{"id":1089,"date":"2017-07-04T12:37:00","date_gmt":"2017-07-04T10:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1089"},"modified":"2020-08-27T08:53:06","modified_gmt":"2020-08-27T06:53:06","slug":"stuttgart-21-der-schwarze-donnerstag-und-leonard-cohen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1089","title":{"rendered":"Stuttgart 21, der \u201eSchwarze Donnerstag\u201c und Leonard Cohen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Im\nfolgenden Beitrag, der im April 2017 auf einer Veranstaltung in\nStuttgart gehalten wurde, stellt Winfried Wolf die Polizeigewalt vom\n\u201eSchwarzen Donnerstag\u201c, dem 30. September 2010 im Stuttgarer\nSchlossgarten, in einen Zusammenhang mit einem Auftritt von Leonard\nCohen am Tag darauf in der baden-w\u00fcrttembergischen Landeshauptstadt\n\u2013 und mit einem Cohen-Song. <strong>Weiterlesen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die\nEreignisse sind bekannt \u2013 und haben sich in das kollektive\nGed\u00e4chtnis der Bev\u00f6lkerung in Stuttgart eingepr\u00e4gt. Am Schwarzen\nDonnerstag, dem 30. September 2010. \n<\/p>\n\n\n\n<p>An\ndiesem Tag sickerte die Information durch, dass der Schlossgarten\nger\u00e4umt und damit die Aktion zur F\u00e4llung der wundersch\u00f6nen, oft\nhundert und mehr Jahre alten B\u00e4ume im Stuttgarter Schlossgarten\nvorbereitet werden sollte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder B\u00fcrgerbewegung gegen das Monster-Projekt Stuttgart 21 wurde \u2013\n\u00fcber die Telefon- und Handy-Informationsketten &#8211; der\n\u201eParksch\u00fctzeralarm\u201c ausgel\u00f6st. In kurzer Zeit str\u00f6mten\nTausende Menschen in den Schlossgarten  \u2013 zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr\ndiejenigen, die dort seit vielen Wochen kampierten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>An\ndiesem Donnerstag gab in der Innenstadt anl\u00e4sslich eines\nSch\u00fclerstreiks eine Demonstration von  einigen Tausend Sch\u00fclerinnen\nund Sch\u00fclern unter ma\u00dfgeblicher Beteiligung der\nWalldorf-Sch\u00fclerschaft. Als sich auch dort die Nachricht\nverbreitete, dass die Polizei mit Wasserwerfern auff\u00e4hrt, um den\nPark fr\u00fcher als urspr\u00fcnglich vorgesehen zu r\u00e4umen, wurde die Demo\nabgebrochen; die Mehrzahl der Sch\u00fcler str\u00f6mte in den Schlossgarten.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Ab\n11 Uhr begannen erste Attacken von Polizisten auf Demonstrierende.\nEin Gro\u00dfaufgebot von Polizei aus Baden-W\u00fcrttemberg,\nRheinland-Pfalz, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, verst\u00e4rkt\num Einheiten der Bundespolizei, war am Vortag zusammengezogen worden.\nDie Polizei ging mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t gegen die\nDemonstrierenden vor; alle sp\u00e4ter vorgebrachten Behauptungen seitens\nder Landesregierung, es habe Gewalt seitens der Parkbesetzer gegeben,\nerwiesen sich als unhaltbar. Im Gegenteil: Wie sie es wochenlang\nverk\u00fcndet und einge\u00fcbt hatten, blieben die Demonstrierenden ruhig;\nihr wichtigster Slogan lautete: \u201eWir sind friedlich \u2013 was seid\nihr?\u201c Die Polizei jedoch hatte klare Ansagen von ihrer F\u00fchrung und\ndie wiederum von \u201eganz oben\u201c erhalten. Sie setzte exzessiv\nKn\u00fcppel, Wasserwerfer und vor allem Pfefferspray, der in gro\u00dfer\nMenge und aus kurzer Distanz  verspr\u00fcht wurde, ein. 400\nDemonstranten wurden verletzt; rund ein Dutzend schwer. Der\n66-j\u00e4hrige Ingenieur Dieter Wagner erblindete fast vollst\u00e4ndig. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nMaterial, das im Rahmen der Aufarbeitung der Ereignisse am \u201eSchwarzen\nDonnerstag\u201c zusammengetragen wurde, dokumentiert, dass es sich\nnicht um eine Polizeiaktion gehandelt hatte, die, wie es oft hei\u00dft,\n\u201eaus dem Ruder gelaufen\u201c sei. Diese war vielmehr von langer Hand\ngeplant \u2013 seitens der Landesregierung, m\u00f6glicherweise sogar in\nZusammenarbeit mit Teilen des Merkel\u00b4schen Regierungsapparats. So\nk\u00fcndigte der damalige baden-w\u00fcrttembergische Ministerpr\u00e4sident\nStefan Mappus, CDU, bereits zehn Tage vor dem \u201eSchwarzen\nDonnerstag\u201c regierungsintern ein \u201emassives Vorgehen gegen die\nBaumbesetzer\u201c an. Am Abend des \u201eSchwarzen Donnerstags\u201c gab es\neinen telefonischen Kontakt zwischen der Landesregierung und dem\nBundeskanzleramt. Ebenfalls am\n<strong>20.\nSeptember,<\/strong> um\n16.33 Uhr, mailte die damalige Ministerin f\u00fcr Umwelt, Naturschutz\nund Verkehr, Tanja G\u00f6nner, an Mappus: \u201eEs\nwurde gestern vereinbart, dass die B\u00e4ume ab dem 1.10. gef\u00e4llt\nwerden. Ziel ist, dass bis zu deiner Regierungserkl\u00e4rung alles mit\nden B\u00e4umen erledigt ist.\u201cMappus antwortete:\n\u201eSuper. Vielen Dank.\u201cAm gleichen Tag besprach\nsich der baden-w\u00fcrttembergische Ministerpr\u00e4sident mit der Polizei;\nim Protokoll wurde vermerkt: <em>\u201e<\/em><em>MP\nerwartet offensives Vorgehen gegen Baumbesetzer.<\/em><em>\u201c<\/em>\nIn einer sp\u00e4ter aufgefundenen E-Mail schrieb Mappus. \u201eKlar ist:\nder Staat kann sich ein Scheitern der Aktion nicht leisten.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nVorgehen der Polizei war auch im Detail vorbereitet. Dies wird\ndeutlich, wenn man den Darlegungen von Dieter Reicherter folgt.\nReicherter war Staatsanwalt und Vorsitzender Richter. Reicherter\nentwickelte sich im Zusammenhang mit dem Schwarzen Donnerstag zu\neinem Kritiker des S21-Projekts und insbesondere zu einem Kritiker\ngesetzeswidriger Polizeigewalt. In einer Rede auf der 288.\nMontagsdemonstration gegen Stuttgart21, am 14. September 2015, f\u00fchrte\ner aus: \u201eIch will euch einen konkreten Fall erz\u00e4hlen: Der\n14-j\u00e4hrige Richard hat am 30.9.2010  an der Sch\u00fclerdemonstration\nteilgenommen und war wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler danach im\nSchlossgarten. Dort wurde er an Leib und Seele verletzt. Die\nk\u00f6rperlichen Wunden sind verheilt, die seelischen nicht. Seine\nGeschichte will er nicht mehr erz\u00e4hlen. Seine Eltern aber haben mir\nvor Jahren Richards schriftliche Schilderung mit seinem\nEinverst\u00e4ndnis zur Verf\u00fcgung gestellt. [\u2026] Hier ein w\u00f6rtlicher\nAuszug aus Richards Aussage: \u00b4Ich wurde von einem Polizisten am Kopf\ngepackt. Er zog mich an sich heran und rieb mir mit der Hand (trug\nHandschuhe, die innen mit Metall oder \u00c4hnlichem beschlagen waren!!!)\ndas Pfefferspray brutal ins Gesicht.  [\u2026] Ich f\u00fcrchtete, dass er\nmeine Nase brechen w\u00fcrde, ist einigen  Sch\u00fclern passiert, schreien\nkonnte ich nicht, weil mir der Mund zugehalten wurde.\u00b4\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Reicherter\nging diesem Vorfall weiter nach \u2013 und wurde f\u00fcndig. Weiter der\nehemalige Richter: \u201eDer Zufall kam mir in Gestalt eines Videos, das\nseit nahezu f\u00fcnf Jahren bei Polizei und Staatsanwaltschaft vorliegt,\nohne f\u00fcr die \u00dcbert\u00e4ter Konsequenzen zu haben. Gegen unbekannte\nPolizisten habe ich nun deswegen in der vergangenen Woche\nStrafanzeige wegen Verabredung eines Verbrechens erstattet. Denn wie\nanders soll man folgenden in der Bild- und Tonaufzeichnung\nfestgehaltenen Dialog werten: 1. Sprecher (im bayrischen Dialekt):\n\u00b4K\u00f6nnt ihr mol Pfefferspray in die Handschuhe und ins Gesicht\nreiben\u00b4. 2. Sprecher: \u00b4Ja\u00b4.\u00b4\u201c Die Bilanz von Dieter Reicherter:\n\u201eWar das nicht die Verabredung, entgegen s\u00e4mtlicher\nDienstvorschriften Pfefferspray nicht durch Verspr\u00fchen mit\nSicherheitsabstand einzusetzen, sondern mit dem Handschuh in den\nGesichtern friedlicher Demonstranten zu verreiben? In meiner\nStrafanzeige habe ich darauf hingewiesen, dass eine derartige\nVerwendung von Pfefferspray die Gefahr von Erblindung und bei\nAllergikern und Asthmakranken sogar des Todes durch Ersticken in sich\ntr\u00e4gt. Ganz abgesehen davon, dass der Einsatz von Pfefferspray gegen\nKinder ausnahmslos verboten ist und Verst\u00f6\u00dfe gegen dieses Verbot\nschon harte Strafen zur Folge haben m\u00fcssten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>All\ndas zeigt: Es ging damals darum, einer friedlichen, demokratischen\nMassenbewegung gegen ein zerst\u00f6rerisches Gro\u00dfprojekt das Genick zu\nbrechen \u2013 indem diese provoziert wird und die gew\u00fcnschten Bilder\nvon \u201eGewaltexzessen\u201c liefert (oder agents provocateurs selbst\ndiese Bilder bereit stellen; und es gab sie an diesem Tag im Park!),\num sie danach zu kriminalisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichbar\ngingen die herrschenden Kreise am 2.Juni 1967 in Westberlin vor, als\n\u2013 heute fast genau vor 50 Jahren \u2013 der Student Benno Ohnesorg vor\nder Berliner Oper erschossen wurde. Benno O. hatte von seinem Recht\nauf Meinungsfreiheit und Protest Gebrauch gemacht und gegen den Schah\nvon Persien, einen Massenm\u00f6rder und Folter-Kaiser, demonstriert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichbar\nwar die Polizeiprovokation vom Februar 1975 im badischen Whyl, als\nacht Hundertschaften Polizei mit Wasserwerfern und Hundestaffel\nbrutal gegen 300 friedliche Demonstranten vorgingen, die den Platz\nbesetzt hielten, auf dem ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichbar\nwar die T\u00f6tung des Schlossers G\u00fcnter Sare am 28. September 1985 in\nFrankfurt am Main, der bei einer Protestdemo gegen den Ausbau des\nFrankfurter Flughafens, verbunden mit der Zerst\u00f6rung eines gro\u00dfen\nErholungswaldes, zuerst von einem Wasserwerferstrahl der Polizei zu\nBoden geworfen und dann von dem Wasserwerfer \u00fcberrollt und get\u00f6tet\nwurde. \n<\/p>\n\n\n\n<p> Bei\nall diesen Ereignissen \u2013 und eben auch beim \u201eSchwarzen\nDonnerstag\u201c in Stuttgart \u2013 ging es immer um den gezielten Versuch\nder Zerschlagung einer friedlichen und demokratischen Massenbewegung.\n \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ist\nes weit hergeholt, wenn solche geschichtlichen Vergleiche\nherangezogen werden, um den Schwarzen Donnerstag ins richtige Licht\nzu r\u00fccken? Nun, der S\u00e4nger\nund Poet Leonard Cohen jedenfalls stellte die Stuttgarter Ereignisse\nan eben diesem Tag in einen solchen gro\u00dfen Zusammenhang. Er\ngastierte damals in Stuttgart. Er und seine Leute hatten sich am Tag\nder Polizeiaggression im Hotel am Schlossgarten einquartiert. Sie\nwurden damit direkt Zeuginnen und Zeugen der Polizeiaggression. Der\nkanadische K\u00fcnstler lie\u00df Fotos von der Polizeiaggression und den\nfriedlich Demonstrierenden auf seine Website stellen und\ndokumentierte dort seine Solidarit\u00e4t mit den Menschen, die ihren\nPark verteidigten, und seinen Protest gegen die Polizeigewalt und\ngegen die Zerst\u00f6rung der Natur, der B\u00e4ume. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Tags\ndarauf trat Leonard Cohen in der Schleyer-Halle auf \u2013 in einem\nbeeindruckenden Konzert vor 7000 Menschen. Und er wurde auch bei\ndieser Gelegenheit erstaunlich deutlich \u2013 wie dies auch in der\n<em>Stuttgarter Zeitung<\/em>\nzu lesen war: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieser\nnur selten explizit politische Dichter stellt in Stuttgart auch eine\nWachheit unter Beweis, die sein behutsam eingerichtetes Refugium aus\nwundersch\u00f6nen Liedern nur um so kostbarer macht: Es sei ein\nPrivileg, sich zu einem Konzert versammeln zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend Chaos\nund Dunkelheit die Welt umklammert hielten, sagt Cohen. \u00b4Solidarit\u00e4t\nmit den B\u00e4umen, die Sie so gesch\u00e4tzt haben\u00b4,  bekundet er dann.\nSein Stuttgart-21-Kommentar leitet zum Jubel des Publikums \u00b4Anthem\u00b4\nein, eine seiner starken, getragenen Hymnen f\u00fcr das Trotzdem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Chaos\nund Dunkelheit halten die Welt<\/em>\numklammert \u2013 welch treffende Beschreibung! Und noch beeindruckender\nist diese Geschichte, wenn wir den TEXT des Liedes lesen und\n\u00fcbersetzen \u2013 und wenn wir dazu uns nochmals den Auftritt von Cohen\nanh\u00f6ren und ansehen, wie er auf YouTube abrufbar ist. Der Text\nlautet \u2013 hier in Ausz\u00fcgen:<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>So much of the world \/ is plunged\nin darkness and chaos [\u2026]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ring\nthe bells (ring the bells) that still can ring <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Forget your perfect offering<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>There is a crack in everything \n(there is a crack in everything)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>That\u00b4s how the light gets in [\u2026]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>I can\u00b4t run no more<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>With that lawless crowd<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>While\nthe killers in high places <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Say their prayers out loud<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>But they\u00b4ve summoned, they\u00b4ve\nsummoned up<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>A thundercloud<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>And they\u00b4re going to hear from\nme<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ring\nthe bells (ring the bells) that still can ring<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die\n\u00dcbersetzung des Auszugs aus diesem Lied, meine etwas freie\n\u00dcbersetzung lautet:<\/p>\n\n\n\n<p><em>So\nvieles auf der Welt ist in Dunkelheit und Chaos geh\u00fcllt [\u2026] <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>L\u00e4utet\nalle Glocken, die noch erklingen k\u00f6nnen <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vergesst\nall den Plunder <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es\ngibt einen Riss, ja einen Riss in allem <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das\nist der Spalt, durch den das Licht einf\u00e4llt [\u2026]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mit\nall den Leuten ohne jede Richtschnur <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kann\nich nicht mehr mitlaufen <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>W\u00e4hrend\ndie M\u00f6rder da oben <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vollmundig\nihre Gebete sprechen <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Doch\nsie haben etwas heraufbeschworen, ja heraufbeschworen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine\nGewitterwolke<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und\nsie werden von mir h\u00f6ren [\u2026] <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>L\u00e4utet\nalle Glocken, die noch erklingen k\u00f6nnen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Vergesst\nall den Plunder <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es\ngibt einen Riss, ja einen Riss in allem <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das\nist der Spalt, durch den das Licht einf\u00e4llt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja.\nEs gibt diesen Riss in all diesen anscheinend fest gef\u00fcgten\nGeb\u00e4uden, Zwingern und Denksystemen der Herrschenden. Einen Riss in\nden Tunnel-Wahn-Gebilden derjenigen, die mit einem\nM\u00e4nnlichkeitsfetischismus und Machbarkeitswahn diese Welt zerst\u00f6ren.\nDas Atomkraftwerk in Whyl konnte nicht gebaut werden \u2013 der Riss\nwurde zu gro\u00df. Die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf\nund der atomare Schnelle Br\u00fcter in Kalkar blieben als Ruinen und\nGrab von Milliarden Euro Steuergelder zur\u00fcck. Die festgef\u00fcgten\nMachtgebilde der Politb\u00fcros in Moskau und Ost-Berlin wurden br\u00fcchig\nund rissig \u2013 und kollabierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja,\nes gibt immer wieder einen Spalt, durch den das Licht f\u00e4llt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwerden die Risse weiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwerden den Spalt erkennen. Und wir werden das Licht sehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nLicht am Ende all dieser Stuttgart21 Tunnel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nLicht am Ende des Tunnel-Denkens.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwerden aufrecht gehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwerden die Menschen mit den gekr\u00fcmmten R\u00fccken, die Buckler,\nDuckm\u00e4user und Speichellecker bel\u00e4cheln und sie freundlich\naufmuntern, zur Menschwerdung zu schreiten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwerden: OBEN BLEIBEN\t<\/p>\n\n\n\n<p>Leonard\nCohen, Anthem, beim Konzert in Stuttgart am 1. Oktober 2010 gewidmet\nden B\u00e4umen im Schlossgarten; zu sehen und zu h\u00f6ren: \n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZemZdP4HKYo\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZemZdP4HKYo<\/a>.\nText [eigene \u00dcbersetzung W.W.]: \n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im folgenden Beitrag, der im April 2017 auf einer Veranstaltung in Stuttgart gehalten wurde, stellt Winfried Wolf die Polizeigewalt vom \u201eSchwarzen Donnerstag\u201c, dem 30. September 2010 im Stuttgarer Schlossgarten, in einen Zusammenhang mit einem Auftritt von Leonard Cohen am Tag darauf in der baden-w\u00fcrttembergischen Landeshauptstadt \u2013 und mit einem Cohen-Song. &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1089"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1092,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions\/1092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}