{"id":1123,"date":"2018-03-01T22:01:00","date_gmt":"2018-03-01T21:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1123"},"modified":"2020-08-27T08:59:43","modified_gmt":"2020-08-27T06:59:43","slug":"ueber-die-sich-immer-mehr-verringernde-geschwindigkeit-des-mobilen-modernen-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1123","title":{"rendered":"\u00dcber die sich immer mehr verringernde Geschwindigkeit des mobilen modernen Menschen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Der \u00f6ffentlich\nvermittelte Eindruck ist: Die moderne Gesellschaft bringt moderne\nMobilit\u00e4t bringt immer h\u00f6here Geschwindigkeiten im Verkehr mit\nsich. Das Gegenteil trifft zu: der Mensch bewegt sich dann, wenn man\neine \u201everallgemeinerte gesellschaftliche\nDurchschnittsgeschwindigkeit\u201c zugrunde legt, in die unter anderem\ndie Zeit eingeht, die f\u00fcr den Kauf und Unterhalt der Verkehrsmittel\naufzuwenden sind, immer langsamer.  Das belegte WW bereits in seinem\n1987 erschienenen Buch \u201eEisenbahn und Autowahn\u201c.  Bereits damals \nberief er sich auf den hochinteressanten Philosoph Ivan Illich. Im\n2018 als lunalog erschienenen Beitrag konkretisiert er diese Einsicht\nunter anderem am Beispiel von Tesla. <strong>Weiterlesen.<\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wann w\u00fcrden sich\nElektro-Autos als massenhafte Verkehrsmittel durchsetzen? Wenn der\nBenzin- oder Dieselkraftstoff deutlich teurer wird? Das ist nur f\u00fcr\n18 Prozent der Befragten ein Argument. Dann, wenn die Regierung\nE-Fahrzeuge (noch) st\u00e4rker f\u00f6rdern w\u00fcrde? Dies ist zwar bereits\nf\u00fcr 36 Prozent der Befragten relevant, dennoch keine mehrheitliche\nMeinung. F\u00fcr jeweils mehr als 60 Prozent der Befragten ist jedoch\nentscheidend, dass sich die <em>Reichweite <\/em>der\nE-Autos deutlich erh\u00f6ht und dass es <em>fl\u00e4chendeckend\nLadestationen<\/em> gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Anforderung\n\u201egr\u00f6\u00dfere Reichweite\u201c sieht es tr\u00fcb, bei der Anforderung\n\u201eausreichende Ladeinfrastruktur\u201c sieht es zappenduster aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem aber ergibt eine\nGesamtsicht: Nach der Sackgasse Benziner und der Sackgasse Diesel ist\ndie Autobranche dabei, hunderte Millionen Menschen und viele Tausend\ngro\u00dfe St\u00e4dte in die neue Sackgasse Elektro-Auto zu steuern.\nWeiterlesen <em>HIER<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anfang 2018\nverf\u00fcgbaren E-Pkw-Modelle haben eine durchschnittliche Reichweite\nvon 200 Kilometern. Im strengeren Winter d\u00fcrfte den E-Mobilen\nbereits bei 150 Kilometern der Saft ausgehen, selbst dann, wenn man\ndie Heizung nur im Sparbetrieb surren l\u00e4sst und wollene Leggins oder\nlange Unterhosen tr\u00e4gt. Und wir gehen hier von der <em>tats\u00e4chlichen<\/em>\nReichweite der E-Mobile aus, derjenigen, wie sie von Testfahrern der\nAuto-Magazinen gemessen wurden.[1) Die Angaben der Hersteller sind\nvor allem in diesem Punkt  stark besch\u00f6nigend. Hier d\u00fcrfte es in\nden n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren keine wesentlichen Verbesserungen geben,\ninsoweit es um <em>preislich erschwingliche\n<\/em>Modelle geht. Wobei es nicht von besonderer\nInnovationskraft zeugt, wenn man einen 2 Tonnen-Tesla f\u00fcr 50.000\nEuro aufw\u00e4rts baut, der entsprechend mehr Batteriekraft mit sich\nschleppt und dann eine Reichweite von 500 km hat.[2] \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zappenduster wird es beim\nThema Ladevorg\u00e4nge, Ladestationen und einer fl\u00e4chendeckenden\nLadeinfrastruktur in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juli 2017 gab es in\nDeutschland 20.295 Elektroladestationen insgesamt. Vielleicht sind es\ninzwischen 21.000. Doch nur die H\u00e4lfte davon ist \u201e\u00f6ffentlich\nzug\u00e4nglich\u201c. Wobei darunter wiederum weniger als tausend\nsogenannte Supercharger oder Schnell-Ladestationen sind. Letzeres\nmeint: Die Ladezeit betr\u00e4gt \u201enur\u201c eine halbe Stunde (so im Fall\nder Tesla-Supercharger). Das wird dann besch\u00f6nigend \u201eZeit f\u00fcr\neine Kaffeepause\u201c genannt. Naja, eben ein ziemlich langer caff\u00e8\nlungo.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den herk\u00f6mmlichen\n\u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen  Lades\u00e4ulen betr\u00e4gt die Ladezeit dann\nzwischen zwei und vier Stunden. Solche S\u00e4ulen soll es verst\u00e4rkt auf\nden Parkpl\u00e4tzen der  Einkaufszentren geben. Was im \u00dcbrigen auf eine\nweitere Zentralisierung im Einzelhandel hinausl\u00e4uft. Die schlanke\nTante-Emma-Lades\u00e4ule wird es nicht geben. Falls es Tante Emma-L\u00e4den\n\u00fcberhaupt noch gibt. Wobei \u201e2-4 Stunden Ladezeit\u201c auf einen\nextrem gr\u00fcndlichen \u2013 oder auch gen\u00fcsslichen? \u2013 \u201eGro\u00dfeinkauf\u201c\nhinausl\u00e4uft. Stimmt: \u201eShopping\u201c wurde j\u00fcngst zu einer neuen\nwichtigen Form gesellschaftlicher Freizeitt\u00e4tigkeit. Jetzt gibt es\nalso das Gef\u00e4hrt f\u00fcr das neue Freizeitvergn\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Laden mit der\nHaushaltssteckdose sind 10-14 Stunden f\u00fcr eine volle Dr\u00f6hnung zu\nveranschlagen. Was ja f\u00fcr Langschl\u00e4fer akzeptabel ist. Und\n\u00fcberhaupt: Schlaf ist gesund!<\/p>\n\n\n\n<p>Gilt vielleicht der Satz:\nWas nicht ist, kann ja noch werden? Eher nicht! Derzeit ist in\nDeutschland geplant, dass es 2020 maximal 36.000 \u00f6ffentlich\nzug\u00e4ngliche Ladepunkte geben wird. Davon wiederum sollen maximal\n7000 Schnellladepunkte sein. Wollte man \u201enur\u201c eine Million\nE-Autos (von 2018 rund 46 Millionen Pkw, also 2,2 Prozent!)\neinigerma\u00dfen mit Ladepunkten abdecken, m\u00fcsste es mindestens doppelt\nso viele Ladepunkte geben.[3]<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gibt es nicht diese\ntollen Vorbilder in Europa? \u201eWenn man schaut, warum Norwegen\nerfolgreich in Sachen Elektromobilit\u00e4t ist, dann liegt das an der\nLadeinfrastruktur und an den Anreizen.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das sagt der Cem.[4] Und\nder muss es wissen \u2013 weil Schwabe + T\u00fcrke = E-Auto-affin.\nTats\u00e4chlich kommen in Norwegen bereits 185 Ladestationen auf 100.000\nEinwohner. In Deutschland sind es 25. In Frankreich 24. In\nGro\u00dfbritannien 21. In Italien 15. In Rum\u00e4nien 5. Und in\nGriechenland 0,3. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Pech f\u00fcr den Cem!\nDie im Vergleich zum EU-Durchschnitt gut zehn Mal h\u00f6here Dichte an\nLadestationen in Norwegen reicht nicht aus f\u00fcr eine passable\nVersorgung. Ein Bericht im <em>Handelsblatt<\/em>\nvom 8. Dezember 2017 stellt dazu ern\u00fcchternd fest: \u201eIn Norwegen\nwurde Autofahrern nun vom Kauf weiterer Elektroautos ausdr\u00fccklich\nabgeraten, wenn man nicht \u00fcber eigene Aufladem\u00f6glichkeiten f\u00fcr das\nFahrzeug verf\u00fcge. Der Grund: In Norwegen sind 1300 kommunale\nLadestationen f\u00fcr 80.000 Elektrofahrzeuge zu wenig [\u2026] Keine\nrosigen Aussichten f\u00fcr Deutschland.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Recht gibt es vor\ndiesem Hintergrund \u00dcberschriften wie \u201eIst Elektromobilit\u00e4t ein\nPrivileg f\u00fcr Hausbesitzer? Alle anderen haben es jedenfalls mit dem\nLaden schwer\u201c. So ein Bericht in der <em>S\u00fcddeutsche\nZeitung <\/em>vom 15. Dezember 2017. Also: Schaffe,\nschaffe, H\u00e4usle baue \u2013 aber bitte mit Carport + Ladestation!?\nWobei wir hier mal das Thema Zersiedelung ausklammern. Man kann sich\nja nicht um alles gleichzeitig k\u00fcmmern!<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnern wir uns an die\nvielen Artikel, in denen dar\u00fcber geklagt wird, dass die Menschen in\nder automobilen Gesellschaft eine gigantische, Jahr f\u00fcr Jahr\nwachsende Summe an Zeit im Stau verbringen. Das wird sich mit E-Autos\nnicht nur nicht verringern lassen. Hier kommt noch die zus\u00e4tzliche\nZeit hinzu, die mit der \u201eLadet\u00e4tigkeit\u201c und dem \u201eSuchen nach\nLadestationen\u201c  zu verbringen ist. Die Gleichung  der\nE-Mobility geht ja so: \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00fcrzere Reichweiten  plus die im Vergleich zum Betanken von Verbrennungsmotorentanks l\u00e4ngere Ladezeiten  = Fortschritt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der kluge Jesuit und\nPhilosoph Ivan Illich errechnete einmal, dass sich im Autoverkehr die\n\u201everallgemeinerte Geschwindigkeit\u201c auf dem Niveau eines\nFahrradfahrers  bewegt \u2013 und zwar dann, wenn korrekterweise die\nZeit zum Erwerb und zum Unterhalt eines Autos eingerechnet und zur\nreinen Fahrtzeit addiert wird. Illich sprach von \u201ezeitraubenden\nGeschwindigkeiten\u201c.[5] Bei dieser Betrachtungsweise steht im Z\u00e4hler\ndes Bruchs die Zahl der zur\u00fcckgelegten Kilometer. Der Nenner des\nBruchs sieht aus wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>(Reine Fahrtzeit + Zeit\nf\u00fcr Parkplatzsuche + Zeit f\u00fcr Reparatur usw. + Arbeitszeit, die\nben\u00f6tigt wird, um das Geld\u00e4quivalent f\u00fcr Kraftstoff, Reparaturen\nund f\u00fcr das Auto selbst [hier f\u00fcr die j\u00e4hrlichen Abschreibungen]\nzu erhalten).   \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch jetzt \u2013\nFortschritt, Fortschritt, \u00fcber alles! \u2013  kommt die \u201eE-Mobility!\nIm Tesla-Zeitalter wird sich die so berechnete \u201everallgemeinerte\nDurchschnittsgeschwindigkeit\u201c nochmals deutlich reduzieren. Wegen\nder E-Pkw-Ladezeiten. Und weil es jetzt neben der Parkplatzsuche noch\ndie Suche nach den Normalchargern, den Superchargern, den\nTesla-Chargern gibt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn die Berechnung\nder verallgemeinerten Durchschnittsgeschwindigkeit bei Ivan Illich\nauf 10 bis 15 Stundenkilometer hinauslief \u2013 noch ohne\nBer\u00fccksichtigung von Stauzeiten \u2013 dann bewegen wir uns in einem\nElektro-Pkw in Richtung lebhaftes Schneckentempo. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umweltorganisation BBU\nkonstatierte einmal ziemlich pfiffig, allerdings vor 35 Jahren: \u201eDie\nIndustriegesellschaft opfert mehr als 30 Prozent ihres Budgets an\ngesellschaftlicher Zeit f\u00fcr den Transport ihrer Mitglieder. [\u2026]\nZum Vergleich: Keine vorindustrielle Gesellschaft hat jeweils mehr\nals acht Prozent  ihrer gesellschaftlichen Zeit f\u00fcr die Fortbewegung\nihrer Mitglieder aufgewendet.\u201c[6] \n<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Schnecken: Diese\nTierchen sind wortw\u00f6rtlich mit gr\u00fcner Energie \u2013 Fra\u00df von Gras \u2013\nunterwegs. Anders bei E-Autos: In einer Studie des Umwelt und\nPrognose-Instituts UPI Heidelberg hei\u00dft es: \u201eDas Deutsche Institut\nf\u00fcr Wirtschaftsforschung hat 2015 [\u2026] in verschiedenen Szenarien\nberechnet, wie sich die Stromerzeugung \u00e4ndern w\u00fcrde, wenn bis zum\nJahr 2030 [!] in Deutschland 0,9 bis 1 Million Elektroautos und 2,9\nbis 3,7 Millionen Hybridautos zugelassen w\u00e4ren. Das w\u00e4ren 8 bis 11\n% des heutigen [!] Pkw-Bestandes. [\u2026] Die Berechnungen ergaben,\ndass in allen Szenarien vor allem die Stromerzeugung aus Braunkohle,\nSteinkohle und Erdgas um zusammen ca. 9 TWh pro Jahr ansteigen w\u00fcrde.\nAuch bei 100% kostengesteuerter Ladevorg\u00e4ngen (Ladestrom zu Zeiten\nmit \u00dcbersch\u00fcssen von Wind- und Sonnenenergie billiger) ergibt sich\nein deutlicher Zuwachs fossiler Energie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar hei\u00dft es dort auch:\n\u201eNur wenn der Zubau regenerativer Energien deutlich schneller als\nbisher geplant erfolgen w\u00fcrde, k\u00f6nnte der zus\u00e4tzliche Strombedarf\nf\u00fcr Elektroautos durch \u00fcbersch\u00fcssige erneuerbare Energien gedeckt\nwerden und die \u00d6kobilanz von Elektroauto bis 2030  verbessert\nwerden.\u201c Doch 2015, als diese Studie ver\u00f6ffentlicht wurde,\nstellten ihre Verfasser bereits fest: \u201eDies ist aus heutiger Sicht\njedoch nicht zu erwarten.\u201c[7] \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das trifft erst recht f\u00fcr\n2018 zu. Denn die 2016 und 2017 verabschiedeten Novellen zum\nErneuerbare Energien Einspeisungsgesetz (EEG) wirken inzwischen als\nBremse bei der Energiewende; bereits Ende 2017, im Vorfeld der neuen\nRegierungsbildung, gestanden CDU\/CSU und SPD ein, dass sie die\nKlimaziele, zu deren Einhaltung sie sich verpflichtet hatten, nicht\nw\u00fcrden einhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in vielen anderen\nEU-Mitgliedsl\u00e4ndern wird eine Zunahme von Elektro-Autos die\nAbh\u00e4ngigkeit von \u201eschmutzigem\u201c Strom deutlich erh\u00f6hen. Das gilt\nbesonders krass f\u00fcr Polen, aber auch ausgerechnet f\u00fcr China, dem\nMekka der \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c. In beiden L\u00e4ndern liegt der\nAnteil von Kohlestrom bei \u00fcber zwei Drittel.[8]<\/p>\n\n\n\n<p>In Frankreich \u2013 wo Paris\nanscheinend vorbildlich das baldige Aus f\u00fcr Pkw mit\nVerbrennungsmotoren ank\u00fcndigte \u2013 erh\u00f6ht dies vor allem die\nextreme Abh\u00e4ngigkeit von Atomstrom. 72 Prozent des Stroms kommen\ndort aus Atomkraftwerken. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es sei wiederholt:\nMan kann sich nicht gleichzeitig um alles k\u00fcmmern. Zumal es am Ende\ndie typische \u201edeutsche Welle\u201c gibt: \u201eIch will Spa\u00df! Ich geb\nGas!\u201c O-Ton Gr\u00fcnen-Fraktionschef Anto Hofreiter: \u201eEin\nElektroauto zu fahren macht deutlich mehr Spa\u00df als Benziner oder\nDieselfahrzeuge \u2013 weil Sie zum Beispiel blitzschnell an der Ampel\nstarten k\u00f6nnen, da lassen Sie jeden Maserati stehen.\u201c [9]<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[1]  Aus einem\nTestbericht: \u201eUnser Elektroauto: der Zoe von Renault. Der \u2013Wagen\nkostet 25.200 Euro und hat laut Herstellerangeben eine Reichweite von\n400 Kilometern. Die Strecke [von Berlin] nach Warnem\u00fcnde sollte also\nlocker zu machen sein.\u201c Bereits nach kurzer Fahrt \u201ezeigt der\nWagen uns an, dass wir mit ihm nur 270 Kilometer weit fahren k\u00f6nnen\n[\u2026] Um Strom zu sparen verzichten wir bei 26 Grad auf die\nKlimaanlage und fahren gem\u00e4chlich mit Tempo 90 km\/h auf der\nAutobahn.\u201c Es gelingt bis Warnem\u00fcnde zu kommen. Dort finden die\nTester sogar eine freie Lades\u00e4ule. Nach f\u00fcnf Stunden Ladezeit (mit\nSchnellladekabel) ist die Batterie laut Angaben \u201ezu 92 Prozent\ngeladen\u201c. R\u00fcckfahrt: \u201eWir fahren jetzt mit Tempo 80 \u00fcber die\nAutobahn. Doch die Reichweite schrumpft schneller als die Kilometer,\ndie wir zur\u00fccklegen [\u2026] Jetzt \u00fcberholen uns sogar Lkw und\nWohnwagen. Noch 138 km bis Berlin und noch 132 Kilometer Reichweite.\u201c\nAm Ende bleibt der Renault liegen. Die Tester fahren mit der Bahn\nzur\u00fcck. In: Bild am Sonntag vom 6. August 2017.   \n<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Das gilt nicht nur f\u00fcr\nden superteuren Tesla Model S. Und nicht nur f\u00fcr das Tesla-SUV Model\nX. Auch das Tesla Model 3, das ja angeblich ein Pkw f\u00fcr die Massen\nwerden soll, von dem jedoch bis Februar 2018 erst wenige Tausend\nExemplare ausgeliefert werden konnten (ein knappes Jahr  nach\nAufnahme der Produktion!), kostet am Ende mit normaler Ausstattung\nrund 40.000 Euro. Er wiegt mit  1730 Kilogramm auch\n\u00fcberdurchschnittlich viel.  In einem Testbericht hei\u00dft es, er \u2013\nder Fahrer \u2013 k\u00f6nne bei h\u00f6heren Geschwindigkeiten \u201ezusehen wie\nsich die Batterie im Zeitraffer entl\u00e4dt\u201c. Der viel gelobte\nWindschl\u00fcpfrigkeitswert hat seinen Preis: Der Fahrer werde, so der\nFahrbericht,  \u201ezu einer unbequemen und ungesunden, Z-f\u00f6rmigen \nK\u00f6rperhaltung (gezwungen)\u201c. Besungen wird, \u201edass bei fast leerem\nAkku das Auto rund 40 Minuten am Supercharger h\u00e4ngt, ehe wieder\nvolle Reichweite angezeigt wird\u201c. Wenn heutzutage jemand 40 Minuten\nim Stau steht, dann schreit die Motorpresse auf. Doch 40 Minuten\nLadezeit \u2013 und dies bei jedem Laden! Bei einer Tagesfahrt in den\nUrlaub also beispielsweise zwei Mal an einem Tag mit einer Stunde und\nzwanzig Minuten reine Ladezeiten! \u2013 gelten dann als \u201einnovativ\u201c.\nSiehe: Georg Kacher, \u201eTesla Model 3: Geheimtest in Detroit\u201c, in:\nAutobild vom 16. Februar 2018.<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Zu bedenken ist, dass\nin der BRD derzeit PRO JAHR der Bestand an herk\u00f6mmlichen Pkw um mehr\nals 600.000 w\u00e4chst. Dass es also bei normalem Gang der Dinge z.B.\n2020 mindestens 47,5 Millionen Pkw sind. Auf diesen dann gr\u00f6\u00dferen\nBestand bezogen machen 1 Million Elektro-Pkw dann nicht einmal 2%\naus. Gibt es zwischenzeitlich eine Wirtschaftskrise, wird auch das\nAnwachsen der Elektro-Pkw deutlich ausgebremst werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>[4]Cem \u00d6zdemir nach:\n<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/gruene-wollen-autobranche-mit-anreizen-reformieren-14989078.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/gruene-wollen-autobranche-mit-anreizen-reformieren-14989078.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[5] <em>Ivan\nIllich, Die sogenannte Energiekrise oder die L\u00e4hmung der\nGesellschaft, Reinbek 1994.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[6] BBU 1984. Zitiert bei:\nWinfried Wolf, Eisenbahn und Autowahn, Hamburg 1992, S. 258.<\/p>\n\n\n\n<p>[7] \u00d6kologische Folgen\nvon Elektroautos, Studie des Umwelt- und Prognose-Instituts (UPI) in\nHeidelberg 2015 Siehe:\n<a href=\"http:\/\/www.upi-institut.de\/UPI79_Elektroautos.pdf\">http:\/\/www.upi-institut.de\/UPI79_Elektroautos.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>[8] China will den\nKohlestromanteil drastisch reduzieren. Das erfolgt zwar teilweise\n\u00fcber ein Hochfahren des Anteils von Strom aus erneuerbaren Energien.\nAber auch durch den Bau von sage und schreibe 80\nneuen Atomkraftwerken (aktuell sind 30 AKW in Betrieb). Dar\u00fcber\nhinaus gilt es zu beachten: China exportiert Kohlekraftwerke in\ngro\u00dfem Ma\u00dfstab und verkauft heimische Kohle dann an\nL\u00e4nder, in denen diese neuen Kohlekraftwerke stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>[9] Interview im\nHandelsblatt vom 3. November 2016.<\/p>\n\n\n\n<p>Allgemeine Quellen zum\nStand der Ladestationen in der BRD und europaweit: Handelsblatt vom\n12.10.2017, vom 1.12.2017 und vom 8.12.2017<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nzitierte DIW-Studie wie folgt: Wolf-Peter Schill and Clemens\nGerbaulet, Power System Impacts of Electric Vehicles in Germany:\nCharging with Coal or Renewables?, DIW, Berlin 2015. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Erstmals erschienen auf der Website von Lunapark21 &#8211; als Lunablog \u2013 am 3. M\u00e4rz 2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00f6ffentlich vermittelte Eindruck ist: Die moderne Gesellschaft bringt moderne Mobilit\u00e4t bringt immer h\u00f6here Geschwindigkeiten im Verkehr mit sich. 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