{"id":1155,"date":"2018-05-05T09:22:00","date_gmt":"2018-05-05T07:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1155"},"modified":"2020-08-27T09:58:48","modified_gmt":"2020-08-27T07:58:48","slug":"verkehrswende-studie-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1155","title":{"rendered":"Verkehrswende-Studie Hannover"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\nDie\nKlimaerw\u00e4rmung f\u00fchrt dazu, dass in immer mehr St\u00e4dten\nVerkehrspl\u00e4ne erstellt werden, die anscheinend den neuen\nHerausforderungen gerecht werden. Das trifft \u2013 jedenfalls in\nDeutschland \u2013 \u00e4u\u00dferst selten zu. Vielmehr zeichnen sich diese\noffiziellen neueren Verkehrspl\u00e4ne dadurch aus, dass das bestehende\nModell  der Pkw-Mobilit\u00e4t mit viel gr\u00fcner Salbe versehen wird. Ein\nAspekt ist dabei die Elektro-Pkw-Mobilit\u00e4t, f\u00e4lschlich als\n\u201eElektromobilit\u00e4t\u201c bezeichnet. WW hat auf Aufforderung von\nVerkehrsinitiativen  und politischen Gruppen in Dortmund in und\nHannover Studien verfasst, die die bestehenden neuen Verkehrspl\u00e4ne\nkritisch \u00fcberpr\u00fcfen und alternativen formulieren. Hier folgend die\nStudie zur Stadt Hannover. Sie wurde im Fr\u00fchjahr 2018 im Auftrag der\nFraktion Piraten und LINKE erstellt und im Gemeinderat \u2013 Ausschuss\nf\u00fcr Umwelt \u2013 im Mai 2018 vorgestellt. <strong>Weiterlesen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\n<strong>Eine\nKritik der beabsichtigten Umsetzung von Elektromobilit\u00e4t in Hannover\nund ein Zehn-Punkte-Programm \u201eVerkehrswende Hannover\u201c <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p> <em><strong>F\u00fcnf Herausforderungen<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nHerausforderungen, vor denen wir in Europa, in Deutschland, in\nNiedersachsen respektive in der Landeshauptstadt dieses Bundeslandes,\nin Hannover, stehen, sind hinsichtlich der zuk\u00fcnftigen Stadt- und\nVerkehrsorganisation sind gewaltig. Sie k\u00f6nnen auf f\u00fcnf Ebenen\nkonkretisiert werden:<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>KLIMASCHUTZ<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich\nist: Die CO-2-Emissionen im Verkehrssektor m\u00fcssen massiv reduziert\nwerden. Laut Eingest\u00e4ndnis der Bundesregierung (Koalitionsvertrag)\nk\u00f6nnen die von Deutschland eingegangenen Klimaschutzziele bis 2020\nnicht eingehalten werden. Laut Eingest\u00e4ndnis des Klimarats der\nVereinten Nationen kann die Begrenzung der Erderw\u00e4rmung auf 2 Grad\nCelsius auf Basis der bisherigen \u2013 j\u00fcngeren \u2013 Entwicklung nicht\nmehr eingehalten werden; sie k\u00f6nnte nur mit einer deutlichen, wohl\nradikalen Ver\u00e4nderung der aktuellen Wirtschafts- und Verkehrspolitik\nnoch eingehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich\nkommt es beim Stra\u00dfenverkehr (und beim Luftverkehr) seit einigen\nJahren sogar zum Gegenteil: die das Klima sch\u00e4digenden Emissionen\nwachsen wieder an. Auch in Hannover nimmt die Zahl der registrierten\nPkw weiter zu; mit aktuellen Stand von Herbst 2017 sind es 215.000;\nmehr als 95 Prozent davon sind Autos mit Verbrennungsmotoren (fast\nein Drittel des gesamten Pkw Bestands sind Diesel-Pkw).<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Wer\nKlimaschutz will, muss f\u00fcr eine umfassende Verkehrswende eintreten.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>RECHT\nauf STADT<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich\nist: Die Bev\u00f6lkerung hat ein Recht auf gesunde Luft. Auf Wohnviertel\nohne Verl\u00e4rmung. Auf Quartiere mit Erholungswert. Auf eine Stadt\nHannover, in der der Mensch, nicht zuletzt Kids und \u00c4ltere, im\nZentrum stehen. Tats\u00e4chlich wird dieses Recht weitgehend verwehrt.\nDas Auto ist allgegenw\u00e4rtig: auf Wegen, Stra\u00dfen, Pl\u00e4tzen, ja auf\nFahrradwegen, Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Plakaten, in der Werbung. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Wer\nUrbanit\u00e4t will, muss eine umfassende Verkehrswende fordern.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>MOBILIT\u00c4T\nf\u00fcr ALLE und NACHHALTIG<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich\nist: Die Menschen in Hannover wollen mobil sein, ohne L\u00e4rm, der die\nNerven belastet und den Schlaf st\u00f6rt. Sie wollen mobil sein, ohne\ndie Gef\u00e4hrdung und den Ausschluss anderer. Sie wollen mobil sein,\nohne Luft und Klima zu sch\u00e4digen. Und sie wollen mobil sein bei\nvertretbaren Kosten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich\nfindet das Gegenteil statt: Die konkrete Form der motorisierten\nMobilit\u00e4t sch\u00e4digt Mensch, Urbanit\u00e4t und Klima. Ein Austausch des\nAntriebs der Pkw \u2013 eine umfassende Verbreitung von Elektro-Autos \u2013\nbringt keine grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung. Hinzu kommt: Mobilit\u00e4t\nist oft zu teuer. Elektromobilit\u00e4t in Form von Elektro-Pkw l\u00e4uft\nvielfach auf noch h\u00f6here Kosten hinaus; auf alle F\u00e4lle steigen\ndamit die gesamtgesellschaftlichen Kosten (einschlie\u00dflich der von\nder Kommune, dem Land, allgemein den Steuerzahlenden zu tragenden\nKosten) deutlich an. Hinzu kommt: Die f\u00fcr eine Mobilit\u00e4t mit\nElektroautos aufzubringende gesamte Zeit ist nochmals gr\u00f6\u00dfer als\ndie Zeit, die im herk\u00f6mmlichen motorisierten Individualverkehr\naufzubringen ist. Damit erh\u00f6ht sich im Fall der \u201eElektronmobilit\u00e4t\u201c\ndie f\u00fcr Mobilit\u00e4t aufzubringende Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Wer\nf\u00fcr nachhaltige, demokratische legitimierte und sozial ausgestaltete\nMobilit\u00e4t eintritt, muss eine Verkehrswende fordern, in der der\nnichtmotorisierte Verkehr und der \u00d6PNV im Zentrum stehen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>DIESELGATE\nund AUTOKARTELL<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bis\nheute weigert sich der VW-Konzern, der im Wirtschaftsraum Hannover\neine ma\u00dfgebliche Rolle spielt, die erforderlichen Konsequenzen aus\ndem Diesel-Skandal zu ziehen. So h\u00e4lt der Konzern alle wichtige\nUntersuchungsbefunde, so diejenigen der Kanzlei Jones &amp; Day,\nunter Verschluss. Nur so ist die allgemeine \u00dcberraschung dar\u00fcber zu\nerkl\u00e4ren, dass inzwischen die US-Justiz auch gegen den langj\u00e4hrigen\nVW-Vorstandsvorsitzenden Winterkorn ermittelt und Belege daf\u00fcr zu\nhaben scheint, dass die gesamte Spitze des VW-Konzerns fr\u00fchzeitig\nvon den Manipulationen der Diesel-Motoren Kenntnis gehabt hat, wenn\nnicht diese direkt operativ mit anleitete.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nVW-Konzern hat bislang in den USA eingestanden, in verschw\u00f6rerischer\nAbsicht gegen US-Gesetze versto\u00dfen zu haben. VW bezahlte daf\u00fcr\nallein in den USA bisher rund 25 Milliarden Euro Strafen. In der EU\nund in Deutschland gab es keine auch nur ann\u00e4hernd vergleichbaren\nAusgleichszahlungen. Dabei hat der Konzern den Dieselskandal fast\nunbeschadet \u00fcberstanden bzw. ausgesessen; die Gewinne des Konzerns\nbefinden sich auf Rekordniveau. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\nVW nun erkl\u00e4rt, man werde in der Produktion, in der Modellpolitik\nund im Verkauf in gro\u00dfem Umfang auf Elektromobilit\u00e4t umstellen,\ndann dient das teilweise der fortgesetzten Verschleierung des\nDiesel-Skandals. Hinsichtlich der angemessenen, nachhaltigen Stadt-\nund Klimapolitik weist dies keine echte Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Transparenz und Konsequenz bei Dieselgate einklagt, der kann nicht dabei stehen bleiben, Elektromotoren anstelle von Verbrennungsmotoren zu fordern. Eine umfassende Politik der Verkehrswende wird damit einhergehen m\u00fcssen, den Dieselskandal und die Vorg\u00e4nge um das langj\u00e4hrige Autokartell umfassend aufzukl\u00e4ren. Notwendig ist,  die verh\u00e4ngnisvolle Macht der Autolobby, wie sie gerade auch in Niedersachsen und in Hannover Tag f\u00fcr Tag zu sp\u00fcren ist, zu brechen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>VERKEHRSWENDE\nvon UNTEN <\/strong><\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Festzustellen\nist: Die Menschen sind der Politik vielfach voraus. Das\nVerkehrsverhalten hat sich oft bereits weg vom Auto, gar von dessen\nmonomodaler Nutzung, entwickelt. Die Zahl der Fahrradfahrenden hat\nsich deutlich erh\u00f6ht (in Hannover hat sich der Anteil des\nRadverkehrs im Zeitraum 2000 bis 2015 rund verdoppelt \u2013 und dies,\nobgleich die offizielle Verkehrspolitik den Radverkehr so gut wie\nnicht, auf alle F\u00e4lle nicht mittel- und langfristig geplant,\nf\u00f6rdert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\neinigen gro\u00dfen St\u00e4dten konnten auch die \u00d6PNV-Anteile gesteigert\nwerden. In Hannover sind hier die Fortschritte kaum zu erkennen; im\nGegenteil: Es gibt mancherorts eine Ausd\u00fcnnung bestehender\nBus-Linien.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n\u201eUmweltverbund\u201c (zu Fu\u00df gehen, Radfahren, \u00d6PNV plus\nSharing-Angebote) erreicht vielerorts bereits einen Anteil von mehr\nals 50 Prozent. Auch in Hannover d\u00fcrfte er nahe dieser psychologisch\nwichtigen Marge liegen \u2013 und dies trotz des weitgehend\nstagnierenden \u00d6PNV.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nvielen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern wuchs die \u201eLust auf Verkehrswende\u201c\n\u2013 auch weil der Frust \u00fcber die Auto zentrierte Verkehrspolitik\nimmer gr\u00f6\u00dfer wird. In weiten Kreisen der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung hat\ndas Auto seine Stellung als Statussymbol eingeb\u00fc\u00dft. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das\noberste Ziel einer Verkehrswende lautet: Wer ohne Auto leben will,\nmuss dazu in der Lage sein &#8211; und auch ohne Auto mobil bleiben. In\nStadt und im Umland. Die Verkehrspolitik der Stadt Hannover sollte\nsich dabei an dem orientieren, was an fortschrittlicher Entwicklung\nin diesem Bereich l\u00e4ngst stattfindet \u2013 oft entgegen der Debatten,\nPl\u00e4ne und Politikans\u00e4tze \u201eda oben\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol><li><em><strong>Kritik\n\tder Konzentration auf Elektro-Autos<\/strong><\/em>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>\nDie\nMehrheit im Rat der Landeshauptstadt Hannover wird wohl f\u00fcr eine\n\u201eUmsetzung des Elektromobilit\u00e4tskonzepts\u201c pl\u00e4dieren, das heute\n(am 7. Mai) im Anschluss an unsere Anh\u00f6rung in der turnusm\u00e4\u00dfigen\nSitzung des Umweltausschusses auf der Tagesordnung steht. Wobei in\ndiesem Papier festgehalten wird: \u201eElektromobilit\u00e4t [in Form der\nAusweitung der Zahl der Elektro-Pkw; W.W.] spielt in diesem Konzept\neine herausragende Rolle. Fahrzeuge mit Elektroantrieb [gemeint sind\nhier faktisch Elektro-Pkw; W.W.] fahren deutlich ger\u00e4usch\u00e4rmer,\nbelasten lokal nicht die Luftqualit\u00e4t und leisten, je nach Herkunft\ndes Fahrstroms, wichtige Beitr\u00e4ge zum Klimaschutz.\u201c Weiter hei\u00dft\nes dort: \u201eVor diesem Hintergrund legt die Landeshauptstadt Hannover\nhiermit ein umfassendes Konzept vor, mit dem der Ausbau der\nElektromobilit\u00e4t wirksam unterst\u00fctzt werden kann.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nIn der\naktuellen Debatte wird bundesweit und wird in Hannover die eigentlich\nentscheidende Frage kaum mehr debattiert: Sind Elektroautos denn\n\u00fcberhaupt sinnvoll und damit f\u00f6rderungsw\u00fcrdig? K\u00f6nnen sie\nwirklich als wesentlicher Bestandteil einer Verkehrsorganisation\ngewertet werden, die den Zielen von Nachhaltigkeit,\nKlimavertr\u00e4glichkeit, Umweltfreundlichkeit und Stadtqualit\u00e4t\ngerecht wird? \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDagegen\nmuss dreierlei vorgebracht werden: Erstens ist selbst die \u00d6kobilanz\nvon Elektro-Pkw fragw\u00fcrdig, wie mehrere Studien gezeigt haben.<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>\nZweitens sind Elektro-Pkw mit Effekten verbunden, die die Umwelt- und\nKlimabelastungen zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen. Stichwort: Rebound. Drittens\nwird in den kommenden zehn Jahren \u2013 und das ist f\u00fcr den\nKlimaschutz eine entscheidende Dekade \u2013 der real erzielbare Umfang\nan \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c derart gering bleiben, dass er in der\nKlimabilanz gar nicht in gr\u00f6\u00dferem Umfang ins Gewicht fallen, zur\nBew\u00e4ltigung der realen Umwelt- und Klimaprobleme keinen wesentlichen\nBeitrag leisten kann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nhei\u00dft, in den Worten des Umweltbundesamtes: \u201e<em>Elektromobilit\u00e4t\ndarf nicht mit Elektroautomobilit\u00e4t gleichgesetzt werden<\/em>.\nDas Umweltbundesamt spricht sich daher gerade in St\u00e4dten auch f\u00fcr\neine konsequente F\u00f6rderung von Pedelecs, Elektro-Bussen und\nElektro-Lkw aus. Hier muss zuk\u00fcnftig mehr getan werden.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nVor\nallem gilt: Es gibt l\u00e4ngst sinnvolle, wesentlich preiswertere und in\nAns\u00e4tzen in manchen Stadtteilen von Hannover praktizierte\nbeziehungsweise in Gro\u00dfst\u00e4dten, die mit Hannover vergleichbar sind,\nentwickelte und praktizierte Alternativen, die im Rahmen des\nE-Pkw-Hypes v\u00f6llig ins Hintertreffen geraten sind \u2013 was\nm\u00f6glicherweise auch Zweck der E-Pkw-Kampagne ist <em>(siehe\nKapitel 3)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>E-Autos und\nEmissionen<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nE-Autos werden gerne mit dem Slogan \u201enull Emission\u201c beworben.\nDoch das ist offensichtlich eine T\u00e4uschung: Die Emissionen entstehen\nzwar nicht beim Fahren, aber die Energie muss vorher in die Batterien\ngeladen werden. Dazu dient Energie aus dem Stromnetz, die bekanntlich\nalles andere als emissionsfrei ist: Noch immer wird in Deutschland\nweit \u00fcber die H\u00e4lfte des Stroms aus fossilen Quellen gewonnen, an\nerster Stelle aus Kohle. Das f\u00fchrt dazu, dass das Elektroauto in\nHinblick auf klimasch\u00e4dliche Emissionen beim Fahren nicht viel\nbesser abschneidet als herk\u00f6mmliche Autos, die mit Benzin oder\nDiesel fahren \u2013 die Emissionen entstehen eben nur an anderer\nStelle.<\/p>\n\n\n\n<p>\nBef\u00fcrworter der\nE-Autos f\u00fchren gerne als Gegenargument ins Feld, dass sie ihr Auto\nja nur mit \u00d6kostrom betanken w\u00fcrden. Das ist aber eine\nMilchm\u00e4dchenrechnung, denn dieser \u00d6kostrom steht dann an anderer\nStelle nicht zur Verf\u00fcgung. H\u00f6here Nachfrage nach elektrischer\nEnergie hei\u00dft auf lange Zeit noch immer, dass Kohlekraftwerke l\u00e4nger\nlaufen. \u00dcberdies wird der weitere Ausbau von erneuerbaren Energien\nzunehmend schwierig, da insbesondere f\u00fcr Windkraftanlagen die\nStandorte knapp werden und die Ausbaugeschwindigkeit durch die\nNovellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit der Reduktion der\nZusch\u00fcsse gedrosselt wurde. Wer sich extra seine eigene Solaranlage\nf\u00fcr das Laden des Elektroautos aufs Dach schraubt, w\u00fcrde mit einer\nEinspeisung dieser Energie in das Netz \u2013 auch wenn sich das\nfinanziell immer weniger lohnt \u2013 deutlich mehr f\u00fcr das Klima tun,\nweil damit die Nachfrage nach Kohlestrom verringert w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>\nNeben\ndem Energieverbrauch beim Fahren ist vor allem der Energiebedarf f\u00fcr\ndie Produktion von Autos enorm. Ein Elektroauto ben\u00f6tigt nochmals\ndoppelt so viel Produktionsenergie wie ein Auto mit\nVerbrennungsmotor. Ursache daf\u00fcr ist vor allem die Batterie. Das\nf\u00fchrt dazu, dass die gesamte Klimabilanz des Elektroautos sich in\nnur geringem Umfang von der eines herk\u00f6mmlichen Autos unterscheidet.\nDies deckt sich mit Untersuchungen, wie sie in \u00d6sterreich in\nj\u00fcngerer Zeit vorgenommen wurden.<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup>\nMit einem vergleichbaren Ergebnis wird in einer neuen schwedischen\nStudie aus dem Jahr 2017, verfasst von Mia Romar und Lisbeth Dahll\u00f6f,\ndargelegt, dass sich ein Elektro-Auto von der Gr\u00f6\u00dfe eines&nbsp;Tesla\nModel&nbsp;S \u00f6kologisch erst dann rechnet, wenn man mit diesem acht\nJahre lang gefahren ist. In dieser Studie des schwedischen\nUmweltministerium<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup>\nwird gezeigt, dass&nbsp;bereits die Produktion der\nLithium-Ionen-Batterien mit enormen Emissionen verbunden ist. Die\nAutorinnen haben ausgerechnet, dass bei der Herstellung pro\nKilowattstunde Speicherkapazit\u00e4t rund 150 bis 200 Kilo\nKohlendioxid-\u00c4quivalente entstehen. Im Fall des Tesla Model S mit&nbsp;85\nkWh w\u00e4ren das rund 17 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Der j\u00e4hrliche\nPro-Kopf-Aussto\u00df an CO2 in Deutschland betr\u00e4gt rund zehn Tonnen.\nDie Bilanz der beiden Autorinnen: Ein Fahrzeug mit einem\nbenzinbetriebenen Motor k\u00f6nne acht Jahre gefahren werden, bevor es\ndie Umwelt so stark belastet habe wie die Akku-Produktion f\u00fcr ein\nTesla Model S. Dabei sei der Stromverbrauch beim Fahren noch gar\nnicht ber\u00fccksichtigt. Bei einem kleineren E-Fahrzeug wie&nbsp;dem\nNissan Leaf w\u00e4ren es noch etwa drei Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>\nIn der\nGesamtbilanz, so die unterschiedlichen Untersuchungen unterscheidet\nsich die gesamte Klimabilanz des Elektroautos nicht wesentlich von\nderjenigen eines herk\u00f6mmlichen Autos. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nArgumentation, es komme in Zukunft zu einem deutlichen Ausbau der\nStromerzeugung auf Basis regenerativer Energiegewinnung erh\u00e4lt auch\ndadurch einen D\u00e4mpfer, dass in Deutschland bis 2022 der Ausstieg aus\ndem Atomstrom realisiert werden soll. Das aber hei\u00dft: Der aktuelle\nAnteil von rund 13 Prozent muss ersetzt werden. Es bedeutet bereits\neinen Kraftakt, sollte er durch den Ausbau von \u00d6kostrom ersetzt\nwerden k\u00f6nnen. Allein dies erfordert, dass der \u00d6kostrom um fast 50\nProzent gesteigert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohlgemerkt:\nEin solches Ziel zu erreichen, ist zwar ehrgeizig, aber aus unserer\nSicht durchaus m\u00f6glich. Doch die reale Energiepolitik in diesem Land\nl\u00e4uft nicht darauf hinaus, dass dies verwirklicht werden k\u00f6nnte.\nGanz im Gegenteil: Die vorausgegangene Regierung hat den Ausbau von\n\u00d6kostrom erheblich gebremst. Die aktuelle Regierung verk\u00fcndete, die\nEnergiepolitik der vorausgegangenen GroKo im Gro\u00dfen und Ganzen\nfortsetzen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nVor dem\nHintergrund durchaus unterschiedlicher Wertungen \u00fcber die Reduktion\nvon klimasch\u00e4digenden Emissionen durch Elektro-Pkw und \u00fcber die\nzuk\u00fcnftige Zusammensetzung des Strom-Mixes in Deutschland bleibt die\ndeutlich unterschiedliche CO-2-Belastung der verschiedenen\nVerkehrstr\u00e4ger bestehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nnachfolgende Grafik illustriert die CO2-Emissionen je\nPersonenkilometer<sup><a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup>,\ndie bei Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p> <em>Grafik 1: Kohlendioxidaussto\u00df im Vergleich<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"864\" height=\"653\" src=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Grafik-Hannover-Kohlendioxyd.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1163\" srcset=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Grafik-Hannover-Kohlendioxyd.jpg 864w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Grafik-Hannover-Kohlendioxyd-300x227.jpg 300w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Grafik-Hannover-Kohlendioxyd-768x580.jpg 768w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Grafik-Hannover-Kohlendioxyd-290x220.jpg 290w\" sizes=\"(max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nDie\nBerechnungen in der Grafik erfolgten auf konservativer Basis;\nteilweise werden dabei Faktoren unterstellt, die den Energieverbrauch\nvon Elektro-Pkw besch\u00f6nigen. So wurde f\u00fcr einen Elektro-Pkw der\ndurchschnittliche Besetzungsgrad eines herk\u00f6mmlichen Pkw\nunterstellt. Dies ist eine optimistische Annahme, da, wie unten noch\ngezeigt wird, die Mehrzahl der Elektro-Pkw im st\u00e4dtischen Verkehr\neingesetzt und viele dieser Autos Zweit- und Drittwagen sind.\nUrlaubsfahrten mit einem h\u00f6heren Besetzungsgrad, mit denen der\ndurchschnittliche Besetzungsgrad bei Pkw deutlich angehoben wird,\nentfallen fast vollst\u00e4ndig bei Elektro-Pkw.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDanach bringt ein\nElektro-Pkw im Vergleich zu einem Pkw, der mit einem Diesel- oder\nBenzinmotor ausger\u00fcstet ist, nur eine h\u00f6chst bescheidene Einsparung\ndes das Klima sch\u00e4digenden Kohledioxids. Massiv weniger\nCO2-Emissionen im Vergleich zu Diesel-, Benzin- und Elektro-Pkw\nfallen jedoch bei Nutzung von Bussen an, wobei hier herk\u00f6mmliche\nBusse (mit Dieselmotoren) gemeint sind. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nNoch\ndeutlich mehr CO2-Reduktion gibt es bei Fahrten mit der Tram. Im\nPersonenverkehr mit Stra\u00dfenbahnen fallen im Vergleich zum\nElektroauto nur rund 35 Prozent CO2-Emissionen an. Und dann gibt es\ndiesen gewaltigen Spareffekt-Sprung im Fall von Fahrten mit dem\nElektro-Fahrrad oder dem herk\u00f6mmlichen, ausschlie\u00dflich mit\nMuskelkraft betriebenen Rad.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Sicherheitsfragen\nund Unfallgefahren<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nAls ein\nVorteil von E-Autos wird in der Regel der deutlich geringere\nStra\u00dfenverkehrsl\u00e4rm genannt. Dies wird auch in dem\n\u201eUmsetzungskonzept zur Elektromobilit\u00e4t in Hannover\u201c an mehreren\nStellen ohne jegliche Einschr\u00e4nkung hervorgehoben. So hei\u00dft es\ndort. \u201eDer Einsatz von Elektrofahrzeugen hat ein gro\u00dfes Potential\nf\u00fcr die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t in der Stadt. [\u2026] Die\nReduktion des Verkehrsl\u00e4rms wird in allen Stadtquartiere [\u2026] die\nAufenthalts- und Wohnqualit\u00e4t deutlich steigern.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nDas ist\nein bisschen richtig, aber auch ein bisschen falsch. Falsch zum\neinen, weil nach einer Studie des Umweltbundesamtes bei Elektro-Pkw \u2013\n\u00e4hnlich wie bei herk\u00f6mmlichen Pkw \u2013 ab einer Geschwindigkeit von\nrund 40 km\/h das Abrollger\u00e4usch der Reifen und das Fahrger\u00e4usch als\nResultat des Luftwiderstandes dominieren. Bei normalen und hohen\nGeschwindigkeiten gibt es zwischen herk\u00f6mmlichen Pkw und E-Mobilen\nalso keinen Unterschied hinsichtlich der L\u00e4rmbelastungen.<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup>\nEs ist nicht zu erkennen, dass die Mehrheit im Rat der Stadt sich\nentschlossen h\u00e4tte, eine deutliche Reduktion der\nGeschwindigkeitslimits zu beschlie\u00dfen \u2013 beispielsweise durch eine\nHannover-Stadt-fl\u00e4chendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30\nkm\/h.<\/p>\n\n\n\n<p>\nFalsch\nist die zitierte Aussage zum anderen, weil bei niedrigen\nGeschwindigkeiten der geringere L\u00e4rm oder auch mal die\nFast-Lautlosigkeit auch ein erhebliches \u2013 neues \u2013\nSicherheitsproblem darstellen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nLaut\ndem UPI-Bericht erh\u00f6ht sich dadurch \u201edas Unfallrisiko f\u00fcr\nFu\u00dfg\u00e4nger und Fahrradfahrer im Stadtverkehr.\u201c Wobei Kinder,\nsehbehinderte und blinde Menschen besonders gef\u00e4hrdet sind. Bislang\ngibt es dazu nur in den USA umfangreiche, belastbare Untersuchungen.\nDanach gef\u00e4hrden Hybridautos Fu\u00dfg\u00e4nger um 44 Prozent st\u00e4rker als\nnormale Pkw. Im Fall von Fahrradfahrern ist das Unfallrisiko sogar um\n72 Prozent gr\u00f6\u00dfer. Ergebnis: \u201eAm 16. Dezember 2010\u201c (also vor\nnunmehr gut sieben Jahren!) \u201everabschiedete der US-Kongress deshalb\nein Gesetz, wonach ger\u00e4uscharme und Hybridfahrzeuge im\nStra\u00dfenverkehr deutlich h\u00f6rbar sein m\u00fcssen. Die Ger\u00e4usche m\u00fcssen\nautomatisch ert\u00f6nen, wenn das Fahrzeug mit niedriger Geschwindigkeit\nf\u00e4hrt. Der Fahrer darf diese Technik nicht ein- und ausschalten\nk\u00f6nnen.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Die\nfatalen Rebound-Effekte<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nDer\nweitere kritische Punkt beim Verkehr mit Elektroautos sind sogenannte\nRebound-Effekte: Es handelt sich dabei um Nebenwirkungen oder\nR\u00fcckkopplungseffekte einer Ma\u00dfnahme, die die damit verbundenen\neigentlichen Zielsetzungen konterkarieren und letztendlich auch mal\nzum Gegenteil des urspr\u00fcnglich mit der Ma\u00dfnahme Beabsichtigten\nf\u00fchren. \u201e\u00dcbersteigt der Rebound-Effekt den Einsparungseffekt\nquantitativ, wird er auch als Backfire-Effekt bezeichnet.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup>\nDie im Folgenden skizzierten drei Rebound-Effekte rechtfertigen die\nAussage, dass zumindest unter den gegebenen Bedingungen die\nVerbreitung der E-Pkw in gr\u00f6\u00dferem Umfang, so wie dies aktuell von\nder offiziellen Verkehrspolitik bundesweit und in Hannover durch die\nMehrheit im Rat betrieben wird, einem Backfire-Effekt nahe kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Finanzieller\nRebound \u2013 Zunahme von Pkw-Fahrten: <\/em>Die\nsteuerliche Ungleichbehandlung von Benzin und Elektrizit\u00e4t\nkombiniert mit g\u00fcnstigen Ladem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Elektro-Pkw f\u00fchrt\ndazu, dass die Betriebskosten von Elektro-Pkw in der Regel wesentlich\nniedriger liegen als diejenigen von Pkw mit Benzinmotoren. Die auf\ndie Fahrleistung bezogenen Betriebskosten eines Elektro-Pkw in\nDeutschland betragen weniger als die H\u00e4lfte verglichen mit den\nBetriebskosten eines herk\u00f6mmlichen Pkw. Sie sind auch niedriger als\ndie \u00d6PNV-Kosten. Es kann daher bei einer wachsenden Zahl von\nElektro-Pkw \u201ezu einer Neuinduktion von Autoverkehr und zu einer\nVerlagerung von Personenverkehr von der Schiene auf die Stra\u00dfe\nkommen\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Funktionaler\nRebound \u2013 die meisten E-Pkw ersetzen kein Pkw mit Verbrennungsmotor\n\u2013 zu kommt zu einem Wachstum von Zweit- und Drittwagen: <\/em>Da\ndie Reichweite von Elektro-Pkw nach wie vor gering ist und da\nPersonenwagen mit Elektromotor oft erhebliche finanzielle Vorteile\nund Privilegien (freie Stellpl\u00e4tze z.B.) einger\u00e4umt werden,\nverwendet der \u00fcberwiegende Teil der Nutzenden sie nicht etwa zum\nErsatz eines herk\u00f6mmlichen Autos, sondern als <em>zus\u00e4tzliches\nAuto<\/em>. Bei einer Befragung in Deutschland 2014\nunter 3000 Besitzern von Elektroautos ergab sich: 43 Prozent der\nK\u00e4ufer von Hybrid-Pkw und sogar 59 Prozent der K\u00e4ufer reiner\nBatterie-Pkw nutzten ihr Elektrofahrzeug als <em>zus\u00e4tzlichen<\/em>\nPkw. Nur rund die H\u00e4lfte schaffte mit dem Kauf eines solchen Pkw\neinen herk\u00f6mmlichen ab. In einem aktuellen Bericht in der \u201eZeit\u201c\nwar zu lesen: \u201eUmfragen best\u00e4tigen: Der typische E-Auto-K\u00e4ufer\nist 51 Jahre alt, m\u00e4nnlich, gebildet und wohnt auf dem Land. Der\nStromer steht f\u00fcr das gute Gewissen im Carport. Lange Wochenend- und\n\u00dcberlandfahrten legt er im Erstwagen mit Verbrennungsmotor zur\u00fcck.\nDas ist auch in Norwegen so. Der Weg zum Wochenendh\u00e4uschen ist weit\nund steil. Und Lades\u00e4ulen gibt es in der Einsamkeit von Fjord und\nFjell kaum. Entsprechend geben im Stromerparadies zwei Drittel aller\nNeuwagenk\u00e4ufer dann doch lieber etwas mehr Geld aus \u2013und\nentscheiden sich f\u00fcr einen Verbrennungsmotor.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nIn\nNorwegen gibt es bei der E-Auto-F\u00f6rderung ein Rekord-Niveau. Was\nentscheidend zum dortigen Rekordabsatz von Elektro-Pkw beigetragen\nhat. Und gerade in Norwegen ist das E-Auto \u00fcberwiegend der\nZweitwagen. In Norwegen konnte man 2017 bereits an 7000 \u00f6ffentlichen\nLades\u00e4ulen kostenlos parken und Strom tanken. Das Auto ist komplett\nsteuerfrei zu erwerben. Mautstra\u00dfen und F\u00e4hren (!) k\u00f6nnen gratis\nbenutzt werden. Im st\u00e4dtischen Verkehr darf man z\u00fcgig auf den\nBusspuren an den im Stau stehenden Benzin-und Diesel-Stinkern\nvorbeiziehen. Die norwegische F\u00f6rderung der E-Autos hat sogar zur\nFolge, dass man bei der Grundinvestition, dem Kauf eines Pkw, im Fall\ndes Erwerbs eines Elektroautos rund 1500 Euro weniger zu bezahlen hat\nals beim Kauf eines vergleichbaren Benziners.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nUnter diesen\nBedingungen bewirkt die E-Pkw-Mobilit\u00e4t eine Zunahme an Pkw-Verkehr\nund vor allem in den St\u00e4dten ein nochmals gr\u00f6\u00dferes Fl\u00e4chenproblem.<\/p>\n\n\n\n<p>\nGrafik 2\ndokumentiert den funktionalen Rebound \u2013 das Elektroauto als\nZweitwagen und als Teil des Anwachsens des Pkw-Verkehrs.<\/p>\n\n\n\n<p> <em>Grafik 2: Verwendung von Elektroautos als zus\u00e4tzliche Autos<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"933\" height=\"626\" src=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-rebound.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1164\" srcset=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-rebound.jpg 933w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-rebound-300x201.jpg 300w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-rebound-768x515.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 933px) 100vw, 933px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nInteressanterweise\n\u2013 oder soll man sagen: fatalerweise? \u2013 wird dieser Aspekt im den\nPlanungen in Hannover zugrundeliegenden \u201eUmsetzungskonzept\nElektromobilit\u00e4t\u201c positiv hervorgehoben. So wenn es dort hei\u00dft:\n\u201eBatteriekapazit\u00e4ten von 40 bis 80 kWh beeinflussen qualitativ und\nquantitativ die Nachfrage f\u00fcr Ladeinfrastruktur. [\u2026] Fahrzeuge mit\ngeringerer Batteriekapazit\u00e4t k\u00f6nnen zu g\u00fcnstigeren Preisen\nangeboten werden <em>und so eine Attraktivit\u00e4t im\nZweit- und Drittwagensegment entwickeln.<\/em>\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Mentaler\nRebound \u2013 \u00d6PNV-Verluste<\/em>: Da Elektro-Autos\nals \u201egr\u00fcne Mobilit\u00e4t\u201c und als \u201eNull-Emissions-Fahrzeuge\u201c\npropagiert werden, f\u00fchrt dies, zusammen mit den unter dem Thema\n\u201eFinanzieller Rebound\u201c beschriebenen finanziellen Anreizen der\nniedrigeren Betriebskosten zu einer <em>Verhaltens\u00e4nderung\nin der Organisation der individuellen Mobilit\u00e4t<\/em>:<sup><a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nWer sich ein E-Auto\nanschafft, legt in der Regel ab diesem Zeitpunkt sehr viel mehr\nFahrten mit dem eigenen Auto zur\u00fcck als zuvor. Der Anteil der\nFahrten mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr geht massiv zur\u00fcck. Vor allem\nbei den Wegen zur Arbeit nutzen Besitzer von Elektro-Autos deutlich\nh\u00e4ufiger das Auto als \u00f6ffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad\noder die eigenen F\u00fc\u00dfe. Ein \u201eVorher-Nachher-Vergleich\u201c\nverdeutlicht den Einfluss des E-Pkw-Kaufs auf das Nutzerverhalten.\nGrafik 3 liefert daf\u00fcr die Ergebnisse von Untersuchungen im\neurop\u00e4ischen Elektroautoparadies Norwegen. \n<\/p>\n\n\n\n<p> <em>Grafik 3: \u00c4nderung der Verwendung der Verkehrsmittel vor und nach dem Kauf eines Elektroautos<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"889\" height=\"585\" src=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-3-Modal-split.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1162\" srcset=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-3-Modal-split.jpg 889w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-3-Modal-split-300x197.jpg 300w, https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/grafik-hannover-3-Modal-split-768x505.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 889px) 100vw, 889px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nDie\nnorwegischen Erfahrungen d\u00fcrften grunds\u00e4tzlich auf andere L\u00e4nder\n\u00fcbertragbar sein. Zumal es sich weltweit um das Land mit dem relativ\nh\u00f6chsten Elektro-Pkw-Park (E-Pkw als Anteile an 1000 Einwohnern)\nhandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\nEin\nsolches Ergebnis ist jedoch absolut kontraproduktiv.  Damit wird mit\nden E-Autos als zus\u00e4tzliche Pkw und als Zweitwagen der Fl\u00e4chenbedarf\nvon Pkw in St\u00e4dten erh\u00f6ht. Der motorisierte Individualverkehr in\nden Ballungszentren nimmt deutlich zu \u2013 und damit die davon\nausgehenden Gefahren u.a. f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger und Fahrradfahrer.\nSchlie\u00dflich kommt es zu einem R\u00fcckgang der PNV-Nutzung und damit\nziemlich sicher auch zu wachsenden Defiziten der \u00d6PNV-Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nTatsache, dass die Mehrheit im Rat der Landeshauptstadt Hannover\neinerseits die \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c in Form eines Wachstums der\nZahl der Elektro-Pkw fordert und f\u00f6rdert und andererseits dies <em>nicht<\/em>\nmit einem Ausbau des \u00d6PNV begleitet wird, unterstreicht genau diese\nGefahr: mit dieser Art \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c wird der \u00d6PNV\ngeschw\u00e4cht<\/p>\n\n\n\n<ol><li>\n\t<em><strong>Das\n\trealistische Potential f\u00fcr den Ausbau der Elektromobilit\u00e4t in\n\tChina, in Deutschland, in Hannover<\/strong><\/em>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Das\nden Diskussionen in Hannover zugrunde liegende \u201eUmsetzungskonzept\nElektromobilit\u00e4t\u201c konstatiert: \u201eDabei bestehen keine Zweifel\nmehr dar\u00fcber, dass sich die Elektromobilit\u00e4t durchsetzen wird.\u201c\nDas ist eine steile These; Japan \u2013 immerhin die zweitgr\u00f6\u00dfte\nAutobauernation \u2013 setzt ausschlie\u00dflich auf herk\u00f6mmliche Antriebe\nund auf Brennstoffzellen-Antrieb (was gesondert zu diskutieren und zu\nkritisieren w\u00e4re<sup><a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a><\/sup>).<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\nlassen wir diese These unwidersprochen so im Raum stehen. Im\nfolgenden Satz in dem zitierten \u201eUmsetzungskonzept\u201c versteckt\nsich dann ein gro\u00dfes Problem; dort hei\u00dft es: \u201eF\u00fcr die Schaffung\nvon Rahmenbedingungen f\u00fcr den Betrieb von Elektroautos ist es\nunerheblich, ob das Ziel von einer Million Elektroautos in\nDeutschland im Jahr 2020 fristgerecht erreicht wird.\u201c <sup><a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich\nunerheblich? Ist dies auch dann unerheblich, wenn nur ein Zehntel\ndieses Ziels \u2013 oder zumindest weniger als 20 Prozent dieses Ziels\nerreicht werden sollte? Und wenn das so ist \u2013 warum formulierte man\n\u00fcberhaupt ein solches Ziel? Denn nat\u00fcrlich sehen die\n\u201eRahmenbedingungen\u201c dann ganz anders aus, wenn von dem Ziel nur\nein Bruchteil realisiert werden wird. Und dies ist der Fall. Sehen\nwir uns die Entwicklung in China, in Deutschland und in Hannover\ngenauer an. Die Euphorie \u00fcber\nden Anstieg der Elektro-Pkw-Produktion und die im Anwachsen\nbefindlichen Best\u00e4nde mit Elektro-Autos ist allerorten gro\u00df. Dabei\nwerden in erster Linie Prozentzahlen in den Mittelpunkt ger\u00fcckt.\nWachstumsraten im h\u00f6heren zweistelligen Bereich sind nat\u00fcrlich\nsensationell. Dass sie von einer niedrigen, ja von einer fast bei\nnull liegenden Basis ausgehen, steht dann auf einem anderen Blatt.\nBeziehungsweise es geht aus der folgenden Tabelle 1\nhervor. Wir haben in dieser Tabelle zwei h\u00f6chst unterschiedliche,\naber zugleich doch recht repr\u00e4sentative Autom\u00e4rkte, den\nchinesischen und den deutschen, miteinander verkn\u00fcpft. China ist\nnicht nur der gr\u00f6\u00dfte Automarkt, sondern auch der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte\nAbsatzmarkt f\u00fcr Elektro-Pkw. Deutschland wiederum ist repr\u00e4sentativ\nf\u00fcr die EU; der Elektro-Pkw-Bestand hierzulande und dessen\nEntwicklung sind typisch f\u00fcr Europa, aber auch f\u00fcr Japan und die\nUSA. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDargestellt\nwerden in der Tabelle alle registrierten Pkw (also solche mit\nherk\u00f6mmlichem und solche mit Elektroantrieb) und, dann gesondert,\ndie Elektro-Autos. Es geht also jeweils um die <em>Best\u00e4nde,\n<\/em> um die <em>im Einsatz\nbefindlichen und registrierten<\/em>\nPersonenkraftwagen bzw. Elektroautos.<sup><a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\nLetzteres\nist deswegen wichtig, weil die f\u00fcr Deutschland berichteten\nVerkaufszahlen ein deutlich \u00fcberh\u00f6htes Wachstum unterstellen. Sehr\nviele Elektro-Autos, die in Deutschlandverkauft werden, sind nach\nwenigen Monaten nicht mehr auf deutschen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen bzw.\nauch nicht mehr in Garagen in Deutschland zu sehen. Sie tauchen in\nanderen L\u00e4ndern auf \u2013 wobei dabei offensichtlich jeweils vor dem\nExodus die hiesigen steuerlichen Verg\u00fcnstigungen abgegriffen werden.\nSchlie\u00dflich sind die beiden L\u00e4nder insofern aussagekr\u00e4ftig, als\nder addierte Gesamtbestand der in China und in der BRD im Einsatz\nbefindlichen Elektrofahrzeuge 55 Prozent der weltweit \u00fcberhaupt in\nEinsatz befindlichen Elektroautos ausmacht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Tabelle\n1: Pkw-Bestand und Elektro-Pkw-Bestand in China und Deutschland\n2005-2017<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tChina\n\t\t<\/td><td>Deutschland <\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tPkw-Bestand\n\t\t\tIn\n\t\t\tTsd.\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tZuwachs\n\t\t\tin\n\t\t\tTsd.\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tE-Pkw-\n\t\t\t\n\t\t\tBestand\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tE-Pkw\n\t\t\t\n\t\t\tin\n\t\t\t% Pkw-\n\t\t\tBestand\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tPkw-Bestand\n\t\t\tin\n\t\t\tTsd.\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tZuwachs\n\t\t\tin\n\t\t\tTsd.\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tE-Pkw-\n\t\t\t\n\t\t\tBestand\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\n\t\t\tE-Pkw\n\t\t\t\n\t\t\tin\n\t\t\t% Pkw-\n\t\t\tBestand\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td><strong> 2005<\/strong> <\/td><td>\n\t\t\t21.300\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.375\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td> <strong>2006<\/strong> <\/td><td>\n\t\t\t26.200\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.900\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t46.600\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.225\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2007<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t31.900\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.700\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.100*\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t-5.500*\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2008<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t38.400\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.500\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.300\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t200\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2009<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t48.500\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t10.100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.500\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t200\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2010<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t61.600\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t13.100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t15.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,02\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.737\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t237\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.588\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,004\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2011<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t74.900\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t13.300\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,03\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t42.300\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t564\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.307\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,005\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2012<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t87.400\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12.500\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t50.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,05\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t42.928\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t626\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.541\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,01\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2013<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t101.400\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t70.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,06\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t43.431\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t503\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12.156\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,03\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2014<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t117.500\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16.100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t100.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,09\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t43.851\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t420\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t13.049\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,03\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2015<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t135.800\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18.300\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t290.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,21\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44.403\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t552\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18.948\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,04\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2016<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t155.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20.200\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t680.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,44\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.071\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t668\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25.502\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,05\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2017<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t170.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.650.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,97\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.804\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t733\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t60.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,13\n\t\t<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>\n<em>*\n\u00c4nderung in der Statistik (ab diesem Zeitpunkt ohne die\n\u201evor\u00fcbergehend abgemeldeten\u201c Pkw)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nBei der Statistik\nsind die folgenden drei Aspekte bemerkenswert:<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Erstens<\/em>\ngibt es einen nennenswerten \u2013 in Zahlen messbaren \u2013 Bestand an\nElektro-Pkw erst seit dem Jahr 2011. Dies steht in einem deutlichen\nKontrast zur Tatsache, dass von Elektroautos und \u00fcber\n\u201eElektromobilit\u00e4t\u201c seit Jahrzehnten gesprochen wird und dass in\nden zitierten Debatten \u00fcber die Reform der mit Pkw bewerkstelligten\nMobilit\u00e4t immer wieder auf einen kommenden Boom der Elektroautos\ngesetzt wurde.  Dabei kann es auch zu erheblichen R\u00fcckschl\u00e4gen\nkommen. So brach 2017 der Markt f\u00fcr Elektroautos in D\u00e4nemark fast\nkomplett zusammen \u2013 weil die Subventionen wieder \u2013 zumindest\nzeitweilig \u2013 gestrichen wurden.<sup><a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/sup>\nEinen vergleichbaren Einbruch beim Absatz von E-Mobilen gab es 2017\nin den Niederlanden, ebenfalls verursacht durch einen R\u00fcckgang der\nbislang gro\u00dfz\u00fcgigen steuerlichen F\u00f6rderung. Und selbst in China\ngibt es inzwischen Vergleichbares: In diesem behaupteten Musterland\nf\u00fcr \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c war im ersten Quartal 2018 der Absatz\nvon Elektroautos deutlich r\u00fcckl\u00e4ufig. Auch hier war es ein Abbau\nder staatlichen F\u00f6rderma\u00dfnahmen, der dazu wesentlich beitrug. Dabei\nhandelt es sich keineswegs um \u201efalsche Politik\u201c. Die massive\nF\u00f6rderung von Elektro-Autos ist nur dann ohne gr\u00f6\u00dfere\nUmverteilungen im Einsatz der Steuergelder m\u00f6glich, solange die Zahl\nder Elektro-Pkw eine kleine ist. Bei gr\u00f6\u00dferem Bestand an\nElektroautos und wachsenden Anteilen von Elektro-Pkw bei\nNeuwagenk\u00e4ufen sind diese massiven F\u00f6rderprogramme nicht\ndurchzuhalten.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Zweitens\n<\/em>liegt der Anteil der Elektroautos an allen im\nEinsatz befindlichen Pkw in diesen zwei weltweit f\u00fchrenden\nE-Pkw-Absatzm\u00e4rkten 2017 mit rund einem Prozent in China und mit\n0,13 Prozent in Deutschland weiterhin extrem niedrig. Hier gibt es\nzwar deutliche Steigerungen, doch diese sind vor allem der niedrigen\nAusgangsbasis geschuldet.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Drittens\n<\/em>sind Angaben zum E-Auto-Bestand als solchem\noder zum Wachstum desselben hinsichtlich der entscheidenden Frage der\nKlima- und Umweltbelastung eher uninteressant. Interessant ist doch\ndie folgende Relation: Im Jahr 2017 wurde der Bestand von Pkw in\nChina um rund 14 Millionen erh\u00f6ht. Hinzu kamen zumindest rund eine\nMillion zus\u00e4tzliche Elektro-Kraftfahrzeuge (Pkw, Busse und\nTransporter), also die Differenz zwischen dem Elektro-Kfz-Bestand von\n680.000 im Jahr 2016 und demjenigen von 1,65 Millionen 2017. Das\nhei\u00dft, die Umwelt und das Klima werden 2017 mit den Schadstoffen des\nAltbestands aus dem Jahr 2016 und mit den Schadstoffen von\n<em>zus\u00e4tzlichen<\/em> rund 13\nMillionen Pkw mit Verbrennungsmotoren belastet. <em>Hinzu<\/em>\nkommen nun die eine Million Elektrofahrzeuge, die ihrerseits mit\nBelastungen verbunden sind. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nVergleichbares\ngilt f\u00fcr Deutschland: Es gab 2017 ein Plus im gesamten Bestand von\n733.000 Personenwagen. Und es gab ein weiteres Plus von rund 35.000\nElektro-Fahrzeugen. Wir haben also die klassischen Belastungen f\u00fcr\nKlima, Umwelt und Urbanit\u00e4t, die der Altbestand an herk\u00f6mmlichen\nPkw und die rund 700.000 <em>zus\u00e4tzlichen<\/em>\nPkw mit herk\u00f6mmlichen (Benzin- und Diesel-) Motoren mit sich\nbringen. Und es gibt Belastungen durch die <em>zus\u00e4tzlichen<\/em>\nrund 35.000 Elektrofahrzeuge.<\/p>\n\n\n\n<p>\nAn diesen\ngrundlegenden Entwicklungstendenzen wird sich in den n\u00e4chsten sieben\nJahren (bis 2025) oder auch zehn Jahren nichts \u00e4ndern. Das Wachstum\nder Pkw mit herk\u00f6mmlichem Antrieb wird in absoluten Zahlen auch im\nJahr 2025 deutlich gr\u00f6\u00dfer sein als das absolute Wachstum der\nElektro-Pkw.<\/p>\n\n\n\n<p>\nWir\nerleben also einen kaum gebremsten Wachstumsprozess im Bereich der\nAutomobilit\u00e4t \u2013 und das ist Gift f\u00fcr das Klima und f\u00fcr den\nPlaneten. Und wir erleben einen weiteren Anstieg der zur\nKlimaerw\u00e4rmung beitragenden  Emissionen einerseits durch Pkw mit\nherk\u00f6mmlichem Antrieb und andererseits durch Elektro-Pkw und die mit\ndiesen verbundenen zus\u00e4tzlichen Umwelt- und auch Klimabelastungen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nUnd wie\nsehen die Zahlen f\u00fcr <em>Hannover<\/em>\naus? Im \u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t\u201c\nfinden wir eine Tabelle, in der \u2013 h\u00f6chst optimistisch gerechnet \u2013\nmit einer \u201ePrognose angemeldeter Elektroautos in Hannover f\u00fcr 2020\nund 2025\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDanach\nsoll es in Hannover 2020 etwa 6.000 angemeldete Elektroautos geben\n(2017 waren es 1800!). Bis 2025 sollen es 21.000 sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\nSelbst\nwenn der Gesamtbestand an Pkw in Hannover eingefroren bleiben w\u00fcrde\nund wenn alle neuen Elektroautos alte Pkw mit herk\u00f6mmlichem Antrieb\nersetzen w\u00fcrden, hei\u00dft das: Dann l\u00e4ge 2025 in Hannover der Anteil\nvon Elektroautos am Gesamtbestand bei rund acht Prozent. In\nWirklichkeit gibt es keinerlei Anzeichen daf\u00fcr, dass dieser Bestand\nmit herk\u00f6mmlichen Pkw statisch bleiben w\u00fcrde. Er wird, bei den\ngegebenen Bedingungen, weiterwachsen. Und sehr viel spricht daf\u00fcr,\ndas ein gro\u00dfer Teil der Elektroautos in Hannover dann Zweit- und\nDrittwagen sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>\nSelbst\nwenn es bei einem Gesamtbestand von rund 215.000 Pkw bleibt, dann\nhaben wir 2025 CO2-Emissionen von mehr als 190.000 herk\u00f6mmlichen Pkw\n(mit den dazu geh\u00f6renden L\u00e4rmemissionen) und Emissionen den gut\n20.000 Elektro-Pkw. Der Klimaeffekt ist damit minimal. Das gleiche\ngilt f\u00fcr die anderen, der \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c zugesprochenen\nvorteilhaften Auswirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p> <em><strong>Elektro-Autos erh\u00f6hen die Zeit, die unproduktiv f\u00fcr Verkehr eingesetzt wird \u2013 sie senken die \u201everallgemeinerte Durchschnittsgeschwindigkeit\u201c<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Der\nZeitaufwand, der in der bestehenden Gesellschaft f\u00fcr die\nAlltagsmobilit\u00e4t \u2013 also f\u00fcr notwendige Fahrten \u2013 aufzubringen\nist, ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als der entsprechende Zeitaufwand, der in\nfr\u00fcheren Perioden daf\u00fcr aufgewandt wurde. . Zersiedelung und Staus\nsind wesentliche Ursachen daf\u00fcr. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nsind die \u00dcberlegungen des Philosophen und Jesuiten Ivan Illich\ninteressant. Dieser entwickelte den Begriff einer \u201eabnehmenden\nverallgemeinerten Durchschnittsgeschwindigkeit\u201c und entwickelte die\nTheorie von \u201ezeitraubender Geschwindigkeiten\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nIllich kann die Geschwindigkeit im Verkehr nicht allein als Formel\n\u201ekm\/h\u201c, als zur\u00fcckgelegte Entfernung (in km) dividiert durch die\nim Verkehr verbrachte Zeit (die Zeit im Verkehrsmittel oder w\u00e4hrend\neiner Fahrt) verstanden werden. Vielmehr m\u00fcsse man in den Divisor\ndie Zeit einrechnen, die der betreffende Mensch ben\u00f6tige, um sich um\ndas Verkehrsmittel (das Auto) zu k\u00fcmmern und um den Gegenwert (durch\nArbeit) zu schaffen, den das Ticket kostet, oder den das Autofahren\nerfordert (f\u00fcr Kraftstoff, Strom bzw. f\u00fcr die anteiligen Kosten am\nFahrzeug selbst, welche wiederum mit den Abschreibungen erfasst\nwerden).<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndieser Basis kommt er insbesondere f\u00fcr den Autoverkehr auf\nGeschwindigkeiten, die geringer sind als diejenige im Fahrradverkehr\n&#8211; wobei beim Radeln nat\u00fcrlich die Errechnung der verallgemeinerten\nDurchschnittsgeschwindigkeit auf vergleichbare Weise zustande kommt,\nnur, dass hier die anteiligen Kosten f\u00fcr das Verkehrsmittel selbst,\ndas Fahrrad, kaum ins Gewicht fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nIm\nFall der Elektromobilit\u00e4t gibt es einen enormen <em>zus\u00e4tzlichen\nZeitbedarf<\/em>. Die deutlich k\u00fcrzeren\nReichweiten, die erforderliche zeitaufwendige Suche nach g\u00fcnstigen\nLadem\u00f6glichkeiten und die im Vergleich zum Tankvorgang massiv\nh\u00f6heren Zeiten f\u00fcr das Aufladen der Batterie sind daf\u00fcr\nverantwortlich. Zumal die Anh\u00e4nger dieser Art Elektromobilit\u00e4t\ndavon ausgehen, es m\u00fcsse bei Verwirklichung der \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c\nein \u201eintelligentes Laden\u201c geben \u2013 das Laden sollte also\n\u00fcberwiegend beispielsweise dann erfolgen, wenn die Belastung der\nStromnetze eine geringe ist (was wiederum \u00fcber einen h\u00f6chst\nunterschiedlichen Preis des \u201eStromerns\u201c zu den verschiedenen\nZeiten \u201eintelligent gesteuert\u201c werden m\u00fcsse).  \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZeit\nist Geld\u201c, hei\u00dft es eigentlich in der bestehenden \u00d6konomie. Und\ndiese Maxime gilt in der neoliberalen Phase der gegenw\u00e4rtigen\nWirtschaft mehr denn je. Gem\u00fctliche Kaffee-Pause? Nein danke \u2013 es\ngibt coffee-to-go! In Ruhe ein Mittagstisch? Nein \u2013 wir ruinieren\nuns mit fast food. In Ruhe auf Post, einen Brief, ein Paket warten?\nUm des Gottes aller Boten, um Merkurs willen! Gefordert wird die\nLieferung in k\u00fcrzest m\u00f6glicher Zeit. E-Mails sind sofort zu\nbeantworten\u2026 \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\nbei der Elektromobilit\u00e4t gilt all das pl\u00f6tzlich nicht mehr. F\u00fcr\nden Betrieb von Batterie-Pkw ist wesentlich mehr Zeit aufzubringen\nals f\u00fcr Pkw mit Verbrennungsmotoren. Ein normaler Ladevorgang dauert\nf\u00fcnf bis zehn Stunden. Selbst mit den aufwendigen \u2013 und\nhinsichtlich der Infrastrukturaufwendungen sehr teuren \u2013\n\u201eSupercharger\u201c-Ladestationen sind mindestens 20, eher 30 Minuten\nje Ladevorgang einzukalkulieren.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Tesla\nbietet Lounges dort, wo Supercharger die Tesla-Modelle aufladen. Um\ndort einen Lungo zu genie\u00dfen, darf man sich dann auch lungo tiempo\nnehmen. Gepr\u00fcft wird vom Tesla Boss, Elon Musk, auch die Idee, bei\nsolchen Ladestationen Kinderspielpl\u00e4tze einzurichten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nist, allerdings aus rein technischen Gr\u00fcnden, pl\u00f6tzlich\nEntschleunigung angesagt.<\/p>\n\n\n\n<p> <em><strong>Ein alternatives Verkehrswende-Programm f\u00fcr Hannover und Region<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz\noffensichtlich weist die Orientierung auf Elektromobilit\u00e4t in Form\nvon stetiger Steigerung der Zahl der Elektro-Pkw nicht in Richtung\nNachhaltigkeit und Klimavertr\u00e4glichkeit. Sie weist auch nicht in\nRichtung einer rationalen Verkehrsorganisation. Wenn alle Pkw in\nHannover Elektro-Pkw w\u00e4ren, dann w\u00e4re der Fl\u00e4chenverbrauch so gro\u00df\nwie heute. Der Stau w\u00e4re derselbe wie gegenw\u00e4rtig. Und die\nunverantwortlich hohe Zahl von Todesopfern und Verletzten, die dem\nStra\u00dfenverkehr zuzuschreiben sind, w\u00e4re dieselbe. Daran w\u00fcrde ein\nPlus an Car-Sharing und an Vernetzungen unterschiedlicher Art nicht\nallzu viel \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Notwendig\nist aus meiner Sicht eine <em>grunds\u00e4tzlich\nandere Verkehrspolitik.<\/em> Eine <em>Verkehrswende\nHannover<\/em>, die der Nachhaltigkeit und der\nKlimavertr\u00e4glichkeit verpflichtet ist, l\u00e4sst sich in den folgenden\nzehn Punkten zusammenfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Erstens:\nDie Rahmenbedingungen bzw. den Verkehrsmarkt<\/strong><\/em><em><strong>\nzugunsten der \u201egr\u00fcnen Verkehrsarten\u201c neu ordnen<\/strong><\/em>\n\/\/<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie\nbestehende Verkehrsmarktordnung f\u00f6rdert massiv die Verkehrsarten\nLuftverkehr und Stra\u00dfenverkehr, die die Umwelt und das Klima massiv\nsch\u00e4digen. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen die drei \u201egr\u00fcnen\u201c\nVerkehrsarten zu Fu\u00df gehen, radfahren und \u00f6ffentlicher Verkehr mit\nBus, Tram, S-Bahn und Bahn (auch als \u201eUmweltverbund\u201c bezeichnet)\nbeg\u00fcnstigt und die \u201eroten\u201c Verkehrsarten Autofahren und\nLuftfahrt verteuert und eingeschr\u00e4nkt werden. Stichworte: Keine\nSteuervorteile f\u00fcr Gesch\u00e4ftswagen, Besteuerung von Diesel, Kerosin\nund Schwer\u00f6l, Tempolimits auf Autobahnen (max. 120 km\/h) und in den\nWohngebieten (Tempo 30).<sup><a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a><\/sup>\nOffensichtlich kann auf der Ebene der kommunalen Politik bzw. auf\n\u201eHannover-Ebene\u201c in diesem Bereich nur beschr\u00e4nkt etwas erreicht\nwerden. Was auch hei\u00dft, dass diejenigen, die in der Stadt und im Rat\nVerantwortung haben, sich im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten (im\nSt\u00e4dtetag, im VDV, vermittelt \u00fcber ihre Parteien) f\u00fcr eine solche\ngrundlegend ver\u00e4nderte Politik einsetzen m\u00fcssen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nEinige\nStellschrauben gibt es hier jedoch auch auf kommunaler Ebene: So sind\neine Parkraumbewirtschaftung unabdingbar; die Kosten f\u00fcr die Nutzung\nvon \u00f6ffentlichem Raum durch den MIV sollten deutlich erh\u00f6ht werden.\nEin weiterer Bau von Stra\u00dfen und von Parkh\u00e4usern sollte\ngrunds\u00e4tzlich nicht mehr stattfinden (Ausnahmen best\u00e4tigen diesen\nGrundsatz). Ein R\u00fcckbau der Infrastruktur f\u00fcr Stra\u00dfenverkehr steht\nauf der Tagesordnung. Auch ist zu pr\u00fcfen, wie teuer der Airport\nHannover die Kommune und die Menschen im Umland des Flughafens \u2013\nStichwort: L\u00e4rmbel\u00e4stigung im Allgemeinen und Nachtfl\u00fcge und\nSt\u00f6rung der Nachtruhe f\u00fcr viele Zehntausend im Besonderen \u2013\nkommt. Eine Subventionierung des Flughafens Hannover aus\nSteuermitteln der Stadt verbietet sich jedenfalls.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Zweitens:\nF\u00f6rderung von Dezentralit\u00e4t und von \u201ekurzen Wegen\u201c \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nEs muss eine\nsystematische Struktur- und Steuerpolitik der kurzen Wege verfolgt\nwerden. Dadurch werden automatisch die gr\u00fcnen Verkehrsarten\ngef\u00f6rdert und die \u201eroten\u201c, vor allem der Pkw-Verkehr, deutlich\nreduziert. Wir erlebten in den vergangenen f\u00fcnfzig Jahren eine\nabsurde, strukturell beg\u00fcnstigte und oftmals \u2013 z.B. durch\nZersiedelung und durch Konzentration im Einzelhandel \u2013 erzwungene\nVerkehrsinflation. Diese wird auch durch die Grund- und Bodenordnung\nund die Bodenspekulation \u2013 und damit durch \u00fcberh\u00f6hte und st\u00e4ndig\nsteigende Mieten \u2013 vorangetrieben, eine Entwicklung, die gerade in\nden vergangenen Monaten zu massiven Protesten der betroffenen\nMieterinnen und Mieter gef\u00fchrt hat. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nEin\nHannoveraner bzw. eine Hannoveranerin legte in den 1970er Jahren rund\n9000 km j\u00e4hrlich motorisiert zur\u00fcck. Heute sind es gut 50 Prozent\nmehr oder rund 14.000 Kilometer. Mehr zur\u00fcckgelegte Kilometer sind\nnicht gleichzusetzen mit mehr Mobilit\u00e4t. So hat die Zahl der\neinzelnen Wege (im Beruf, beim Einkaufen, in der Freizeit, im Urlaub)\nnicht zugenommen. Zugenommen haben in erster Linie <em>die\nEntfernungen bei jedem einzelnen Weg<\/em>. Diese\nVerl\u00e4ngerung der Wege muss so weit wie m\u00f6glich zur\u00fcckgenommen\nwerden. Alle Wege in den Bereichen Beruf, Ausbildung, Verwaltung,\nFreizeit sollten so weit wie m\u00f6glich verk\u00fcrzt werden. Teilweise\nerfordert dies eine l\u00e4ngerfristige Planung und neue Grundlagen\nhinsichtlich der Gesetze und anderer bindender Vorschriften.\nTeilweise k\u00f6nnen hier aber auch kjurzfristig erhebliche Erfolge\nerzielt werden. So reduziert eine f\u00fcr Freizeitaktivit\u00e4ten\nattraktive \u201eStadt f\u00fcr die Menschen\u201c anstelle der aktuellen\n\u201eAutostadt Hannover\u201c automatisch den Freizeitverkehr: Man genie\u00dft\ndie verkehrsberuhigte Stadt, flaniert auf den Stra\u00dfen, lebt auf\nzusammen mit den vielen neuen Stra\u00dfencaf\u00e9s  und Restaurants mit\nTischen im Freien. Der Freizeitverkehr macht derzeit rund 50 Prozent\nder mit Pkw zur\u00fcckgelegten Kilometer aus. Das Einsparpotential, das\nhier mit einer Verkehrswende-Stadt Hannover existiert, ist also\ngewaltig.<\/p>\n\n\n\n<p>\nGenerell\ngibt es keinen vern\u00fcnftigen Grund, warum auf l\u00e4ngere Sicht mit\neiner solchen Strukturpolitik nicht weitgehend wieder das Niveau an\nmotorisiert zur\u00fcckgelegten Kilometern, wie es vor 45 Jahren\nvorherrschte (in einer Zeit, in der es im allgemeinen Verst\u00e4ndnis\neine \u201eWohlstandsgesellschaft\u201c und wenig mehr als ein Prozent\nArbeitslosenquote gab), erreicht werden kann. Die Zauberworte hei\u00dfen:\nPriorisierung von N\u00e4he; Dezentralisierung von Strukturen.\nLebenswerte gr\u00fcne Wohnquartiere. Stra\u00dfencaf\u00e9s anstelle von\nPkw-Abstellr\u00e4umen. Entschleunigung zwecks Lebensgenuss und zur\nR\u00fcckgewinnung von Urbanit\u00e4t.<sup><a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Drittens:\nNotwendig ist eine klare Zielvorgabe \u2013 f\u00fcr einen nachhaltigen\nmodal split \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\n\u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t Hannover\u201c enth\u00e4lt keine\nAngaben zu dem zuk\u00fcnftigen Modal split. Das ist f\u00fcr die h\u00f6chst\nambitionierte Zielsetzung \u201eKlimavertr\u00e4glichkeit\u201c\nunverantwortlich. Notwendig ist eine <em>klare\nZielsetzung<\/em>, wie sich der Verkehr in Hannover\nentsprechend seiner Verteilung auf die unterschiedlichen\nVerkehrstr\u00e4ger \u2013 auf F\u00fc\u00dfe, Pedale, \u00d6ffis und Autos \u2013\nentwickeln soll. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhalten eine Modal-split-Entwicklung wie in der folgenden Tabelle 2\naufgezeigt f\u00fcr realistisch und zielf\u00fchrend:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tabelle\n2: Modal split in Hannover 2016, 2025 und 2030<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n\t\t\t<strong>Verkehrstr\u00e4ger<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>2016<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>2025<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>2030<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Best\n\t\t\tpractice (2015)<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>F\u00fc\u00dfe<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t27\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tVenedig:\n\t\t\t65%; Bern: 39%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Pedale<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t19\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tKopenhagen:\n\t\t\t45%; M\u00fcnster 39%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>\u00d6ffis<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t19\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t27\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tZ\u00fcrich:\n\t\t\t32%; Venedig [vaporetti] 35%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Pkw\n\t\t\t(MIV &amp; Carsharing) <\/strong>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t38\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t26\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t10\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tBasel:\n\t\t\t18%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Summe<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t100\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Es\nhandelt sich hier, wie noch dargestellt werden wird, um eine\nkonservative Rechnung. Es ist angesichts der vorliegenden praktischen\nBeispiele mit St\u00e4dten, die mit Hannover vergleichbar sind, durchaus\nvorstellbar, dass die gr\u00fcnen Verkehrsarten in den Jahren 2025 und\n2030 nochmals deutlich h\u00f6here Anteile erreichen k\u00f6nnten und damit\nder Pkw nochmals deutlich reduziert werden w\u00fcrde. So liegt in Bern\nder Fu\u00dfg\u00e4nger-Anteil heute bereits wesentlich h\u00f6her als derjenige,\nden wir f\u00fcr Hannover 2030 vorsehen. Kopenhagen hat heute bereits\neinen Fahrradverkehrsanteil, der deutlich h\u00f6her als derjenige im\nHannover-Modal Split im Jahr 2030 vorgesehene ist. Der \u00d6PNV-Anteil\nin Z\u00fcrich wiederum liegt heute bereits h\u00f6her als der \u00d6ffi-Anteil,\nden wir in der Tabelle f\u00fcr Hannover f\u00fcr 2030 vorgeben. Basel\nwiederum hat heute bereits einen MIV-Anteil von weniger als 20\nProzent. Alle angef\u00fchrten Best-practise-St\u00e4dte sind mit Hannover\nvergleichbar \u2013 bis auf den Sonderfall, zugleich ein durchaus\ninteressanter Fall \u2013 Venedig.<sup><a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Viertens:\nDer nichtmotorisierte Verkehr \u2013 und hier insbesondere der\nFahrradverkehr \u2013 muss einen besonders hohen Stellenwert erhalten \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der\nnichtmotorisierte Verkehr (zu Fu\u00df Gehen und Radeln) taucht in vielen\nStatistiken und bei vielen modernen Stadtplanern nur als (l\u00e4stige?)\nRanderscheinung auf. Das trifft auch auf die aktuelle Verkehrspolitik\nin Hannover und auf das \u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t\u201c zu.\nZu Fu\u00df gehen gibt es dort erst gar nicht.  Und Fahrradfahren taucht\nfast ausschlie\u00dflich in Form von E-Bikes, also Pedelecs,m auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\n\u00fcberzeugende Verkehrswende muss das zu Fu\u00df gehen und Rad ins\nZentrum r\u00fccken.  Kopenhagen (teilweise auch Amsterdam und M\u00fcnster)\nlehren: Allein das Potential f\u00fcr Fahrradverkehr liegt inzwischen bei\n45 Prozent aller Wege (= des Verkehrsaufkommens) und bei 40 Prozent\nder in St\u00e4dten zur\u00fcckgelegten Kilometer (= der Verkehrsleistung).\nZusammen mit dem Fu\u00dfg\u00e4ngerverkehr kommt der nichtmotorisierte\nVerkehr dann, wenn er gezielt gef\u00f6rdert und mit der Strukturpolitik\nder kurzen Wege verbunden wird, auf rund 60 Prozent der Wege und auf\nmehr als 45 Prozent der zur\u00fcckgelegten Kilometer. Um das Potential\ndes nicht motorisierten Verkehrs auch zu realisieren, m\u00fcssen in\ngro\u00dfem Ma\u00dfstab Fahrradwege, Fahrradschnellwege und vor allem\nFahrradstreifen \u2013 in die Stra\u00dfen integrierte und deutlich\nmarkierte Zonen, die f\u00fcr den Fahrradverkehr reserviert sind, gebaut\nwerden. Reine Zonen f\u00fcr nicht motorisierte Verkehre sollten deutlich\nausgeweitet werden. In diesen d\u00fcrfen auch keine Elektro-Pkw\nzugelassen werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nd\u00e4nische Hauptstadt Kopenhagen \u2013 sie ist mit 615.000 Einwohnern\netwas gr\u00f6\u00dfer als Hannover \u2013 ist inzwischen europaweit die\nFahrrad-Stadt Nummer 1. Mehr als 40 Prozent aller Wege werden dort\nper Rad realisiert. Hannover und Kopenhagen sind Gro\u00dfst\u00e4dte ohne\ngr\u00f6\u00dfere Erhebungen; also sehr gut geeignet f\u00fcr Radverkehr jeder\nArt. In Kopenhagen gibt es sogar wesentlich mehr Regentage als in\nHannover. \n<\/p>\n\n\n\n<p>All\ndas spricht daf\u00fcr, dass die Kopenhagen-Werte f\u00fcr die Anteile des\nFahrradverkehrs auch in Hannover erreicht werden k\u00f6nnen.<sup><a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a><\/sup>\nDabei ist eine F\u00f6rderung von Pedelecs sicher sinnvoll. Die gro\u00dfe\nMasse des Radverkehrs wird jedoch auch in Zukunft mit klassischen,\nwenn auch mit moderner Technik ausgestatteten Fahrr\u00e4dern\nstattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\n<em><strong>wichtige Zwischenbilanz und Erkenntnis<\/strong><\/em>\nist hier wichtig festzuhalten: Plant man eine Verkehrswende mit der\nPriorit\u00e4t \u201enicht motorisierter Verkehr\u201c, dann l\u00e4uft auch sehr\nschnell das Totschlagargument ins Leere, wonach eine massive\nReduktion der Kosten f\u00fcr Mobilit\u00e4t, gar fl\u00e4chendeckende\nNulltarife, zu einem nicht bew\u00e4ltig baren Ansturm auf den \u00d6PNV\nf\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>F\u00fcnftens:\nNotwendig ist ein deutlicher Ausbau des \u00d6PNV \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bestehende\nBussysteme sollten ausgebaut und m\u00f6glichst auf emissionsfreie\nAntriebe umgestellt werden. Das kann durch Elektrobusse erfolgen. So\nwird dies auch im \u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t\u201c f\u00fcr\nHannover vorgeschlagen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hier\nstellt sich eine grunds\u00e4tzliche Frage: Warum hei\u00dft\n\u201eElektromobilit\u00e4t\u201c im Bereich des motorisierten Verkehrs heute,\ndass jedes Fahrzeug seine Energie \u201egetankt\u201c mit sich f\u00fchren\nmuss? Schlie\u00dflich ist das damit verbundene Gewichtsproblem bei der\nseit rund einem Jahrhundert existierenden Elektromobilit\u00e4t bei der\nBahn, bei Stra\u00dfenbahnen, U-Bahnen oder Oberleitungsbussen\n(Trolley-Busse) elegant gel\u00f6st: Bei diesen traditionellen\nVerkehrsmitteln der Elektromobilit\u00e4t wird Energie immer genau dann\nzugef\u00fchrt, wenn sie ben\u00f6tigt wird. Sie muss nicht mittransportiert\nwerden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nHier\nist interessant, dass selbst im Bereich von Bussen die heutigen\nPropagandisten der Elektrofahrzeuge immer nur von Elektrobussen mit\nBatterien bzw. Akkus reden. Dass es gerade im \u00d6PNV per Bus mit den\nO-Bussen bzw. mit den Trolley-Bussen eine deutlich effizientere\nL\u00f6sung gibt, dass diese O-Busse auch heute noch in drei deutschen\nSt\u00e4dten (Solingen, Esslingen und Eberswalde) unterwegs sind, dass im\nNachbarland Schweiz in einem halben Dutzend St\u00e4dten (in Lausanne,\nGenf, St. Gallen, Z\u00fcrich, Winterthur und insbesondere in der\nSchweizer Bundeshauptstadt Bern) gr\u00f6\u00dfere O-Busse-Netze existieren,\ndass es in j\u00fcngerer Zeit in St. Gallen und Winterthur sogar\nVolksabstimmungen gab, in denen sich die Bev\u00f6lkerung deutlich f\u00fcr\nden O-Bus entschied, dass in Salzburg das europaweit gr\u00f6\u00dfte\nO-Bus-Netz existiert, das immer weiter ausgebaut wird, in dem aktuell\nim Jahr 41 Millionen Fahrg\u00e4ste auf 12 Linien mit 100 Fahrzeugen\nbef\u00f6rdert werden. \u2026  all das geht in dieser Debatte unter bzw.\nwird verdr\u00e4ngt.<sup><a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Das\nhei\u00dft: In Hannover sollte die Einf\u00fchrung von O-Bus-Systemen bzw.\ndie Umwandlung von Dieselbusse auf Trolley-Busse gepr\u00fcft und eine\nsolche Option mit den kurz- und langfristigen Kosten f\u00fcr die\nAnschaffung und den Betrieb von Elektrobussen (von reinen\nBatterie-Busse) verglichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Oberirdisch\ngef\u00fchrte, schienengebundene Verkehrsmittel (S-Bahnen und\nStra\u00dfenbahnen) erhalten bei \u00d6PNV-Fahrg\u00e4sten in der Regel die\nh\u00f6chsten Akzeptanz-Quoten. \u201eWo wir fahren lebt Z\u00fcrich\u201c \u2013 so\nlautet der richtungsweisende Wahlspruch der Z\u00fcricher Tram. Wobei es\nin Z\u00fcrich eine klare Entscheidung gegen unterirdisch gef\u00fchrte\nBahnen (Tram oder Stadtbahn oder U-Bahn) gab (Volksentscheide\ninbegriffen). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nStra\u00dfenbahnkilometer kostet maximal ein Viertel eines Kilometer mit\nunterirdisch gef\u00fchrter Bahn (Trambahn, Stadtbahn oder U-Bahn). Und\nzwar bei gleicher Transportkapazit\u00e4t. Trams liegen bei den\n\u00d6PNV-Benutzenden in der Beliebtheitsskala an der Spitze. Das gilt\ninsbesondere f\u00fcr Niederflur-Stra\u00dfenbahnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hannover\nverf\u00fcgt \u00fcber ein leistungsf\u00e4higes Stra\u00dfenbahnnetz. Die\n\u201eVerbannung\u201c von vielen Tram-Kilometern in den Untergrund war\nTeil der \u2013 auch im \u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t f\u00fcr\nHannover\u201c hervorgehobenen \u2013 Zielsetzung der \u201eautogerechten\nStadt\u201c.    In Hannover m\u00fcsste zur Realisierung des nachhaltigen\nModal split der \u00d6PNV und hier vor allem das Tram-Netz um rund 20\nProzent ausgebaut und der Fahrzeugpark um rund 30 Prozent erweitert\nwerden. Dabei sollte der erforderliche Ausbau des Tramnetzes\nausschlie\u00dflich in Form oberirdisch gef\u00fchrter Linien durchgef\u00fchrt\nwerden. Ein Umbau de Tramstrukturen auf Niederflurfahrzeuge, wie sie\nsich inzwischen in fast allen Gro\u00dfst\u00e4dten der Welt durchsetzen,\nw\u00e4re w\u00fcnschenswert.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Sechstens:\nGepr\u00fcft werden sollte in Hannover ein \u00d6PNV-Nulltarif. Als\n\u00dcbergangsl\u00f6sung kann das Modell \u201e1-Euro-pro \u00d6PNV-Tag\u201c (360\nEuro Jahres Ticket) gepr\u00fcft werden \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nBundesregierung schlug im Februar 2018 f\u00fcr f\u00fcnf St\u00e4dte Modelle f\u00fcr\neinen kostenfreien Nah- und Regionalverkehrs vor. Auch wenn dabei\nHannover nicht als Modellstadt auserkoren war, sollte man die\nBundesregierung beim Wort nehmen und auch in der nieders\u00e4chsischen\nLandeshauptstadt in dieser Richtung aktiv werden. Es gibt inzwischen\neinige Erfahrungen mit \u00d6V-Nulltarifen. Die \u201eSemestertickets\u201c\nbeispielsweise sind solche durch eine Einmalgeb\u00fchr, die\nSemestergeb\u00fchren, finanzierte Nulltarife. Als diese Studi-Tickets\nvor mehr als zwei Jahrzehnten erstmals gefordert wurden, wurde dies\nmit unterschiedlichen, oft angeblich \u201eobjektiv\u201c begr\u00fcndeten\nArgumenten abgewiesen. Heute gilt dies als sozial erreichter (und\nklimapolitisch verantwortungsbewusster) Standard f\u00fcr Millionen\nStudierende.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder estnischen Hauptstadt Tallinn gibt es seit knapp einem Jahrzehnt\neinen \u00d6PNV-Nulltarif (f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in der Stadt selbst).\nTallinn ist \u2013 \u00e4hnlich wie Kopenhagen \u2013 hinsichtlich der\nBev\u00f6lkerungszahl weitgehend mit Hannover vergleichbar (Tallinn hat\nAnfang 2018 431.000 und Hannover hat 532.000 Einwohner). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vor\nallem aber liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Tallinn bei der H\u00e4lfte\ndesjenigen in der nieders\u00e4chsischen Landeshauptstadt. Es ist vor\ndiesem Hintergrund nicht nachvollziehbar, warum das, was in Tallinn\nm\u00f6glich ist, nicht auch f\u00fcr Hannover denkbar sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nZwischenl\u00f6sung k\u00f6nnte das sein, was in Wien und im \u00f6sterreichischen\nBundesland Vorarlberg seit einigen Jahren mit gro\u00dfem Erfolg\npraktiziert wird: Das Jahresticket im \u00d6PNV kostet 360 Euro. Ein Euro\npro Tag f\u00fcr \u00d6PNV, erg\u00e4nzt um eine gro\u00dfz\u00fcgige \u201esoziale\nKomponente\u201c, k\u00f6nnte auch eine gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in\nHannover f\u00fcr einen Umstieg auf den \u00d6PNV \u00fcberzeugen. W\u00e4hlte man\neine solche 360-Eiro-Jahtesticket-L\u00f6sung, dann k\u00f6nnte man w\u00e4hrend\ndieser Zwischenstufe, bei der die Nachfrage nach \u00d6PNV \u201enur\u201c um\n15.20% steigen d\u00fcrfte, den \u00d6PNV weiter ausbauen, und auf diese\nWeise die strukturellen Voraussetzungen f\u00fcr einen sp\u00e4teren\nHannover-weiten \u00d6PNV-Nulltarif schaffen.   \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Siebtens:\nF\u00f6rderung von autofreien und auto-armen Quartiere \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell\nist viel die Rede davon, dass die \u201eLadeinfrastruktur f\u00fcr\nElektromobilit\u00e4t\u201c massiv ausgebaut werden m\u00fcsse. Das d\u00fcrfte\ntechnisch und hinsichtlich der erforderlichen Fl\u00e4chen dann auf\nenorme Probleme sto\u00dfen, wenn die Zahl der Elektro-Pkw eine gewisse\nGr\u00f6\u00dfe \u00fcberschreitet. In Oslo, das als \u201eMekka der Automobilit\u00e4t\u201c\ngepriesen wird, wird inzwischen vom Kauf eines E-Pkw dann abgeraten,\nwenn der potentielle Besitzer eines E-Car nicht \u00fcber eine eigene\nLadeinfrastruktur verf\u00fcgt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\ndargestellt, wird selbst im Jahr 2025 in Hannover die Zahl der\nElektro-Pkw maximal acht Prozent des Gesamtbestands an Pkw ausmachen.\nWobei viele dieser E-Autos Zweit- und Drittwagen sein werden.\nF\u00f6rderungsma\u00dfnahmen dieser Art kommen also nur einer kleinen, wohl\neher einer besser und sehr gut verdienenden Minderheit zugute.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentlich\nmehr Menschen in Hannover haben gar kein Auto \u2013 weder eines mit\nherk\u00f6mmlichem Antrieb noch heute oder in Zukunft ein E-Autos. Rund\nein Drittel aller Haushalte in der nieders\u00e4chsischen\nLandeshauptstadt lebt \u2013 freiwillig oder notgedrungen \u2013 ohne Pkw.\nEine Verkehrspolitik, die auf Nachhaltigkeit setzt, muss vor allem\ndiese Zielgruppe im Auge haben..<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4ngst\ngibt es den Wunsch von vielen Menschen nach Wohnviertel ohne\nAuto(verkehr). L\u00e4ngst sind erste Quartiere mit wenig Autos\nWirklichkeit. Inzwischen werben sogar Winter- und Sommerurlaubsorte\nmit \u201eautofrei\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPolitik muss diese W\u00fcnsche aktiv aufgreifen. Nichts macht mehr\nAppetit auf Autofreiheit wie die autofreie Praxis.  Es gilt, das\nEntstehen von autofreien Quartieren zu f\u00f6rdern.\nModellversuche mit Titeln wie \u201eAutofreie Stadt\u201c oder \u201eAuto arme\nStadt\u201c oder \u201eStadt f\u00fcr die Menschen\u201c stehen auf der\nTagesordnung. Eine solche Politik der kurzen Wege erfordert auch\nwirksame Ma\u00dfnahmen gegen die Bodenspekulation und zur Senkung von\nMieten in zentralen Lagen (so eine neu konstruierte, das hei\u00dft\nwirksame Mietbremse).<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Achtens:\nCitylogistik &amp; deutliche Reduktion des G\u00fcterverkehrs und erst\ndann Verlagerung\/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nDer G\u00fcterverkehr\nund der Lieferverkehr wachsen von Jahr zu Jahr. Seit 1990 hat sich\nder Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr verdoppelt. Laut \u201eUmsetzungskonzept\nElektromobilit\u00e4t in Hannover\u201c soll der G\u00fcterverkehr auf Stra\u00dfen\nim Raum Hannover weiter deutlich \u2013 um 12-15 Prozent &#8211; wachsen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nUnd warum? Der\nLebensstandard blieb in den vergangenen 25 Jahren weitgehend auf dem\ngleichen Niveau. Es gab in den letzten drei Jahrzehnten eine mit\nBlick auf die Erw\u00e4rmung des Planeten nicht zu verantwortende\nSteigerung der Transportintensit\u00e4t. In einer Ware von ein und\nderselben Qualit\u00e4t stecken immer mehr Transportkilometer.<\/p>\n\n\n\n<p>\nVor diesem\nHintergrund ist im \u00dcbrigen jede pauschale Forderung, wonach der\nG\u00fcterverkehr auf die Schiene (oder auf Elektroscooter) verlagert\nwerden m\u00fcsse, problematisch. U.a. weil damit neuer Verkehrsl\u00e4rm\nverbunden sein kann. An erster Stelle m\u00fcssen bei einer Verkehrswende\nim G\u00fcterverkehr Ma\u00dfnahmen zur Reduktion des G\u00fcterverkehrs stehen \u2013\nwas zugleich auf eine St\u00e4rkung der regionalen Wirtschaft\nhinausl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDies\nsollte erg\u00e4nzt werden mit Planungen f\u00fcr eine effiziente\n<em>Citylogistik<\/em>. Der\nVW-Konzern entwickelte beispielsweise f\u00fcr sein Werk in Leipzig\n(fr\u00fcher: Phaeton; heute Elektro-Golf) das Modell f\u00fcr eine solche\nCitylogistik, bei der speziell daf\u00fcr gebaute G\u00fcter-Trams das (im\nInnenstadtbereich liegende) Werk mit allen Zulieferungen versorgen. \nWarum sollte ein solches Modell nicht auch f\u00fcr die nieders\u00e4chsische\nLandeshauptstadt Hannover, in der VW ja unbestritten eine gr\u00f6\u00dfere\nRolle spielt, realisierbar sein?<sup><a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\n<em><strong>Neuntens:\nEinbindung in den regionalen und bundesweiten Verkehr \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nErforderlich\nist, den innerst\u00e4dtischen Verkehr in den Bereichen Radverkehr und\n\u00d6PNV in den regionalen (und z.T. \u00fcberregionalen) Verkehr\neinzubinden. Ein erheblicher Teil des bestehenden innerst\u00e4dtischen\nVerkehrs besteht aus Ziel- und Quellverkehren aus der Region und in\ndie Region hinein (u.a. Pendler; Einkaufsverkehre; Freizeitverkehre).\nDiese Verkehre k\u00f6nnen auf l\u00e4ngere Sicht teilweise deutlich\nreduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\nNeue\nFahrradschnellwege k\u00f6nnen dazu beitragen, dass ein Teil des\nPendlerverkehrs, der bislang als MIV oder \u00d6PNV stattfindet, auf\nFahrr\u00e4der verlagert wird (siehe erneut Kopenhagen, wo insbesondere\nbei den Berufswegen ein sehr hoher Teil derselben aufs Fahrrad\nverlagert wurde). \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDiese Einbindung\nerfordert auch einfache und attraktive L\u00f6sungen hinsichtlich der\nTarife und des Fahrplans (hinsichtlich des \u00fcberregionalen Verkehr\neinen \u201eDeutschlandtakt\u201c). Soziale Aspekte sind dabei zu\nber\u00fccksichtigen (siehe im Raum Region Hannover die Debatte zur\n\u201eNordwestbahn\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>\nGrunds\u00e4tzlich\nstellt sich die Frage, welchen Sinn aufwendige und bei jeder\nUmstellung mit erheblichen Belastungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und\ndie Fahrg\u00e4ste verbundene Ausschreibungen und ein Scheinwettbewerb in\neinem System haben, in dem der Schienenpersonennahverkehr (seit Mitte\nder 1990er Jahre) zu mehr als 60 Prozent durch staatliche Mittel \u2013\ndie Regionalisierungsgelder \u2013 finanziert wird und in dem, wie in\nNiedersachsen (und inzwischen auch in Baden-W\u00fcrttemberg inzwischen\nder Fall) auch der Fuhrpark (die Z\u00fcge, Loks und Wagengarnituren) mit\nLandesmitteln finanziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\n\u201eunternehmerische Risiko\u201c tendiert hier l\u00e4ngst gegen Null; es\nfindet hier prim\u00e4r eine Abzocke staatlicher Gelder durch private\nUnternehmen statt, hinter denen sich im \u00dcbrigen dann oft wieder\nTochtergesellschaften benachbarter staatlicher Bahnen verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zehntens:\nVerkehrswende und Demokratie \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die\ndringend erforderliche Verkehrswende in Hannover und Region wird nur\ngelingen, wenn sie von einer breiten Bewegung in der Bev\u00f6lkerung\nunterst\u00fctzt, ja getragen wird. Sie muss zu einem Demokratieprojekt\nder B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger werden. Das ist keine reine Frage der\nPR. Dazu sollte auch \u00fcber neue institutionalisierte Formen\ndemokratischer Beteiligung \u2013 beispielsweise ein Fahrgastrat \u2013\nnachgedacht werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\njedem Fall m\u00fcssen die bestehenden Verb\u00e4nde im Umwelt- und\nVerkehrsbereich und die mit dem Thema befassten Gewerkschaften mit\neinbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anh\u00f6rung, die dazu am 7. Mai 2018 stattgefunden hat, sollte dazu beitragen, dass solche demokratische M\u00f6glichkeiten geschaffen werden und dass auf diese Weise die erforderliche Verkehrswende realisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>\n\tUmsetzungskonzept zur Elektromobilit\u00e4t in Hannover \u2013 Hannover\n\tstromert, S. 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>  Zu nennen sind hier insbesondere die \u201eOPTUM\u201c-Studie des \u00d6ko-Instituts von 2012 und die Studie \u201e\u00d6kologische Folgen von Elektroautos\u201c des Umwelt- und Prognose-Instituts (UPI) in Heidelberg 2015 (siehe;. http:\/\/www.upi-institut.de\/UPI79_Elektroautos.pdf). 2017 kam eine Studie des Trancik Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei einem Vergleich zwischen dem Benzin-Pkw-Modell Mitsubishi Mirage mit dem E-Pkw-Modell Tesla S (P100D) zu \u00e4hnlichen und den folgenden Ergebnissen: Das Benzin-Modell kommt auf den Lebenszyklus umgerechnet auf 51.891 kg CO2-\u00c4quivalente; der Elektro-Tesla auf 61.115. Umgerechnet auf einen gefahrenen Kilometer ist der Benziner f\u00fcr 191 Gramm CO2, der Elektro-Pkw f\u00fcr 226 Gramm CO2-\u00c4quivalente verantwortlich. Ein Plus von 17 Prozent. Die Studie ist insofern interessant, als sich das erw\u00e4hnte Institut, angef\u00fchrt von Prof. Jessica Trancik, zu den Promotern von Elektro-Pkw rechnet. Siehe Patrick McGee, \u201eGreen driving\u00b4s  dirty secret\u201c, in: Financial Times vom 9. November 2017. <br><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a>   Siehe: <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/klimaschutzziele-nur-elektromobilitaet-erreichbar\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/klimaschutzziele-nur-elektromobilitaet-erreichbar<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p><br> <a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a> In der Publikation zur \u201eLebenswegeanalyse der CO-2-Emmissionen eines Mittelklasse-Pkw \u2013 Betrachtung ohne Fahrzeugherstellung [!]\u201c kommt der Autor Werner Tober zu den folgenden Ergebnissen: Ein solcher Pkw emittiert auf Basis des (im Vergleich zur BRD deutlich klimafreundlicheren) \u00f6sterreichischen Strom-Mixes 60 g CO2 je gefahrenen Kilometer, auf Basis des EU-Strom-Mixes sind es 82 g\/CO2\/km, auf Basis des deutschen Strom-Mixes 130 g\/CO2\/km und auf Basis des Strom-Mixes der VR China 190 g\/CI2\/km. Nach: Hans-Peter Lenz (Hrsg), Werner Tober, Praxisbericht Elektromobilit\u00e4t und Verbrennungsmotor. Analyse elektrifizierter Pkw-Antriebskonzepte, Wiesbaden 2016, S. 19. Unter Einbezug der Fahrzeugherstellung liegen die Werte h\u00f6her; die Spanne bei den Vergleichen bleibt jedoch weitgehend dieselbe.  <\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a>\n\t Mia Romare und Lisbeth Dahll\u00f6f, The Life Cercle Energy Consuption\n\tand the Greenhouse Gas Emissions from Lithium-Ion-Batteries. A Study\n\twith focus on current Technology and Batteries for light-duty\n\tvehicles, IVL \u2013 Swedish Environmental Research Institute,\n\tStockholm 2017. Wobei die Forscherinnen\n\tkeineswegs erkl\u00e4rte E-Pkw-Gegnerinnen sind. Ihre Forderungen\n\tlauten: Hersteller und Verbraucher m\u00fcssten mit kleineren Batterien\n\tauskommen \u2013 was ein Gegensatz darstellt zum Drang, immer\n\treichweitenst\u00e4rkere Autos herzustellen. Auch die Richtlinien, die\n\tin China am 1.1.2019 in Kraft treten, laufen erkl\u00e4rterma\u00dfen auf\n\teine F\u00f6rderung gr\u00f6\u00dferer Reichweiten hinaus. Unter den gegebenen\n\tBedingungen hei\u00dft dies, gro\u00dfe und schwere E-Autos werden besonders\n\tgef\u00f6rdert. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a>\n\tPersonenkilometer (Pkm) = Person multipliziert mit der Zahl der\n\tzur\u00fcckgelegten Kilometer hier also eine Person, die einen km\n\tzur\u00fccklegt).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a>\n\tEntnommen aus der UPI-Studie \u201e\u00d6kologische Folgen von\n\tElektroautos\u201c, a. a. O., S. 6.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a>\n\tUmsetzungskonzept\u2026, a.a.O., S. 37.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a>   <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/verkehr-laerm\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/verkehr-laerm<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a>  UPI-Bericht, a. a. O., S. 36. Daimler hat einen Sound-Generator entwickelt, der jedoch nur in Elektro-Daimler-Pkw in den USA und in Japan serienm\u00e4\u00dfig zum Einsatz kommt. Schlie\u00dflich gibt es in der EU und in Deutschland diesbez\u00fcglich keine gesetzliche Verpflichtung. Dass die zitierte US-Untersuchung sich nur auf Hybrid-Pkw bezog, mindert die Aussagekraft nicht; ihre Ergebnisse lassen sich 1:1 auf Elektro-Pkw \u00fcbertragen, da Hybrid-Pkw im langsamen Stadtverkehr in erster Linie mit dem Elektromotor betrieben werden. Eher gilt, dass die gr\u00f6\u00dfere Unfallgefahr erst recht f\u00fcr Elektro-Pkw zutrifft, da diese ausschlie\u00dflich mit Elektromotor, also bei langsamer Fahrweise weitgehend ohne Fahrger\u00e4usch betrieben werden. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a> UPI-Studie, S. 36.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a> UPI-Studie, S. 38.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a> http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/2017-07\/e-auto-elektromobilitaet-praemie-umwelt-kosten\/seite-2 <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a> UPI-Studie, S. 43.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a>\n\tA.a.O., S. 9. Hervorgehoben von W.W.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a> Eine entsprechende Studie wurde im E-Auto-Mekka Norwegen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a> Entnommen aus der UPI-Studie, S. 40.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a>\n\tBei den Brennstoffzellen f\u00fcr japanische Pkw wird der f\u00fcr den\n\tAntrieb notwendige Wasserstoff in Australien mit der Verbrennung von\n\tBraunkohle hergestellt und von dort nach Japan verfrachtet. Daf\u00fcr\n\twurde ein langfristiger Vertrag abgeschlossen; es geht hier also\n\tnicht um eine kurzfristige \u00dcberbr\u00fcckung. Siehe Frankfurter\n\tallgemeine Zeitung vom 4. April 2018;\n\t<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/japan-will-mit-wasserstoff-und-kohle-die-energiewende-schaffen-15524955.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/japan-will-mit-wasserstoff-und-kohle-die-energiewende-schaffen-15524955.html<\/a>\n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a>\n\tA.a.O., S. 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a>\n\tBei den Elektro-Autos, die hier dargestellt sind, handelt es sich um\n\talle Elektro-Fahrzeuge, also um Elektro-Pkw und um Busse bzw. um\n\tandere Nutzfahrzeuge (letzteres meint meist Transporter). F\u00fcr das\n\tHerausfiltern der reinen Elektro-Pkw erweist sich die Statistik als\n\tunzureichend. Diese gewisse Ungenauigkeit f\u00e4llt jedoch bei den hier\n\tdargestellten Zahlen nicht ins Gewicht. Indem es diese statistische\n\tUngenauigkeit gleicherma\u00dfen f\u00fcr China und die BRD gibt, ist auch\n\teine Vergleichbarkeit gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a>Angaben\n\tin der Tabelle nach: Laufende OICA-Statistik und EV Volumes.com \u2013\n\tThe Electrical Vehicle World Sales Database;\n\tundhttps:\/\/www.vox.com\/energy-and-environment\/2017\/9\/13\/16293258\/ev-revolution<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a>\n\tSiehe:\n\thttps:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2017-06-02-denmark-is-killing-tesla\n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote23anc\">23<\/a>\n\tSiehe \u201eUmsetzungskonzept\u2026\u201c, a.a.O., S. 31. Hier steht\n\tirrt\u00fcmlich \u201e2015\u201c anstelle \u201e2025\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote24anc\">24<\/a>\n\tInzwischen sind in Deutschland 70 Prozent aller Neuzulassungen\n\tDienstwagen; nur noch 30 Prozent neuer Autos gehen an Privatleute.\n\tDer Automarkt w\u00fcrde also schlicht kollabieren bzw. die\n\tAutonachfrage w\u00fcrde erheblich zur\u00fcckgehen, wenn es diese\n\tsteuerliche Privilegierung nicht geben w\u00fcrde. Es handelt sich dabei\n\t\u00fcberwiegend um teure Autos mit meist hohen CO-2-Emissionen; der\n\t(bezahlte!) Durchschnittspreis eines im Jahr 2017 neu zugelassenen\n\tDienstwagens lag bei 39.469 Euro. Die Dienstwagen gehen zu 75\n\tProzent an M\u00e4nner. Elektro-Autos gibt es als Dienstwagen nur in\n\thom\u00f6opathischer [statistisch nicht mehr erfassbarer] Dosierung. Die\n\tzweitgr\u00f6\u00dfte Einzelgruppe unter den Dienstwagen (differenziert nach\n\t14 Kategorien wie \u201eOberklasse\u201c, \u201eObere Mittelklasse\u201c,\n\t\u201eMittelklasse\u201c, \u201eKleinwagen\u201c, \u201eVan\u201c usw.) sind \u2026 SUVs.\n\t2017 wurden rund 600.000 neue SUV zugelassen \u2013 als Gesch\u00e4ftswagen.\n\tAngaben nach: Handelsblatt vom 1. Dezember 2017. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote25anc\">25<\/a>\n\tElektro-Autos bringen den entgegengesetzten Effekt, bedeuten\n\tZentralisierung. Die Ladestationen werden knapp und zentralisierend\n\tsein. Gro\u00dfe Einkaufszentren werben bereits heute damit, dass es\n\teine Strom-\u201eZapfs\u00e4ule\u201c gibt. \u201eTante Emma\u201c kann da nie und\n\tnimmer mithalten. Kleine L\u00e4den wurden bereits mit dem normalen Pkw\n\tdezimiert. Die \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c wird ihnen den Todessto\u00df\n\tversetzen. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote26anc\">26<\/a>\n\tIn Venedig findet Mobilit\u00e4t ausschlie\u00dflich zu Fu\u00df und mit \u00d6ffis\n\t(den vaporetti) statt. Das hat die bekannten nat\u00fcrlichen Gr\u00fcnde.\n\tDoch liegt dies auch daran, dass es die Analogie zum MIV in Form\n\teines motorisierten Individual-Motorboots-Verkehrs kaum gibt, u.a.\n\tweil die Liegeplatzt-Geb\u00fchren extrem hoch sind. Das Beispiel ist\n\tdurchaus vergleichbar \u2013 z.B. mit einer Stadt wie Heidelberg. Siehe\n\tdazu: Siehe Egon Grund, Venedig \u2013 Vorbild einer autofreien Stadt?,\n\tDortmund 1993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote27anc\">27<\/a>\n\tWir blieben in der Modal-Split-Perspektive f\u00fcr Hannover 2025 und\n\t2030 deutlich unter den Werten, die heute bereits in Kopenhagen\n\terreicht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote28anc\">28<\/a>Siehe\n\tauch: Gunter Mackinger: <em>Der\n\tObus in Salzburg<\/em>. Verlag\n\tKenning, Salzburg 2005. Im \u00dcbrigen gibt es O-Bus-Systeme in vielen\n\tosteurop\u00e4ischen und russischen St\u00e4dten; auch in den chinesischen\n\tSt\u00e4dten Peking, Guongzhou, Shanghai, Wuhan.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote29anc\">29<\/a>\n\tEs ist bezeichnend, dass die eher bescheidende Forderung im\n\t\u201eUmsetzungskonzept Elektromobilit\u00e4t f\u00fcr Hannover\u201d nach\n\tbaldiger Umstellung des st\u00e4dtischen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge\n\tvon der Mehrheit im Rat der Stadt nicht mehr vertreten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klimaerw\u00e4rmung f\u00fchrt dazu, dass in immer mehr St\u00e4dten Verkehrspl\u00e4ne erstellt werden, die anscheinend den neuen Herausforderungen gerecht werden. Das trifft \u2013 jedenfalls in Deutschland \u2013 \u00e4u\u00dferst selten zu. 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