millionen mehr. Bis 2025\nwerden wir beim absehbaren Gang der Dinge 1,2 bis 1,3 Milliarden Pkw\nhaben &#8211; und zwar Benzin- und Diesel-Pkw. Und &lt;I&gt;ZUS\u00c4TZLICH&lt;I&gt;\num die 100 bis 150 Millionen Elektro-Pkw. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nE-Pkw sind \u2013 Einheit f\u00fcr Einheit genommen \u2013 nat\u00fcrlich auch mit\nCO-2-Emissionen verbunden. Unter anderem aufgrund der Tatsache, dass\nder Strom-Mix zu einem erheblichen Teil aus fossiler Energie besteht.\nIn Deutschland noch zu 40 Prozent, in China zu mehr als 60 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nkrasser CO-2-Faktor bei E-Autos betrifft den sogenannten\n&lt;I&gt;<em>\u00f6kologischen Rucksack<\/em>&lt;I&gt;:\nBei der Fertigung eines E-Pkw werden zwischen 3 und 5 Tonnen mehr\nCO-2 als beim Bau eines vergleichbar gro\u00dfen Benzin- oder Diesel-Pkw\nemittiert. Dieser &#8222;\u00f6kologische Rucksack&#8220; muss ab\nKilometerstand Null erst &#8222;abgefahren&#8220; werden. Erst vor\nwenigen Tagen wurde in den deutschen Medien eine Liste\nver\u00f6ffentlicht, wie viele Kilometer man ein jeweiliges E-Auto-Modell\nfahren muss, bis es theoretisch CO-2 einspart (im Vergleich mit einem\nBenziner). Ergebnis: Einen Tesla-Pkw muss man 60.000 bis 75.000 km\nfahren, bis dieser &#8222;CO-2-Rucksack&#8220; abgetragen ist. Bei\neinem Nissan \u201eLeaf\u201c sind es \u201enur\u201c 52.000 km. Bei einem E-Golf\n45.000 km. Bei einem Audi \u201eeTron\u201c sogar 100.00 Kilometer. Die\nGruppe \u201eAgora Energiewende\u201c, die sich durchaus engagiert f\u00fcr\nElektro-Autos einsetzt, geht davon aus, dass ein Elektroauto im\nVergleich zu einem Benziner \u00fcber die gesamte Lebenszeit hinweg\ngerade mal 24 Prozent weniger CO-2 emittiert und gegen\u00fcber einem\nDiesel-Pkw nur 16 Prozent weniger. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nErfahrungen in L\u00e4ndern mit hoher Elektroauto-Dichte \u2013 so in\nNorwegen \u2013 zeigen: Das Elektroauto ist in mehr\nals 50 Prozent der F\u00e4lle der Zweit- und Drittwagen f\u00fcr die sich\ngr\u00fcn gebenden Leute im gehobenen Mittelstand. Daf\u00fcr sprechen die\ntechnischen und finanziellen Parameter: Lange Ladezeiten,\nkomplizierter Zugang zu den Ladem\u00f6glichkeiten (easy nat\u00fcrlich f\u00fcr\nEigenheimbesitzer mit Carport und Wallbox), geringe Reichweite plus\nder hohe Einstiegspreis von aktuell mindestens 35.000 Euro. Es\nhandelt sich bei diesen Elektroautos \u00fcberwiegend um typische\nStadtwagen,&nbsp;um shopping-cars. Oft auch \u2013 insbesondere bei\nTesla-Modellen \u2013 um luxuri\u00f6se Freizeit-Pkw. Motto: \u201eIch fahre\nmit gr\u00fcnem Gewissen ins Gr\u00fcne\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald\nder Aspekt \u201eZweitwagen\u201c ber\u00fccksichtigt wird, lautet die Bilanz\nunzweideutig: Die \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c l\u00e4uft auf eine weitere\n&lt;I&gt;<em>Steigerung<\/em>&lt;I&gt;\nder  CO-2-Emissionen des Stra\u00dfenverkehrs hinaus.<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Tesla:\nhoch subventioniert, deutlich defizit\u00e4r<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nDas\nUnternehmen Tesla hat aktuell knapp 50.000 Besch\u00e4ftigte weltweit.\nZum Vergleich: VW besch\u00e4ftigt 694.000 Menschen. Alle Tesla-Werke\nbefinden sich bislang in den USA. Tesla produziert im Jahr knapp\n500.000 Pkw. Das sind weniger Autos als der eher kleine Hersteller\nVolvo produziert (650.000 Pkw). Zum Vergleich: VW, Renault-Nissan\n(ohne Fiat) und Toyota produzieren JEWEILS mehr als 10 Millionen Pkw.\n \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nAu\u00dfer\nPkw produziert Tesla zusammen mit dem japanischen\nElektronikhersteller Panasonic Batterien (Fabrik &#8222;Solar City&#8220;).\nSchlie\u00dflich ist Musk Eigent\u00fcmer von Space X, dem Hersteller von\nWeltraumraketen. In China entsteht aktuell im Umland von Schanghai\nein neues Tesla-Werk zur Produktion von Tesla-Pkw. Es d\u00fcrfte noch in\ndiesem Jahr die Fertigung aufnehmen. Angek\u00fcndigt war die Fabrik mit\neiner Wochenleistung von 3000 Pkw. Aktuell ist nur noch die Rede von\n1000 Pkw je Woche. Ausgelegt ist die Fabrik&nbsp; f\u00fcr gut 300.000\nPkw\/Jahr. Die Fabrik wird also massive \u00dcberkapazit\u00e4ten haben. Und\ndiese werden sich in den n\u00e4chsten Monaten noch deutlich aufgrund der\nneuen Branchenkrise speziell in China vergr\u00f6\u00dfern. Allerdings\nerhielt Tesla f\u00fcr die Ansiedlung massive staatliche Subventionen. Da\nkann sich Musk \u00dcberkapazit\u00e4ten ein paar Jahre lang leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nZahl der Besch\u00e4ftigten im chinesischen Werk ist nicht bekannt.\nGesch\u00e4tzt sind es weniger als 5000. Es sind vor allem deutlich\nweniger als urspr\u00fcnglich angek\u00fcndigt. Man habe, so Elon Musk, in\nChina &#8222;\u00dcberkapazit\u00e4ten bei den Besch\u00e4ftigten&#8220;. Tesla\nzahlt grunds\u00e4tzlich deutlich weniger je Stunde als die\nAutokonkurrenz. Der Konzern gilt als ausgesprochen schlechter\nArbeitgeber. In den USA zahlt Tesla zwischen 18-25 US-Dollar\/Stunde\n(brutto). Das entspricht rund 16-22 Euro in der Stunde. Es geht hier,\nwohlgemerkt, um Bruttol\u00f6hne, einschlie\u00dflich aller\nVersicherungsbeitr\u00e4ge und der Arbeitgeberanteile. Die Tesla-US-L\u00f6hne\nentsprechen rund 65 bis 70 Prozent des Bruttolohns in den anderen\nUS-Autowerken (GM, Ford, Chrysler). Es gibt bei Tesla immer wieder\nwillk\u00fcrliche Entlassungswellen. Eine solche letzte erfolgte im\nSommer 2018. Musk verfolgt das Prinzip von \u201ehire and fire\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nBetriebsklima bei Tesla ist deutlich unterdurchschnittlich; latent\nschlecht \u2013 aufgrund der niedrigeren L\u00f6hne, der hohen\nArbeitsintensit\u00e4t und der erheblichen Fluktuation. Tesla versucht\nauch \u2013 allerdings wie andere Autokonzerne in den USA auch und auch\nwie VW in den USA \u2013 die Gewerkschaft (UAW) aus dem Betrieb\nherauszuhalten und keine gewerkschaftliche Organisierung zu\nerm\u00f6glichen. Das gelang Tesla bislang.<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Tesla\nbetriebswirtschaftlich<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nDer\nTesla-Konzern hat seit Gr\u00fcndung 2003 noch nie einen Gewinn\nausgewiesen. Er macht immer \u2013 auf Jahresbasis bezogen&nbsp;\u2013\nVerluste. Der Konzern ist hoch verschuldet. Er stand mehrmals kurz\nvor dem Konkurs. Im dritten Quartal 2019 gab es zwar einen Gewinn (in\nH\u00f6he von 143 Millionen US-Dollar). Doch in den ersten zwei Quartalen\n2019 musste Tesla einen massiven Verlust in H\u00f6he von mehr als 1\nMilliarde US-Dollar hinnehmen. Auch im Gesamtjahr 2019 d\u00fcrfte Tesla\neinen Verlust aufweisen. Bisher konnte der Konzern \u00fcberleben\naufgrund seines hohen B\u00f6rsenwerts, der hohen staatlichen\nSubventionen beim Bau von Auto- und Batterie-Fabriken (in den USA und\nin China) und der massiven Unterst\u00fctzungen durch das\nUS-Verteidigungsministerium im Bereich Space X.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDer\nB\u00f6rsenwert von Tesla liegt aktuell bei 53 Milliarden US-Dollar. Zum\nVergleich: Ford ist knapp 35 Milliarden US-Dollar wert. Ein solcher\nextrem spekulativer B\u00f6rsenwert kann in einer Krise zerplatzen wie\neine Seifenblase. Der Konzern wird immer wieder von Abg\u00e4ngen im\nTop-Management durchgesch\u00fcttelt. So ging im September 2018 der\nFinanzchef (Dave Morton) von Bord \u2013 frustriert und freiwillig. Im\nM\u00e4rz des gleichen Jahres hatte im gleichen Ressort der damalige\nFinanzchef (Eric Branderiz) Tesla verlassen. Ein schlechteres Image\nals zwei Abg\u00e4nge des f\u00fcr die Konzernfinanzen Verantwortlichen in\neinem Jahr kann man sich kaum vorstellen. Daimler war \u00fcbrigens an\nTesla beteiligt. Und stieg dort wegen der abenteuerlichen Politik von\nElon Musk und der unsicheren Perspektiven aus.&nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Elektro-Pkw&nbsp;bei\nVW<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nVW\nist der Konzern unter den Gro\u00dfen der Weltautobranche, der am\nst\u00e4rksten auf Elektroautos setzt. Noch vor wenigen Wochen gab es das\nGer\u00fccht, VW w\u00fcrde Tesla \u00fcbernehmen. Eine M\u00f6glichkeit, die auch in\nZukunft absolut realistisch ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nVW-Orientierung auf E-Autos sieht wie folgt aus: Aktuell produziert\nVW 10 Millionen Pkw im Jahr, davon wenige Tausend E-Pkw. Bis 2030\nwill VW 15 Millionen Pkw weltweit produzieren. Davon ein Drittel\nE-Pkw im weiteren Sinn (Batterie-Pkw und Hybrid-Autos), also 5\nMillionen. Das hei\u00dft: Die Zahl der &#8222;Normalo-Pkw&#8220; bliebt\ndie gleiche: 10 Millionen. Gleichzeitig setzt VW auf darauf, im\nBereich der Benzin- und Diesel-Pkw wesentlich mehr SUV zu verkaufen.\nDie gesamte VW-Pkw-Flotte wird aktuell massiv in Richtung SUV\numgebaut und ausgebaut. Der Flottenverbrauch steigt bereits im Jahr\n2019 deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nhei\u00dft: Selbst bei VW, dem Konzern mit der deutlichsten Orientierung\nauf \u201eE-Mobilit\u00e4t\u201c, w\u00e4chst der CO-2-Aussto\u00df bei der\nherk\u00f6mmlichen Flotte mit Verbrenner-Pkw. Und es kommen die\nCO-2-Emissionen der E-Autos hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>\nIn\nZwickau hat VW bis November 2019 das VW-Werk auf E-Autos umgebaut.\nHier wird das &#8222;Massenauto&#8220; von VW im Bereich der E-Auto\ngebaut: das Modell &#8222;ID.3&#8220;. Dieses Modell soll ab Anfang\n2020 ausgeliefert werden. Das Werk ist f\u00fcr eine Jahresfertigung von\n300.000 Fahrzeugen ausgelegt. &lt;I&gt;Erwartet&lt;I&gt; wird\nallerdings 2020 eine Fertigung von einigen  Zehntausend. Zu den\nID.3-Kosten schrieb der ADAC: \u201eIn Deutschland soll der ID.3 in der\n<strong>Basisversion f\u00fcr\nknapp 30.000 Euro<\/strong>\nangeboten werden. Abz\u00fcglich der E-Auto-Pr\u00e4mie k\u00e4me der Stromer auf\nrund 26.000 Euro [aktuell \u2013 nach der Erh\u00f6hung der Pr\u00e4mie auf 6000\nalso 24.000 Euro; W.W.]. Klingt g\u00fcnstig, doch bei diesem Preis\nd\u00fcrfte es in den wenigsten F\u00e4llen bleiben. Mit guter Ausstattung\nund mittlerem Akku sind rund 10.000 Euro mehr zu veranschlagen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nhei\u00dft: Selbst mit den massiven staatlichen Subventionen liegt dieses\nE-Auto mit rund 35.000 Euro auf einem Niveau, das um rund 30 Prozent\nh\u00f6her ist als im Fall eines  vergleichbaren Mittelklasse-Pkw mit\nVerbrenner-Motor.   \n<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Tesla\nin Brandenburg<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nDas\nTesla-Werk in Brandenburg soll nach den bisherigen, eher vagen,\nAngaben \u201e5-6000 Besch\u00e4ftigte\u201c haben. Hier sei angemerkt: <em>Alle<\/em>\nurspr\u00fcnglichen Angaben zu den Besch\u00e4ftigten in Tesla-Fabriken \nwurden sp\u00e4ter massiv reduziert \u2013 siehe China. Es k\u00f6nnten also am\nEnde auch 3000 Besch\u00e4ftigte sein. Im Werk soll zun\u00e4chst das \u201eModel\nY\u201c produziert werden. Das ist eine Weiterentwicklung von &#8222;Model\n3&#8220;. \u201eModel 3\u201c von Tesla wird aktuell in Deutschland f\u00fcr\nrund 50.000 Euro angeboten  (der Listenpreise ist niedriger, doch\nreal ist das Auto in der Basisversion nicht f\u00fcr weniger als 45.000\nEuro zu haben). Das \u201eModel Y\u201c ist teurer als \u201eModel 3\u201c. Es\nsoll \u2013 ab Ende 2019 \u2013 in Deutschland ab 55.000 Euro erh\u00e4ltlich\nsein.<\/p>\n\n\n\n<p>\nSelbst\nwenn es nach Errichtung der Brandenburg-Tesla-Fabrik eine gewisse\nPreisreduktion geben sollte, so wird der Preis je Tesla-Pkw doch bei\nmindestens 40.000 Euro liegen. Er entspricht damit rund zwei\nJahresgeh\u00e4ltern eines Vollbesch\u00e4ftigten in Brandenburg. Wobei das\nDurchschnittseinkommen eines Vollbesch\u00e4ftigten in Brandenburg im\nJahr brutto bei 29.605 liegt \u2013 bundesweit sind es 35.229 Euro. Und\nin Baden-W\u00fcrttemberg 37.818. Musk wei\u00df, warum er nach Brandenburg\ngeht. Wobei es auch die Meldung gab, die Arbeitskr\u00e4fte sollten \u201evon\nbeiden Seiten der Oder\u201c kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3>\u201c<em><strong>Elektromobilit\u00e4t\u201c\nals Steilvorlage f\u00fcr die AfD<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Wer\nauf E-Mobilit\u00e4t setzt und dann dabei behauptet, er w\u00fcrde das tun,\num die Klimaerw\u00e4rmung zu begrenzen, der ist ignorant oder zynisch.\nOft wohl beides. Der damit verbundene Betrug ist offensichtlich.\nPolitiker, die derlei Blendwerk verbreiten, sind nicht selten die\nPersonifizierung der E-Auto-L\u00fcge. Beispiel Henning Kagermann. Dieser\nHerr ist der Leiter der \u201eNationalen Plattform Zukunft der\nMobilit\u00e4t\u201c. Das ist die E-Auto-Lobby der Bundesregierung.\nKagermann gab j\u00fcngst dem <em>Tagesspiegel<\/em>\n(Ausgabe vom 8. April 2019) ein Interview. Frage 1: \u201eHerr\nKagermann, wie geht es Ihrem Elektroauto?\u201c Antwort Kagermann: \u201eDem\ngeht es gut. Ich fahre meinen BMW i3 seit f\u00fcnf Jahren.\u201c Frage 2:\n\u201eAn einen neuen E-Wagen denken Sie nicht?\u201c Antwort Kagermann:\n\u201eMal schauen, was [\u2026] auf den Markt kommt. Wenn es Modelle gibt,\ndie im Realbetrieb bis zu 400 Kilometer Reichweite haben, dann\nschaffe ich auch mein anderes Auto mit Verbrennungsmotor ab.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nZynismus der Gutbetuchten E-Auto-Lobbyisten ist durchsichtig. Logisch\ndenkende Menschen in Brandenburg und anderswo erkennen, dass es um\neine Luxus-Mobilit\u00e4t f\u00fcr den gehobenen Mittelstand geht. F\u00fcr\nGutbetuchte aus Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg. F\u00fcr Wessis mit\nBuschgeld im Osten. Dass es um ein \u201eWeiter so\u201c in Sachen\nAutomotorisierung geht. Da gleichzeitig keine echte Alternative\ngeboten wird, \u00f6ffnet man auf diese Weise Faschisten, Rechtsextremen,\nder AfD ganze Scheunentore. L\u00e4ngst stehen die AfD-Leute vor den\nFabriktoren mit der Parole \u201eRettet den Diesel\u201c. Oder sie treten\nmit diesem Slogan sogar (und teilweise erfolgreich) bei\nBetriebsratswahlen an.<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Perspektive<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>\nWir\nstehen am Beginn einer neuen Weltautokrise und wohl auch einer\nweltweiten Krise. 2018 war die Weltautofertigung bereits r\u00fcckl\u00e4ufig.\nAktuell brechen die Autoverk\u00e4ufe auf dem gr\u00f6\u00dften Automarkt der\nWelt, in China, massiv ein. Im 1. Halbjahr 2019 ging der Automarkt in\nChina um 12 Prozent zur\u00fcck. Derjenige von Elektroautos um 30\nProzent. (Siehe ausf\u00fchrlich in LP21 Heft 47).<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\ndeutschen Autokonzerne und die Zulieferer k\u00fcndigten f\u00fcr die\nn\u00e4chsten drei Jahre einen Belegschaftsabbau von mehr als 40.000\nBesch\u00e4ftigten an. Das wird auch die ostdeutschen Autofertigungen (in\nEisenach und Zwickau) treffen. Da w\u00e4ren die neuen (3-5000) Jobs in\nBrandenburg, die es fr\u00fchestens 2021 geben wird, Tr\u00f6pfchen auf einen\nhei\u00dfen Stein.<\/p>\n\n\n\n<p>\nVor\nallem m\u00fcssen die m\u00f6glichen Jobs in der E-Autobranche vor dem\nHintergrund des Abbaus von Jobs in Branchen gesehen werden, die f\u00fcr\neine nachhaltige Klimapolitik tats\u00e4chlich wichtig sind. So gab es in\nDeutschland vor knapp zwei Jahrzehnten noch 120.000 Arbeitspl\u00e4tze in\nder Solarbranche. Heute sind es weniger als 80.000. In der\nWindenergie-Branche stehen aktuell mehrere Tausend  Arbeitspl\u00e4tze\nauf der Kippe. Die Bundesregierung reduziert systematisch die\nF\u00f6rderung der erneuerbaren Energien. Und l\u00e4sst es zu, dass\nzehntausende Arbeitspl\u00e4tze in diesen Bereichen abgebaut werden. \n<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<em><strong>Die notwendige\nAlternative<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Jedes Setzen auf das Auto\nals Teil einer Verkehrswende \u2013 egal ob mit Brennstoffzelle, ob mit\nE-Motor oder ob mit einem Verbrenner-Motor \u2013 weist in die falsche\nRichtung. Es bleibt doch bei den <em>Systemnachteilen<\/em>.\nDiese Autos brauchen sieben Mal mehr Fl\u00e4che f\u00fcr ein und dieselbe\nVerkehrsleistung als eine Stra\u00dfenbahn oder ein Bus. Sie produzieren\nviel mehr Tote und Schwerverletzte als bei vergleichbaren\nVerkehrsleistungen im \u00f6ffentlichen Verkehr. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem gilt: Die\nMenschen werden in dem Ma\u00df immer langsamer, wie die Zahl der Autos\nzunimmt. Wenn alle Autos in Berlin oder in Los Angeles Tesla oder\nNissan Leaf w\u00e4ren, dann bleibt es dabei, dass die\nDurchschnittsgeschwindigkeit im Autoverkehr in Berlin, Wien oder\nM\u00fcnchen bei der eines sehr sportlichen Fahrradfahrers, bei rund 20\nkm\/h, und in Los Angeles bei der eines eher unsportlicher Radlers,\nbei 14 km\/h, liegt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Eine Verkehrswende\nmuss v\u00f6llig anders aussehen. Heute sind auf Basis der\n&lt;I&gt;<em>Realit\u00e4ten<\/em>&lt;I&gt;\nin einzelnen \u201eModellst\u00e4dten\u201c Mobilit\u00e4tsstrukturen denkbar, die\naussehen wie folgt: Der Anteil des Fahrradverkehr an allen\nVerkehrswegen kann in allen St\u00e4dten auf 30 bis 40 Prozent gesteigert\nwerden (Kopenhagen: mehr als 50%). Der Anteil der Fu\u00dfwege an allen\nWegen (beg\u00fcnstigt durch eine Politik, die Dezentralit\u00e4t f\u00f6rdert\nund z.B.  wieder fl\u00e4chendeckend Einkaufsm\u00f6glichkeiten und\nFreizeitr\u00e4ume im Nahbereich schafft) kann bei 20 bis 25 Prozent\nliegen. Der Anteil des \u00d6ffentlichen Nahverkehrs kann 35-40 Prozent\nerreichen (Z\u00fcrich heute bereits mehr als 40%)<\/p>\n\n\n\n<p>Je\nnach Mix, der von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein wird,&nbsp;ist\ndemnach eine Gesamtstruktur m\u00f6glich, bei der der Pkw-Verkehr bei\nweniger als 10 Prozent liegt. Das sollte dann viel Carsharing sein,\ngerne E-Autos, gegebenenfalls Brennstoffzelle-Pkw oder auch\n3-Liter-Pkw. F\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum \u2013 in dem rund 25 Prozent der\nMenschen leben \u2013 gilt: Auch dieser kann an einen vertakteten,\nkomfortablen \u00f6ffentlichen Verkehr, meist einen solchen mit Bussen,\nangeschlossen werden. Dies ist in der Schweiz der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur\neine solche Mobilit\u00e4tsstruktur kann den selbst gesetzten Klimazielen\ngerecht werden. Eine ganze Reihe von Schritten, die zur Verhinderung\neiner Klimakatstrophe anzugehen sind, k\u00f6nnte schmerzhaft sein.\nEinige k\u00f6nnen eine verbesserte Lebensqualit\u00e4t bringen. Die so\nbeschriebene Verkehrswende bringt ein solches Mehr an Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Beitrag erschien zun\u00e4chst in einer ersten Fassung auf der Plattform NachDenkSeiten und danach gedruckt in Heft 48 von Lunapark21. Die hier wiedergegebene <a href=\"https:\/\/www.lunapark21.net\/die-e-auto-luege-oeffnet-scheunentore-fuer-die-rechtsextremen\/\">Fassung<\/a> ist diejenige von LP21.  <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tesla-Fabrik in Brandenburg als Beitrag zur Klimaerw\u00e4rmung Die Mitteilung des Tesla-Chefs Elon Musk, er wolle \u201ein der N\u00e4he von Berlin\u201c eine neue Tesla-Fabrik errichten und \u201eTausende neue Arbeitspl\u00e4tze\u201c schaffen, wird von so gut wie allen Seiten des politischen Spektrum gelobt: Der CDU-Bundeswirtschaftsminister, der SPD-Ministerpr\u00e4sident von Brandenburg, die Gr\u00fcne Berliner &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=100"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":382,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100\/revisions\/382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}