{"id":1135,"date":"2018-05-05T08:17:00","date_gmt":"2018-05-05T06:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1135"},"modified":"2020-08-27T08:41:08","modified_gmt":"2020-08-27T06:41:08","slug":"200-jahre-karl-marx-younger-than-today","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1135","title":{"rendered":"200 Jahre Karl Marx: Younger than today"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Der\nnachfolgende Text basiert auf einer Rede, die WW anl\u00e4sslich des 200.\nTodestags von Karl Marx in K\u00f6ln hielt. Eine W\u00fcrdigung des \u00d6konomen\nund politischen Menschen K. Marx, dessen Ansichten und Einsichten\n\u00fcberwiegend ausgesprochen aktuell sind.<\/em><em><strong>\nWeiterlesen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alle Welt schrieb im\nletzten Jahr \u00fcber \u201e150 Jahre \u00b4Das Kapital\u00b4. Alle Welt schreibt\nin diesem Jahr  \u00fcber \u201e200 Jahre Karl Marx\u201c \u2013 und auch \u00fcber\n\u201e170 Jahre Kommunistisches Manifest\u201c. Deutlich weniger, aber\nimmer noch viel, wird im kommenden Jahr die Rede sein von \u201e200\nJahre Friedrich Engels\u201c. Unsere BaSo-Freunde in Wuppertal\njedenfalls wissen vom Letzteren [in der neuen FaktenCheck:WUPPERTAL]\nein Liedchen zu singen; sie fordern von der dortigen Stadtverwaltung,\nEngels \u201eWert zu sch\u00e4tzen und nicht in Wert zu setzen\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadtverwaltung von\nTrier wiederum l\u00e4sst sich von der Volksrepublik China genau deshalb\neine monstr\u00f6se Marx-B\u00fcste auf einen mittelpr\u00e4chtig-zentralen Platz\nstellen: Marx soll Geld in die Stadt, soll Touristenstr\u00f6me, soll\nKapital, soll chinesisches Kapital in Marx\u00b4 Geburtsstadt bringen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Erhellend ist das, was zu\nund \u00fcber Karl Marx, den Marxismus und \u201eDas Kapital\u201c geschrieben\nwird, meist nicht. Interessant ist aber doch, wie sich die\nb\u00fcrgerlichen Medien an dem Thema abarbeiten, wie Marxens Schriften\nund Gedanken eben nicht \u2013 oder nicht mehr \u2013 \u201eder nagenden\nKritik der M\u00e4use\u201c \u00fcberlassen bleiben.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup>\nDas geht so weit, dass ein gewisser Olaf Gersemann in der gestrigen\nAusgabe der Tageszeitung \u201eDie Welt\u201c \u2013 Ausgabe vom 4. Mai 2018 \u2013\nschreibt: \u201eWenn Au\u00dferirdische auf Deutschland blicken, m\u00fcssen sie\nob des Hypes um Karl Marx glauben, wir huldigten einem Seher, der\nganzen V\u00f6lkern den Weg in eine bessere, freiere, eine moderne\nZukunft gewiesen hat.\u201c F\u00fcr den Welt-Kommentator ist nat\u00fcrlich\nklar \u2013 weiter im Zitat; \u201eNichts davon, nat\u00fcrlich, hat Marx\ngetan. Ein Gros der Tyrannen, die ihre V\u00f6lker im 20. Jahrhundert\nunterjochten, konnte sich guten Gewissens auf den Anti-Demokraten aus\nTrier berufen.\u201c  \n<\/p>\n\n\n\n<p> Wir sind hier nun nicht\nzusammengekommen, um uns Hasstiraden der Herrschenden zu Marx\nanzuh\u00f6ren und auch nicht, um Karl Marx finanziell \u201ein Wert zu\nsetzen\u201c. Uns geht es um die Wertsch\u00e4tzung, die wir diesem Herrn\nweiterhin entgegenbringen, und darum, diese zu rekapitulieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In will dies im Folgenden\nauf sieben Ebenen versuchen \u2013 ausnahmsweise mal keine \u201eSieben\nTods\u00fcnden\u201c, sondern eine Art \u201eSieben Erleuchtungen\u201c oder\n\u201esieben Erkenntnisse\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ERSTE ERKENNTNIS:\nDie bestehende Wirtschaftsweise \u2013 genannt: Kapitalismus \u2013 ist im\nKern nur zu verstehen, wenn die Reduktion von allem auf den Wert, und\ndieser wiederum auf die in ihm steckende Arbeitszeit, erkannt wird.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Marx zerpfl\u00fcckte\nhartn\u00e4ckig die \u201etrinitarische Formel\u201c der Vulg\u00e4r\u00f6konomie,,\nwonach es  \u201edrei Produktionsfaktoren\u201c geben w\u00fcrde \u2013 das\nKapital, die Erde und die Arbeit \u2013 die gemeinsam, gewisserma\u00dfen in\neiner Black box, Werte, Mehrwert, Profite, Bodenrente, Mietzins,\nZinsen  und Spekulationsgewinne usw. schaffen w\u00fcrden. Marx schrieb:\n\u201eEs handelt sich hier um eine verzauberte, verkehrte und auf den\nKopf gestellte Welt, wo Monsieur le Capital und Madame la Terre als\nsoziale Charaktere, und zugleich unmittelbar als blo\u00dfe Dinge ihren\nSpuk treiben.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Allein die Arbeit schafft,\nso die wissenschaftlich belegte Erkenntnis, Werte \u2013 und zwar im\nKapitalismus \u00fcberwiegend in Form der Lohnarbeit. Durchaus auch, das\nsollten wir nicht  vergessen, die Arbeit von Handwerkern,\nSelbst\u00e4ndigen und \u201efreien\u201c Kleinbauern. Letztere d\u00fcrften\nweltweit heute weiterhin mehr als eine Milliarde Menschen z\u00e4hlen,\nwobei der Anteil, den diese nicht proletarischen, wertschaffenden\nKlassen zum Weltsozialprodukt beitragen,  st\u00e4ndig r\u00fcckl\u00e4ufig ist\nund aktuell deutlich unter 20 Prozent liegen d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p> Marx hatte diese\nReduktion der kapitalistischen \u00d6konomie auf ihren Kern nicht\nerfunden. Er konnte damals mit seiner Werttheorie an gro\u00dfen\nVorg\u00e4ngern ankn\u00fcpfen. Er selbst schreibt dies offen: \u201eEs ist das\ngro\u00dfe Verdienst der klassischen \u00d6konomie\u201c \u2013 gemeint sind u.a.\nAdam Smith und Ricardo \u2013 \u201ediesen falschen Schein und Trug [\u2026],\ndiese Religion des Alltagslebens aufgel\u00f6st zu haben, indem sie den\nZins auf einen Teil des Profits und die Rente auf den \u00dcberschuss\n\u00fcber den Durchschnittsprofit reduziert (haben), sodass beide im\nMehrwert zusammenfallen; indem sie [\u2026] im unmittelbaren\nProduktionsprozess  Wert und Mehrwert der Waren auf die Arbeit\nreduziert.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Und heute? Die trinitarische Formel wird auch heute noch und teilweise sogar wieder verst\u00e4rkt als entscheidend f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung dargestellt. Den unproduktiven Sektoren, ja den Sektoren der Zirkulationssph\u00e4re, wird die Kraft der Wertsch\u00f6pfung zugesprochen. Siehe der Begriff \u201eFinanzindustrie\u201c. Das geht soweit, dass das Kapital-Blatt \u201eB\u00f6rsen-Zeitung\u201c in einer neuen \u201eW\u00fcrdigung\u201c von Karl Marx diesem unterstellt, das Kapital selbst als wertsch\u00f6pfend angesehen zu haben. Dort hei\u00dft es: \u201eKapital und Arbeit stellen in seiner [derjenigen von Karl Marx; W.W.]Anschauung denn auch die zentralen Faktoren dar.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ZWEITE ERKENNTNIS:\nDie kapitalistische Wirtschaft bewegt sich in Zyklen. Die Zyklen\nm\u00fcnden in regelm\u00e4\u00dfige Krisen. Dabei erh\u00f6ht sich die\nKrisenhaftigkeit periodisch und langfristig. Es entwickelt sich ein\nimmer gr\u00f6\u00dferes zerst\u00f6rerisches, ja selbstzerst\u00f6rerisches\nPotential.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung\nkapitalistischer Produktionszyklen auf nationaler und auf\nWeltmarktebene konnte von Marx und Engels aus naheliegenden Gr\u00fcnden\n\u2013 siehe das Alter bzw. die \u201eJugend\u201c des damaligen ausgebildeten\nKapitalismus; siehe die unzureichenden statistischen Grundlagen \u2013\nerst in grober Form geleistet werden. Doch sie wurde geleistet. Marx\nging hinsichtlich der L\u00e4nge der einzelnen Zyklen von sieben bis zehn\nJahren aus \u2013 wie sich dies ja auch als zutreffend erweisen sollte.\nEr sah in der Zeitdauer der physischen Abnutzung der modernen\nProduktionsmittel bzw. in deren \u201emoralischem Verschlei\u00df\u201c eine\nwesentliche Ursache f\u00fcr diese Dauer der industriellen Zyklen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei waren Marx und\nEngels durchaus flexibel \u2013 wie sie dies grunds\u00e4tzlich in ihren\n\u00f6konomischen Analysen waren, auch wenn sie von gewissen\n\u201eGesetzm\u00e4\u00dfigkeiten\u201c ausgingen. Sie betonten immer wieder, dass\nsubjektive Faktoren eine wichtige Rolle spielen k\u00f6nnen \u2013 so\nNiederlagen oder Teilerfolge der Arbeiterklasse. Und dass es\nunerwartete, \u00f6konomische Prozesse geben kann, die den scheinbar\ngesetzm\u00e4\u00dfigen Gang der kapitalistischen Prozesse erheblich,\nteilweise grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>So schrieb im August 1852\nFriedrich Engels mit Blick auf \u00f6konomische Vorhersagen im erst drei\nJahre \u201ealten\u201c \u201eKommunistischen Manifest\u201c an Marx:\n\u201eKalifornien und Australien sind zwei F\u00e4lle, die im Manifest nicht\nvorgesehen waren: Sch\u00f6pfung gro\u00dfer M\u00e4rkte aus nichts. Sie m\u00fcssen\nnoch hinein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und heute? Wir erlebten in\nden vergangenen 28 Jahren die \u201eSch\u00f6pfung\u201c riesiger \u201egro\u00dfer\nM\u00e4rkte\u201c \u2013 durch die Integration von China und der Regionen der\nehemaligen UdSSR in den Weltkapitalismus. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns aktuell\nim zehnten Jahr nach der bislang gr\u00f6\u00dften Wirtschaftskrise, die der\nweltweite Kapitalismus seit der Weltwirtschafskrise von Anfang der\n1930er Jahre erlebt hat. Einiges \u2013 ja eigentlich sehr viel \u2013\nspricht daf\u00fcr, dass wir uns im Vorfeld einer neuen Wirtschaftskrise,\ndann wohl einer neuen weltweiten Finanz- und Wirtschaftkrise\nbefinden. In diesem Sinn gibt es durchaus Vorzeichen. Und auch\nAussagen von f\u00fchrenden Kapitalvertretern, so seitens der IWF-Chefin\nChristine Lagarde, die dazu auffordert, einen Sonderfonds f\u00fcr die\nFolgen der absehbar neuen weltweiten Krise einzurichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00df man, wann diese\nKrise eintreten wird? Anders herum gefragt: Konnten Karl Marx und\nFriedrich Engels vorhersagen zum konkreten Verlauf von Konjunktur und\nKrisen treffen? Ich zitiere aus einem Brief, den Marx am 8. Dezember\n1857 an Friedrich Engels schrieb, dabei bezugnehmend auf den\ngemeinsamen Freund Wilhelm Wolff, der als \u201eLupus\u201c bezeichnet\nwird: \u201eDa Lupus best\u00e4ndig Buch \u00fcber unsere Krisenvorhersagen\nf\u00fchrte, so erz\u00e4hle ihm, dass der \u00b4Economist\u00b4 vom letzten\nSonnabend erkl\u00e4rt, die Endmonate von 1853, durch ganz 1854, Herbst\n1855 und \u00b4the sudden changes of 1856\u00b4[die schlagartigen\nVer\u00e4nderungen von 1856\u00b4] habe Europa immer nur hair-breadth escape\nvom impending crash gehabt [sei Europa immer nur um Haaresbreite dem\ndrohenden Krach entgangen]\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>DRITTE ERKENNTNIS:\nArbeit ist nicht nur zentral f\u00fcr die Werttheorie. Arbeit ist auch\nzentral f\u00fcr den Mensch \u2013 und zwar Arbeit im Sinn von sich \u2013 ohne\nZwang \u2013 zu vergegenst\u00e4ndlichen. Daraus folgt: Lohnarbeit ist auch\ndeshalb un-menschlich, weil sie in mehrerer Hinsicht Ausdruck von\nEntfremdung ist. Emanzipation und Revolution sind nach Marx\ngleichzusetzen mit einem Ende von Entfremdung.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Marx hat das Thema \u201eArbeit\nund Entfremdung\u201c vor allem in seinen Fr\u00fchschriften, den\nsogenannten \u201ePariser Manuskripte\u201c, sp\u00e4ter auch in den\n\u201eGrundrissen\u201c ausgebreitet. Er bezeichnete die freie,\nselbstbestimmte Arbeit als das \u201eSich-au\u00dfer-sich-Setzen\u201c des\nMenschen, als dessen Selbstverwirklichung: \u201eIn der Bearbeitung der\ngegenst\u00e4ndlichen Welt bew\u00e4hrt sich der Mensch erst als\nGattungswesen. [\u2026] Durch sie erscheint die Arbeit als sein Werk und\nseine Wirklichkeit. Der Gegenstand der Arbeit ist daher die\nVergegenst\u00e4ndlichung des Gattungsleben des Menschen.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Definition von\nArbeit setzt drei Dinge voraus: Es handelt sich erstens um\nfreiwillige und selbstbestimmte Arbeit. Zweitens sind die\nArbeitsergebnisse erkennbar und die Arbeitenden identifizieren sich\nmit diesen. Drittens gibt es eine direkte (pers\u00f6nliche) oder\nindirekte (\u00fcber demokratische Strukturen vollzogene) Verf\u00fcgbarkeit\n\u00fcber diese Arbeitsprodukte durch die Produzierenden, also die\nArbeitenden. Diese drei Elemente sind bei Lohnarbeit im Kapitalismus\nnicht gegeben \u2013 zumindest nicht als Ensemble. Die Lohnarbeit\nerfolgt prim\u00e4r unter Diktat und Zwang \u2013 Maloche, um den\nLebensunterhalt zu verdienen. Die Identifikation mit der Arbeit ist\noft \u2013 oder meist? \u2013 nicht gegeben; bei vielen Bereichen des\nkapitalistischen Arbeitens kann es kaum eine Identifikation geben\n(R\u00fcstung; Werbung). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das Letztere gilt erst\nRecht im Weltma\u00dfstab: In der Welttextilbranche arbeiten mehr als 15\nMillionen Menschen \u2013 rund doppelt so viel wie in der\nWeltautobranche. Zwei Drittel sind Frauen. Die Arbeit wird \u2013\n\u00fcberwiegend in Asien \u2013 bekanntlich unter extrem miserablen\nBedingungen verausgabt. Der \u00fcberwiegende Teil der Textilproduktion\nist gesellschaftlich unn\u00f6tig; er zielt auf die Befriedigung von\n\u201efast fashion\u201c; er dient also dazu, dass die die Menschen in den\nreichen OECD-Staaten zwei Mal im Jahr neue Mode-Textilien kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter: Eine Verf\u00fcgung\n\u00fcber die Arbeitsprodukte besteht weder direkt noch indirekt. Im\nGegenteil: Durch die Trennung der Arbeitenden von den\nProduktionsmitteln und durch das Privateigentum an den\nProduktionsmittel, konzentriert in den H\u00e4nden von wenigen, schafft\nder Lohnarbeitende mit jedem Arbeitstag eine ihm fremde, ihm\nfeindlich gegen\u00fcberstehende Macht und verst\u00e4rkt sein Ohnmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, im Zeitalter des\nPrekariats \u2013 das durchaus Teil des Proletariats ist \u2013 wurde an\nder \u201eEntfremdungsschraube\u201c gerade auch in den hochentwickelten\nIndustriestaaten nochmals weiter gedreht. Millionen Menschen haben\ninzwischen auch in Deutschland zwei Jobs \u2013 von \u201eArbeit\u201c ist da\nkaum noch die Rede. Es gibt eine Million Leiharbeiter. Diese\nverkaufen also ihre Arbeitskraft an ein Unternehmen, inzwischen oft\nan einen Konzern, der diese weiterverkauft. Allein die Zahl der\nLeiharbeiter ist inzwischen um 20 Prozent gr\u00f6\u00dfer als die Zahl\nderjenigen, die in der Autoindustrie \u2013 einschlie\u00dflich der\nZulieferindustrie \u2013 Besch\u00e4ftigung finden. Das gesamte Prekariat\n(Leiharbeit, Minijobber, MidiJobber, Ich-AGs, Scheinselbst\u00e4ndige,\nworking poor) \u2013 das ich als \u201eArbeitende, die von besonders gro\u00dfer\nEntfremdung betroffen sind\u201c, bezeichnen w\u00fcrde \u2013 d\u00fcrfte in\nDeutschland heute mehr als f\u00fcnf Millionen Personen stark sein. Die\nvor uns stehenden Prozesse der Digitalisierung und die Ausdehnung der\n\u201ePlattform-Konzerne\u201c wie Uber, Deliveroo, Flixbus usw. k\u00f6nnte\ndazu f\u00fchren, dass diese neue Stufe der Entfremdung  zum bestimmenden\nMoment des aktuellen Kapitalismus wird.<sup><a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Was auch hei\u00dft: Die\nUnmenschlichkeit des Kapitalismus erf\u00e4hrt auch dort, wo er Arbeit\nbietet, hinsichtlich des Entfremdungspotentials eine qualitativ neue\nSteigerung.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ERKENNTNIS VIER.\nKapitalismus hei\u00dft Klassengesellschaft, hei\u00dft Klassenkampf. Die\nDynamik kapitalistischer Produktion \u2013 einschlie\u00dflich der\nKrisendynamik \u2013 m\u00fcndet in einer immer gr\u00f6\u00dferen Konzentration des\nKapitals und des Reichtums. Diejenigen, die vom Verkauf ihrer Ware\nArbeitskraft leben, die auf diesen Verkauf angewiesen sind, sind\ndiejenigen, die das gr\u00f6\u00dfte objektive Interesse an der Umw\u00e4lzung\nder bestehenden Verh\u00e4ltnisse, die Interesse an umfassender\nEmanzipation \u2013 vulgo an Revolution \u2013 haben. <\/strong><\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Es mag schon sein, dass\ndie Struktur und Lage der Arbeiterklasse, des Proletariats, fr\u00fcher\n\u00fcbersichtlicher war \u2013 jedenfalls im westlichen Europa und in\nNordamerika. Die Behauptung jedoch, diese arbeitende Klasse sei am\nVerschwinden, ist unhaltbar \u2013 ist dann falsch, wenn wir\n\u201elohnarbeitende Klasse\u201c als Zusammenfassung derjenigen\ndefinieren, die zum Verkauf der Ware Arbeitskraft gezwungen sind \u2013\nund die von diesem Verkauf im Wesentlichen nur ihren Lebensunterhalt,\nden ihrer Familien und die Reproduktion derselben finanzieren k\u00f6nnen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig ist, dass diese\nweiter existente und sich weiter absolut und relativ vergr\u00f6\u00dfernde\n\u201eKlasse an sich\u201c nur selten \u2013 und aktuell eher weniger \u2013 zur\n\u201eKlasse f\u00fcr sich\u201c wird. Die Zerkl\u00fcftung und Aufspaltung der\narbeitenden Klasse hat in den OECD-Staaten zugenommen. Und der\nsubjektive Faktor Gewerkschaften, der einen entscheidenden Beitrag\nzur Bewusstwerdung \u2013 und zur SELBSTbewusstwerdung \u2013 dieser Klasse\nspielen m\u00fcsste, ist geschw\u00e4cht und vor allem in den neuen Schichten\nder arbeitenden Klasse \u2013 im Prekariat, in den IT-Unternehmen, in\nden Betrieben des Plattform-Kapitalismus, bei den Leiharbeitskr\u00e4fte\n\u2013 viel zu wenig pr\u00e4sent. Wobei betont werden muss, dass die\nAnstrengungen von verdi, bei Amazon, in Krankenh\u00e4usern, im Bereich\ndes Pflegepersonals, bei den outgesourcten Sektoren auf den Airports\nFu\u00df zu fassen und aktiv zu werden, usw. in die richtige Richtung\ngehen und begr\u00fc\u00dft werden m\u00fcssen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei wir hier eigentlich\nden Weltkapitalismus im Blick haben m\u00fcssen. Und dann zu einem\nanderen Bild gelangen. Auf Weltebene nimmt auch die Zahl derjenigen,\ndie wir zur \u201eklassischen Arbeiterklasse\u201c z\u00e4hlen, von Jahr zu\nJahr weiter zu \u2013 insbesondere in den wichtigsten \u201eemerging\nmarkets\u201c, den Schwellenl\u00e4ndern, allen voran in Indien und China,\nwo inzwischen ein Drittel der Menschheit lebt und wo die\nBesch\u00e4ftigtenzahlen in der Landwirtschaft absolut und vor allem\nrelativ massiv r\u00fcckl\u00e4ufig sind, w\u00e4hrend die industrielle\nArbeiterklasse absolut erheblich w\u00e4chst und auch relativ ihr\nspezifisches Gewicht erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch, doch, es stimmt:\nEiniges in der Entwicklung des Kapitalismus wurde von Marx und Engels\nnicht vorhergesehen. Aber einiges in der kapitalistischen Entwicklung\n\u00fcbertrifft auch alles, was Karl Marx und Friedrich Engels\nvorhergesagt h\u00e4tten. Die \u201eB\u00f6rsen-Zeitung\u201c schreibt in der\nbereits zitierten Marx-Bilanz: \u201eDie Relativierung der\nunternehmerischen Macht [\u2026] wurde letztlich durch Reformen\nerreicht.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup>\nAch ja? In der Weltautobranche beherrschen heute zw\u00f6lf Autokonzerne\n75 Prozent des Weltmarkts \u2013 dies hat sich \u00fcbrigens nicht ge\u00e4ndert,\nobgleich das physische Gewicht der Autofertigung massiv nach Asien\nund weg von Nordamerika und Westeuropa verschoben wurde. In der\nIT-Branche beherrscht ein halbes Dutzend Konzerne 75 Prozent der\nIT-Software. Im Flugzeugbau beherrschen zwei Konzerne 95 Prozent des\nWeltmarkts der gro\u00dfen Jets. Weltweit haben 44 Menschen ein\nakkumuliertes Verm\u00f6gen, das gr\u00f6\u00dfer ist als dasjenige der \u00e4rmeren\nH\u00e4lfte der Menschheit \u2013 also 44 gleich gr\u00f6\u00dfer als 3,6\nMilliarden. Vergleichbares gilt, so errechnete soeben das Deutsche\nInstitut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), f\u00fcr Deutschland: Danach\nbesitzen die 45 reichsten Haushalte in Deutschland so viel wie die\n\u00e4rmere H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor knapp einer Woche, am\n1. Mai, d\u00fcrfte in kaum einer offiziellen Gewerkschaftsrede eine\nEmanzipation der Arbeit gefordert und das Wort \u201eKlassenkampf\u201c\ngefallen sein.  Es ist heute oft die Gegenseite, die Klartext redet.\nWarren Buffet, einer der Reichsten auf dieser Welt, stellte k\u00fchl\nfest: \u201eEs herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse,\ndie Klasse der Reichen, die Krieg f\u00fchrt. Und wir gewinnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ERKENNTNIS F\u00dcNF: Es\ngibt ein Recht auf Revolte. Es gibt die Notwendigkeit f\u00fcr\nRevolution. Es gibt die Realit\u00e4t von Revolten und Revolutionen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund ihrer\nAnalyse des Kapitalismus als Klassengesellschaft und der entfremdeten\nArbeit sahen Marx und Engels bereits in einfachen\nWiderstandsaktivit\u00e4ten der arbeitenden Menschen das Gro\u00dfe-Ganze:\ndas Aufbegehren gegen den entmenschlichenden Kapitalismus; ein St\u00fcck\nsoziale Revolution. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in dem\nSchlesischen Weberaufstand vom 4. bis zum 6. Juni 1844, der gemeinhin\nals \u201eHungerrevolte\u201c bezeichnet wird, sahen Marx und Engels einen\nallgemeinen Aufstand der Arbeiterklasse  gegen die kapitalistischen\nUnterdr\u00fccker. Wobei das keine Marotte von zwei Sektierern und\nUtopisten war \u2013 dies wurde just so auch von Heinrich Heine in\nseinem nur anscheinend romantischen Gedicht \u201eDie schlesischen\nWeber\u201c so dargestellt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eFluch\u201c der Weber\ngilt dabei in einer Strophe \u201edem Gotte, zu dem wir gebeten\u201c, in\neiner anderen Strophe \u201edem K\u00f6nig, dem K\u00f6nig der Reichen\u201c und\nschlie\u00dflich hei\u00dft es in einer dritten Strophe:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Fluch dem falschen\nVaterlande, \/ Wo nur gedeihen Schmach und Schande, \/ Wo jede Blume\nfr\u00fch geknickt, \/ Wo F\u00e4ulnis und Moder den Wurm erquickt &#8211; \/ Wir\nweben, wir weben! \/ Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, \/ Wir\nweben emsig Tag und Nacht &#8211; \/ Altdeutschland, wir weben dein\nLeichentuch, \/ Wir weben hinein den dreifachen Fluch, \/ Wir weben,\nwir weben!<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Wobei Heinrich Heine \u2013\nman vergisst es ja leicht \u2013 in dieser Zeit eng mit Karl Marx\nbefreundet war; er schrieb \u201eIch hab ein neues Schiff bestiegen mit\nneuen Genossen.\u201c Als Marx 1844 aus Paris ausgewiesen wurde, schrieb\ner an Heine: \u201eIch m\u00f6chte Sie gern einpacken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als 1871 in Paris die \u2013\n\u00fcberwiegend kleinb\u00fcrgerliche und proletarische Bev\u00f6lkerung \u2013 die\nMacht ergriff und die Pariser Kommune gebildet wurde, erfolgte auch\ndies \u2013 nicht ganz un\u00e4hnlich dem Weberaufstand \u2013 eher als\npassive, als verzweifelte Ma\u00dfnahme der Gegenwehr. Die Beschl\u00fcsse,\ndie in der von preu\u00dfischen und b\u00fcrgerlich-franz\u00f6sischen Truppen\nbelagerten Stadt gefasst wurden, waren im Kern Notma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Marx sah auch hierin das\nGr\u00f6\u00dfere, das durch diesen Aufstand Hindurchscheinende. Er schrieb\nin der Schrift \u201eDer B\u00fcrgerkrieg in Frankreich\u201c: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr [der Kommune; W.W.]\nwahres Geheimnis war dies: sie war wesentlich eine Regierung der\nArbeiterklasse, das Resultat des Kampfes der hervorbringenden gegen\ndie aneignende Klasse, die endlich entdeckte politische Form, unter\nder die \u00f6konomische Befreiung der Arbeit sich vollziehen konnte. [\u2026]\nDie politische Herrschaft der Produzenten kann nicht bestehen neben\nder Verewigung seiner gesellschaftlichen Knechtschaft. Die Kommune\nsollte daher als Hebel dienen, um die \u00f6konomischen Grundlagen\numzust\u00fcrzen, auf denen der Bestand der Klassen und damit der\nKlassenherrschaft ruht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und heute? In diesen Tagen\nschreibt alle Welt \u00fcber \u201e50 Jahre \u00b41968\u00b4\u201c. Oft sind die\nR\u00fcckblicke h\u00f6chst demagogisch. Vielfach werden peinliche Autoren in\nStellung gebracht (Alt-68er, die l\u00e4ngst im vormals bek\u00e4mpften\nSystem \u201eangekommen\u201c sind). Diejenigen, die sich treu blieben \u2013\nich bezeichne sie im Gegensatz zu den \u00dcberl\u00e4ufern als \u201eLANGl\u00e4ufer\u201c\n\u2013 werden kaum erw\u00e4hnt. Gerade schrieb ich einen Text zu Ende \u00fcber\neinen solchen \u201eLangl\u00e4ufer\u201c; er wird sp\u00e4ter an diesem Tag zur\nKultur beitragen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem aber gilt:\n\u00c4u\u00dferst selten wird diese Revolte in den \u2013 zutreffenden und\nentscheidenden \u2013 Zusammenhang gestellt, in den einer Zeitenwende,\nin der sich verbanden:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>weltweit der\n\tAntikriegsprotest \u2013 die Massenmobilisierungen gegen den US-Krieg\n\tin Indochina \n\t\n\t<\/li><li>eine weltweite\n\tRevolte von Studierenden gegen hierarchische Strukturen und gegen\n\tdie Unterordnung von Studium und Forschung unter das kapitalistische\n\tDiktat\n\t<\/li><li>Massenstreiks von\n\tMillionen Arbeiterinnen und Arbeitern gegen die Kapitalmacht (allein\n\tin Frankreich bis zu zehn Millionen)\n\t<\/li><li>ein\n\tantib\u00fcrokratischer, demokratisch-sozialistischer Protest, an dem\n\tsich jeweils Zehntausende in Warschau und Belgrad und\n\tHunderttausende in Prag beteiligten; in der CSSR ausdr\u00fccklich mit\n\tdem Ziel der Verwirklichung eines \u201eSozialismus mit menschlichem\n\tAntlitz\u201c, was ja im Grunde die Basics von Marx und Engels waren.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es ist schon klar, warum\nes in den aktuellen R\u00fcckblicken auf \u201e1968\u201c auch nicht die\nAndeutung eines Versuchs gibt, vergleichbare Zusammenh\u00e4nge\nherzustellen: Weil damals  schlicht und einfach kurz aufschien, dass\nsogar auf spontaner, zuf\u00e4lliger Basis es zu einer weltweiten Revolte\nf\u00fcr Demokratie und Sozialismus kommen kann. Und auch, weil man dann,\nwenn man diesen Zusammenhang herstellt, eingestehen m\u00fcsste, dass es\nzu einer solchen \u201eWeltrevolte\u201c kommen kann, ohne dass irgendein\nkluger Kopf auf der Welt oder irgendein krass-gut gesponserter Think\ntank an \u201esowas\u201c auch nur denken, geschweige denn das analysieren\nkonnte. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ERKENNTNIS SECHS.\nDer Kampf f\u00fcr gesellschaftliche Emanzipation wird nur dann\nerfolgreich sein, wenn es auch im pers\u00f6nlichen Bereich zu einer\nKombination von Theorie und Praxis kommt. Das ist \u2013 banal gesagt \u2013\nmit Leidenschaft, mit Entbehrungen, mit sozialen H\u00e4rten verbunden.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Marx hat nach seinem\nakademischen Abschluss in Berlin und \u201ein absentia\u201c in Jena sein\ngesamtes Leben der wissenschaftlichen Arbeit und dem praktischem\nEngagement im Dienst der arbeitenden Klasse gewidmet und f\u00fcr die von\nihm bald erwartete Revolution geschrieben \u2013 ja f\u00f6rmlich versucht,\ndiese \u201eherbeizuschreiben\u201c. Die Bedingungen, unter denen dies\nerfolgte, werden heute meist ausgeblendet oder nur gestreift. In\nWirklichkeit waren sie pr\u00e4gend f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil seines Lebens\n\u2013 und vor allem: sie waren schlicht f\u00fcrchterlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der\nMarx\u00b4schen Korrespondenz mit Freund Engels betrifft die miserable\nfinanzielle und h\u00e4usliche Lage. Schon 1851 hei\u00dft es: \u201eZu Hause\nimmer alles im Belagerungszustand, Tr\u00e4nenb\u00e4che ennuyieren mich\nganze N\u00e4chte und machen mich w\u00fctend [\u2026] Meine Frau tut mir leid.\nAuf sie f\u00e4llt der Hauptdruck, und au fond hat sie recht [\u2026] Trotz\nallem erinnerst Du Dich,  dass ich von Natur tr\u00e8s peu endurant und\nsogar quelque peu dur, so dass von Zeit zu Zeit mein Gleichmut\nverloren geht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Erst zwei Jahrzehnte\nsp\u00e4ter \u2013 was aber bereits elf Jahre nah an seinem Tod war \u2013\nkonnte Engels so viel zur finanziellen Lage von Marx und dessen\nFamilie beitragen, dass diese unmittelbare Not nicht mehr existent\nwar.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Unbestritten ist, dass\nMarx eine steile Karriere an einer europ\u00e4ischen \u2013 wohl kaum an\neiner preu\u00dfischen \u2013 Universit\u00e4t h\u00e4tte \u201ehinlegen\u201c k\u00f6nnen. Er\nh\u00e4tte sich dann auch auf seine wissenschaftlichen Arbeiten\nkonzentrieren und von dem einen und anderen angefangenen Werk mehr\nvollenden k\u00f6nnen, vielleicht sogar selbst Band II und III des\n\u201eKapital\u201c vollenden k\u00f6nnen. Unter den gegebenen Bedingungen\nmusste er viele journalistische Beitr\u00e4ge \u2013 so f\u00fcr amerikanische\nZeitungen \u2013 schreiben, um Geld im \u00dcberlebenskampf zu erhalten. Die\nunglaublich aufopferungsvolle \u2013 und keineswegs rein\n\u201etraditionalistische\u201c \u2013 Rolle, die dabei seine Frau Jenny im\nHaushalt, f\u00fcr die Kinder, als Sekret\u00e4rin und als Beraterin spielte,\nkann hier auch nicht ansatzweise gew\u00fcrdigt werden \u2013 Freund Klaus\nGietinger  ver\u00f6ffentlichte hierzu vor ein paar Wochen ein h\u00f6chst\noriginelles und \u00e4u\u00dferst belebendes Buch.<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Richtig ist aber auch: Die\nTatsache, dass Karl Marx seinen Weg so konsequent \u2013 oft\nverbiestert, auch mal sektiererisch und erbittert \u2013 ging, verleiht\nihm nicht nur als Wissenschaftler, sondern vor allem als K\u00e4mpfer f\u00fcr\ndie gesellschaftliche Emanzipation seine Gr\u00f6\u00dfe. Und vor allem seine\n\u00dcberzeugungskraft. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn wir heute und\nmorgen \u2013 und wenn die n\u00e4chste Generation \u00fcbermorgen und am Tag\ndarauf \u2013 das wuppen werden, was n\u00f6tig ist und was wir uns fest\nvorgenommen haben, dann wird es daf\u00fcr vor allem auch Menschen\nbrauchen, die in ihrem konkreten Leben f\u00fcr ihr geistiges Engagement\nstehen und ein St\u00fcck weit das Leben in der sp\u00e4teren solidarischen\nGesellschaft vorwegnehmen.<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>ERKENNTNIS 7 <\/strong><\/em>: <strong>Das Marx\u00b4sche Denken, Schreiben und Engagement war durchdrungen von seiner Vision einer neuen und solidarischen Gesellschaft. Eine solche Vision ist heute \u2013 angesichts gewaltiger Herausforderungen durch Klimaver\u00e4nderung, neue schwere Krisen und <em>drohende Kriege notwendiger denn je.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Marx\u00b4 \u201eThesen \u00fcber\nFeuerbach\u201c \u2013 als Abschluss der \u201eDeutschen Ideologie\u201c \u2013 war\nbereits das Ziel allen revolution\u00e4ren Handelns beschrieben: \u201eDie\nPhilosophien haben die Welt nur verschieden <em>interpretiert<\/em>,\nes kommt darauf an, sie zu <em>ver\u00e4ndern.<\/em>\u201c\nEr und sein Freund Frederik formulierten auch fr\u00fch den\n\u201ekategorischen Imperativ\u201c, der zu befolgen sei, und der darin\nbest\u00fcnde, \u201ealle Verh\u00e4ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein\nerniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver\u00e4chtliches\nWesen ist\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war Joseph Schumpeter,\nder gro\u00dfe b\u00fcrgerliche Analytiker des \u201emodernen\u201c Kapitalismus\nund der Lobpreiser  der neuen \u201eUnternehmerpers\u00f6nlichkeiten\u201c \u2013\nwas heutzutage ja die Start-ups, die Elon Musk, Jeff Bezos und Bill\nund Melinda Gates sind \u2013 der davon schrieb, dass dieser\nKapitalismus keine Anziehungskraft mehr habe, ja, dass er absto\u00dfend\nwirke. Schumpeter schrieb \u2013 allerdings am Ende seines Lebens, nach\nder Weltwirtschaftskrise und auf dem H\u00f6hepunkt des faschistischen\nTerrors in Europa und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs, f\u00fcr den, wie\nim Fall des Ersten Weltkriegs, das Kapital und seine Triebkr\u00e4fte\nselbst die wesentlichen Verursacher waren:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnter diesen Umst\u00e4nden\nkann es dahin kommen, dass der Kapitalismus als eine Wertordnung, ein\nLebensstil und eine Kulturform keinen Einsatz mehr verlohnt. (&#8230; ) \nMarx irrte in seiner Diagnose der Art und Weise, in welcher die\nkapitalistische Gesellschaft zusammenbrechen w\u00fcrde; er irrte nicht\nin der Voraussage, dass sie schlie\u00dflich zusammenbrechen werde.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Momentan sieht es\nallerdings nicht so aus, dass der Kapitalismus zusammenbricht. Wir\nerleben vielmehr eine durch und durch kapitalisierte Welt, in der\nzugleich erneut Handelskriege stattfinden, die wiederum als Drohung\nund als potentielle Vorboten f\u00fcr gro\u00dfe Kriege zu verstehen sind. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben eine Welt, in\nder inzwischen mit 1,6 Billionen Euro f\u00fcr R\u00fcstungsausgaben im Jahr\n\u2013 so die SIPRI-Bilanz des Jahres 2017 \u2013 das Zehnfache der\nsogenannten Entwicklungshilfe ausgegeben wird. Wir sp\u00fcrten vor\nweniger als einem Monat die N\u00e4he eines gro\u00dfen Krieges, auch eines\natomar gef\u00fchrten Kriegs. Der finstere Herr im Wei\u00dfen Haus twitterte\nam 11. April: \u201eMach dich bereit, Russland. Denn sie [die Raketen]\nwerden kommen, sch\u00f6n und neu und intelligent.\u201c Vielleicht muss man\nins neutrale Ausland schauen, um deutlicher zu erkennen, was da\ngespielt wurde \u2013 und was weiter \u2013 nunmehr mit Blickrichtung Tel\nAviv und Teheran \u2013 gespielt wird. Die Schweizer Tageszeitung\n\u201eBlick\u201c titelte am Tag darauf, dem 12. April: \u201eWelt in\nKriegsangst \u2013 Trump twittert sich Richtung Krieg\u201c. Und schrieb \nerg\u00e4nzend: \u201eDer russische Pr\u00e4sident wird pl\u00f6tzlich zur Stimme\nder Vernunft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wer \u2013 liebe Freundinnen,\nliebe Freunde \u2013  wenn nicht wir? Und vor allem: Wann, wenn nicht\njetzt? Dies muss man vor diesem Hintergrund und diesen Abgr\u00fcnden\nausrufen. Ausrufen auch angesichts all der neuen Formen von geistiger\nVerarmung und seelischer und k\u00f6rperlicher Entfremdung, die wir mit\nfacebook, Twitter &amp; Co erleben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation\nbrauchen wir dringend einen <em>neuen Aufbruch<\/em>,\nwie es einen solchen 1848 und 1968 gab. Die namentlich hier nicht\nweiter identifizierte linke Gruppe hat ja recht, wenn sie ihren\nJahreskongress betitelt mit \u201eMarx is muss\u201c. Und die heutige\n\u201eFrankfurter Rundschau\u201c \u2013 Ausgabe vom 5. Mai \u2013 trifft ins\nSchwarze, wenn sie \u00fcber einen dreiseitigen Beitrag zu Marx die\n\u00dcberschrift setzt \u201eSeismologe der modernen Welt\u201c. Und noch\nbesser trifft es den Kern der Sache, wenn in der heutigen \u201eFinancial\nTimes\u201c \u2013 Ausgabe vom 5. Mai \u2013 zu lesen ist: \u201eWas den\nR\u00fcckgriff auf den Original-Marx heute so wertvoll macht, ist das\nVerst\u00e4ndnis, dass mit dem Verschwinden des 20. Jahrhunderts und mit\ndem Niedergang der Sowjetunion und des Wohlfahrtsstaats die Welt des\nglobalisierten freien Markt-Kapitalismus, die wir heute erleben, sehr\nviel gemein hat mit der Welt, \u00fcber die Marx in der Mitte des 19.\nJahrhunderts schrieb.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde, warum die\nb\u00fcrgerlichen Medien in diesen Tagen Marx aus allen m\u00f6glichen \u2013\nund vielfach unm\u00f6glichen \u2013 Blickrichtungen betrachten, warum sie\nihn neu d\u00e4monisieren und sezieren, warum sie ihn als Antidemokrat\nund Haustyrann hinstellen, ist doch die Tatsache, dass weiterhin und\naufs Neue gilt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Gespenst geht um in\n dieser Welt \u2013 das Gespenst des Kommunismus. Alle M\u00e4chte der alten\nWelt haben sich zu einer heiligen Allianz gegen das Gespenst\nverb\u00fcndet \u2013 unter der Losung: \u00b4TINA &#8211; there is no alternative\u00b4.\nZweierlei geht aus dieser Tatsache hervor. Der Kommunismus wird\nbereits von allen M\u00e4chten als eine Macht anerkannt. Es ist hohe\nZeit, dass wir unsere Anschauungsweise, Zwecke, Tendenzen vor der\nganzen Welt offen darlegen und dem Gespenst des Kommunismus  ein\nManifest der neuen solidarischen Gesellschaft entgegenstellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig viel Gehirnschmalz\nsollte man dabei daf\u00fcr verausgaben, in welcher Tonart ein solches\nManifest verfasst sein sollte \u2013 ob es im Stil von Leonard Cohen und\nseinem wunderbaren Song und Text \u201eThe Anthem\u201c vorzutragen sei,\noder ob es ge-rappt werden muss.<sup><a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup>\n \n<\/p>\n\n\n\n<p> Es war die kluge\nKunstfigur Ziffel, die sich bei Bertolt Brecht in den\n\u201eFl\u00fcchtlingsgespr\u00e4chen\u201c dar\u00fcber tiefgr\u00fcndige und auch f\u00fcr\nheute aufschlussreiche Gedanken machte. Dies wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p> \u201eIch hab mich oft\ngewundert, warum die linken Schriftsteller zum Aufhetzen nicht\nsaftige Beschreibungen von den Gen\u00fcssen anfertigen, die man hat,\nwenn man hat. Ich seh\u00b4 immer nur Handb\u00fccher, mit denen man sich\n\u00fcber die Philosophie und die Moral informieren kann [\u2026] Eine\neinfache Beschreibung der K\u00e4sesorten, fachlich und anschaulich\ngeschrieben, oder ein k\u00fcnstlerisch empfundenes Bild von einem echten\nOmelette w\u00fcrde ungemein bildend wirken.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Womit ich mich f\u00fcr Eure\nAufmerksamkeit bedanke.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Rede zum Thema \u201e200 Jahre Karl Marx\u201c, gehalten im Mai 2018 in K\u00f6ln, Naturfreundehaus K\u00f6ln-Kalk auf Einladung der Sozialistischen Zeitung\/SoZ<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>\n\tSiehe: \u201eDas Manuskript \u201eDie deutsche Ideologie&#8220;, zwei\n\tstarke Oktavb\u00e4nde, war l\u00e4ngst an seinem Verlagsort in Westphalen\n\tangelangt, als wir die Nachricht erhielten, da\u00df ver\u00e4nderte\n\tUmst\u00e4nde den Druck nicht erlaubten. Wir \u00fcberlie\u00dfen das Manuskript\n\tder nagenden Kritik der M\u00e4use um so williger, als wir unsern\n\tHauptzweck erreicht hatten &#8211; Selbstverst\u00e4ndigung.\u201c In: MEW Band\n\t13, S. 9. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> <sup>Das Kapital Band III, MEW Band 25, S. 838.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a><sup> Ebenda.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a><sup> Stefan Lorz, Essay zum 200. Geburtstag von Karl Marx, in: B\u00f6rsen-Zeitung vom 4. Mai 2018.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a><sup> Karl Marx, \u00d6konomisch-Philosophische Manuskripte aus dem Jahr 1844 (\u201ePariser Manuskripte\u201c), Marx-Engels Ausgew\u00e4hlte Werke, Berlin 1978, Band V., S. 91.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a><sup> Siehe hierzu beispielhaft Werner R\u00fcgemer, Plattform-Kapitalismus. Das Beispiel Deliveroo, in: Faktencheck:EUROPA Nr. 4.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a><sup> Stefan Lorz, Essay zum 200. Geburtstag von Karl Marx, Ausgabe vom 4. Mai 2018.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a><sup> Heinrich Heine, S\u00e4mtliche Schriften, M\u00fcnchen 1971, Band 4, S. 455.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a><sup> Klaus Gietinger, Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Frankfurt\/M. 2018.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a><sup> Ernest Mandel, den viele hier im Saal kennen und der f\u00fcr mich eine Art Ersatzvater und politischer und wissenschaftlicher Ziehvater war, sagte \u2013 und schrieb \u2013 mir einmal: \u201eIch habe mehr als ein Jahrzehnt gewartet, bis ich meine Promotion\u201c [die \u201eMarxistische Wirtschaftstheorie\u201c; W.W.]  schreiben konnte. Und ich tat dies, weil meine Priorit\u00e4t die der politischen, revolution\u00e4ren Arbeit war.\u201c<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a><sup> Marx f\u00e4hrt hier fort wie folgt: \u201e\u2026 Verh\u00e4ltnisse, die man nicht besser schildern kann als durch den Ausruf eines Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!\u00ab Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, (1843-44) <\/sup> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a><sup> Joseph Schumpeter,  Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, T\u00fcbingen 1993 (Erstausgabe: USA 1942), S. 525.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a> Diese S\u00e4tze finden sich in der FT im Rahmen einer von Adam Tooze geschriebenen Essay, zugleich eine Rezension der neuen Marx-Biographie von Sven-Eric Liedman, A world to Win \u2013 the Life and Works of Karl Marx, Verso.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a> Leonard Cohen, The Anthem: So much in the world \/ is plunged in deepness and chaos [\u2026] ring the bells \u2013 ring the bellst hat still can ring \/ forget your perfect offering \/ there is a crack in everything \/ that\u00b4s how theee light gets in  &#8211; So vieles in der Welt ist in Finsternis geh\u00fcllt und in Chaos geworfen [\u2026] L\u00e4utet alle Glocken, die wir noch zum Klingen bringen \/ Nehmt Abstand von all den profanen Dingen \/ Immer gibt es einen Riss \u2013 einen Spalt \u2013 im Innern \/ Durch ihn wird ein Lichtstrahl dringen.\u201d Ih gehe auf diesen Song und seine Bedeutung f\u00fcr die B\u00fcrgerbewegung gegen Stuttgart 21 n\u00e4her ein in: W. Wolf, abgrundtief + bodenlos. Stuttgart 21, sein absehbares Scheitern und die Kultur des Widerstands, K\u00f6ln 2018, v.a. Seiten 297ff.   <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a><sup> Bertolt Brecht, Gesammelte Werke, Frankfurt\/M. 1967, Band 14 S. 1393.<\/sup><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nachfolgende Text basiert auf einer Rede, die WW anl\u00e4sslich des 200. Todestags von Karl Marx in K\u00f6ln hielt. Eine W\u00fcrdigung des \u00d6konomen und politischen Menschen K. Marx, dessen Ansichten und Einsichten \u00fcberwiegend ausgesprochen aktuell sind. Weiterlesen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1135"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1135"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1141,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1135\/revisions\/1141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}