{"id":1231,"date":"2020-10-03T12:17:12","date_gmt":"2020-10-03T10:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1231"},"modified":"2020-10-03T12:17:13","modified_gmt":"2020-10-03T10:17:13","slug":"elektro-pkw-beschleunigen-den-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1231","title":{"rendered":"Elektro-Pkw beschleunigen den Klimawandel"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Webseminar von Umweltakademie M\u00fcnchen und VHS M\u00fcnchen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hier die <a href=\"https:\/\/youtu.be\/63Suk7z3b_4\">Aufzeichnung <\/a>der etwa 2-st\u00fcndigen Debatte in M\u00fcnchen auf dem YouTube-Kanal des Klimaherbstes. Der Beitrag von Winfried Wolf beginnt ab min 32.<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2><strong>12\nThesen <\/strong>\n<\/h2>\n\n\n\n<p><em><strong>These eins<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Drei\nBegriffskl\u00e4rungen \/\/<\/strong><\/em> (1)\nElektromobilit\u00e4t ist wichtig, vern\u00fcnftig und auszubauen. Siehe\nThese 12. Es handelt sich um elektrisch gef\u00fchrte und zunehmend\nelektronisch gesteuerte Eisenbahnen, S-Bahnen, Trams. Die Besetzung\ndes Begriffes \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c f\u00fcr \u201eE-Pkw-Mobilit\u00e4t\u201c ist\nmanipulativ. (2) Wer E-Pkw sagt, muss E-Pkw meinen. Also\nBatterie-Pkw. Und nicht Hybrid-Pkw, die \u00fcber den Lebenszyklus hinweg\ngerechnet faktisch mehr CO-2-emittieren als\nherk\u00f6mmliche Pkw. (3) Die Kritik an E-Pkw\ngilt nicht dem Individuum, das einen kleinen E-Pkw f\u00e4hrt, weitgehend\n\u00d6kostrom nutzt und seine Mobilit\u00e4t mit \u00d6ffis, zu Fu\u00df und per Rad\nerg\u00e4nzt. Es geht um das Gesamtsystem von E-Pkw weltweit, in der EU\nund Deutschland-weit als faktisch Erg\u00e4nzung der allgemeinen\nAutomobilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\nzwei<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E-Pkw\nbelasten auch das Klima \/\/ <\/strong><\/em>Unbestreitbar\nist l\u00e4ngst: E-Pkw sind keine Zero-Emission-Pkw. So werden sie jedoch\nbezeichnet \u2013 und in Statistiken und Klimabilanzen behandelt.\nStrittig ist, wieviel CO-2 ein Pkw verursacht. Zur Klimabilanz eines\nE-Pkw gibt es ein gutes Dutzend Studien mit weitreichenden\nAbweichungen. Im Sinne einer <em>konservativen\nAbw\u00e4gung <\/em>ist es naheliegend, sich auf eine\naktuelle Bilanz zu beziehen, die von einem autoritativen Bef\u00fcrworter\nder E-Pkw-Mobilit\u00e4t stammt. Ausgangspunkt soll die Position der\nBundesregierung, konkretisiert durch das Umweltbundesamt (UBA) und\ndas Bundesumweltministerium von Ende 2019 sein. Danach gilt: \u201eEin\nheute gekauftes [\u2026] Elektroauto schneidet im Vergleich mit einem\nverbrennungsmotorischen Fahrzeug unter Klimagesichtspunkten besser ab\n\u2013 auch beim aktuellen deutschen Strommix. Im Vergleich mit einem\n[\u2026] Dieselfahrzeug liegt der CO-2-Vorteil bei 16 Prozent. Gegen\u00fcber\neinem modernen Benziner bei 27 Prozent.\u201c 2025 soll der\nE-Auto-Vorteil bei 32% bzw. bei 40% liegen. Nicht ber\u00fccksichtigt\nsind dabei Feinstaub, Ressourcenverbrauch, gesundheitliche Sch\u00e4den\n(Unf\u00e4lle) und L\u00e4rmemission.[1]\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Best\u00e4tigungen\nseitens des E-Pkw-\u201ePapstes\u201c Kagermann, des VW-Betriebsratschef\nOsterloh und des VW-Konzerns.[2]<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\ndrei<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Der\nStrom-Mix bleibt lange stark von fossilem Strom bestimmt \/\/ <\/strong><\/em>Die\nBerechnungen von Bundesregierung und Umweltbundesamt ber\u00fccksichtigen\nden bestehenden Strom-Mix und seine erwartete Entwicklung. Beim\nbestehenden Strom-Mix haben wir noch 40% Strom auf fossiler Basis. Es\nwird bereits schwierig sein, in den n\u00e4chsten zwei Jahren den\n\u00d6kostrom so zu steigern, dass der Atomstromanteil von aktuell 13%\nersetzt wird. Dann h\u00e4tten wir immer noch 40% Strom auf fossiler\nBasis. Hinzu kommt: Der Strombedarf steigt dann erheblich, wenn in\ngro\u00dfem Ma\u00dfstab E-Pkw verkehren. Graichen (Agora): Eine Umstellung\nvon Personenwagen auf elektrische Antriebe \u201eist mit einem Anstieg\ndes Bruttostromverbrauchs um mindestens 20 Prozent\u201c verbunden.\u201c[3]\n \n<\/p>\n\n\n\n<p>Klimapolitik\nheute hei\u00dft aber: Reduktion von Strom, von Ressourcenverbrauch, von\nFl\u00e4chenfra\u00df usw. Mehr Strom hei\u00dft jedoch: mehr Nachfrage nach\n<em>allen<\/em> Strom-Arten.\nSiehe China These XX<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\nvier<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Es\ngibt bei der E-Pkw-Debatte einen banalen Denk- und Rechenfehler \/\/<\/strong><\/em>\nImmer wird von steigenden \u201eAnteilen\u201c der E-Pkw geredet. Nie von\nder absoluten Zahl erstens der Pkw insgesamt und zweitens der E-Pkw.\nF\u00fcr die Klimabelastung sind Anteile irrelevant. Es geht allein um\ndie absoluten Summen von CO-2-Emissionen, die wiederum abh\u00e4ngig sind\nvon den absoluten  Summen von herk\u00f6mmlichen Autos und E-Pkw. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\nf\u00fcnf<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Blicke\nauf die Realit\u00e4t der Automotorisierung weltweit und deutschland-weit\nunterstreichen diese Sicht.<\/strong><\/em> \/\/ Nehmen wir\nausschlie\u00dflich die Entwicklung Anfang 2015 bis Januar 2020. WELT:\n2015 gab es weltweit 1.045,7 Millionen (1 Milliarde) Verbrenner-Pkw\nund 1,263 Millionen E-Pkw. Der Anteil der E-Pkw an allen Pkw (= 947\nMio) entsprach 0,13%. Anfang 2020 haben wir 1.149,5 Millionen\nVerbrenner-Pkw und 25,5 Millionen E-Pkw. Der E-Pkw-Anteil liegt bei\n2,1%.[4]<\/p>\n\n\n\n<p>Ergebnis:\nIm Zeitraum 2015 bis Anfang 2020 WUCHS der Welt-Pkw-Bestand um mehr\nals 200 Millionen Verbrenner Pkw. Und um 24,3 Millionen E-Pkw. Die\nCO-2-Emissionen sind erkennbar erheblich gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>ACHTUNG:\nRechnung stark  besch\u00f6nigend, da als \u201eE-Pkw\u201c auch Hybrid-Pkw\n(die zwei Drittel ausmachen und real mehr Sprit verbrauchen als\nherk\u00f6mmliche Verbrenner-Pkw) eingerechnet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nDeutschland gibt es exakte Zahlen. Sie sehen im gleichen Zeitraum aus\nwie folgt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Pkw-Bestand\nin Deutschland im Zeitraum 1.1.2015 bis 1.1.2020<\/em><em>[5]<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n\t\t\t<strong>Jahr<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Pkw-Bestand<\/strong>\n\t\t\t<strong>gesamt<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>(reine) E-Pkw<\/strong>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>E-Pkw<\/strong>\n\t\t\t<strong>Anteil an <\/strong>\n\t\t\t\n\t\t\t<strong>Gesamt-Bestand<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Verbrenner-<\/strong>\n\t\t\t<strong>Pkw<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2015<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44.403.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18.948\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,04%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44.384.052\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2016<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.071.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25.502\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,06%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.045.498\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2017<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.804.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t34.022\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,07%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.769.978\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2018<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t46.475.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t53.861\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,12%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t46.421.139\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2019<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t47.100.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t83.175\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,19%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t47.016.825\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2020<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t47.700.000\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t136.600\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t47.563.400\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Zuwachs<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<em><strong>3.297.000<\/strong><\/em>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<em><strong>117.652<\/strong><\/em>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t\u2026\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<em><strong>3.179.348<\/strong><\/em>\n\t\t<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch in\nM\u00fcnchen w\u00e4chst die Zahl der Pkw rasant \u2013und auch hier vor allem\ndie der Verbrenner-Pkw. Ende 2018 waren es 608.000. Gegen\u00fcber 2015\nist das ein Wachstum von 4%. Die Bev\u00f6lkerung wuchs im gleichen\nZeitraum nur um 1,3 Prozent. Die Zahl der Batterie-Pkw wuchs im\ngleichen Zeitraum um bescheidene 2000 Einheiten \u2013 von 1515 auf\n3610. Der Anteil lag 2018 bei 0,4%. [6]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bilanz\nDeutschland:<\/strong> Im genannten Zeitraum wuchs der\nBestand an Verbrenner-Pkw um knapp 3,2 Millionen und der Bestand an\nE-Pkw um 118.000 an. Entsprechend steigen die CO-2-Emissionen\ndeutlich an (allein die Zahl der Verbrenner-Pkw stieg um 7,2 %).<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\nsechs<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E-Autos sind zu einem\ngro\u00dfen Teil Zweitwagen \/\/ <\/strong><\/em>Die\ngrundlegenden E-Pkw-Parameter wie geringe Reichweite, lange Ladedauer\nund komplizierte Ladestrukturen f\u00fchrten bislang dazu, dass mehr als\ndie H\u00e4lfte aller E-Pkw Zweitwagen sind. Es sind E-Autos-Zweitwagen\nin Mittelstandshaushalten, die \u00fcber eine Garage mit Wallbox\nverf\u00fcgen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das belegen Statistiken aus\nNorwegen und Deutschland. Das dokumentieren E-Auto-Besitzer und\ndiejenigen, die E-Autos propagieren. Daf\u00fcr spricht auch der banale\nBlick auf die automobile Wirklichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These sieben <\/strong><\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Es gibt beim E-Auto\nbesondere Belastungen \/\/ <\/strong><\/em>Die Abh\u00e4ngigkeit\nvon \u00d6l (die ehe verst\u00e4rkt wird: siehe das Anwachsen der Flotten)\nwird erg\u00e4nzt um die Abh\u00e4ngigkeiten von ebenfalls endlichen\nRohstoffen wie Kupfer, Lithium, Kobalt und verschiedenen Seltenen\nErden.  Des Weiteren ist die Entsorgung der E-Auto-Batterien\nweitgehend ungel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich kommt es bei\nE-Pkw immer wieder zu schweren Unf\u00e4llen, wobei brennende\nLithium-Ionen-Batterien von den Feuerwehren nur mit hohem Aufwand\nunter Kontrolle gebracht werden k\u00f6nnen.[7]<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These acht<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Es\nexistieren identische Systemnachteile bei Verbrenner-Autos und bei\nE-Pkw <\/strong><\/em>\/\/ Auch wenn alle Autos in Los\nAngeles von Tesla w\u00e4ren, so bliebe es bei der\nDurchschnittsgeschwindigkeit von 15 km\/h und dem Dauerstau. Auch wenn\nalle Autos in M\u00fcnchen schicke Renault-Zoe w\u00e4ren, bliebe es bei\neiner Durchschnittsgeschwindigkeit im M\u00fcnchner Stadtverkehr von 25\nkm\/h.  Auch wenn die 1,2 Milliarden Pkw auf der Erde Elektroautos\nw\u00e4ren, bliebe es bei 1,2 Millionen Stra\u00dfenverkehrstoten und 100\nMillionen Schwerverletzten im Jahr. Vergleichbares gilt f\u00fcr die EU\nmit ihren 30.000 Stra\u00dfenverkehrstoten pro Jahr. Und f\u00fcr Deutschland\nmit den 3000 Stra\u00dfenverkehrsopfern pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nwenn in allen Gro\u00dfst\u00e4dten die Verbrenner-Pkw durch Elektro-Pkw\nersetzt werden w\u00fcrden, bliebe es bei einem Fl\u00e4chenverbrauch dieser\nBlechlawine, der mindestens vier Mal so gro\u00df ist wie im Fall einer\nVerkehrsorganisation, bei der das Zufu\u00dfgehen, das Radfahren und der\n\u00f6ffentliche Verkehr im Zentrum stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These neun<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gerade das Beispiel\nChina weist in die falsche Richtung. \/\/ <\/strong><\/em>Die\nZahl der Pkw w\u00e4chst in China derzeit im Jahr um 5 bis 8 Millionen.\n2015 z\u00e4hlte die VR China 135,8 Millionen Pkw. 2020 sind es knapp 200\nMillionen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der E-Pkw in China von\n290.000 auf 5,5 Millionen oder um (absolut) 5,3 Millionen. Auch hier\nw\u00e4chst absolut die Zahl der herk\u00f6mmlichen Verbrenner-Pkw wesentlich\nschneller als die Zahl der E-Pkw. \u201eLediglich\u201c der ANTEIL der\nE-Pkw erh\u00f6ht sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle Zahlen\nverdeutlichen dies. Im August 2020 wurden in China 1,73 Millionen Pkw\nverkauft. Ein Plus von 9% gegen\u00fcber August 2019. Im selben Monat\nwurden 82.500 E-Pkw verkauft. Das ist zwar ein Plus von 45% gegen\u00fcber\nAugust 2019. Doch auch hier ist das absolute Plus an herk\u00f6mmlichen\nPkw wesentlich h\u00f6her als das Plus an E-Pkw. Es w\u00e4chst schlicht\nalles \u2013 und damit die CO-2-Emissionen von Verbrenner-Pkw UND aus\nE-Pkw.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These zehn<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Anstelle Rad, Bus &amp;\nBahn das E-Auto \/\/ <\/strong><\/em> Mit den E-Autos\nwechseln oft Radfahrer und \u00d6PNV-Nutzende ins E-Auto. Damit erh\u00f6hen\nE-Pkw die Pkw-Dichte ausgerechnet dort, wo Pkw aufgrund ihres gro\u00dfen\nFl\u00e4chenbedarfs besonders sch\u00e4dlich sind: in den St\u00e4dten. Damit\ntragen E-Autos zur Krise des \u00d6PNV bei.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These elf<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Die tats\u00e4chliche\nPolitik der Autokonzerne straft die Grundaussage der E-Pkw-Mobilit\u00e4t\nL\u00fcgen \/\/ <\/strong><\/em>Alle Autokonzerne (den reinen\nE-Pkw-Hersteller Tesla ausgenommen) planen E-Pkw als Erg\u00e4nzung zu\nden herk\u00f6mmlichen Verbrenner-Pkw. Sie tun das als Kosmetik \u2013 und\num die EU-Grenzwerte einzuhalten. Wobei die Einrechnung als\n\u201eZero-Emission-Vehicles\u201c fatal und falsch ist. Selbst die Zahl\nder neu zugelassenen SUV steigt wesentlich schneller als die Zahl der\nE-Pkw (2019 = 1,08 Millionen NEUE SUV in Deutschland). Die\nKapazit\u00e4ten bei VW liegen bei mehr als 10 Millionen Verbrenner-Pkw.\nDie Kapazit\u00e4t f\u00fcr Elektro-Pkw bei 350.000. (Ab 2022 geplant:\n600.000).<\/p>\n\n\n\n<p>Von \u201eAbr\u00fcstung\u201c bei PS\nund Gewicht \u2013 keine Spur. Daimler betreibt 2020 \u201eModell-Pflege\u201c\nbei der G-Klasse (2,5 Tonnen schwer). Daimler stellte im September\ndie neue S-Klasse vor: 2 Tonnen, 200 Gramm CO-2-\/km. Der neue VW Golf\nwiegt 1,4 Tonnen. Er verbraucht 7 Liter. Er kommt auch 111 g\/km\nCO2.Der Preis beginnt bei 32.480 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum schluckt ein\nDurchschnitts-Pkw auch heute noch mehr als 7 Liter (laut UBA)?\nVersprach VW nicht das 3-Liter-Auto? Gab es nicht die VW-Modelle Lupo\nund Fox, mit denen dieses Ziel weitgehend erreicht wurde? Bereits ein\nDrei-Liter-Auto br\u00e4chte eine CO2-Reduktion von zwei Drittel \u2013 weit\nmehr, als jedes Elektroauto aktuell an Einsparungen bringt.  \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>These\nzw\u00f6lf<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Es\ngibt konkrete Alternativen \u2013 in der Praxis \/\/ <\/strong><\/em>Eine\n\u00fcberzeugende Verkehrswende f\u00fchlt sich anders an. Etwa so: Anfang\n2019 war der CDU-Oberb\u00fcrgermeister der Stadt M\u00fcnster zu Besuch im\nniederl\u00e4ndischen Groningen. Er diskutierte dort mit dem\nB\u00fcrgermeister  der Stadt dar\u00fcber, wie der Fahrradwege-Anteil in\nM\u00fcnster von aktuell 40 % auf das Groningen-Niveau von 60 %\ngesteigert werden kann. Addiert man Fu\u00dfg\u00e4ngerwege und \u00d6PNV-Fahrten\nhinzu, dann bleibt f\u00fcr Pkw-Verkehr ein Restmarktanteil von rund 10\n%. Hier kann es sich dann um E-Pkw, um 3-Liter-Pkw und um viel\nCar-Sharing handeln.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vierfache\nBilanz<\/em>: (1) E-Pkw-Mobilit\u00e4t, die ja seit\nmehr als zwei Jahrzehnten propagiert wird, bringt in der Summe ein\nMehr an CO<sub>2<\/sub>-Emissionen.\nSie wirkt begleitend bei der fortgesetzten Vergr\u00f6\u00dferung der\nWeltautoflotte. (2) E-Pkw bringen neue Belastungen von Umwelt und\nNatur. (3) Alle Systemnachteile, die mit einem Auto immer verbunden\nsind, bleiben bei der E-Pkw-Mobilit\u00e4t bestehen. (4) Es gibt l\u00e4ngst\nglaubw\u00fcrdige Alternativen \u2013 auch in der Verkehrspraxis z.B. in\nKopenhagen, Amsterdam, Groningen, Z\u00fcrich oder M\u00fcnster.  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und\nnukleare Sicherheit (BMU), Wie umweltfreundlich sind Elektroautos?\nEine ganzheitliche Bilanz, Berlin, Oktober 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] In: Edition Nr. 1 \u2013 Das Automagazin f\u00fcr die\nMobilit\u00e4t der Zukunft, \u201eproduziert mit freundlicher Unterst\u00fctzung\nder Volkswagen AG\u201c, Bielefeld, November 2019, S.34.<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Christian Geinitz, Energiewende braucht 60\nProzent mehr Strom, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.\nSeptember 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Zahlen nach OICA-Statistik. Siehe:\n<a href=\"http:\/\/www.oica.net\/wp-content\/uploads\/\/PC_Vehicles-in-use.pdf\">http:\/\/www.oica.net\/wp-content\/uploads\/\/PC_Vehicles-in-use.pdf<\/a>\nund The Electrical Vehicles Worldsales Database EV.<\/p>\n\n\n\n<p>[5] Alle Angaben nach: Kraftfahrzeug-Bundesamt:\n<a href=\"https:\/\/www.kba.de\/\">https:\/\/www.kba.de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[6] S\u00fcddeutsche Zeitung vom 21. Mai 2020.\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-verkehr-autos-verkehrswende-1.4913593\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-verkehr-autos-verkehrswende-1.4913593<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[7] Siehe z.B. Berliner Morgenpost vom 29.7.2020 zum\nE-Pkw-Unfall am selben Tag in Gro\u00df Kreuz, Brandenburg (der E-Audi\nging nach einem Unfall sofort in Flammen auf; die Fahrerin\nverbrannte); siehe Express vom 2.12.2019 zum E-Hybrid-Mercedes-Unfall\nvom 1.12.2019 bei D\u00fcsseldorf (die Feuerwehr ben\u00f6tigte zum L\u00f6schen\n9000 Liter Wasser); siehe M\u00fcnchner Merkur vom 23.11.2019 zum Crash\neines Tesla in Walchsee, Tirol (der Tesla musste 3 Tage lang in einem\ngew\u00e4sserten Spezialcontainer \u201eabklingen\u201c; sechs Wochen lang fand\nsich kein Entsorgungsunternehmen, das den Schrott-Pkw abnehmen\nkonnte).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Webseminar von Umweltakademie M\u00fcnchen und VHS M\u00fcnchen Hier die Aufzeichnung der etwa 2-st\u00fcndigen Debatte in M\u00fcnchen auf dem YouTube-Kanal des Klimaherbstes. 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