{"id":1255,"date":"2020-11-14T21:27:16","date_gmt":"2020-11-14T20:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1255"},"modified":"2020-11-17T23:56:37","modified_gmt":"2020-11-17T22:56:37","slug":"blog-11-aufforderung-lenk-muss-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1255","title":{"rendered":"blog 11: Aufforderung \u201eLenk muss weg\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h1><\/h1>\n\n\n\n<h2>Autorin in der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c fordert dazu auf, Peter Lenks neue Skulptur aus Stuttgart zu verbannen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Skulptur &#8222;Schw\u00e4bischer Laokoon&#8220; von Peter Lenk steht noch keine zwei Wochen im Zentrum der baden-w\u00fcrttembergischen Landeshauptstadt, da zeichnen sich bereits drei Dinge ab:<br>Erstens. Man kann jetzt Tag f\u00fcr Tag beobachten, wie hunderte Personen das Werk bestaunen und &#8211; meist erfolgreich &#8211; versuchen, einzelne Figuren zu erkennen: &#8222;Da ganz oben &#8211; sitzt da nicht der Jesuitensch\u00fcler Heiner Geissler und guckt wie ein scheinheiliger Pfaff?&#8220; Oder: &#8222;Der, dem die Pampers aus der Hose ragt &#8211; ist das nicht der Justizminister Wolf?&#8220; Und dann auch: &#8222;Das passt doch &#8211; wie die Friederike B. dem Ex-Ministerpr\u00e4sidenten G\u00fcnther Oe. im Genick sitz und ihn reitet!&#8220;<br>Zweitens. Bereits jetzt beginnt in Stuttgarts opportunistischer Kulturszene das Wettrennen, wer sich am schnellsten an einen k\u00fcnftigen CDU-OB Nopper anschleimt und fordert: &#8222;Der Lenk muss weg!&#8220;.<br>Drittens. Eine solche Schmutzkampagne ist nur machbar, wenn L\u00fcge und Demagogie Hand in Hand gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im folgenden blog-Beitrag gehe ich n\u00e4her auf diese Schmutzkampagne, die vor einer Woche in der &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; gestartet wurde und die am 14. November in der &#8222;Schw\u00e4bischen Zeitung&#8220; fortgesetzt wird, ein.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In der&nbsp;<em>Schw\u00e4bischen Zeitung<\/em>&nbsp;vom 14. November 2020 (Link siehe unten) findet sich ein Artikel der Autorin Adrienne Braun, der \u2013 einigerma\u00dfen aufgeblasen \u2013 als \u201eEssay\u201c bezeichnet wird. Die Autorin, die auch f\u00fcr die&nbsp;<em>Stuttgarter Zeitung<\/em>&nbsp;schreibt, setzt sich darin scheinbar wissenschaftlich mit dem Kunstbegriff auseinander. Ausgesprochen plump und b\u00f6sartig wird Peter Lenks Skulptur \u201eSchw\u00e4bischer Laokoon\u201c, die seit dem 26. Oktober in Stuttgart vor dem Stadtpalais steht, kritisiert, um am Ende kaum verh\u00fcllt zu sagen: Das kann (und soll) weg!<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei baut die Autorin in ihren Beitrag zwei Unwahrheiten, eine fragw\u00fcrdige Kunst-Definition und ein nochmals fragw\u00fcrdigeres Politikverst\u00e4ndnis ein.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Unwahrheit 1:&nbsp;<\/strong><\/em>Die Autorin behauptet: \u201eSeinen \u201eSchw\u00e4bischen Laokoon\u201c w\u00fcrde Lenk gern der Stadt Stuttgart verkaufen.\u201c Das ist frei erfunden. Dieselbe Autorin hatte eine Woche zuvor bereits in der&nbsp;<em>Stuttgarter Zeitung<\/em>&nbsp;die Unwahrheit verbreitet, Lenk verlange f\u00fcr die Skulptur von der Stadt Stuttgart 500.000 Euro. Die Zeitung musste das dann dementieren. Siehe:&nbsp;<a href=\"https:\/\/lenk-in-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Gegendarstellung-in-der-SZ-5.11.jpg\">LINK<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich wollen Peter Lenk und wir von der Kampagne&nbsp;<em>lenk-in-stuttgart.de&nbsp;<\/em>erreichen, dass die Skulptur in Stuttgart auch nach der aktuellen Ausstellung, die bis Ende M\u00e4rz 2021 terminiert ist, bleibt und dass daf\u00fcr ein guter Platz gefunden wird (bzw. dass die Skulptur dort bleibt, wo sie aktuell steht. Es gab seitens Peter Lenk nie einen Vorsto\u00df, das Kunstwerk \u201everkaufen\u201c zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Unwahrheit 2:<\/strong><\/em>&nbsp;Die Autorin schreibt: \u201eFans von Peter Lenk haben bereits die Spendentrommel ger\u00fchrt in der Hoffnung, dass die S-21-Skulptur bleiben kann.\u201c Tatsache ist, dass wir seit Januar 2019 140.000 Euro gesammelt haben, um die bisherigen Kosten f\u00fcr Material und Fremdarbeit, die bei der Arbeit von Peter Lenk f\u00fcr diese Skulptur anfielen, zu ersetzen. Der Zweck dieser Sammlung ist also nicht, dass die Skulptur dort bleiben kann. Der Zweck ist die Erstattung bereits verausgabter Gelder.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Fragw\u00fcrdige Kunstdefinition:<\/strong><\/em>&nbsp;Die Autorin stellt mit Blick auf Lenks neue Skulptur die Frage: \u201eAber ist das \u00fcberhaupt Kunst?\u201c Ihre Definition von Kunst lautet wie folgt: \u201eDie Karikatur ist eine journalistische Form, die auf aktuelle Ereignisse reagiert und dabei tendenzi\u00f6s sein darf [\u2026] Das ist genau der Unterschied zu Bildender Kunst [\u2026] Kunst spie\u00dft eben nicht das Aktuelle und Konkrete auf, sondern versucht, einen Schritt zur\u00fcckzutreten, um gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge sichtbar zu machen.\u201c Danach ist Picassos Werk \u201eGuernica\u201c, das sich gegen den damals aktuellen Vorgang der Bombardierung der baskischen Stadt durch die Kampfflugzeuge der NS-Legion Condor richtet, keine Kunst. Danach sind die \u201edesastres de la guerra\u201c von Francisco de Goya auch keine Kunst. Diese richteten sich gegen die konkreten Gr\u00e4ueltaten der napoleonischen Armee in Spanien. Wobei bereits die Unterscheidung zwischen \u201eBildender (?!!) Kunst\u201c und \u201eKarikatur\u201c fragw\u00fcrdig ist. Die Arbeiten eines John Heartfield (man denke an die Darstellung des Hitler-Gru\u00dfes, bei der die aufgehaltene Hand Hitlers das Geld der Industriellen und Bankiers, die Hitler an die Macht brachten, entgegennimmt) sind nat\u00fcrlich ebenfalls Kunst, obgleich sie zugleich eine (k\u00fcnstlerische) Karikatur sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00dcbrigen schreibt die Autorin selbst: \u201eDer Begriff [Kunst; W.W.] wird ohnehin inflation\u00e4r genutzt.\u201c Sie muss auch eingestehen: \u201eMuseen w\u00fcrden sich w\u00fcnschen, dass ihr Publikum so interessiert bei der Kunstbetrachtung w\u00e4re, wie die Menschen es vor der Stuttgarter Skulptur [von Peter Lenk; W.W.) sind.\u201c Und dann gesteht sie sogar noch ein: \u201eDer Mann [Peter Lenk; W.W.] versteht sein Handwerk.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Seltsames Politikverst\u00e4ndnis:<\/strong><\/em>&nbsp;Die Autorin schreibt: \u201eStatt zu schlichten oder zu einer differenzierten Analyse zu motivieren, zeigt Peter Lenk die Verantwortlichen als Witzfiguren. Damit best\u00e4tigt er das schlechte Image, das M\u00e4chtige in der Bev\u00f6lkerung oft haben. Vorurteile werden also nicht kritisch hinterfragt, sondern sogar best\u00e4tigt.\u201c Ist die entscheidende Frage hier nicht die,&nbsp;<em>welche konkrete Politik<\/em>&nbsp;Peter Lenks Skulptur und Kunst zum Thema hat? Es geht um eine S21-Politik, bei der zehn und mehr Milliarden Euro an Steuergelder daf\u00fcr ausgeben werden, um einen bestehenden und funktionierenden Bahnhof in den Untergrund zu verlegen und dabei die Kapazit\u00e4t um gut 30 Prozent zu reduzieren. Es geht darum, dass am 30. September 2010 \u2013 dargestellt auf einem gro\u00dfen, dem Stadtpalais zugewandten Relief \u2013 auf Befehl des damaligen Ministerpr\u00e4sidenten und des damaligen Polizeipr\u00e4sidenten eine friedliche Demonstration mit exzessivem Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern angegriffen wurde, sodass es am Ende mehrere dutzend Schwerverletzte und zumindest einen Erblindeten gab. Wenn es nach der Autorin geht, darf derlei in Kunst nicht aufgegriffen werden, weil damit \u201eVorurteile best\u00e4tigt\u201c werden.&nbsp;<em>Tats\u00e4chlich werden damit Ursache und Wirkung verwechselt<\/em>. Es sind doch die dargestellten Politiker, die Vorurteile in der Bev\u00f6lkerung \u00fcber \u201edie Politik\u201c bet\u00e4tigen bzw. die diese Vorurteile erst entstehen lassen und die erst zu diesem \u201eschlechten Image\u201c der Politik gef\u00fchrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende schreibt Arienne Braun das, was offensichtlich f\u00fcr sie Herzensangelegenheit und f\u00fcr die Zeitung selbst die Hauptsache ist: \u201eDie Stadt Stuttgart sollte sich also sehr genau \u00fcberlegen, ob sie eine solche gebaute Karikatur tats\u00e4chlich dauerhaft an einem so prominenten Platz zeigen will.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tatsache ist: Die Skulptur \u201eSchw\u00e4bischer Laokoon\u201c zeigt genau die Wirkung, die Peter Lenk und wir von ihr erwartet hatten. Sie st\u00f6\u00dft Tag f\u00fcr Tag auf ein enormes Publikumsinteresse. In den Worten von Frau Braun selbst: \u201eWann immer man vorbeischaut, finden sich in Stuttgart Menschentrauben vor der neuen Skulptur von Peter Lenk.\u201c Die Behauptung, das sei \u201enicht Kunst\u201c und die Forderung, dass Lenks Skulptur nicht dauerhaft in Stuttgart einen Platz finden soll, unterstreicht schlicht das Hauptziel dieses skandal\u00f6sen Beitrag: Eine Kunst, die von der Bev\u00f6lkerung angenommen wird und die konkrete zu kritisierende Vorg\u00e4nge im Stadtgeschehen aufgreift, ist nicht gewollt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Haltung, wonach Kunst vor allem den Herrschenden schmeicheln soll und wonach f\u00fcr kritische Kunst gilt \u201eDas kann dann weg\u201c hat in unserem Land eine \u00fcble Tradition.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Artikel in der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c findet sich hier:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/ueberregional\/kultur_artikel,-essay-kretschmann-ohne-hosen-_arid,11294095.html\">https:\/\/www.schwaebische.de\/ueberregional\/kultur_artikel,-essay-kretschmann-ohne-hosen-_arid,11294095.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/lenk-in-stuttgart.de\/\">Hier <\/a><\/em>geht es zur Webseite der Lenk-in-Stuttgart-Kampagne, wo die Aufstellung des LenkMals, die aktuellen Ver\u00f6ffentlichungen  und der Stand der Spendenaktion (zur Zeit 143.000 \u20ac) dokumentiert sind. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorin in der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c fordert dazu auf, Peter Lenks neue Skulptur aus Stuttgart zu verbannen Die Skulptur &#8222;Schw\u00e4bischer Laokoon&#8220; von Peter Lenk steht noch keine zwei Wochen im Zentrum der baden-w\u00fcrttembergischen Landeshauptstadt, da zeichnen sich bereits drei Dinge ab:Erstens. 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