{"id":1305,"date":"2021-01-06T15:49:04","date_gmt":"2021-01-06T14:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1305"},"modified":"2021-01-06T16:05:07","modified_gmt":"2021-01-06T15:05:07","slug":"die-pandemie-solidarisch-europaweiteindaemmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1305","title":{"rendered":"Die Pandemie solidarisch europaweit eind\u00e4mmen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Regierungen sch\u00fctzen die Kapitalinteressen \u2013 nicht die Gesundheit der Menschen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em><strong>Verena\nKreilinger \u2013 Winfried Wolf \u2013 Christian Zeller<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>4. Januar 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier der Beitrag als<a href=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2021-01-04-Krelinger-Wolf-Zeller-Corona21-GESAMT-END.pdf\"> pdf-Datei<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Verena\nKreilinger, Medienwissenschaftlerin, ist in Salzburg aktiv in der\nKlimabewegung und bei Aufbruch \u2013f\u00fcr eine \u00f6kosozialistische\nAlternative; verena.kreilinger@gmail.com<\/p>\n\n\n\n<p>Winfried\nWolf, Politologe und Mitbegr\u00fcnder von FaktenCheck: Corona.\nChefredakteur von Lunapark 21, B\u00fccher zu Weltwirtschaft, Verkehr und\nStuttgart 21, redmole@gmx.net&gt;; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Christian\nZeller lehrt Wirtschaftsgeographie und Global Studies an der\nUniversit\u00e4t Salzburg, engagiert sich f\u00fcr eine transnationale\n\u00f6kosozialistische Bewegung von unten, christian.zeller@sbg.ac.at<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h1>\nInhalt<\/h1>\n\n\n\n<p>Die Pandemie solidarisch europaweit\neind\u00e4mmen. Zw\u00f6lf Thesen \u2013 Zusammenfassung\t3<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5717_1219964810\">1Einleitung\t9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5719_1219964810\">2Pandemie\n\tist au\u00dfer Kontrolle\t10<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5721_1219964810\">3R\u00fcckblende\n\tFr\u00fchsommer 2020\t13<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5723_1219964810\">4Ein\n\teuropaweites Versagen\t15<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5725_1219964810\">5Der\n\tSommer der verpassten Chancen\t16<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5727_1219964810\">6Das\n\tR\u00e4tselraten \u00fcber Ansteckungsorte und Ansteckungsarten\t21<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5729_1219964810\">7Tracing\n\terfordert Personal \t24<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5731_1219964810\">8Wesentlich\n\tweniger Corona-Tote in gro\u00dfen Teilen von Asien, Afrika und in\n\tAustralien\t25<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5733_1219964810\">9Warum\n\thatte die zweite Welle so lange freien Lauf?\t26<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5735_1219964810\">10Gro\u00dfe\n\td\u00fcrfen saufen \u2013 Kleine l\u00e4sst man ersaufen\t29<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5737_1219964810\">11Krise\n\tund Pandemie\t30<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5739_1219964810\">12Dilemma\n\tder Lohnabh\u00e4ngigen \u2013 Mitverantwortung der Gewerkschaften\t31<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5741_1219964810\">13Eine\n\tradikale Perspektive annehmen\t33<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5743_1219964810\">14Impfen\n\tist wichtig, besiegt aber die Pandemie nicht kurzfristig\t34<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#__RefHeading__5745_1219964810\">15Umrisse\n\teiner europ\u00e4ischen solidarischen Perspektive\t35<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Die Pandemie solidarisch\neuropaweit eind\u00e4mmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zw\u00f6lf\nThesen \u2013 Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Verena\nKreilinger \u2013 Winfried Wolf &#8211; Christian Zeller<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Au\u00dfer Kontrolle \/\/ <\/strong>Anfang 2021,\nein gutes Jahr nach der ersten Identifizierung des Sars-CoV-2 Virus,\nist die Epidemie in gro\u00dfen Teilen der Welt, so insbesondere in den\nUSA, in Lateinamerika und in Europa, mit der zweiten Welle weitgehend\nau\u00dfer Kontrolle geraten. Obwohl inzwischen Massenimpfungen begonnen\nhaben, steigt die Zahl der Menschen, die mit einer\nCorona-Virus-Infektion sterben dramatisch an. Die Mutationen des\nVirus h\u00e4ufen sich. Die Virusvariante B117 weist eine wesentlich\nh\u00f6here \u00dcbertragbarkeit auf und vermehrt sich rasend schnell. Im\nFebruar 2021, ein Jahr, nachdem die Epidemie im Westen ankam, wird\ndie Zahl von 2,2 Millionen Corona-Toten erreicht sein. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Aussage in diesem Papier\n\u2013 wie zuvor in unserem Buch \u201eCorona, Kapital, Krise\u201c \u2013\nlautet: Diese Entwicklung war absehbar. Die Verantwortung daf\u00fcr\ntragen die Regierenden und die herrschenden Kreise, die diese\nRegierungen unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>In drei Phasen der Epidemie haben\nsich die Regierungen f\u00fcr die Inkaufnahme zus\u00e4tzlicher Zehntausender\nToter entschieden \/\/ <\/strong>Die europ\u00e4ischen Regierungen und die EU\nhaben w\u00e4hrend dieser Pandemie sich in drei Perioden in besonderer\nWeise gegen den Schutz der Gesundheit der Menschen entschieden:\nZun\u00e4chst in den ersten zehn Wochen des Jahres 2020, als alle\nVerantwortlichen die Epidemie verharmlosten: Das Virus wurde latent\nrassistisch als eine chinesische Angelegenheit abgetan.\nSchutzma\u00dfnahmen wurden nicht ergriffen. Der Ausbreitung der Epidemie\nwurden T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Sodann in den Monaten Mai bis August\n2020, als es nach einem ersten Lockdown eine gewisse Eind\u00e4mmung der\nEpidemie gab: Diese Zeit mit sinkenden oder stagnierenden\nInfektions-Zahlen wurde nicht genutzt, um die Eind\u00e4mmung\nfortzusetzen. Stattdessen gab es einen Wettlauf von Lockerungen \u2013\nmit den fatalen Folgen, die seit September 2020 festzustellen sind.\nIm Herbst 2020 taten die Regierungen das Falsche. Obwohl sich die\nAnsteckungen bereits wieder exponentiell vermehrten, griffen sie\nbewusst nicht oder ungen\u00fcgend ein und wogen die Menschen in\nSicherheit. Erst ab November agierten sie erneut, zunehmend\n\u00fcberhastet und autorit\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dass eine andere Politik m\u00f6glich\nwar, zeigen mehr als ein Dutzend L\u00e4nder \/\/ <\/strong>Anfang 2021 entfallen\nvon den 1,8 Millionen Corona-Tote 72 Prozent auf die Regionen USA,\nLateinamerika und EU. In diesen Regionen leben jedoch nur 18 Prozent \nder Weltbev\u00f6lkerung. Zu \u00fcberpr\u00fcfen ist, was die Ursachen f\u00fcr\ndiese ungleiche Verteilung sind. Sicher ist: Es gibt (wie in Tabelle\n2 in unserem Text dokumentiert) mehr als ein Dutzend L\u00e4nder, in\ndenen die Epidemie durch eine Mixtur von wirksamen Lockdowns und\neinem hohen Einsatz von Personal zur Identifikation und\nNachverfolgung der Infektionsketten weitgehend einged\u00e4mmt und die\nZahl der Corona-Toten bei einem Bruchteil derjenigen, die in den USA\nund in Europa zu beklagen sind, verblieb. In diesen L\u00e4ndern wurde\nweitgehend eine Pandemiepolitik betrieben, wie wir sie in These 12\nempfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das fatale Ausklammern des Bereichs\nFabriken und B\u00fcros \/\/ <\/strong>Es gibt in Europa und insbesondere in\nDeutschland eine intensive Debatte \u00fcber die Ansteckungsorte und\nAnsteckungsformen. Dabei vor allem der private Bereich als\nwesentlicher Ort der Ansteckung identifiziert. Dabei f\u00e4llt auf: der\nArbeitsplatz (Fabriken, B\u00fcros, Logistik-Zentren) taucht in diesen\nBetrachtungsweisen und Statistiken nicht auf. Das passt in die\ngesamte Eind\u00e4mmungsstrategie, bei welcher die Restriktionen prim\u00e4r\ndie Individuen und den Freizeitbereich treffen, wohingegen der\nBereich der Arbeit \u2013 sprich: der Mehrwertproduktion und Ausbeutung\nmenschlicher Arbeitskraft \u2013 ausgeklammert ist, ja fast zu einer\nTabuzone in der Corona-Debatte wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr das Verfolgen der\nInfektionsketten ben\u00f6tigt man Personal \u2013 doch dieses wurde\ndrastisch reduziert \/\/ <\/strong>Entscheidend f\u00fcr die Pandemie-Eind\u00e4mmung\nsind die Identifizierung der Infektionen und das Verfolgen der\nInfektionsketten. Die daf\u00fcr verantwortlichen Einrichtungen \u2013 in\nDeutschland und \u00d6sterreich die Gesundheits\u00e4mter \u2013 sind daf\u00fcr\nweder personell noch technisch ausreichend ausgestattet. W\u00e4hrend\ndiese \u00c4mter im ersten Halbjahr 2020 noch in der Lage waren, gut zwei\nDrittel der Infektionsketten zu identifizieren, werden sie seit Ende\n2020 vom Infektionsgeschehen v\u00f6llig \u00fcberrollt. Dieses findet\nweitgehend au\u00dferhalb jeglicher Kontrolle seitens dieser\nentscheidenden Beh\u00f6rde statt. Dies h\u00e4ngt wesentlich damit zusammen,\ndass das Personal dieser \u00c4mter in den letzten 30 Jahren massiv\nreduziert wurde \u2013 und dass es seit Beginn der Corona-Epidemie kaum\neine Aufstockung desselben gab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Interessensverb\u00e4nde der\nWirtschaft sind f\u00fcr die Corona-Politik mitverantwortlich \/\/ <\/strong>Die\nVerantwortlichen behaupten, von der Zweiten Welle der Pandemie\n\u00fcberrascht worden zu sein. Das stimmt nur zum Teil \u2013 und dort, wo\ndies zutrifft, ist dies ein Beleg f\u00fcr Ignoranz. Denn die Warnungen\nder Wissenschaft gab es lange vor Corona und seit den ersten Monaten\nder Pandemie ohne Unterbruch. Tats\u00e4chlich gibt es f\u00fcr diese Politik\neine andere Erkl\u00e4rung: Die Regierungen in den genannten Regionen\nstehen unter dem Diktat der kapitalistischen Wirtschaft. Diese\ndr\u00e4ngte von Anfang an darauf, die Restriktionen so gering wie\nm\u00f6glich zu halten bzw. solche immer wieder aufs Neue zu lockern. In\ndieser Situation ist die offizielle Corona-Politik dadurch definiert,\ndass es dann Teil-Lockdowns gibt, wenn die Situation au\u00dfer Kontrolle\nzu geraten droht. Sobald es zu einem gewissen R\u00fcckgang der\nInfektionen kommt, werden wieder die Z\u00fcgel gelockert \u2013 bis die\nGesellschaft erneut an den Rand der Katastrophe ger\u00e4t\u2026  Diese\nPolitik verfolgt faktisch heimlich das zynische Prinzip der\nHerdenimmunit\u00e4t. Sie ist verantwortungslos und prim\u00e4r orientiert an\nder maximalen Kapitalverwertung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Corona-Gelder vergr\u00f6\u00dfern die\nsoziale Ungleichheit \/\/<\/strong> Die Regierungen haben Rekordsummen im\nKampf gegen Corona investiert. Doch diese Gelder flossen zum aller\ngr\u00f6\u00dften Teil in die Kassen und auf die Konten der Konzerne und\nBanken, der Wohlhabenden und Verm\u00f6genden. Diejenigen, die am meisten\nunter der Epidemie leiden (und die oft auch gesundheitlich am\nst\u00e4rksten von ihr betroffen sind), sind die Obdachlosen, die\nArbeitslosen, die prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten, Menschen in Kurzarbeit, die\nKleingewerbetreibende, Kunstschaffende und die migrantische\nBev\u00f6lkerung. Tats\u00e4chlich sind die sozialen Sch\u00e4den der Pandemie\nextrem hoch. Doch dies sind nicht, wie die Corona-Leugner sagen, die\nFolgen der Restriktionen. Diese Sch\u00e4den sind so gro\u00df, weil die\nPolitik mit den Corona-Steuergeldern eben <em>keinen solidarischen\nSchutzschirm<\/em> aufgespannt hat, sondern einseitig die Oberklasse\nbeg\u00fcnstigt. Noch nie in der Menschheitsgeschichte gab es eine derart\ngro\u00dfe Zusammenballung von Reichtum in den H\u00e4nden weniger Tausend;\ndieser Prozess der Reichtumskonzentration hat sich im Corona-Jahr\n2020 enorm beschleunigt. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Corona-Krise ist tief. Sie wird\ndas Jahr 2021 bestimmen und in Sparorgien m\u00fcnden\/\/ <\/strong>Pandemie und\nKrise verschr\u00e4nken sich 2020\/2021. 2020 gab es den gr\u00f6\u00dften\nR\u00fcckgang der Weltwirtschaft seit 1930. Auch das Jahr 2021 wird von\nden Krisenerscheinungen gepr\u00e4gt sein. Die Gefahr Zehntausender\nPleiten und eines drastischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit besteht\nweiter. Die massiv angestiegene Verschuldung auf allen Ebenen und das\nzeitweilige Aussetzen der \u201eSchuldenbremsen\u201c werden sp\u00e4testens\nEnde 2021 dazu f\u00fchren, dass die Regierenden Sozialabbau und\nReduktionen von Realeinkommen verordnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewerkschaften und linke Parteien\nhaben versagt. Sie m\u00fcssen die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten ins\nZentrum r\u00fccken \/\/<\/strong> Die Gewerkschaften und so gut wie alle linken\nParteien haben keine Konzepte zum Schutz der Arbeitenden und\nErwerbslosen entwickelt, kaum konkrete Forderungen aufgestellt,\nwonach die Reichen und Verm\u00f6genden, die Konzerne und Banken, f\u00fcr\nEpidemie-Kosten aufzukommen haben. Erste Aufgabe von Gewerkschaften\nist es, die Lohnabh\u00e4ngigen zu verteidigen. In Zeiten der Epidemie\nhei\u00dft das, deren <em>Gesundheit<\/em> ins Zentrum zu r\u00fccken. Die\nGewerkschaften m\u00fcssen alles unternehmen, um die Ansteckungsgefahr zu\nminimieren und die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten und ihrer\nAngeh\u00f6rigen sicher zu stellen. Das bedeutet auch: Es muss wirksame\nSchutzma\u00dfnahmen an den Arbeitspl\u00e4tzen geben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Coronaleugner verfolgen einen\nSozialdarwinismus \u2013 Wer die Kritik am Abbau demokratischer Rechte\nvor den Gesundheitsschutz stellt, handelt inhuman \/\/<\/strong> Das Leugnen\nder Epidemie ist weiter stark verbreitet \u2013 trotz massiver\nAusweitung der Epidemie, trotz stark steigender Zahl der\nCorona-Toten. Diese Positionen \u00e4hneln denjenigen der Klimaleugner.\nGleichzeitig befinden sie sich (auch hier wie beim Klimaleugnertum)\nobjektiv im Gleichklang mit den Interessen der Kapitalvertreter:\ndiese haben, wie in These 6 dargelegt, kein Interesse an einer\nwirksamen Eind\u00e4mmung der Epidemie. Insofern ist es kein Zufall, dass\nder reaktion\u00e4re Ex-Pr\u00e4sident der USA Donald Trump und der\nfaschistoide brasilianische Pr\u00e4sident Jair Bolsonaro die\nEpidemie-Gefahr lange Zeit mit denselben Argumenten leugneten und\ndass so gut wie alle Interessenverb\u00e4nde des Kapitals in der Epidemie\npl\u00f6tzlich f\u00fcr Demokratie eintreten und dies in einen Gegensatz zu\nwirksamen Ma\u00dfnahmen gegen die Epidemie stellen. Richtig ist:\nDemokratische Rechte und das Streikrecht sind in Gefahr, wenn man den\nRegierenden die Gesundheitspolitik \u00fcberl\u00e4sst. Doch diese\ndemokratischen und gewerkschaftlichen Rechte k\u00f6nnen nur wirksam\nverteidigt werden, wenn die Linke und die Gewerkschaften selbst eine\nwirksame Politik gegen die Epidemie unter besonderer Ber\u00fccksichtigung\nder unteren Klassen und Schichten entwickeln. Der Abstentionismus\njedoch, den die Gewerkschaften bei diesem Thema pflegen, treibt die\nMenschen eher in Apathie und Entpolitisierung \u2013 was wieder der\nN\u00e4hrboden f\u00fcr Rechtsextremismus und Faschismus ist. Das\nQuerdenkertum mag sich urspr\u00fcnglich aus unterschiedlichen\nBev\u00f6lkerungsschichten zusammengesetzt haben. Inzwischen ist diese\nBewegung von rechten und faschistoiden Str\u00f6mungen beherrscht. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Starren auf den Impfstoff und\neine massenhafte Impfkampagne ist problematisch und erg\u00e4nzt im\ngewissen Sinn die falsche Corona-Politik \/\/<\/strong> Ein wirksamer\nCorona-Impfstoff macht nur Sinn als <em>Erg\u00e4nzung<\/em> einer Politik,\ndie umfassend auf eine Eliminierung der Epidemie und ihrer Ursachen\nabzielt. Die Corona-Impfstoffe werden selbst in den reichen Regionen\nder Welt erst im Herbst 2021 Wirkung zeigen. Weltweit fr\u00fchestens im\nersten Halbjahr 2022. L\u00e4sst man aber dem Virus diese Zeitspanne,\ndann kostet das weiteren Hunderttausenden Menschen das Leben. Vor\nallem h\u00e4ufen sich mit der weiteren Ausbreitung des Virus die\nMutationen. Weisen diese eine h\u00f6here Ansteckungsrate auf, droht die\nEpidemie sich so schnell ausweiten, dass die Impfkampagnen nicht mehr\nhinterherkommen. Zudem m\u00fcssen m\u00f6glicherweise bald \u2013 wie bei der\nweniger gef\u00e4hrlichen Grippe \u2013 st\u00e4ndig neue Impfstoffe entwickelt\nund neue Impfkampagnen gestartet werden. Das mag f\u00fcr\nImpfstoffhersteller, nicht jedoch f\u00fcr die Menschheit, eine\ninteressante Perspektive sein. Notwendig sind Sofortma\u00dfnahmen zur\nwirksamen Eind\u00e4mmung des Virus. Nur damit wird die Gefahr von\nMutationen stark minimiert &#8211; mit der Chance, sie im Keim immer neu zu\nersticken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine internationale, linke Kampagne\nzur Eind\u00e4mmung der Epidemie ist notwendig \u2013 und m\u00f6glich \/\/<\/strong>\nWir schlie\u00dfen uns dem <a href=\"https:\/\/www.containcovid-pan.eu\/\">internationalen\nAufruf f\u00fcr die konsequente Eind\u00e4mmung der Covd-19 Pandemie in\nEuropa<\/a> an. Ziel muss sein, die Infektionen auf ein Minimum zu\nreduzieren und das Virus wirkungsvoll einzud\u00e4mmen. Das erfordert\nstrikte Lockdown-Ma\u00dfnahmen, die auch den Bereich der Arbeitspl\u00e4tze\nerfassen, gepaart mit einem massiven Aufstocken der Zahl der\nBesch\u00e4ftigten in den Gesundheits\u00e4mtern, um ein solches\nIdentifizieren und Nachverfolgen erst zu erm\u00f6glichen. Ziel muss\nsein: Jede einzelne SARS-CoV-2-Ansteckung in Europa muss direkt\nnachvollziehbar sein. Auf dieser Basis wird es m\u00f6glich sein, <em>Schritt\nf\u00fcr Schritt wieder ein normales Alltagsleben zu erm\u00f6glichen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Politik ist zu erg\u00e4nzen um\nForderungen, die die Profitlogik im Gesundheitssektor und in der\nPharmaindustrie grundlegend in Frage stellen. Beide Sektoren m\u00fcssen\nperspektivisch unter \u00f6ffentliche Kontrolle gestellt werden.\nSofortforderungen dabei sind: das Au\u00dferkraftsetzen des Prinzips der\nFallpauschalen in den Krankenh\u00e4usern, der sofortige Stopp aller\nKrankenhaus-Schlie\u00dfungen und die Produktion der wirksamen\nCorona-Impfstoffe in Anlagen unter \u00f6ffentlicher Kontrolle. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Eine solidarische Perspektive in\nden Zeiten der Pandemie hei\u00dft: Im Zentrum stehen der Mensch, die\nmenschliche Gesundheit, die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der\nGesellschaft und deren Interessen und die gemeinschaftliche\nBek\u00e4mpfung der Epidemie. Es gibt keinen Gegensatz zwischen\nGesundheitsschutz und Pandemiebek\u00e4mpfung einerseits und der\nVerteidigung demokratischer Rechte und des Rechtsstaats andererseits.\nDemokratie ohne Gesundheitsschutz ist sinnlos und zynisch.\nGesundheitsschutz ohne Demokratie f\u00fchrt in den autorit\u00e4ren Staat.\nDie Einheit von beidem ist in der gegebenen Situation der\nentscheidende Schritt zur solidarischen Gesellschaft.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<h3> 1 Einleitung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Covid-19-Pandemie ist in weiten\nTeilen Europas au\u00dfer Kontrolle geraten. Das verdeutlichen die seit\nOktober 2020 enorm beschleunigten Zahlen der Infektionen und der\nCorona-Toten und die Mutationen des Virus mit erheblich schnellerer\nVerbreitung und steilerer exponentieller Kurve. Die Ansteckungen\nexplodieren derzeit in England, vor allem in London. Die neue\nVariante B 117 des Sars-CoV-2 Virus breitet sich enorm schnell aus\nund macht auch vor Landesgrenzen nicht halt. Der neue Virusstrang\nwurde bereits in vielen L\u00e4ndern identifiziert. WissenschaftlerInnen\nverlangen geradezu verzweifelt wirksame und radikale Ma\u00dfnahmen in\nganz Europa. Das Starren auf den Impfstoff und die Wirkung der\nImpfkampagnen k\u00f6nnte sich als fatal erweisen \u2013 vor Herbst 2021\nwerden die Vakzine keine fl\u00e4chendeckende Wirkung entfalten k\u00f6nnen;\ndas Virus wird sich in Europa und Amerika \u2013 und noch mehr im\nglobalen S\u00fcden mit R\u00fcckwirkung auf Europa, Nord- und S\u00fcdamerika,\nweiter ausbreiten k\u00f6nnen. Dringender denn je brauchen wir eine\neurop\u00e4ische solidarische Antwort. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Diese verheerende Entwicklung kann\nnicht \u00fcberraschen. Sie entspricht ziemlich genau jenem Szenario, vor\ndem WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen im Fr\u00fchjahr\nund Sommer gewarnt hatten, wenn die Regierungen nicht angemessen\nhandeln. ForscherInnen mahnten eindringlich zu energischen Ma\u00dfnahmen\nzur Eind\u00e4mmung der Ausbreitung des Sars-Cov-2-Virus, als dies im\nFr\u00fchjahr und Sommer leicht m\u00f6glich war. Als im Sp\u00e4tsommer und\nHerbst die Ansteckungen abermals exponentiell anstiegen, blieben die\nWarnungen erneut unerh\u00f6rt. Die Regierungen wussten, was sie tun. Sie\nstellten sich bewusst auf die Seiten der Kapital- und\nProfitinteressen. Jetzt bezahlen Hunderttausende von Menschen in\nEuropa mit ihrem Leben und viele weitere mit langanhaltenden\ngesundheitlichen Leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben bereits zu\nBeginn der Pandemie am 24. M\u00e4rz<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>\nund am 4. April mit einem ausf\u00fchrlichen\nDiskussionsbeitrag und Anfang September mit unserem\nBuch <em>Corona, Krise, Kapital. Pl\u00e4doyer\nf\u00fcr eine solidarische Alternative in Zeiten der Pandemie<\/em><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>\nin die Diskussion eingegriffen. Nun schreitet die Pandemie so voran,\nwie das zahlreiche WissenschafterInnen, auf deren Arbeiten wir uns\nbereits im Fr\u00fchjahr bezogen haben, vorhergesagt haben. Doch die\nRegierungen legen eine noch gr\u00f6\u00dfere Verantwortungslosigkeit\ngegen\u00fcber dem Wohl und der Gesundheit der Menschen an den Tag als\nwir das im Fr\u00fchjahr und Sommer 2020 erwarteten.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation\nanerkennen wir die Bedeutung der Initiative aus der\nWissenschaftswelt. Am 19. Dezember wandten sich mehrere hundert\nWissenschaftlerInnen mit der Forderung nach einer konsequenten\neurop\u00e4ischen Strategie zur umgehenden und nachhaltigen Eind\u00e4mmung\nder Pandemie an die \u00d6ffentlichkeit. Wir unterst\u00fctzen diese\nInitiative, obwohl in ihrem Forderungskatalog noch die \u00f6konomischen\nund sozialen Ma\u00dfnahmen zur Linderung der Last f\u00fcr die\nLohnabh\u00e4ngigen und die Armen fehlen. Schlie\u00dflich ist es Aufgabe\nsozialistischer Parteien, der Gewerkschaften und sozialer Bewegungen,\nein sozial\u00f6kologisches Forderungsprogramm aufzustellen und dieses\nm\u00f6glichst weit durchzusetzen. Mit der vorliegenden Analyse und den\nVorschl\u00e4gen gegen Ende dieses Dokuments wollen wir zur Diskussion\n\u00fcber eine solidarische Perspektive anregen. Es ist absolut dringend,\ndass Gewerkschaften, soziale Bewegungen und sozialistische\nOrganisationen sich mit einem eigenst\u00e4ndigen Programm in die\n\u00f6ffentliche Auseinandersetzung einbringen. Dieses Programm soll sich\nan der selbst\u00e4ndigen Organisierung der Menschen im Betrieb und am\nWohnort orientieren und dazu beitragen, die Regierungen zu einem\nenergischen Handeln gegen die Pandemie zwingen.<\/p>\n\n\n\n<h3> 2  Pandemie ist au\u00dfer Kontrolle<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Covid-19-Pandemie hat Europa und\ndie USA fest im Griff. Seit Herbst 2020 schnellten in allen L\u00e4ndern\nEuropas und in den USA die Ansteckungen, die Erkrankungen und bald\ndanach auch die Todesf\u00e4lle auf Rekordh\u00f6hen. Die meisten L\u00e4nder\nverzeichnen Ende 2020 eine hohe und im Falle der Schweiz sogar eine\nextrem hohe \u00dcbersterblichkeit.<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>\nWobei die nationalen Durchschnittswerte wenig \u00fcber die Realit\u00e4t in\nbesonders stark von Pandemie betroffenen Regionen aussagen. Die\n\u00dcbersterblichkeit ist in einzelnen St\u00e4dten und Regionen noch\ndeutlich h\u00f6her. Setzen wir die Covid-19-Sterbef\u00e4lle in den am\nst\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern ins Verh\u00e4ltnis zur\nBev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe, so ergibt sich ein ern\u00fcchterndes Bild. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 2021 hat die Zahl der\nCorona-Toten in Italien 75.000 \u00fcberschritten, bezogen auf 100.000\nEinwohner waren es am 31.12.2020 123. Spanien hat zum selben\nZeitpunkt absolut 51.000  Corona-Tote zu beklagen oder 107 auf\n100.000 Menschen. In den USA sind es absolut 350.000 und 106 auf\n100.000 Menschen. In Frankreich 65.000 oder 97 auf 100.000. Schweden,\ndas sich ein gutes halbes Jahr lang r\u00fchmte, mit seinem Sonderweg der\nBev\u00f6lkerung mehr Freiheiten zu bieten und dennoch die Epidemie unter\nKontrolle halten zu k\u00f6nnen, hat zum gleichen Zeitpunkt 8730\nCorona-Tote zu beklagen und kommt damit auf den hohen Wert von 85\nCorona-Toten auf 100.000 Menschen. Die Schweiz liegt mit absolut\n7.650 und 89 Corona-Toten je 100.000 Menschen nahe an den\nNegativ-Rekorden. Die Zahlen f\u00fcr \u00d6sterreich (absolut 6.250) und\nDeutschland (absolut 34.000 Corona-Tote) mit 70 bzw. mit 41\nCorona-Toten je 100.000 Menschen sind etwas weniger hoch \u2013 jedoch\neben nur verglichen mit den zitierten Negativ-Rekorden. Noch vor vier\nMonaten hatten Bundeskanzler Kurz und Bundeskanzlerin Merkel einen\nvergleichbaren Anstieg der Corona-Opfer f\u00fcr v\u00f6llig ausgeschlossen\nerkl\u00e4rt und die Bev\u00f6lkerung mit den zun\u00e4chst jeweils angek\u00fcndigten\nLockerungen an Weihnachten in der Sicherheit gewiegt, \u201edas\nSchlimmste\u201c sei \u00fcberstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Jahresverlauf 1. M\u00e4rz 2020\nbis 28. Februar 2021 hinweg werden es \u2013 grob \u00fcberschlagen \u2013\nweltweit gut 2,2 Millionen Corona-Tote sein. Das sind bereits doppelt\nso viel wie die weltweiten Stra\u00dfenverkehrstoten in einem Jahr. Wir\nerinnern daran: Im Fr\u00fchjahr 2020 haben viele, die die Epidemie\nrelativieren oder gar leugnen, auf eben die Stra\u00dfenverkehrsopfer\nverwiesen und erkl\u00e4rt, die Corona-Toten seien damit verglichen doch\neine eher zu vernachl\u00e4ssigende Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es bislang nicht zu noch viel\nh\u00f6heren Opferzahlen kam, hat einen einzigen Grund: die von\nMilliarden Menschen \u2013 meist freiwillig, oft auch als Resultat\nstaatlichen Zwangs \u2013 befolgten Ma\u00dfnahmen des <em>social distancing<\/em>\nretteten Hunderttausenden Menschen das Leben. Das l\u00e4sst sich konkret\nan der Entwicklung der Zahl derjenigen, die an einer Corona-Infektion\nstarben, dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis Anfang Januar 2021 sind mehr als\n1,8 Millionen Menschen aufgrund einer COVID-19-Infektion gestorben.\nWir schreiben bewusst nicht \u201ean und mit dem Virus gestorben\u201c.\nGemeint ist: <em>Mindestens<\/em> 1,8 Millionen Menschen starben bislang\nals <em>direkte<\/em> Folge einer Corona-Infektion.<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>\nUnd wir w\u00e4hlen auch bewusst die Zahl der registrierten Corona-Toten\nund nicht die Zahl der Infektionen, weil die Angaben f\u00fcr die\nEpidemie-Toten deutlich belastbarer sind. Allerdings sei darauf\nverwiesen, dass Millionen Menschen, die nach einer Corona-Erkrankung\nwieder genesen sind, aufgrund dieser Infektion f\u00fcr den Rest ihres\nLebens mit oft erheblichen gesundheitlichen Sch\u00e4den belastet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir in Kapitel 4 nochmals auf die\naktuellen Zahlen in Europa Anfang 2021 zur\u00fcckkommen, wollen wir\neinen Blick auf die weltweit deutlich ungleiche Entwicklung der\nEpidemie werfen. Siehe hierzu die Zusammenstellung in Tabelle 1.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Toten-Zahlen sind\nausgesprochen aufschlussreich.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Erstens<\/strong><\/em> Die Corona-Toten\nin der Tabelle addieren sich auf 1,573 Millionen oder 86,2 Prozent\naller Corona-Toten weltweit. In diesen L\u00e4ndern beziehungsweise\nRegionen leben gut drei Milliarden Menschen, was 39,1 Prozent der\nWeltbev\u00f6lkerung entspricht. Auf knapp 40 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung\nentfallen demnach mehr als 85 Prozent aller registrierten\nCorona-Toten. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zweitens<\/strong><\/em> Nimmt man nur\ndie USA, Lateinamerika und die (um drei L\u00e4nder erg\u00e4nzte) EU, so\nsind die Relationen nochmals extremer: In diesen \u201ewestlichen\nRegionen\u201c leben 1,4 Milliarden Menschen, was lediglich 18,5 Prozent\nder Weltbev\u00f6lkerung entspricht. Dort wurden jedoch 1,3 Millionen\nCorona-Tote registriert, was 72,0 Prozent aller Corona-Opfer\nentspricht.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Drittens<\/strong><\/em> Die Zahl der\nweltweit registrierten Corona-Toten an einem einzelnen Tag (letzte\nZeile in der Tabelle) hat sich \u2013 mit der Ausnahme des Zeitraums\nEnde Juli bis Ende September 2020 \u2013 kontinuierlich erh\u00f6ht. Die\nj\u00fcngste hier dokumentierte Steigerung (Ende Dezember) ist mit 14.000\nToten t\u00e4glich die bislang gr\u00f6\u00dfte. Die Dynamik der Pandemie ist\nnicht gebrochen; im Gegenteil. Der designierte US-Pr\u00e4sident Joe\nBiden sagte am 4. Dezember: \u201eIch will niemandem Angst einjagen,\naber [\u2026] wir werden zwischen jetzt und Januar wahrscheinlich\nweitere 250.000 Menschen verlieren&#8220;. Das d\u00fcrfte sich als\n\u00dcbertreibung erweisen; doch 150.000 Menschen verlieren in den USA in\ndiesen beiden Monaten ihr Leben als Resultat der Epidemie. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tabelle\n1: Zahl der Corona-Toten im Zeitraum 31. M\u00e4rz bis 31. Dezember 2020\nweltweit, in den USA, in der EU (erg\u00e4nzt um Gro\u00dfbritannien,\nNorwegen und die Schweiz), in Lateinamerika, Indien, Iran und\nRussland \u2013 absolut und in Prozent der weltweiten Todesopfer<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Region<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.3.\n\t\t\t2020<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.5.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.7.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.9.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.\n\t\t\t11.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.<\/strong>\n\t\t\t<strong>12.<\/strong>\n\t\t\t<strong>2020<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Bev\u00f6lkerung<\/strong>\n\t\t\t<strong>in\n\t\t\tMio und<\/strong>\n\t\t\t<strong>Anteil\n\t\t\tan <\/strong>\n\t\t\t\n\t\t\t<strong>Weltbev\u00f6lkerung<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>1<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Welt\n\t\t\t(absolut)<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45.249\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t386.216\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t693.960\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.026.096\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.485.991\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.825.030\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.800\n\t\t\tMio. \n\t\t\t\n\t\t\t=\n\t\t\t100%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2a<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>USA<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.207\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t109.019\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t157.216\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t211.744\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t273.101\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t345.826\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t328\n\t\t\tMio.\n\t\t\t=\n\t\t\t4,2%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>2b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11,5%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28,2%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24,7%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20,6%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18,4%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18,9%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>3a<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>EU\n\t\t\terweitert* <\/strong>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.440\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t166.955\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t179.574\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t192.280\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t328.171\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t452.385\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t461\n\t\t\tMio.\n\t\t\t=\n\t\t\t5,9%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>3b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t62,9%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t43,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25,9%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18,7%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22,8%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24,8%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>4a<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Latein-amerika**<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t676\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t59.704\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t212.004\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t348.297\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t446.268\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t505.693\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t650\n\t\t\tMio.\n\t\t\t=\n\t\t\t8,3%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>4b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,5%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t15,5%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t30,6%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t33,9%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t30,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t27,7%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>5a<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Indien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tAbsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.980\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t36.551\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t98.708\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t138.159\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t149.018\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.380\n\t\t\tMio. = 17,7%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>5b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der  weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9,6%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8,2%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>6a<\/strong>\n\t\t\t \n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Iran<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.898\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.797\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16.766\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t26.380\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t48.246\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t55.223\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t82\n\t\t\tMio.\n\t\t\t=\n\t\t\t1,1%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>6b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6,4%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,4%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,6%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,3%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,0%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>7a<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Russland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tabsolut\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.555\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14.058\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20.722\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t39.895\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t57.019\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t145\n\t\t\tMio.\n\t\t\t=\n\t\t\t1,9%\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>7b<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tin\n\t\t\t% der weltweiten Corona-Toten\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,2%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,0%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,7%\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,1%***\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>8<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Corona-Tote\n\t\t\tam Tag weltweit****<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.754\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.365\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.073\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.836\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12.267\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14.320\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t&#8211;\n\t\t<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>*\nEU plus Gro\u00dfbritannien, Norwegen und Schweiz \/\/ ** Mexiko,\nMittelamerika, Karibik u. S\u00fcdamerika \/\/ *** Angaben f\u00fcr Russland\nohne die neuen, korrigierten Zahlen, die bei 186.000 liegen \/\/ ****\n5-Tages-Durchschnitt<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:\nJohn Hopkins University (JHU), USA,\nhttps:\/\/coronavirus.jhu.edu\/map.html und <a href=\"http:\/\/www.worldometer.com\">www.worldometer.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3> 3  R\u00fcckblende Fr\u00fchsommer 2020<\/h3>\n\n\n\n<p>Die herrschende Epidemie-Politik in der\nEU \u2013 und durchaus auch in Berlin \u2013 hat in zwei Phasen komplett\nversagt. Zun\u00e4chst in den ersten zehn Wochen des Jahres 2020, als die\nEpidemie in unverantwortlicher Weise verharmlost (der deutsche\nGesundheitsminister Spahn sagte im Februar 2020, es handle sich um\n\u201eeine besonders milde Form der Grippe\u201c) und keinerlei\nVorbereitungen auf eine erste Welle ergriffen wurden.<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a>\nSodann nach dem ersten Lockdown, den es in unterschiedlicher Form in\nden meisten westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern gab. Die mit diesem\nHerunterfahren des \u00f6ffentlichen Lebens verbundenen Restriktionen\nzeitigten zun\u00e4chst ja durchaus Erfolge. Die Grafik mit dem Vergleich\nder Corona-Toten in Europa und den USA (wo es so gut wie keinen\nallgemeinen Restriktionen gab) verdeutlicht dies: Es gab eine rund\nzweimonatige Periode mit einem geringen Anstieg der Corona-Toten in\nEuropa, sodass rund 100 Tagen lang die absoluten Zahlen in beiden\nRegionen auf vergleichbarem Niveau lagen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch diese zweite Chance wurde\nvertan. Es geschah nichts: Keine Aufstockung des Personals in den\nAltenheimen und Krankenh\u00e4usern (in Deutschland haben sich die nicht\nbesetzten Pflegestellen auf den Intensivstationen in den letzten drei\nJahren verdreifacht!<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>).\nEbenfalls in Deutschland kam es seit M\u00e4rz 2020 und bis Ende 2020 zur\nSchlie\u00dfung von weiteren zwanzig Krankenh\u00e4usern. In allen\nwesteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern (ausgenommen Frankreich) gab es seit M\u00e4rz\n2020 keine relevante Verbesserung der Einkommen des Pflegepersonals.\nWeiterhin befinden sich die Kliniken im W\u00fcrgegriff von\nPrivatisierungstendenzen und dem fatalen Prinzip der Fallpauschalen.\nEs kam nicht zu einem ausreichenden Ausbau des Testwesens. Es gab\nkeine wirksamen Ma\u00dfnahmen gegen die massenhaften Infektionen in den\nFleischfabriken und im Logistikgewerbe. In einer gro\u00dfen Zahl von\nSchulen wurde vers\u00e4umt, \u00fcber die Sommerferien hinweg fl\u00e4chendeckend\nin den vielen Zehntausenden Klassenzimmern, in denen die Fenster erst\ngar nicht ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen, Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine m\u00f6gliche\nFrischluftzirkulation zu ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen gab es europaweit einen\nWettbewerb mit Lockerungs\u00fcbungen. Als dann Mitte Oktober die\nInfektionszahlen und bald darauf die Corona-Opfer-Zahlen nach oben\nschnellten, gaben sich die Regierungen \u00fcberrascht. Tats\u00e4chlich sind\nsie jedoch Opfer ihrer eigenen Verharmlosung der Pandemie und der\numfassenden Herausforderung f\u00fcr die Gesundheit der ganzen\nBev\u00f6lkerung. Diese zweite Welle der Pandemie trifft die Menschen in\nEuropa in Wirklichkeit keineswegs \u00fcberraschend. Fachleute \u00fcberall\nin der Welt und nicht zuletzt die WHO sagten eine zweite heftigere\nPandemiewelle ab Herbst voraus. Auch die Erfahrungen aus bisherigen\nPandemien legten diesen Schluss nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir das Beispiel Deutschland.\nAls in diesem Land am 13. Dezember 2020 eine drastische Versch\u00e4rfung\nder bisherigen Lockdown-Ma\u00dfnahmen verk\u00fcndet wurden, verwiesen die\nBundeskanzlerin und einzelne Ministerpr\u00e4sidenten von Bundesl\u00e4ndern,\nso der NRW-MP Armin Laschet, auf eine neue Stellungnahme der\nForschungsgesellschaft Leopoldina und erkl\u00e4rte den neuerlichen\nSchwenk mit dieser Stellungnahme. Das ist schlicht Augenwischerei.\nSchlie\u00dflich verlangten die Pr\u00e4sidenten der au\u00dferuniversit\u00e4ren\nForschungsorganisationen Deutschlands bereits am 28. April in einer\naufsehenerregenden gemeinsamen Stellungnahme \u201eAdaptive Strategien\nzur Eind\u00e4mmung der Covid-19-Epidemie\u201c. Sie warnten davor, die\neinschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen nach dem ersten <em>lock down<\/em> zu fr\u00fch\naufzuheben.<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>\nDas <em>contact tracing<\/em> m\u00fcsse unbedingt systematisch betrieben\nwerden, was bei einer zu hohen Anzahl von Ansteckungen nicht mehr\nm\u00f6glich sei. Es brauche ein Ensemble ineinandergreifender Ma\u00dfnahmen,\num die Pandemie so stark zu reduzieren, dass jede einzelne Ansteckung\nerkennbar und nachvollziehbar wird. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Abbildung\n1: Addierte Zahl der Corona-Toten in Europa im Vergleich zu den USA\n(Corona-Opfer seit dem 100. Toten)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Senkrechte\nAchse: Zahl der Toten. \/\/ Waagrechte Achse: Tage seit dem 100.\nregistrierten Corona-Toten], \n<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle\nLunapark21, Zeitschrift zur Kritik der globalen \u00d6konomie, H 52,\nWinter 2020, S. 33<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leiter derselben\nForschungsinstitutionen wandten sich am 24. September erneut mit\neiner zweiten klaren Stellungnahme an die \u00d6ffentlichkeit und die\npolitisch Verantwortlichen.<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a>\nSie warnten eindringlich davor, dass bereits zwei Kipppunkte \u2013 eine\nReproduktionszahl &gt;1 und eine gro\u00dfe Zahl von Ansteckungen \u2013\nerreicht worden seien, und die Ausbreitung deshalb rasch\nunkontrollierbar werden k\u00f6nne. Die Autorinnen und Autoren sprachen\nsich in diesem Statement unmissverst\u00e4ndlich gegen die irrwitzige\nStrategie der Herdenimmunisierung aus und warnten auch vor der\nIllusion, die sogenannten Risikogruppen sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Die mit\nst\u00e4rkeren Risiken behafteten Menschen umfassen nahezu ein Viertel\nder Gesellschaft. Sie sind viel zu heterogen, als dass es m\u00f6glich\nw\u00e4re, diese spezifisch zu sch\u00fctzen oder gar abzusondern. Doch auch\ndiese Warnung wurde nicht beachtet; es gab nur einen Lockdown light \u2013\nmit der Folge, dass nach zwei bis drei Wochen mit\nBeruhigungstendenzen die Fallzahlen erneut steil nach oben gingen.\nUnd dass dann am 13. Dezember die Notbremse gezogen und wesentlich\nstriktere Ma\u00dfnahmen beschlossen werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich gab es vor Weihnachten\nund \u00fcber die Feiertage hinweg einen vergleichbaren Zickzack-Kurs.\nNach einem zweiten Lockdown aufgrund stark steigender\nInfektionszahlen von Mitte November bis Anfang Dezember, gab es im\nAnschluss zeitweilig Lockerungen zur Sicherung des\nWeihnachtsgesch\u00e4fts. Kurz darauf musste erneut ein harter Lockdown\nverk\u00fcndet werde. Dieser soll vom 26. Dezember bis zum 24. Januar\n2021 gelten. Besonders absurd: W\u00e4hrend Schulen geschlossen bleiben,\nd\u00fcrfen Skilifte \u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<h3> 4  Ein europaweites Versagen<\/h3>\n\n\n\n<p>Deutschland und \u00d6sterreich, die ja im\nersten Halbjahr 2020 die Corona-Krise anscheinend passabel gemeistert\nhaben und nun den Preis f\u00fcr ihren unverantwortlichen Zickzackkurs\nbezahlen, sind dabei nur zwei Beispiele f\u00fcr viele in Europa.\nInsgesamt erleidet die Europ\u00e4ische Union mit ihrem Nicht-Umgang mit\nder Pandemie einen kompletten Schiffbruch. Es ist klar, dass sich die\nAnsteckungsdynamik nur mit gro\u00dfr\u00e4umig und international\nkoordinierten Ma\u00dfnahmen rasch brechen l\u00e4sst. Die Regierungen\nhandeln allesamt blo\u00df auf der nationalen und regionalen Ebene,\nzumeist unkoordiniert, widerspr\u00fcchlich und bisweilen sogar\ngegeneinander. Reisewarnungen und Grenzschlie\u00dfungen erfolgen\nteilweise sogar in gegenseitiger Abgrenzung. Die Pandemie hat sich\naber derart in allen L\u00e4ndern ausgebreitet, dass sie nur durch ein\ngemeinsames europ\u00e4isches Handeln einged\u00e4mmt werden kann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Oktober und Anfang November\nergriffen die meisten L\u00e4nder in Europa abermals einschr\u00e4nkende\nMa\u00dfnahmen, die allerdings nicht so weit gehen, wie jene, die sie\nMitte M\u00e4rz beschlossen hatten und bis weit in den April andauerten.\nAllerdings gibt es auch Unterschiede. \u00c4hnlich wie Deutschland sah\nsich die Regierung in \u00d6sterreich bereits Mitte November gezwungen,\nihre kurz zuvor beschlossenen Ma\u00dfnahmen zu versch\u00e4rfen und ab dem\n17. November abermals die Schulen zu schlie\u00dfen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schweizer Bundesrat hingegen nahm\nmit einer lockeren Strategie bewusst eine rasche Ausbreitung der\nPandemie und die damit einhergehende \u00dcberlastung der Spit\u00e4ler in\nKauf. Hier argumentieren die Vertreter der Kapitalinteressen ganz\noffen, dass ihnen ein <em>lock down<\/em> zu teuer k\u00e4me und die\nGesellschaft gewisse Opfer erbringen m\u00fcsse. Am 17. November stellte\ndann die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Intensivmedizin fest, dass\npraktisch alle von ihr zertifizierten 876 Intensivbetten belegt sind.\nSie empfahl allen Personen <em>\u201esich im Rahmen einer\nPatientenverf\u00fcgung Gedanken dazu zu machen, ob sie im Falle einer\nschweren Erkrankung lebensverl\u00e4ngernde Ma\u00dfnahmen erhalten m\u00f6chten\noder nicht.\u201c <\/em> (SGI 2020).<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a>\nNach Angaben des Bundesrates wurden weitere 240 Intensivbetten\ngeschaffen. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen noch weitere Reserven mobilisiert\nwerden. Damit verl\u00e4uft in der Schweiz die zweite Pandemiewelle\nwesentlich t\u00f6dlicher als die erste. In der dritten Novemberwoche\ngeh\u00f6rte die Schweiz weltweit zu jenen L\u00e4ndern mit der h\u00f6chsten\nSterberate im Verh\u00e4ltnis zur Bev\u00f6lkerung. In dieser Zeit starben\nt\u00e4glich 80 Menschen an Covid-19. W\u00e4hrend der Hochphase der ersten\nWelle waren es 63 im Wochenschnitt. Inzwischen weisen die Schweiz,\n\u00d6sterreich und Deutschland in den Monaten November und Dezember eine\nklare \u00dcbersterblichkeit auf. Die Gesundheitskrise in der Schweiz\nversch\u00e4rfte sich in der Folge derart, dass am 17. Dezember sogar\n<em>economiesuisse<\/em>, der zentrale Verband des Kapitals, einen Lock\ndown in der ruhigen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr\nbef\u00fcrwortete. Das sei jetzt g\u00fcnstiger als weitermachen wie bisher\nund erlaube dann im Januar den Wirtschaftsmotor wiederanzuwerfen. Das\nSchweizer Kapital zieht mit g\u00fctiger Unterst\u00fctzung der\nSozialdemokratie und der Gewerkschaften eine besonders zynische\nVariante der Pandemiepolitik durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Charakteristisch in Europa f\u00fcr das\nSpannungsverh\u00e4ltnis zwischen epidemiologischen Anforderungen und\nwirtschaftlichen Interessen ist die Situation hinsichtlich der\n<em>Skisaison 2020\/2021<\/em>. Die in diesem Bereich tonangebenden\nL\u00e4nder konnten sich bis Mitte Dezember auf kein einheitliches\nVorgehen einigen. In den skandinavischen L\u00e4ndern waren die Pisten\nbereits in den Monaten Oktober bis Dezember teilweise ge\u00f6ffnet; die\nSkilifte waren mit Auflagen in Betrieb. Die Zentralregierung in\nItalien untersagte jeglichen Skitourismus \u2013 was allerdings seitens\nder autonomen Provinz S\u00fcdtirol teilweise in Frage gestellt wurde.\nHier mussten bereits ge\u00f6ffneteGletscher-Skigebietewie\nSulden bzw. Breuil-Cervinia im Aostatal Anfang November wieder\nschlie\u00dfen. Allerdings gibt es Ausnahmen f\u00fcr \u201eProfisportler\u201c,\ndie kaum eingeschr\u00e4nkt \u201etrainieren\u201c d\u00fcrfen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz zeigte sich in dieser\nHinsicht erneut als besonders \u201eliberal\u201c, sprich\nwirtschaftsfreundlich. Kein Alpenland l\u00e4sst Ski- und\nSnowboard-Tourismus bislang mit so wenigen Einschr\u00e4nkungen zu wie\ndie Eidgenossenschaft. Es existieren lediglich milde\nCorona-Ma\u00dfnahmen. So herrschte seit Anfang Dezember Maskenpflicht\nbeim Anstehen, auf Liften, in Gondeln. Geschlossene Bahnen d\u00fcrfen zu\nzwei Dritteln gef\u00fcllt werden. Restaurants m\u00fcssen bereits um 19 Uhr\nschlie\u00dfen \u2013 ausgenommen \u201eGastro-Betriebe in Kantonen mit\ng\u00fcnstiger epidemiologischer Entwicklung\u201c.<a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>\nAls dann kurz vor Weihnachten bis zu 10 000 britische Urlauber in\nSchweizer Skiorten eintrafen und es gleichzeitig die ersten Meldungen\nvon gef\u00e4hrlichen Mutationen des Corona-Virus in Gro\u00dfbritannien und\nin S\u00fcdafrika gab, verh\u00e4ngte der schweizerische Bundesrat eine\nr\u00fcckwirkende Quarant\u00e4ne f\u00fcr Personen aus Gro\u00dfbritannien und aus\nS\u00fcdafrika. Das Resultat: Hunderte Briten traten die ungeordnete\nFlucht aus den Schweizer Skiorten nach Frankreich an. Die Schweizer\nBeh\u00f6rden wirkten v\u00f6llig hilflos, zumal eine wirksame Kontrolle\nangesichts von vielen Airbnb-Buchungen und Hunderten Zweitwohnungen\nbritischer B\u00fcrger vor Ort sich als kaum machbar erweis.<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3> 5  Der Sommer der verpassten Chancen<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit fast einem Jahr wird inzwischen\ndas Corona-Virus als von au\u00dfen kommend, als bestenfalls eind\u00e4mmbar\nund als letztlich nur mit einem Impfstoff bek\u00e4mpfbar dargestellt. In\nden Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, ge\u00e4u\u00dfert in der\nARD-Tagesschau am 2. November 2020: \u201eDas Corona-Virus ist so etwas\nwie eine Naturkatastrophe,&#8220; wie es eine solche \u201ewohl nur\neinmal pro Jahrhundert&#8220; geben w\u00fcrde. Und: \u201eWir m\u00fcssen mit\ndem Virus leben. Es ist da.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich war die Pandemie\nangek\u00fcndigt und vom Robert-Koch-Institut bereits 2013 in einer\numfassenden, dem Bundestag vorgelegten Analyse als reale Gefahr\ndargestellt worden.<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a>\nTats\u00e4chlich hat COVID-19 viel zu tun mit Zoonose und\nMassentierhaltung.<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>\nTats\u00e4chlich gab es seit dem ersten COVID-19-Bericht der chinesischen\nRegierung gegen\u00fcber der WHO Ende Dezember 2019 in Westeuropa mehr\nals zehn Wochen Zeit f\u00fcr eine Vorbereitung auf die Epidemie. Vor\nallem aber forderte das Virus im Verlauf des Jahres 2020 weltweit 1,5\nMillionen Tote, davon allein in Europa mehr als 275.000, weil in den\nmeisten L\u00e4ndern auf eine effiziente Politik zu dessen Eind\u00e4mmung\nmit R\u00fccksicht auf die Kapitalinteressen verzichtet wurde. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben in Tabelle 2 die offiziellen\nZahlen der Corona-Toten f\u00fcr 35 L\u00e4nder im Zeitraum M\u00e4rz bis\nDezember 2020 \u2013 und hier jeweils mit den Zahlen am Monatsende \u2013\nzusammengestellt. Wir bildeten dabei sechs L\u00e4ndergruppen, um tiefere\nEinsichten und Vergleiche m\u00f6glich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tabelle\n2: Corona-Tote in L\u00e4ndern nach L\u00e4ndergruppen Zeitraum 31. 3. bis\n31. 12. 2020<\/em> \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.3.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.4.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.5.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.6.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.7.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.8.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.9.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.10.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>30.11.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>31.12.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>C-Tote\n\t\t\tje<\/strong>\n\t\t\t<strong>100.000<\/strong>\n\t\t\t<strong>am<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t31.10.\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t31.12.\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Weltmacht\n\t\t\tI und Weltmacht II im Vergleich<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>USA<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.207\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t65.201\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t109.019\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t130.019\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t157.216\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t187.847\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t211.744\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t236.525\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t273.101\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t345.826\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t72,1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t105,4\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>China<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.312\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.633\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.782*\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,3\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,3\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Wo die\n\t\t\tEpidemie-Bek\u00e4mpfung  (weitgehend) funktionierte<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Taiwan<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,03\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,03\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Vietnam<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t32\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,04\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,04\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Ruanda<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t29\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t48\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t92\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,3\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,8\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Neuseeland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t19\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t25\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,6\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0,6\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>S\u00fcdkorea<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t162\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t247\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t270\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t282\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t301\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t324\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t413\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t464\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t526\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t917\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\tO,9\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,8\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Japan<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t57\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t430\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t891\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t972\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.006\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.279\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.564\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.755\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.106\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.292\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,4\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2,6\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Australien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t92\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t102\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t104\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t197\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t652\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t886\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t907\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t908\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t909\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Die\n\t\t\textreme Spannweite in S\u00fcdamerika \u2013 mit zwei (relativ)\n\t\t\tvorbildlichen L\u00e4ndern<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Kuba<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t61\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t83\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t86\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t87\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t94\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t122\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t128\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t134\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t146\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,3\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Uruguay<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t17\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t27\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t48\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t58\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t76\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t181\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1,6\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5,2\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Chile<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t255\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.192\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.436\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.457\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11.289\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12.741\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14.158\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t15.356\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16.608\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t73,7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t86,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Brasilien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t242\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.901\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t29.314\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t59.656\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t92.568\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t121.515\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t143.962\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t159.902\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t172.848\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t194.949\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t75,0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t91,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Argentinien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t72\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t572\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.413\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.429\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8.506\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t15.558\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20.282\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t30.792\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t38.473\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t43.245\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t67,8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t95,3\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Gro\u00dfe\n\t\t\tund gr\u00f6\u00dfere europ\u00e4ische L\u00e4ndern \u2013 inzwischen alle mit\n\t\t\tschlechten Resultaten<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Germany<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t775\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.623\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8.605\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.052\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.224\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.327\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.571\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t10.583\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16.560\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t33.791\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12,7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t40,6\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Niederlande<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.039\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.795\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.956\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.113\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.147\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.224\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.409\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.395\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.349\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11.525\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t42,8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t66,6\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Polen<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t33\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t644\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.064\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.463\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.761\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.039\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.513\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.631\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t17.150\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.554\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t14,7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t74,4\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Rum\u00e4nien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t82\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t717\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.266\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.651\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.343\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.621\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.825\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.968\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11.331\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t15.767\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t36,5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t82,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Frankreich<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.522\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24.352\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.746\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t29.818\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t30.265\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t30.635\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t31.956\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t36.788\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t52.325\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t64.759\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t54,9\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t96,7\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Spanien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8.464\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24.543\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.030\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.335\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.445\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t29.094\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t31.791\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t37.311\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44.668\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t50.831\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t79,2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t107,9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Gro\u00dfbrit.<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.425\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t26.661\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t37.435\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t40.391\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.189\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t41.501\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t42.143\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t46.555\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t58.245\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t73.622\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t70,1\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t110,9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Italien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12.466\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28.036\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t33.508\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t34.921\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35.286\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35.483\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35.894\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t38.618\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t54.904\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t74.159\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t64,0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t123,0\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Russland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t17\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.073\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.693\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.320\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t13.963\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t17.176\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t20.722\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t27.990\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t39.895\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t186.000**\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t19,2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t127,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Die\n\t\t\tskandinavischen Staaten in Vergleich \u2013 mit zwei relativ\n\t\t\tvorbildlichen L\u00e4ndern<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Norwegen<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t39\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t210\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t236\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t250\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t255\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t264\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t274\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t282\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t328\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t436\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5,2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8,1\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Finnland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t17\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t211\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t318\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t328\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t329\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t336\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t344\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t358\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t393\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t561\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6,5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t10,2\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>D\u00e4nemark<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t90\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t452\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t574\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t605\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t615\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t624\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t650\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t721\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t829\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.298\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12,4\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t22,4\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Schweden<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t352\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.876\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.634\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.496\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.753\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.830\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.883\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5.975\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.681\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8.727\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t58,0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t84,7\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<br>\n\t\t\t\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t<strong>Kleinere\n\t\t\teurop\u00e4ische L\u00e4nder im Vergleich \u2013 alle mit schlechten\n\t\t\tResultaten<\/strong>\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Slowakei<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t23\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t28\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t29\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t33\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t48\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t212\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t839\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.250\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3,9\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t40,9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Griechenland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t49\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t140\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t175\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t192\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t203\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t266\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t391\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t626\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.321\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.838\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t5,8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t44,8\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>\u00d6sterreich<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t128\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t584\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t668\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t705\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t718\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t733\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t799\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.109\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.184\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.222\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t12,5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t69,9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Irland<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t71\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.221\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.640\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.727\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.758\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.772\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.801\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.913\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.052\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.237\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t39,0\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t45,7\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Portugal<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t160\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t980\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.396\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.576\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.735\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.819\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.971\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.507\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.427\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t6.906\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t24,3\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t67,0\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Ungarn<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t312\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t526\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t585\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t596\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t615\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t765\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.750\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.823\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.667\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18,9\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t99,7\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Schweiz<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t488\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.687\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.831\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.844\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.861\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.883\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.949\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t2.298\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t4.705\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.645\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t26,7\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t88,9\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Bulgarien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t66\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t140\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t230\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t383\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t629\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t825\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.254\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.814\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.576\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t18,2\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t109,8\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Tschechien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t35\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t241\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t317\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t346\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t381\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t426\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t673\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t3.432\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t8.138\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11.711\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t32,4\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t111,5\n\t\t<\/td><\/tr><tr><td>\n\t\t\t<strong>Belgien<\/strong>\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t1.119\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t7.779\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.358\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.636\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.715\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t9.894\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t10.001\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t11.452\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t16.547\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t19.528\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t100,5\n\t\t<\/td><td>\n\t\t\t171.3\n\t\t<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcne\nMarkierung:\nbei europ\u00e4ischen L\u00e4ndern mit geringer Steigerung der\nCorona-Toten-Zahlen; (vertane) Chancen zur Virus-Eind\u00e4mmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gelbe\nMarkierung:\nweitgehende Eind\u00e4mmung \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg \/\/ *\nVer\u00e4nderung geg. 30.11. durch Wahl einer anderen statistischen\nQuelle (JHU) \/\/ \n<\/p>\n\n\n\n<p>**\nVer\u00e4nderung geg. Vormonaten = Korrektur durch russ. Beh\u00f6rden mit\nVerdreifachung der tats\u00e4chlichen Zahl der Corona-Toten<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs\nAspekte sind bei einer n\u00e4heren Betrachtung der Zahlen in Tabelle 2\nhervorzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Erstens<\/strong><\/em> Der Unterschied\nbei den Folgen von COVID-19 k\u00f6nnte zwischen den beiden gr\u00f6\u00dften\nIndustrienationen der Welt kaum gr\u00f6\u00dfer sein. Bezogen auf die\ngleiche Einheit gibt es (mit Stand 31. Dezember 2020) in den USA 351\nMal mehr Corona-Tote als in der VR China (105,4 Corona-Tote je\n100.000 Menschen in den USA gegen\u00fcber 0,3 Corona-Tote in der VR\nChina).<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zweitens<\/strong><\/em> Es gibt unter\nden hier aufgef\u00fchrten 37 Staaten zehn Staaten, in denen es maximal\nf\u00fcnf Corona-Tote je 100.000 Einwohner gibt (das entspricht einem\nAchtel der Corona-Toten in Deutschland, einem Vierzehntel der\nCorona-Toten in \u00d6sterreich oder einem Achtzehntel der Epidemieopfer\nin der Schweiz). Dies sind die folgenden, h\u00f6chst unterschiedlichen\nL\u00e4nder (aufgef\u00fchrt entsprechend der Performance): Taiwan, Vietnam,\nChina, Ruanda, Neuseeland, S\u00fcdkorea, Kuba, Japan, Australien und\nUruguay.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Drittens<\/strong><\/em>\nSelbstverst\u00e4ndlich gibt es spezifische Faktoren (wie Insellage,\nEinbindung in die Globalisierung, Durchschnittsalter der\nBev\u00f6lkerung), die den Erfolg der Pandemieeind\u00e4mmung positiv oder\nnegativ beeinflussen. Doch diese Faktoren erkl\u00e4ren die Unterschiede\nnur zum Teil. S\u00fcdkorea und Italien oder Uruguay und Chile oder\nNeuseeland und Irland sind jeweils in mancher Hinsicht vergleichbare\nL\u00e4nder. Die Betroffenheit durch COVID-19 ist jedoch, wie in der\nTabelle ersichtlich, extrem unterschiedlich: 1,8 zu 123 beim\nVergleich S\u00fcdkorea\/Italien, 5,2 zu 86,5 im Fall Uruguay\/Chile und\n0,6 zu 45,7 im Fall Neuseeland zu Irland.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Viertens<\/strong><\/em> Deutschland\nstand bis Oktober 2020 im europ\u00e4ischen Vergleich noch relativ gut\nda. Das hat sich teilweise in den Monaten November und Dezember\nge\u00e4ndert. Wenn es weiterhin einen erheblichen Unterschied zu anderen\neurop\u00e4ischen Staaten gibt, dann nur deshalb, weil es dort in den\nletzten zwei Monaten des Jahres 2020 ebenfalls eine massive zweite\nWelle gab. Warum es im Industriestaat Japan nur 2,6 Corona-Tote je\n100.000 Menschen gibt, es in Deutschland jedoch (mit 40,6) sechszehn \nMal mehr sind, bedarf der Erkl\u00e4rung. Es gab in Japan keineswegs\nh\u00e4rtere Lockdown-Ma\u00dfnahmen als in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>F\u00fcnftens<\/strong><\/em> Sehr deutlich\nsind die Unterschiede auch bei den aufgef\u00fchrten skandinavischen\nL\u00e4ndern.  Alle vier sind vergleichbar in die globalisierte\nkapitalistische Wirtschaft integriert. Alle haben lange K\u00fcsten. Alle\nhaben eine vergleichbare Sozialstruktur. Doch in Schweden mit einer\nbis Oktober 2020 betont liberalen Corona-Politik sind es gut zehn Mal\nmehr Corona-Tote wie in Norwegen oder gut acht Mal mehr wie in\nFinnland.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Sechstens<\/strong><\/em> Die meisten\nL\u00e4nder in Europa hatten es nicht nur im Zeitraum Anfang Januar bis\nMitte M\u00e4rz vers\u00e4umt, sich auf die Epidemie vorzubereiten. Die\nmeisten von ihnen hatten nach der ersten Epidemie-Welle in den\nMonaten, die gr\u00fcn unterlegt sind (zumeist sind das die Monate Mai\nbis Juni), auch ein Vierteljahr Zeit, sich auf die zweite Welle\nvorzubereiten. Es gab in diesem Zeitraum eine relative Stagnation bei\nden Zahlen der Corona-Toten. Diese Chance wurde jedoch fast \u00fcberall\nvertan: das Personal in den Gesundheits\u00e4mtern, in den Krankenh\u00e4usern\nwurde nicht oder v\u00f6llig unzureichend aufgestockt; die Restriktionen\nwurden zu schnell und zu fr\u00fch gelockert; die Ma\u00dfnahmen waren und\nsind widerspr\u00fcchlich und nicht prim\u00e4r gesundheitspolitisch\nbegr\u00fcndet. Auf der anderen Seite gibt es in unserer Tabelle ein\nhalbes Dutzend L\u00e4nder, in denen es bis Anfang 22021 gelang, die\nEind\u00e4mmung des Virus weitgehend aufrecht zu erhalten (in der Tabelle\ngelb unterlegt),<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bilanz lautet: Es gab die\nM\u00f6glichkeit, zur Eind\u00e4mmung der Corona-Epidemie. Das wurde auch in\nEuropa deutlich, wenn auch in geringerem Ma\u00df als in einigen\nasiatischen L\u00e4ndern. Insgesamt jedoch erweisen sich ausgerechnet die\neurop\u00e4ischen Staaten als ein Schwerpunkt der Epidemie \u2013 das hei\u00dft,\ndiese L\u00e4nder und die EU als Institution erwiesen sich in besonderen\nMa\u00df als unf\u00e4hig, gegen\u00fcber der Pandemie eine angemessene Politik\nzu entwickeln. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer klaren und solidarischen\nBek\u00e4mpfung der Pandemie w\u00fcrden die EU und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder\nauch ihrer weltweiten Verantwortung gegen\u00fcber den Menschen in den\nabh\u00e4ngigen L\u00e4ndern gerecht. Denn die wohlhabenden L\u00e4nder haben mit\nihrer Gesundheitsinfrastruktur wesentlich bessere Voraussetzungen,\ndie Pandemie zur\u00fcckzudr\u00e4ngen als die Menschen in den armen und\nabh\u00e4ngigen L\u00e4ndern. Doch Europa \u00fcbernimmt diese Verantwortung\nnicht, ganz im Gegenteil. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben in unseren fr\u00fcheren Text im\nM\u00e4rz und April als auch im Buch <a href=\"http:\/\/www.papyrossa.de\/neuerscheinung-56\"><em>Corona,\nKrise, Kapital. Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine solidarische Alternative in den\nZeiten der Pandemie<\/em><\/a><a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a>\nbereits ausf\u00fchrlich das Scheitern der EU in der Pandemiebek\u00e4mpfung\nbeschrieben und eine solidarische gemeinsame Antwort eingefordert.\nEine europ\u00e4ische Pandemiestrategie hat es nie gegeben. Das wurde\nerneut deutlich, als, wie bereits beschrieben, Ende Dezember in\nGro\u00dfbritannien die besonders ansteckende Mutation des Corona-Virus\nentdeckt wurde und es daraufhin zu rein bilateralen Reaktionen kam.\nDie Pandemie offenbart einmal mehr in aller Brutalit\u00e4t, dass die EU\nkein Zusammenschluss f\u00fcr europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t ist, sondern eine\nInstitution, die die Konkurrenz alle gegen alle zus\u00e4tzlich anfeuert.\nDer Fiskalpakt der EU von 2012 \u00fcbte einen Druck auf die\nMitgliedstaaten aus, die Gesundheitsausgaben zu deckeln. Seither\nwurden sowohl in Deutschland als auch in \u00d6sterreich mehrere Tausend\nAkutbetten abgebaut. Die \u00f6sterreichische Regierung will den\nBundesbeitrag an die Spit\u00e4ler im kommenden Jahr 2021 um 130 Mio.\nEuro reduzieren.<a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a>\nDie Pandemie zeigt erneut, dass eine solidarische Gesundheitspolitik\nund \u00fcberhaupt ein solidarisches Europa nicht nur den Widerstand\ngegen die nationalen Regierungen, sondern auch die Infragestellung\nder EU erfordert. Auch in Zukunft sind von der EU keine solidarischen\nImpulse zu erwarten. Doch eine solidarische europ\u00e4ische Strategie\nist dringend erforderlich, um die Pandemie zu beenden (siehe\nAbschnitt 14)<\/p>\n\n\n\n<h3> 6  Das R\u00e4tselraten \u00fcber Ansteckungsorte und Ansteckungsarten<\/h3>\n\n\n\n<p>Als im und vor allem nach dem Sommer\ndie Infektionszahlen wieder stiegen, wurde der Eindruck erweckt,\njunge Menschen, die verantwortungslos Party feiern, seien die\nSchuldigen f\u00fcr diesen Anstieg. Wenig sp\u00e4ter wurde dieses Bild noch\nerg\u00e4nzt um \u201causufernde\u201d Familienfeiern (dies besonders gern\nangereichert mit rassistischen Nuancen, Stichwort: \u201ct\u00fcrkische\nHochzeit\u201d) und \u201cma\u00dflose\u201d private Treffen (hier gern mit\nsozialer Abwertung: Garagenpartys) als haupts\u00e4chliche Treiber der\npandemischen Dynamik. Beinah s\u00e4mtliche politischen \u00c4u\u00dferungen, die\nmediale Berichterstattung, aber selbst medizinische\/wissenschaftliche\nAnalysen und Statements scheinen \u2013 mehr oder weniger bewusst \u2013 an\neinem Bild zu arbeiten, welches den Teufel der Pandemie im\nPrivatleben der Menschen ausmacht. Das soziale Wesen des Menschen\nwurde ruchbar und folglich dessen Austreibung zur einzig relevanten\nMa\u00dfnahme der Pandemie: Alkoholverbot, Schlie\u00dfung von Nachtlokalen,\nSperrstunden, Einschr\u00e4nkungen von Familienfeiern, sp\u00e4ter dann\ndiverse \u201cLockdowns (light)\u201d, welche fast ausschlie\u00dflich und noch\nviel deutlicher als im Fr\u00fchjahr das soziale und freudvolle Leben der\nMenschen einschr\u00e4nken, sie jedoch weiterhin in ihrer Rolle als\nProduzentinnen und zumeist auch Konsumentinnen f\u00fcr das Kapital ins\npandemische Fegefeuer zwang.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass trotz aller Einschr\u00e4nkungen im\nPrivaten das Infektionsgeschehen nicht ausreichend abgebremst werden\nkonnte, wurde folglich dem uneinsichtigen und verantwortungslosen\nIndividuum zugeschrieben, das sich nicht ausreichend m\u00e4\u00dfigen will. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wo stecken wir Menschen uns\ntats\u00e4chlich mit dem Corona-Virus an? Ist die Strategie, die\nVerbreitung und folglich die Eind\u00e4mmung vorrangig im\n\u201cPrivathaushalt\u201d zu suchen, wom\u00f6glich v\u00f6llig falsch? Gem\u00e4\u00df\nDaten des RKI finden in Deutschland seit Fr\u00fchsommer die meisten\nAnsteckungen tats\u00e4chlich im privaten Haushalt statt \u2013 gefolgt vom\nArbeitsplatz. Einzig in wenigen Sommer \u2013 und damit Urlaubswochen\nwurden teils mehr Ansteckungen in der Freizeit als am Arbeitsplatz\nregistriert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Mitte Oktober nehmen auch\nAnsteckungen in Pflegeheimen wieder deutlich zu. In \u00d6sterreich\nzeigen die Daten, dass Ansteckungen am Arbeitsplatz nach denen im\nprivaten Haushalt und in der Freizeit an dritter Stelle stehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Der Privathaushalt als Ansteckungsort\nist methodisch ein sehr fragw\u00fcrdiges Konstrukt. In \u00d6sterreich\nwerden rund 60 Prozent der identifizierten Cluster den Haushalten\nzugerechnet, doch: \u201eWie das Virus in die Haushalte kommt, wissen\nwir nicht\u201c, sagt die Chef-Epidemiologin Daniela Schmid von der AGES\n(Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit &#8211; \u00fcbernimmt im\nKontext von Corona in \u00d6sterreich vergleichbare Aufgaben wie das\nRKI). Infiziert sich in einer mehrk\u00f6pfigen Familie eine Person,\nhaben die weiteren Mitglieder dieser Familie ein hohes Risiko\nebenfalls zu erkranken. Sie werden im Falle eines unklaren\nAnsteckungsortes des \u201cErstinfizierten\u201d alle als Infektionen im\n\u201cPrivathaushalt\u201d kategorisiert. Ist der Ansteckungsort des\n\u201cErstinfizierten\u201d bekannt, so m\u00fcssten alle weiteren\nFamilienmitglieder ebenfalls diesem Cluster zugeordnet werden \u2013 es\ndeutet jedoch vieles daraufhin, dass dies nicht oder nur inkonsistent\ngemacht wird. Entsprechend ist es kaum \u00fcberraschend, dass der\nPrivathaushalt in den Statistiken beinahe \u00fcberall an erster Stelle\nsteht. Er ist eine verzerrte Restgr\u00f6\u00dfe mit ausgesprochen kleiner\nClustergr\u00f6\u00dfe, aber hoher Clusteranzahl, die sehr wenig \u00fcber die\nVerbreitung der Corona-Pandemie aussagt. Das Setting \u201cprivater\nHaushalt\u201d l\u00e4sst sich als Ablenkungsgr\u00f6\u00dfe missbrauchen, welche\nhohe Ansteckungszahlen im Privaten ausweisen und andere\nAnsteckungsorte, allen voran wohl den Arbeitsplatz, als weniger\nrelevant erscheinen l\u00e4sst. Ein gewolltes Artefakt?<\/p>\n\n\n\n<p>Krankenh\u00e4user, Pflegeheime, aber auch\nSchulen, Restaurants, Gesch\u00e4fte usw. sind zugleich immer\nArbeitsorte. Es bleibt h\u00f6chst fraglich, ob die Infektion des\nPflegepersonals als Ansteckung am Arbeitsplatz in der Statistik\nerfasst wird. Viel deutet daraufhin, dass diese dem Setting\nKrankenhaus &amp; Co zugerechnet werden. Dabei sind Ende 2020 die\nBerichte \u00fcber die Zust\u00e4nde in den Altenheimen erschreckend. In\nvielen herrschen erneut katastrophale Zust\u00e4nde. Aus einem Heim in\nBayern wird berichtet, dass man angesichts der Personalknappheit\n\u201eangedacht hat, positiv getestete Pflegekr\u00e4fte, die symptomfrei\nsind, arbeiten zu lassen. Aber nur infizierte Bewohner d\u00fcrfen von\nihnen betreut werden.\u201c<a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a>\nInsgesamt ist es in den letzten Monaten des Jahres 2020 erneut so,\ndass gut die H\u00e4lfte der Corona-Toten, die in Deutschland registriert\nwerden, Menschen sind, die in Altenheimen lebten. Das aber ist ein\ndeutliches Indiz daf\u00fcr, dass der Schutz f\u00fcr die Menschen, die dort\nleben, und f\u00fcr das dort aktive Pflegepersonal, der im Fr\u00fchsommer\nnach den desastr\u00f6sen Corona-Opfern der ersten Welle, versprochen\nwurde, nicht geleistet wurde. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz offensichtlich bleibt die\nAussagekraft der Statistiken stark eingeschr\u00e4nkt: Die Werte beziehen\nsich stets nur auf diejenigen F\u00e4lle, deren Ansteckungsort einem\nSetting zugeordnet werden konnte. Je nachdem wie effektiv das <em>Contact\nTracing<\/em> erfolgt, ist das nur ein sehr geringer Anteil der\ngesamten Infektionen eines Landes. So kann in den meisten L\u00e4ndern\nWesteuropas ein gro\u00dfer Teil der F\u00e4lle nicht mehr einem Cluster\nzugeordnet werden. Das hei\u00dft auch, es wurden Ma\u00dfnahmen mit Zahlen\nbegr\u00fcndet, die absolut unzureichend sind. In \u00d6sterreich konnten\nMitte Oktober noch rund 65 Prozent der F\u00e4lle einem Cluster\nzugeordnet werden, im aktuellen H\u00f6hepunkt der Pandemie waren es ein\nMonat sp\u00e4ter, Mitte November, nur mehr 19 Prozent. Dies bedeutet im\nUmkehrschluss also, dass f\u00fcr 75-80 Prozent der F\u00e4lle \u00fcberhaupt\nkeine Daten vorliegen, wo es zur Ansteckung kam. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Diese v\u00f6llig unvollst\u00e4ndigen Zahlen\nweisen zudem ein weiteres Problem auf. In der Praxis des <em>Contact\nTracing<\/em> befragen die Mitarbeitenden der Gesundheits\u00e4mter die\nPositiv-Getesteten nach ihren Aufenthaltsorten und Kontakten der\nletzten Tage. Den Menschen f\u00e4llt es vielfach leichter, private\nZusammenk\u00fcnfte zu nennen, als beispielsweise Aufenthalte in\n\u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, wo sie keinerlei Anhaltspunkte zu\nweiteren (m\u00f6glicherweise erkrankten) Fahrg\u00e4sten nennen k\u00f6nnen.\nEntsprechend erw\u00e4hnt auch das RKI eine m\u00f6gliche \u201cUntererfassung\u201d\nvon Ansteckungen im \u00f6ffentlichen Verkehr in seinen Publikationen.\nDie t\u00e4gliche Fahrt zum Arbeitsplatz in \u00fcberf\u00fcllten Bahnen und\nBussen bleibt ein Risikofaktor unbekannter Gr\u00f6\u00dfe. Auch werden\nMenschen durch den st\u00e4ndigen medialen Fokus auf private\nZusammenk\u00fcnfte in ihrer Einsch\u00e4tzung beeinflusst. Auf die Frage, wo\nsie meinen, sich angesteckt zu haben, werden die Menschen dann eher\nan ein Treffen mit Freunden als den Arbeitsort denken.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem bleibt v\u00f6llig intransparent, wer\nmit welcher Art von Kontakt eingestuft und im Folgenden getestet\nwird. Auch das hat ma\u00dfgeblichen Einfluss auf Statistiken zu\nAnsteckungsorten. In \u00d6sterreich ist bekannt, dass an Schulen im\nInfektionsfall Mitsch\u00fclerinnen und Lehrkr\u00e4fte als sogenannte\nKontakte 2. Klasse gewertet und folglich erst gar nicht getestet\nwerden. In der Schweiz werden enge Kontakte (Kontakte 1. Klasse)\nvielfach nicht getestet, sondern nur in Quarant\u00e4ne geschickt. In den\nInfektionszahlen tauchen sie entsprechend nicht auf (ein probates\nVorgehen um Infektionszahlen zu senken). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keinerlei stichhaltige\nInformationen \u00fcber die Test- und Tracing-Strategien in Unternehmen\nund Betrieben. Es ist durchaus denkbar, dass \u00e4hnlich zur\u00fcckhaltend\nerfasst und getestet wird, um die Zahlen k\u00fcnstlich gering zu halten.\nDie Test- und Tracing-Strategie w\u00e4re ein wichtiges Mittel im Kampf\ngegen die Pandemie. Dazu muss sie jedoch transparent und\nnachvollziehbar gestaltet sein. Dort wo dann eher ausnahmsweise\ngetestet wird, kommt es oft zu erschreckenden Ergebnissen. So wurde\nim November 2020 auf eine Gro\u00dfbaustelle in Singen, Baden,\nfestgestellt, dass mehr als 100 der 350 Bauarbeiter Corona-positiv\nwaren (die Baustelle wurde dann nur f\u00fcr eine Woche geschlossen).\nAuch gab es erneut bei Schlachtereien und Fleischfabriken eine\ngr\u00f6\u00dfere Zahl von krassen Ergebnissen. Bei einer Auswertung\nlediglich der bekannt gewordenen Ausbr\u00fcche in solchen Betrieben gab\nes die folgenden Ergebnisse f\u00fcr den Zeitraum 15. M\u00e4rz bis 24.\nOktober: Der Anteil der Infizierten bei 42 registrierten Vorf\u00e4llen\nin den Stammbelegschaften lag mit 2,2 Prozent drei Mal h\u00f6her als in\nder Gesamtbev\u00f6lkerung (0,6%), bei der Werk- und Zeitarbeitskr\u00e4ften\nlag er mit 4,9 Prozent sogar sieben Mal h\u00f6her.<a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mensch im aktiven Lebensalter und\nmit einem klassischen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis von acht Stunden am\nTag (oder auch mit zwei Teilzeitjobs, bei denen es erneut um die acht\nStunden Arbeit t\u00e4glich sein d\u00fcrften) verbringt den gr\u00f6\u00dften Teil\nseiner aktiven Zeit im Rahmen dieser T\u00e4tigkeit. Eine gr\u00f6\u00dfere\nMinderheit von diesen haben Jobs, die im Freien ausge\u00fcbt werden\n(Baugewerbe, Forst- und Gartenwirtschaft; gr\u00f6\u00dfere Teile des\nHandwerks) und eine weitere gr\u00f6\u00dfere Minderheit kann die Arbeit im\nHomeoffice aus\u00fcben. Doch die gro\u00dfe Mehrheit dieser Besch\u00e4ftigten\n(abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte, Freiberufler, Scheinselbst\u00e4ndige) befindet\nsich w\u00e4hrend dieser Arbeitszeit in einem Raum \u2013 in Fabrikhallen,\nin Gro\u00dfraumb\u00fcros, in Ateliers unterschiedlicher Art. Und der gr\u00f6\u00dfte\nTeil von ihnen wiederum befindet sich dabei in einem mehr oder\nweniger direkten Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen. Dass dies mit\nInfektionsrisiken verbunden ist, liegt eigentlich auf der Hand. Das\nist jedoch inzwischen kein Thema mehr. Dabei war es im ersten\nHalbjahr 2020 durchaus ein Thema. Dazu hei\u00dft es in einem\numfangreichen Beitrag in der Tageszeitung \u201eND\u201c: \u201eDie Bedeutung\ndes Arbeitslebens f\u00fcr die Pandemie war vor allem in der Anfangsphase\nein Thema. Da wurde breit dar\u00fcber berichtet, wie es beim\nAutomobilzulieferer Webasto zur \u00dcbertragung kam. [\u2026] Und jeder\nBeitrag \u00fcber den sp\u00e4ten Durchbruch des Homeoffice beinhaltete\nmindestens implizit die Anerkennung einer Ansteckungsgefahr am\nArbeitsplatz. Inzwischen erscheinen T\u00f6nnies und Amazon jedoch eher\nwie skandal\u00f6se Einzelf\u00e4lle. [\u2026] W\u00e4hrend \u00fcber offene Schulen und\nschlecht gel\u00fcftete Klassenzimmer sorgenvoll gestritten wird, kommt\ndas Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz quasi nicht mehr vor.\u201c Was,\nm\u00f6chte man hinzuf\u00fcgen, im Interesse derjenigen sein muss, die ihr\narbeitsfreies Einkommen der Mehrwertproduktion in Fabriken und B\u00fcros\nverdanken.<a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Festzuhalten bleibt: Das \u00f6ffentliche\nBewusstsein wird auf die Problematik unseres gesellschaftlichen\nLebens abseits des Arbeitsplatzes gelenkt. Es braucht\nemanzipatorische Akteurinnen und Akteure, die diese Erz\u00e4hlweise der\nHerrschenden kritisch hinterfragen.<\/p>\n\n\n\n<h3> 7  Tracing erfordert Personal  <\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist zweifelhaft, dass die\ngegenw\u00e4rtig ergriffenen Ma\u00dfnahmen ausreichen werden, die Pandemie\nso stark zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, dass ein detailliertes und wirksames\n<em>contact tracing<\/em> wieder m\u00f6glich wird. Die Testt\u00e4tigkeit ist\nungen\u00fcgend. Vor allem aber wurden hier \u2013 wie im Fall der Kliniken\n\u2013 nicht die entsprechenden personellen Kapazit\u00e4ten aufgebaut.\nDarum handeln die Regierungen auf Sicht und beschr\u00e4nken sich darauf,\neine gro\u00dfe Katastrophe zu verhindern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ein Verfolgen der Infektionsketten\nben\u00f6tigt man ausreichend Personal. Und das fehlt konkret vor allem\nin den Gesundheits\u00e4mtern. Mehr noch: In Deutschland wurde die\nBesch\u00e4ftigtenzahl in diesen \u00c4mtern in den letzten 30 Jahren\n<em>halbiert<\/em>. Seit Beginn der Epidemie wurde dieses strategisch\nentscheidende Personal auch nicht in gr\u00f6\u00dferem Umfang neu aufgebaut.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von ungeschulten Soldaten\nist da hilflos und oft wenig effektiv. Beispiel Gesundheitsamt\nStuttgart. Dort waren 1990 insgesamt 293 Menschen weitgehend in\nVollzeit besch\u00e4ftigt. Im M\u00e4rz 2020 waren es noch 158,7 Stellen,\nwobei ein Teil der Besch\u00e4ftigten in Teilzeit arbeitet. Seither gab\nes Gemeinderatsbeschl\u00fcsse zur Personalaufstockung \u2013 um einmal\nzus\u00e4tzliche 25 und einmal um weitere 20 \u2013 jedoch befristete! \u2013\nStellen. Doch selbst diese Aufstockung konnte bis Ende 2020 nicht\nkomplett umgesetzt werden. Der wesentliche Grund daf\u00fcr ist: Die\nBezahlung ist unzureichend; beim medizinischen Personal liegt der\nMonatsverdienst massiv unterhalb einer vergleichbaren Besch\u00e4ftigung\nin einem Krankenhaus. So verdienen beispielsweise Amts\u00e4rztInnen um\ndie 1000 Euro weniger als ihre KollegInnen in den Kliniken. Noch\ngr\u00f6\u00dfer ist der Unterschied zu den niedergelassenen \u00c4rztInnen. Der\nForderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach einer\nBallungsraumzulage, um auf diese Weise wenigstens teilweise dem\nProblem gerecht zu werden, wurde nicht entsprochen. Der Leiter des\nStuttgarter Gesundheitsamtes gestand daher bereits im November: \u201eDas\nInfektionsgeschehen spielt sich mittlerweile teilweise au\u00dferhalb\nunseres Radar ab. [\u2026] Aktuell wissen wir bei 58 Prozent der F\u00e4lle\nnicht, bei wem die Menschen sich angesteckt haben. Im August lag\ndieser Wert bei 16 Prozent.\u201c<a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a>\nInzwischen gibt es Aussagen aus anderen St\u00e4dten, wonach sich dort\n\u201edas Infektionsgeschehen\u201c in mehr als 80 Prozent der F\u00e4lle\n\u201eau\u00dferhalb des Radars\u201c des zust\u00e4ndigen Gesundheitsamtes\nabspielt.<\/p>\n\n\n\n<h3>  8  Weniger Corona-Tote in gro\u00dfen Teilen von Asien, Afrika und in Australien<\/h3>\n\n\n\n<p>In weiten Teilen von Afrika, in\nAustralien und Neuseeland und in einer Reihe asiatischer L\u00e4nder\nkonnte die Epidemie \u2013 wie im Zusammenhang mit Tabelle 1 ausgef\u00fchrt\n\u2013 weitgehend unter Kontrolle gehalten werden. Um es zu wiederholen:\nIn den Regionen USA, Lateinamerika und EU plus Schweiz, Norwegen und\nGro\u00dfbritannien konzentrieren sich 72 Prozent aller weltweit\nregistrierten Corona-Toten. Doch dort leben nur 18 Prozent der\nMenschen. Auch wenn wir davon ausgehen m\u00fcssen, dass die Angaben zu\nden Corona-Toten, z.B. in den zentral-asiatischen Staaten, deutlich\nzu niedrig angegeben sind, so bleibt es doch bei einer erheblich\nungleichen \u2013 und erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen \u2013 Verteilung beim\nAuftreten der Epidemie.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr elf L\u00e4nder wurde in Tabelle 2\ndokumentiert, dass es die M\u00f6glichkeit einer relativ erfolgreichen\nEind\u00e4mmungspolitik gibt. Damit wird das Argument \u201eDas, was in\nChina gemacht wurde, ist autorit\u00e4r und mit einer offenen\nGesellschaft nicht vereinbar\u201c, durch die Vielzahl von anderen \u2013\nh\u00f6chst unterschiedlichen \u2013 L\u00e4ndern, die vergleichbar erfolgreich\nwaren, relativiert. Wobei man sicher auch von der Art, wie in China\ndie Epidemie erfolgreich einged\u00e4mmt wurde, Erkenntnisse gewinnen\nkann. Das angesehene Medizin-Fachblatt <em>The Lancet<\/em> brachte dazu\neinen analytischen Beitrag, in dem eine \u00fcberwiegend positive Bilanz\ngezogen wird.<a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a>\nAuch zeigen die Beispiele Indien (Ende 2020 150.000 Corona-Tote) und\nLateinamerika (500.000 Corona-Tote), dass die COVID-19-Epidemie im\nglobalen S\u00fcden keineswegs generell einged\u00e4mmt ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist nicht ausreichend Raum, um die\nerfolgreiche Politik zur Bek\u00e4mpfung der Epidemie, die in einzelnen\nL\u00e4ndern betrieben wurde, im Detail zu analysieren. Typisch erscheint\ndas Beispiel Vietnam zu sein. Dazu berichtete die <em>S\u00fcddeutsche\nZeitung<\/em> in der Ausgabe vom 18. November 2020 wie folgt: \u201eWas\nHanoi gegen den Virus-Feind in Stellung brachte [\u2026] war schlicht\ndie Anwendung altmodischer Epidemiologie, klassische Eind\u00e4mmung, die\nsich auch ohne Apps [\u2026] als wirksam erwies.\u201c Die Grenzen wurden\nbereits Anfang Januar 2020 geschlossen; bei den ersten F\u00e4llen von\nInfektionen wurden zeitweilig 200.000 Menschen in Quarant\u00e4ne\ngesteckt. Dann wurde so lange getestet, bin man jede einzelne\nInfektion erkannte hatte, die Menschen isolierte, die Betroffenen\nsofort behandelte. Eine beeindruckende Erfolgsstory f\u00fcr ein gro\u00dfes\nLand mit 98 Millionen Einwohnern, mit einem eher unterentwickelten\nGesundheitssektor. Die Pandemie soll hier gem\u00e4\u00df offiziellen Angaben\nbislang blo\u00df 35 Corona-Todesopfer gefordert haben.<a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>So unterschiedlich die Gr\u00fcnde im\nEinzelnen f\u00fcr den relativen Erfolg der Corona-Politik in einigen\nL\u00e4ndern sein d\u00fcrften, so d\u00fcrften doch drei Aspekte in den meisten\ndieser F\u00e4lle eine wichtige Rolle zu spielen: \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Erstens<\/em> gab es in den\nasiatischen L\u00e4ndern, die hier aufgef\u00fchrt sind, 2002\/2003 die\nSARS-Erfahrung. Diese hatte in wirtschaftlicher und touristischer\nHinsicht auch erhebliche Auswirkung auf Australien und Neuseeland.\nDie SARS-Erfahrung sensibilisierte die Bev\u00f6lkerung und die\nRegierungen in diesen Regionen f\u00fcr die Epidemie-Gefahren. In allen\nvon SARS betroffenen L\u00e4ndern wurden Vorkehrungen f\u00fcr die Wiederkehr\neiner vergleichbaren Epidemie getroffen. Auch in vielen afrikanischen\nStaaten wurden aus der Erfahrung mit der Ebola-Epidemie ab 2012\nentsprechende Vorkehrungen, Ma\u00dfnahmen und Strukturen geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zweitens<\/em> ist das\nDurchschnittsalter in den meisten der angef\u00fchrten L\u00e4nder wesentlich\nniedriger als in den USA und in Europa. Das gilt insbesondere f\u00fcr\nden afrikanischen Kontinent. Damit ist zumindest die Gefahr, wegen\neiner Corona-Infektion zu sterben, deutlich geringer. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Drittens <\/em>sind einige der\naufgef\u00fchrten L\u00e4nder und Regionen deutlich weniger in die\nglobalisierte, kapitalistische Welt integriert. Wenn sie zugleich\nnicht Teil des Welttourismus-Business sind, d\u00fcrfte sich diese\nrelative Desintegration bei der Epidemie als Vorteil erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Viertens <\/em>gab es in diesen\nL\u00e4ndern durchaus auch weitreichende Ma\u00dfnahmen der \u201eSozialdistanz\u201c.\nDabei wurde oft mit einem gro\u00dfen Einsatz von Menschen erreicht, dass\ndas Infektionsgeschehen unter Kontrolle gehalten werden konnte. Der\nVirologe und Direktor der Afrikanischen Seuchenschutzbeh\u00f6rde, John\nNkengasong, f\u00fchrte dazu aus: \u201eDie <em>community health workers<\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p> kennen die Orte und die Menschen dort. Wir haben\nsehr fr\u00fch dazu aufgerufen, eine Million von ihnen [Afrika-weit;\nW.W.] gegen die Pandemie einzusetzen. Wir haben sie geschult. [\u2026]\nSie gehen nun von Haus zu Haus, um Informationen \u00fcber vorliegende\nAnsteckungen zu bekommen, Kontakte aufzusp\u00fcren. [\u2026] Das ist echte\n\u00b4Schuhleder-Epidemiologie\u00b4\u201c<a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcnftens <\/em>gibt es in diesen\nL\u00e4ndern meist eine weitreichende, gesellschaftliche Solidarit\u00e4t,\ndie dazu beitr\u00e4gt, dass die notwendigen Ma\u00dfnahmen auf freiwilliger\nBasis und als Resultat individueller Einsicht umgesetzt werden. Die\ninvestigative Journalistin Gaby Weber machte im November einen\naufschlussreichen Film zur Epidemie-Situation in Uruguay, einem Land,\nin dem es, in v\u00f6lligem Kontrast zu den Nachbarl\u00e4ndern, bislang\nau\u00dferordentlich wenige Corona-Tote gab (bis Anfang Dezember waren es\nrund 80). In diesem Film gibt es mehrere Passagen, in denen\ninterviewte Uruguayer darauf verweisen, dass die 15 Jahre mit einer\nlinken Regierung, der Frente Amplio (sie wurde allerdings im M\u00e4rz\n2020 von einer konservativen Regierung abgel\u00f6st), und der in dieser\nZeit erfolgte Aufbau eines fl\u00e4chendeckenden Netzes von dezentralen\nGesundheitsstationen zu einem intensiven gesellschaftlichen\nZusammenhalt beitrugen. Auch h\u00e4tten sich die Menschen \u2013 ohne dass\nes in den ersten sechs Monaten der Epidemie Zwang und entsprechende\nGesetze gab \u2013 strikt an &#8222;social distancing&#8220; gehalten; es\nhabe &#8222;faktisch einen Lockdown&#8220; gegeben.<a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<h3> 9  Warum hatte die zweite Welle so lange freien Lauf?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ende 2020 herrscht in den Kreisen der\noffiziellen Politik Verwunderung ob der neuen Negativ-Rekorde. Der\nbaden-w\u00fcrttembergische Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann\nbekannte Anfang November, mit dem neuen Anstieg der Infektionen\n\u201ehaben wir nicht gerechnet, das muss man schon ehrlicherweise\nsagen\u201c. Zu Recht kommentierte dies Marlis Tepe, Vorsitzende der\nGewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit: \u201eIch habe den\nEindruck, die Politik ist davon \u00fcberrascht, dass der Winter kommt.\u201c<a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a>\nDie Frage steht wie der sprichw\u00f6rtliche Elefant im Raum: Warum\nverfolgen die deutsche Kanzlerin und die vorherrschende Politik in\nDeutschland \u2013 und durchaus \u00e4hnlich diejenige fast aller\neurop\u00e4ischen Regierungen \u2013 diesen fortgesetzten, erm\u00fcdenden\nZickzackkurs: Anfang des Jahres und bis Anfang M\u00e4rz galt das Motto\n\u201eIch-wei\u00df-von-nichts-und-Corona-ist-ein-mexikanisches-Malzgebr\u00e4u\u201c.\nDann, im Fr\u00fchjahr, der erste, relativ harte <em>Lockdown<\/em>. Im\nFr\u00fchsommer und Sommer folgte der Wettbewerb mit den\nLockerungs\u00fcbungen. Dann, Anfang November, ein halber <em>Lockdown<\/em>,\nder Anfang Dezember zun\u00e4chst bis Mitte Januar verl\u00e4ngert wurde,\nwobei es jedoch an Weihnachten wieder sehr weitreichende Lockerungen\n\u2013 sogar mit umfassenden Hotel-\u00d6ffnungen in einigen Bundesl\u00e4ndern\n\u2013 geben sollte. Am 13. Dezember jedoch, als die Zahl der t\u00e4glichen\nCorona-Toten auf 400 und mehr hochschnellte, erneut der Beschluss zu\neiner deutlichen Versch\u00e4rfung, vor allem mit einem <em>Lockdown<\/em>\nf\u00fcr gro\u00dfe Teile des Einzelhandels und der Verordnung eines\nweitreichenden Distanzunterrichts f\u00fcr die Schulen. Wobei selbst\ndiese Ma\u00dfnahme Anfang Januar, als die Zahl der Corona-Toten an einem\nTag sogar die Marke von Tausend \u00fcbersteigt, nochmals versch\u00e4rft und\nverl\u00e4ngert werden muss. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Warum wurden erneut die vielen und oben\nzitierten Warnungen ignoriert? Warum gibt es diese Dutzende sich\nwidersprechende Regelungen, wo Theater und Kabaretts geschlossen,\naber Kreuzfahrtschiffstouren erlaubt sind, wo Veranstaltungen trotz\naller bestehenden Sicherheitskonzepte verboten, aber Gottesdienste\nweitgehend ohne Auflagen erlaubt sind, wo es im privaten Bereich\nerhebliche Einschr\u00e4nkungen gibt, in der Produktion und bei den\nDienstleistungen jedoch selbst dann weiter gewirtschaftet wird, wenn\nein gr\u00f6\u00dferer Teil der Belegschaft \u2013 beispielsweise bei Amazon in\nGraben bei Augsburg \u2013 mit dem Corona-Virus infiziert ist.<a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Warum gibt es keine <em>Best\npractice<\/em>-Politik mit Anleihen dort, wo die Epidemie erfolgreich\nin Schach gehalten wird und wo als Resultat dieser Politik die\nMenschen l\u00e4ngst wieder weit gr\u00f6\u00dfere Freiheiten genie\u00dfen als\nhierzulande? \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort lautet: Die Politik\norientiert sich in der gesamten Zeit in erster Linie an den Vorgaben\nder Wirtschaft. Wenige Tage vor den Beschl\u00fcssen \u00fcber den zweiten\n\u201ehalben Lockdown\u201c ver\u00f6ffentlichte der m\u00e4chtige Bundesverband\nder Deutschen Industrie (BDI) eine Erkl\u00e4rung, die die Corona-Leugner\nerfreut haben d\u00fcrfte und in der es hei\u00dft: \u201eTrotz der sprunghaft\ngestiegenen Corona-Virus-Infektionszahlen appelliert der BDI [\u2026],\nvon einem erneuten generellen Herunterfahren der deutschen Wirtschaft\nabzusehen.\u201c Der BDI-Pr\u00e4sident Dieter Kempf \u201emahnte\u201c in diesem\nZusammenhang \u201edie B\u00fcrger zu Eigenverantwortung: Sie k\u00f6nnten mit\ndiszipliniertem Verhalten vermeiden, [\u2026] wirtschaftliche Aktivit\u00e4t\nzu gef\u00e4hrden. Auf diese Weise k\u00f6nnten die B\u00fcrger auch f\u00fcr den\nErhalt des eigenen Arbeitsplatzes sorgen.\u201c<a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Damit gab der Industriellenverband die\nMarschroute vor: Einschr\u00e4nkungen im Produktionsprozess und beim\nKonsum \u2013 letzteres betrifft vor allem den Konsum, der in den gro\u00dfen\nEinkaufszentren und bei denjenigen Firmen, die auch \u00fcbers Internet\nliefern, stattfindet \u2013 soll es m\u00f6glichst wenige geben. Faktisch\nhangelt sich die Politik immer entlang eines Infektionsgeschehens,\ndas gerade noch so unter Kontrolle gehalten werden kann \u2013 oder auch\nmal nicht mehr. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Unausgesprochen verfolgen die deutsche\nRegierung und die meisten anderen europ\u00e4ischen Regierungen die\nKonzeption einer <em>abgebremsten Herdenimmunisierung<\/em>. Schlie\u00dflich\nmussten sie von Anfang an mit einer starken Zunahme der Infektionen\nrechnen. Doch sie haben das Geschehen bis zu dem beschriebenen Grad\nhingenommen. Es geht ihnen einzig darum, eine umfassende\nGesundheitskrise und die damit einhergehenden chaotischen und\nunberechenbaren Zust\u00e4nde zu vermeiden. Denn sollte das eintreten,\nk\u00f6nnte das mit einem massiven Glaubw\u00fcrdigkeitsverlust gegen\u00fcber\nden gegenw\u00e4rtigen Regierungen oder gar dem kapitalistischen System\neinhergehen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft, sie akzeptieren einen\nAnstieg der Ansteckungen um, wenn die Ansteckungszahlen zu hoch sind,\nsie wieder etwas einzud\u00e4mmen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist aber weit von den Empfehlungen\nder bereits zitierten vier au\u00dferuniversit\u00e4ren\nForschungsinstitutionen (Fraunhofer-Gesellschaft,\nHelmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft Max-Planck-Gesellschaft)\nentfernt. Die Politik der Regierungen in Europa bedeutet, dass\nMenschen sterben, die keineswegs sterben m\u00fcssten; dass Menschen\nlangzeitliche gesundheitliche Sch\u00e4den und Leiden erleben, die\nvermeidbar w\u00e4ren. Trotz der zahlreichen Unterschiede bei den\nunmittelbaren Ma\u00dfnahmen verfolgen letztlich alle Regierungen in\nEuropa eine Strategie des Zusteuerns auf eine durch einzelne\nrestriktive Ma\u00dfnahmen abgebremste Herdenimmunisierung. Das legen die\nVerantwortlichen nicht offen und dar\u00fcber gibt es keine \u00f6ffentliche\nDiskussion. Die einen L\u00e4nder sind etwas besser aufgestellt, weil sie\n\u00fcber eine bessere Gesundheitsinfrastruktur verf\u00fcgen. Deshalb\nakzeptieren sie eine h\u00f6here Ansteckungsh\u00e4ufigkeit, nehmen teilweise\nallerdings auch mehr Tote in Kauf, als andere L\u00e4nder. Mit dieser\nPolitik setzen die Regierungen ganz bewusst und zynisch das Leben von\nvielen Tausend Menschen in Europa aufs Spiel, weil sie die\nkurzfristigen Interessen einiger Wirtschaftssektoren f\u00fcr wichtiger\nerachten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ein harter Lockdown, gar eine\nSchlie\u00dfung von Betrieben, lehnen vor allem diejenigen ab, die hinter\ndiesen Regierungen stehen: die Unternehmer und ihre Verb\u00e4nde. Auf\neinen Lockdown in der Wirtschaft selbst reagieren sie teilweise mit\noffenem Hass. Als Ende April in Kalifornien nach einer enormen\nSteigerung der Zahl der Corona-Toten Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und\nProduktionseinschr\u00e4nkungen in Kraft traten, wetterte der Tesla-Cef\nElon Musk: \u201eDas ist Faschismus\u201c.<a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00dcbrigen kann man eine k\u00fchle\nRechnung wie folgt aufmachen: Der Corona-Tod von rund zwei Millionen\nMenschen, von denen sich eine Mehrheit im Rentenalter befindet,\nentlastet die verschiedenen privaten und \u00f6ffentlichen Kassen f\u00fcr\nAltersversorgung weltweit mit weit mehr als 100 Milliarden Euro.<a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a>\nSelbstverst\u00e4ndlich ist dies kein konkretes Ziel der Corona-Politik,\njedoch ein interessanter Mitnahmeeffekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierungen verfolgen mit ihren\nbisherigen Ma\u00dfnahmen zu allererst das Ziel, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit\nund damit die Profitabilit\u00e4t der Unternehmen in den von ihnen als\nwichtig erachteten Wirtschaftssektoren zu verteidigen. Mit ihrer\nStrategie einer abgebremsten Herdenimmunisierung nehmen die\nRegierungen bewusst den Tod mehrerer hunderttausend Menschen in\nEuropa in Kauf. Die wirtschaftlichen Interessen gehen vor. Einige\nliberale VertreterInnen der Kapitalinteressen sprechen diese\n\u201eG\u00fcterabw\u00e4gung\u201c ganz offen aus. Die Regierungen lie\u00dfen und\nlassen die Ausbreitung der Ansteckungen solange zu, bis das\nGesundheitssystem kurz vor dem Kollaps steht. Dabei planen sie\nwillentlich die physische und psychische Ersch\u00f6pfung der\nGesundheitsarbeiterInnen ein. Sie setzen darauf, dass eine massive\nImpfkampagne die Pandemie beenden werde. Doch das wird dauern und\nviele Menschen zeigen sich gegen\u00fcber der \u00fcberhastet wirkenden\nImpfkampagne skeptisch. Zudem wurden die gegenw\u00e4rtig in Zulassung\nbefindlichen Impfstoffe vorerst nur darauf gepr\u00fcft, ob sie die\nErkrankung verhindern. Es ist bislang nicht bekannt, wie stark sie\nauch Ansteckungen verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Begr\u00fcndung ihrer zynischen\nStrategie greifen die Verantwortlichen auf eine scheindemokratische\nund latent rassistische Argumentation zur\u00fcck. Argumentiert wird,\ndass bei der in Europa (und in den USA und in weiten Teilen\nLateinamerikas) praktizierten Corona-Politik die demokratischen Werte\nverteidigt w\u00fcrden und diese von einer Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der\nMittel gekennzeichnet sei. Auf der anderen Seite gebe es eine\nCorona-Politik, die typisch f\u00fcr die \u201easiatische Kultur\u201c sei, was\njedoch in Widerspruch zu \u201ewestlichen Werten\u201c st\u00fcnde. Typisch ist\nhierf\u00fcr der Leitartikel in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em>\nam letzten Tag des Jahres 2020: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeit\nBeginn des Corona-Schocks gibt es unterschwellig nur zwei\nM\u00f6glichkeiten, mit dem Virus umzugehen: entweder die\nNull-Toleranz-Strategie oder eine Toleranz-Strategie. Die meisten\neurop\u00e4ischen L\u00e4nder entschieden sich f\u00fcr den \u00b4Mittelweg\u00b4, was\nauf eine Toleranzstrategie hinausl\u00e4uft. Das Leben wurde\neingeschr\u00e4nkt \u2013 aber stets unter dem Vorbehalt der\nVerh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit [&#8230;.] Die Null-Toleranz-Strategie hingegen\nhatte fast durchweg den erw\u00fcnschten Erfolg. Mit Ausnahme Japan\nmachen es die asiatischen L\u00e4nder vor, ob Diktaturen oder\nDemokratien. Auch Neuseeland und Australien geh\u00f6ren in diese Gruppe.\nStrenge Regeln werden dort streng \u00fcberwacht [&#8230;] Dieser Weg ist in\nEuropa (und Amerika) nie ernsthaft erwogen worden [&#8230;] Das wird zu\nRecht auf Kultur und historische Erfahrungen zur\u00fcckgef\u00fchrt, die\ndarauf hinauslaufen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. In der\nAbw\u00e4gung hei\u00dft das aber, dass eine Ausrottung des Virus nur durch\nImpfung f\u00fcr m\u00f6glich gehalten wird und bis dahin mehr Schwerkranke\nund Tote in Kauf genommen werden, als unter strengem Regime n\u00f6tig\nw\u00e4ren. Es ist ein konsequent antitotalit\u00e4rer Weg, ein Weg, dem man\nschon deshalb Sympathien entgegenbringen kann, der aber immer am\nRande des Zynismus wandelt. [&#8230;] Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass\nfreiheitliche Gesellschaften europ\u00e4ischer Art dem Virus, solange\nnicht geimpft&nbsp; werden kann, nicht gewachsen sind.\u201c<a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Argumentation l\u00e4uft auf das\nFolgende hinaus: Gibt es keinen wirksamen Impfstoff (z.B. als\nResultat von st\u00e4ndigen Virus-Mutationen), dann sterben in Europa\neben in jedem Jahr rund 500.000 bis 750.000 Menschen im Zusammenhang\nmit der Epidemie. Das ist dann eben Ausdruck einer \u201eeurop\u00e4ischen\nKultur\u201c bzw. des in Europa vorherrschende Begriff von\n\u201eVerh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit\u201c.  Die wirksame Politik der Eind\u00e4mmung\ndes Virus wird als \u201eNull-Toleranz-Strategie\u201c stigmatisiert und\nals Bestandteil einer asiatischen Kultur ausgegeben, die \u201ein den\nfreiheitlichen Gesellschaften Europas\u201c nicht hinnehmbar sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal abgesehen davon, dass Neuseeland\nund Australien dem westlichen Kulturkreis mit einem vergleichbarem\n\u201eWerte-Kanon\u201c zuzuschlagen sind, muss darauf verwiesen werden,\ndass der \u201eZwang\u201c und die \u201estrengen Regeln\u201c im Rahmen der\njeweiligen Corona-Politik in vielen asiatischen L\u00e4ndern\ngrunds\u00e4tzlich nicht h\u00e4rter ausfallen als in einigen europ\u00e4ischen\nL\u00e4ndern (mit n\u00e4chtlichen Ausgangssperren, Reiseverbot; hohen\nGeldstrafen bei Verst\u00f6\u00dfen). \n<\/p>\n\n\n\n<p>So gesehen bleibt es immer wieder bei\neiner fast mittelalterlich anmutenden Haltung: Das Virus kam von\nau\u00dfen \u2013 oder eben \u201eaus dem asiatischen Raum\u201c \u2013 wie eine\nNaturkatastrophe die Menschheit. Und es wird irgendwann Dank eines\ngro\u00dfen urbi-et-orbi-Segens \u2013 so Big Pharma es will \u2013  wieder\nweichen, was bereits Anfang 2021, auf dem H\u00f6hepunkt der\nEpidemie-Opfer-Zahlen, Anlass gibt, erneut die \u201eLockerungen\u201c in\nAussicht zu stellen bzw. solche im Interesse \u201eder Wirtschaft\u201c und\ndes freiheitlichen Konsums einzufordern. Oder in den Worten des\nFAZ-Wirtschafts-Kommentars: \u201e2021 kann nur besser werden. Stand\njetzt spricht alles daf\u00fcr, dass die neuen Vakzime den Anfang vom\nEnde des Corona-Spuks und das Fr\u00fchjahr Lockerungen der\nEind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen versprechen.\u201c<a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<h3> 10  Gro\u00dfe d\u00fcrfen saufen \u2013 Kleine l\u00e4sst man ersaufen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Corona-Epidemie trifft vor allem\nprek\u00e4r Besch\u00e4ftigte, Arbeitslose, Obdachlose, Menschen mit einem\ndurchschnittlichen Einkommen und wenig M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Home\nOffice und Erholung im Gr\u00fcnen. Nicht zuf\u00e4llig gelangt eine neue\nStudie der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung zu dem Ergebnis, dass sich diese\nbesonders Betroffenen \u201eim Durchschnitt empf\u00e4nglicher f\u00fcr\nVerschw\u00f6rungsmythen zur Pandemie zeigen.\u201c<a href=\"#sdfootnote31sym\"><sup>31<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die konkrete Corona-Politik ist\ndeutlich auf die Interessen der gro\u00dfen Unternehmen ausgerichtet;\nKleingewerbe, die Bereiche Kunst und Kultur, Bildung, Ausbildung und\nSchulen, Gastronomie, inl\u00e4ndischer Tourismus und kleine\nEinzelh\u00e4ndler sind von den Krisenfolgen existenziell betroffen; eine\nWelle von Hunderttausenden Insolvenzen droht. Dabei ist dies\nkeineswegs objektiv bedingt \u2013 Geld ist genug da. Zwei Beispiele\nsollen dies verdeutlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Beispiel 1.<\/em> Die Bundesregierung\nhat in mehreren Tranchen an die Lufthansa und an den\nTouristik-Konzern TUI rund 16 Milliarden Euro an Unterst\u00fctzungsgelder\nbezahlt. Lufthansa und TUI waren bis Anfang 2020 hochprofitabel.\nFaktisch konserviert die Politik auf diese Weise Strukturen, die\nklimapolitisch hochproblematisch sind und die perspektivisch auch aus\nrein betriebswirtschaftlicher Sicht massiv reduziert werden m\u00fcssen.\nNun sind bei Lufthansa und TUI heute nur noch 180.000 Menschen\nbesch\u00e4ftigt. Das gesamte Gastgewerbe in Deutschland mit rund 200.000\nUnternehmen besch\u00e4ftigt jedoch zehn Mal mehr Menschen. Mit den\nLufthansa-TUI-Subventionen k\u00f6nnte man den gesamten\nGastgewerbe-Sektor mit seinen zwei Millionen Besch\u00e4ftigten mehr als\nein Vierteljahr lang durchfinanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Beispiel 2.<\/em> In Deutschland gibt\nes inzwischen 2,1 Millionen Menschen, die \u00fcber ein privates Verm\u00f6gen\nvon mindestens einer Million US-Dollar verf\u00fcgen. Im neuesten Global\nWealth Report wird konstatiert, dass sich dieses Verm\u00f6gen sogar im\nCorona-Krisenjahr erh\u00f6ht hat.<a href=\"#sdfootnote32sym\"><sup>32<\/sup><\/a>\nDas addierte Verm\u00f6gen dieser Dollar-Million\u00e4re bel\u00e4uft sich nach\ndiesem Report auf 14,8 Billionen US-Dollar; umgerechnet sind dies gut\n12 Billionen Euro. W\u00fcrde man lediglich verlangen, dass auf drei\nJahre eine durchschnittliche Mindestrendite von vier Prozent, der mit\ndiesem Verm\u00f6gen im Minimum erzielt wird, durch eine Verm\u00f6genssteuer\nabgesch\u00f6pft wird, dann erg\u00e4be dies drei Mal 592 Milliarden oder\n1,78 Billionen Euro Sondereinnahmen der \u00f6ffentlichen Hand. Das ist\nein Vielfaches aller bisherigen Kosten, die die Corona-Krise bislang\nverursacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Forderung mag angesichts\nder bestehenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse unrealistisch erscheinen. Sie\nist jedoch nach drei Jahrzehnten Umverteilung von unten nach oben\nabsolut notwendig. Sie m\u00fcsste von einem breiten linken und\ngewerkschaftlichen B\u00fcndnis in einer Kampagne propagiert werden.\nStattdessen erleben wir Diskussionen dar\u00fcber, wie nach der\nBundestagswahl 2021 die Corona-Schulden durch Steuererh\u00f6hungen,\nh\u00f6here Beitr\u00e4ge und Rentensenkungen finanziert werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<h3> 11  Krise und Pandemie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Pandemie versch\u00e4rft die\nWirtschaftskrise, die bereits im Herbst 2019 einsetzte, massiv. Das\nJahr 2020 endete mit dem gr\u00f6\u00dften Einbruch der Weltwirtschaft seit\n1930. Um gut f\u00fcnf Prozent ging das Welt-Bruttoinlandsprodukt f\u00fcr\ndas Jahr 2020 zur\u00fcck. Einzelne wichtige L\u00e4nder wie Frankreich,\nItalien, Spanien und Gro\u00dfbritannien erlebten einen BIP-R\u00fcckgang von\n10 und mehr Prozent. Das ist in den zuletzt genannten L\u00e4ndern mit\neinem massiven Anstieg der Erwerbslosen-Zahlen verbunden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chancen auf eine wirtschaftliche\nErholung sind ungewiss. Der Prognosen der internationalen\nOrganisationen sind zur\u00fcckhaltend. Die Krise k\u00f6nnte sich noch \u00fcber\ndas gesamte kommende Jahr erstrecken, zumal die j\u00fcngsten\nversch\u00e4rften Lockdown-Ma\u00dfnahmen in den Studien zum Jahreswechsel\nnoch unzureichend eingepreist sind. Die Mutationen des SARS-CoV-2\nVirus erschweren die Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie. Die\nerneuten Lockdowns und Reisebeschr\u00e4nkungen im Dezember und Januar\ntragen dazu bei, dass sich die Krise verl\u00e4ngert und vertieft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konzernspitzen wichtiger Branchen\nwerden bald umfassende und radikale K\u00fcrzungen und Restrukturierungen\nmit gro\u00dfen Entlassungswellen durchsetzen wollen, um ihre\nWettbewerbsf\u00e4higkeit sicherzustellen und die Profitraten wieder zu\nsteigern. Die Regierungen und die EU reagieren \u00e4u\u00dferst einseitig.\nIhr zentrales Anliegen ist es, die von ihnen als wichtig erachteten\nKonzerne in ihrem internationalen Wettbewerb zu unterst\u00fctzen. So\ngriff wie oben angef\u00fchrt der deutsche Staat der Lufthansa mit \u00fcber\n9 Mrd. Euro unter die Arme. Derselbe Konzern erhielt zugleich von\n\u00d6sterreich, der Schweiz und Belgien insgesamt weitere 2 Mrd. Euro\nund zwar bedingungslos, ohne die geringste soziale und \u00f6kologische\nVerpflichtung. Da die Krise andauert, ist bereits klar, dass das Geld\nnicht reichen wird. Die Unterst\u00fctzungszahlungen f\u00fcr das kleine\nGewerbe fallen ungleich bescheidener aus. Der konzernnahe Think Tank\nAvenir Suisse spricht sich ganz offen f\u00fcr eine Strukturbereinigung\nin der Krise aus. Weniger produktive Unternehmen sollen verschwinden.\nDie von Arbeitsplatzlust betroffenen Lohnabh\u00e4ngigen und\nKleinstselbst\u00e4ndigen gehen vergleichsweise leer aus. Die\nVerl\u00e4ngerungen der Kurzarbeit-Regelungen, zu der es in einigen\nL\u00e4ndern kam \u2013 in Deutschland sogar bis Ende 2021 \u2013 d\u00fcrften eine\nzur\u00fcckgestaute Arbeitslosigkeit darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch vorerst dominieren\nstrukturerhaltende Ma\u00dfnahmen. Die \u00f6sterreichische Regierung stellt\nden Unternehmen seit der Corona-Krise beispielsweise ein\nFixkostenzuschuss von insgesamt 8 Mrd. Euro zur Verf\u00fcgung. Davon\nprofitieren in erster Linie die gro\u00dfen Immobilieneigent\u00fcmer, die\nnun staatlich unterst\u00fctzte Mietzahlungen anderer Unternehmen\nkassieren d\u00fcrfen. Nicht selten sind Empf\u00e4nger der Mietzahlungen,\ndie \u00fcber einen anderen Unternehmenszweig sogar direkt staatliche\nZusch\u00fcsse erhalten. Dieses Instrument f\u00fchrt also dazu, dass die\nRentiers ohne weitere Leistung Steuermittel hinterhergeschoben\nerhalten.<a href=\"#sdfootnote33sym\"><sup>33<\/sup><\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Anstatt einen wirklichen \u00f6kologischen\nindustriellen Umbau zu unterst\u00fctzen, finanziert die deutsche\nRegierung der Autoindustrie teilweise ihre Umstrukturierungen zur\nHerstellung von Elektroautos, um der bestehenden unsozialen und\n\u00f6kologisch enorm ressourcenfressenden Verkehrsorganisation ein neues\nKleid zu verpassen. Sinnvoll w\u00e4re es hingegen, ein\numweltvertr\u00e4gliches und sozial gerechtes \u00f6ffentliches Verkehrswesen\naufzubauen. Bereits \u00e4u\u00dfern VertreterInnnen der Wirtschaft den\nWunsch, auf weitere Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen\nvorerst zu verzichten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die massive Aufbl\u00e4hung der\n\u00f6ffentlichen Verschuldung wird unweigerlich dazu f\u00fchren, dass die\nRegierungen schon bald nach dem Abklingen der Pandemie mit einer\nharten Austerit\u00e4tspolitik und massiven K\u00fcrzungen im Sozialbereich\ndie Schuldenlast auf die Lohnabh\u00e4ngigen abw\u00e4lzen werden. Umso\nwichtiger ist es, eine umfassende Strategie zur Verteidigung der\nLohnabh\u00e4ngigen, f\u00fcr eine umfassende Gesundheitspolitik und f\u00fcr\neinen \u00f6kologischen industriellen Umbau zu entwickeln und\ndurchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3> 12  Dilemma der Lohnabh\u00e4ngigen \u2013 Mitverantwortung der Gewerkschaften<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gewerkschaften untersch\u00e4tzen die\nBrisanz der Pandemie f\u00fcr die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und ihrer\neigenen Mitglieder. Nicht wenige GewerkschaftsexponentInnen tendieren\nselbst dazu, die Pandemie zu verharmlosen und die Ansteckungsgefahr\nan den Arbeitspl\u00e4tzen herunterzuspielen. Sie f\u00fcrchten, strengere\neinschr\u00e4nkende Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrden und die\nKrise versch\u00e4rfen. Auch viele Lohnabh\u00e4ngige haben zwar Angst vor\neiner Ansteckung, wollen aber dennoch m\u00f6glichst einen h\u00e4rteren Lock\ndown vermeiden. Die Furcht vor Arbeitsplatz- und Lohnverlust wiegt\nschwer.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Untersch\u00e4tzung der Pandemie ist\nauch Ausdruck der eigenen Schw\u00e4che. Die Gewerkschaften gehen davon\naus, dass sie nicht in der Lage sind, die Lohnabh\u00e4ngigen wirklich zu\nverteidigen. Daf\u00fcr sind sie allerdings auch selbst verantwortlich.\nWeil sich die b\u00fcrokratischen Gewerkschaftsf\u00fchrungen seit\nJahrzehnten komplett den Unternehmerinteressen und dem Dogma der\nWettbewerbsf\u00e4higkeit unterordnen, sind sie nicht mehr in der Lage,\neine eigenst\u00e4ndige an den unmittelbaren Interessen der\nLohnabh\u00e4ngigen orientierte Strategie zu entwickeln. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewerkschaften sind bislang nicht\nf\u00e4hig, eine eigene Anti-Pandemie-Strategie auszuarbeiten, die sich\nan den grundlegenden Klasseninteressen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung\norientiert. Der \u00d6GB beispielsweise beschr\u00e4nkt sich auf Forderungen\nwie Maskenpausen und einen Corona-Tausender f\u00fcr jene Menschen, die\nsich bei ihrer Arbeit einem erh\u00f6hten Gesundheitsrisiko aussetzen.<a href=\"#sdfootnote34sym\"><sup>34<\/sup><\/a>\nAuch ExponentInnen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes haben die\nPandemie verharmlost und  wiederholt vor weitergehenden und\nwirksameren Ma\u00dfnahmen gewarnt.<a href=\"#sdfootnote35sym\"><sup>35<\/sup><\/a>\nDas gro\u00dfe Problem besteht darin, dass gro\u00dfe Teile der\nGewerkschaften die Gesundheit der Menschen und intakte \u00d6kosysteme\nnicht als allererste Anliegen der Lohnabh\u00e4ngigen erkennen. <a href=\"#sdfootnote36sym\"><sup>36<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Lohnabh\u00e4ngigen wirklich\nverteidigen hie\u00dfe in dieser Zeit, ihre Gesundheit ins Zentrum zu\nr\u00fccken. Die Gewerkschaften sollten alles unternehmen, um die\nAnsteckungsgefahr zu minimieren und die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten\nund ihrer Angeh\u00f6rigen in einem umfassenden Verst\u00e4ndnis sicher zu\nstellen. Der Schutz vor Ansteckung und das Wohlbefinden am\nArbeitsplatz, auf dem Arbeitsweg im \u00f6ffentlichen Verkehr, im\nHaushalt, in der freien Zeit sind unmittelbare Anliegen der Menschen,\nf\u00fcr die sich jede Gewerkschaft kompromisslos einsetzen m\u00fcsste.\nUnternehmen, die nicht in der Lage sind, ihre Besch\u00e4ftigten zu\nsch\u00fctzen, m\u00fcssten vor\u00fcbergehend eine Pause einlegen. Das Angebot\nim \u00f6ffentlichen Verkehr sollte erweitert werden, um zu dichte\nMenschenansammlungen in Bahnen und Bussen zu vermeiden. Die\nBesch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen m\u00fcssen materiell massiv\nbessergestellt werden und die Jobs in diesen Bereichen wesentlich\nattraktiver gestaltet werden. Das ist n\u00f6tig, um das erforderliche\nPersonal zu rekrutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Versagen der Gewerkschaften und der\nsozialistischen Parteien ist schwerwiegend. Sie haben eine\nsolidarische europ\u00e4ische Pandemiestrategie nie auch nur ansatzweise\nvorgeschlagen. Schlimmer noch, weder die LINKE in Deutschland noch\neine andere Linkspartei in Europa von Gewicht waren in der Lage, ein\nklares Ziel zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie zu formulieren. Warum konnte\nsich die Partei DIE LINKE nie dazu durchringen, klar und einfach zu\nfordern, dass die Ansteckungen sofort auf ein Ma\u00df zu reduzieren\nsind, damit jede einzelne Ansteckung wieder zur\u00fcck verfolgbar ist?\nDas ist aber erforderlich, um die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung\nsicherzustellen. Warum ist die Arbeiter:innenbewegung nicht in der\nLage, sich bedingungslos f\u00fcr die Gesundheit der Lohnabh\u00e4ngigen\neinzusetzen? Liegt das daran, dass sie sich den wirtschaftlichen\nInteressen der gro\u00dfen Unternehmen oder gewisser Teile der Wirtschaft\nunterordnen und bef\u00fcrchten, sie k\u00f6nnten die Lohnabh\u00e4ngigen nicht\nwirksam gegen Erpressungen durch die Unternehmen und gegen\nEntlassungen verteidigen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist die Selbstorganisation der\nArbeitenden, obwohl die Bedingungen der Pandemie ebendiese\nerschweren. Die Lohnabh\u00e4ngigen sind mit ihrem Wissen \u00fcber\nArbeitsabl\u00e4ufe und Produktionsprozesse beizuziehen, um\nSchutzkonzepte zu entwickeln und dar\u00fcber zu entscheiden, welche\nArbeitsschritte zeitweise pausieren m\u00fcssen. Hier m\u00fcssten die\nGewerkschaften sinnvollerweise ansetzen und dazu beitragen, dass sich\ndie Menschen eigenst\u00e4ndig und kollektiv in Betrieben organisieren\nund damit lernen ihre Vereinzelung und individualisierte\nBetroffenheit zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<h3> 13  Eine radikale Perspektive annehmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch linke Zeitschriften und Webseiten\npublizieren wiederholt Artikel, die die Corona-Pandemie mit an den\nHaaren herbeigezogenen Vergleiche mit Grippeerkrankungen,\n\u201eHitzetoten\u201c  und Unfalltoten verharmlosen. Noch immer betrachten\neinzelne Linke die Pandemie und die Politik der Lockdowns\nausschlie\u00dflich unter dem Gesichtspunkt autorit\u00e4ren\nRegierungshandelns. Das zeugt von einem kompletten Unverst\u00e4ndnis der\nTragweite der Herausforderung und der umfassenden gesellschaftlichen\nDimension der Pandemie und zwar im globalen Ma\u00dfstab. Diese Personen\nargumentieren \u00e4hnlich wie Liberale gegen die scheinbar fundamentalen\nEinschr\u00e4nkungen individueller Freiheiten. Einige st\u00fctzen sich\nunkritisch und unreflektiert auf offen reaktion\u00e4re und ausgesprochen\nkonzernfreundliche Quellen (wie beispielsweise die sogenannte <em>Great\nBarrington Declaration<\/em>, die vom konservativen <em>American\nInstitute for Economic Research<\/em> unterst\u00fctzt wird).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wir stellen uns diesen autorit\u00e4ren\nTendenzen entgegen. Doch die gesellschaftliche Herausforderung der\numfassenden Gesundheitskrise, die vor allem die Armen und\nUnterklassen am st\u00e4rksten leiden l\u00e4sst, ist ernst zu nehmen. Der\nkatastrophalen Ausbreitung des Sars CoV-2 Virus, der massenhaften\nErkrankung und dem Massensterben ist entschlossen mit\ngesellschaftlich akzeptierten und wirksamen Ma\u00dfnahmen\nentgegenzutreten. Jede Relativierung ist unverantwortlich und\nverheerend.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere und ganz unterschiedliche\nL\u00e4nder in Asien haben bewiesen, dass es m\u00f6glich ist, die\nVirusausbreitung zu stoppen und schlie\u00dflich im Keim zu ersticken.\nAuch Neuseeland und Australien verfolgen diesen Weg mit Erfolg\n(vergleiche Tabelle Nr. 2). Die neuseel\u00e4ndische Regierung hat dieses\nZiel offen kommuniziert und die Bev\u00f6lkerung von diesem Weg\n\u00fcberzeugt. M\u00f6glicherweise ist diese Strategie sogar f\u00fcr\nUnternehmen mittlerweile vorteilhafter.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ausmerzungsstrategie w\u00e4re im\nFr\u00fchjahr auch in Europa m\u00f6glich gewesen. Doch weder die wichtigen\nKapitalfraktionen noch die Regierungen waren bereit, diesen Weg zu\nbeschreiten. Seit Beginn der ersten Welle navigieren sie auf Sicht\nund ohne erkl\u00e4rten Plan. Vier WissenschafterInnen der vier gro\u00dfen\nau\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen Deutschlands hoben am\n28. April 2020 die Strategie der kompletten Ausrottung des Virus als\nim Prinzip weiterhin m\u00f6gliche Strategie hervor, die allerdings der\ninternationalen Koordination und gro\u00dfer Anstrengung bed\u00fcrfe. Nicht\naus sachlichen, sondern blo\u00df aus politischen Erw\u00e4gungen schlossen\ndie AutorInnen diese Strategie als nicht gangbare Option aus.<a href=\"#sdfootnote37sym\"><sup>37<\/sup><\/a>\nDie Erfahrungen aus Asien und Neuseeland sowie diese Studie aus\nDeutschland zeigen, dass bei einem entsprechenden gesellschaftlichen\nund politischen Willen die Pandemie zu besiegen gewesen w\u00e4re.\nInteressanterweise wird diese Perspektive erneut auch in der\nsozialistischen Linken in Irland diskutiert.<a href=\"#sdfootnote38sym\"><sup>38<\/sup><\/a>\nSo wird die Regierungsstrategie \u201eliving with Covid\u201c als zunehmend\ngef\u00e4hrlich erachtet. Auch mit der erwarteten Zulassung mehrerer\nImpfstoffe Anfang 2021 wird die Ansteckungsdynamik noch eine ganze\nWeile weitergehen, weil die massenhafte Produktion und Verteilung des\nImpfstoffs eine logistische Herausforderung darstellt und viel Zeit\nin Anspruch nehmen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daf\u00fcr zu sorgen, dass m\u00f6glichst\nwenig Menschen erkranken und sterben. Es ist mit dem Tabu der\nAnsteckungen an Arbeitspl\u00e4tzen zu brechen. Die Gewerkschaften haben\nhierbei eine gro\u00dfe Verantwortung, einen wirksamen Schutz der\nArbeitenden in den Betrieben durchzusetzen. Betriebe, die ihre\nBesch\u00e4ftigten nicht vor Infektionen sch\u00fctzen k\u00f6nnen, sind\nzeitweise zu schlie\u00dfen. Auf jeden Fall sind die Ansteckungen wieder\nso stark zu reduzieren, dass sie mit einem systematischen <em>contact<\/em>\n<em>tracing<\/em> individuell nachvollziehbar sind, damit die\nentsprechenden spezifischen Ma\u00dfnahmen auch wirksam sind.<\/p>\n\n\n\n<h3> 14  Impfen ist wichtig, besiegt aber die Pandemie nicht kurzfristig<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Pandemie\noffenbart, dass eine profitorientierte Pharmaindustrie nicht in der\nLage ist, Medikamente und Impfstoffe entsprechend den\ngesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen herzustellen. Jahrelang haben die\nPharmakonzerne das Impfstoffgesch\u00e4ft vernachl\u00e4ssigt. Nun liefern\nsich einige Konzerne ein Rennen bei der Entwicklung eines Impfstoffs\ngegen Covid-19. In gro\u00dfer Eile und Rekordzeit wurden die ersten\nImpfstoffe im Dezember 2020 in den USA und in der EU zugelassen. Da\ndie Entwicklungsschritte extrem verk\u00fcrzt und parallel durchgef\u00fchrt\nwurden, fehlen Studien und Erfahrungen \u00fcber m\u00f6gliche Langzeit- und\nNebenwirkungen der Impfstoffe. Die beiden in Zulassung befindlichen\nneuartigen mRNA-Impfstoffe von BioNtech \/ Pfizer und von Moderna\ngarantieren allerdings keinen Schutz vor Ansteckungen, sondern\nsch\u00fctzen vor dem Ausbrechen der Erkrankung. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem stellen die\nmassenhafte Produktion, die epidemiologisch und medizinisch sinnvolle\nsowie gesellschaftlich gerechte Zuteilung der Impfstoffe eine riesige\ngesellschaftliche Herausforderung dar. Es gibt kaum eine \u00f6ffentliche\nDiskussion dar\u00fcber, wie das geschehen soll. Gerade arme und\nperiphere Regionen und L\u00e4nder stehen vor einer logistischen und\nfinanziellen Herausforderung. Der Impfstoff von BioNtech \/ Pfizer\nerfordert eine K\u00fchlung auf ein Niveau von minus 70\u00b0C. Bei jenem von\nModerna soll K\u00fchlschranktemperatur reichen. Die Regierungen agieren\nbei ihrer Beschaffung von Impfstoffen teilweise gegeneinander. Die\nHersteller nutzen das und k\u00f6nnen dementsprechend auch die Preise der\nImpfstoffe hochhalten. BioNTech \/ Pfizer verlangen f\u00fcr eine zu\nverabreichende Doppeldosis um die 16,50 EUR in den USA und etwas\nweniger in der EU. Moderna veranschlagt jedoch einen Preis von 25 bis\n37 USD f\u00fcr den US-Markt.<a href=\"#sdfootnote39sym\"><sup>39<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kurzfristig ist\nzu pr\u00fcfen, wie einzelne Staaten oder besser die EU mit ihrer\nerheblichen Marktmacht die Patentrechte an wirksamen Impfstoffen\nerwerben k\u00f6nnen, um dann eine Produktion in gro\u00dfem Umfang und zu\ndeutlich reduzierten Preisen unter \u00f6ffentlicher Kontrolle\nvorzunehmen. Dies wurde Ende des Jahres auch in b\u00fcrgerlichen Kreisen\nvorgeschlagen. So geht ein aktueller Beitrag im Magazin \u201eDer\nSpiegel\u201c zun\u00e4chst auf die hohen Kosten im Fall des Wartens auf den\nImpfstoff mit den Worten ein: \u201eDie Kosten des langen Wartens\nsind enorm. Jeder Monat im Lockdown kostet uns mehr als 10 Milliarden\nEuro [\u2026] Und mit jedem Tag, der vergeht, steigt auch das Risiko,\ndass das Virus mutiert, wie jetzt in Gro\u00dfbritannien. Und ganz vorbei\nist der Spuk nur, wenn auch die Bev\u00f6lkerung im Rest der Welt geimpft\nist.\u201c Um dann zu schlussfolgern: \u201eAngesichts der enormen Kosten\nw\u00e4re die beste Wirtschaftspolitik, alle Ressourcen zu mobilisieren,\num ausreichend Dosen zu produzieren. Wir sollten gerade mit Hochdruck\nKapazit\u00e4ten ausweiten, andere Unternehmen mit Lizenzproduktion\nbeauftragen oder sogar neue Fabriken aus dem Boden stampfen. Auch\n\u00fcber die Feiertage. Aber es passiert wenig.\u201c<a href=\"#sdfootnote40sym\"><sup>40<\/sup><\/a>\nDoch angesichts der raschen Ausbreitung der um rund 50%\nansteckenderen Virusvarianten l\u00e4uft die Zeit davon. Es werden Monate\nverstreichen mit zus\u00e4tzliche Produktionsst\u00e4tten eingerichtet,\nvalidiert und zugelassen worden sind. Impfkampagnen sind wichtig, sie\nk\u00f6nnen aber nur einer von vielen Ansatzpunkten sein, um die Pandemie\nso stark einzud\u00e4mmen, dass einzelne Ansteckungen nachvollziehbar\nsind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte\nEntwicklung, Produktion und Zuteilung von Impfstoffen ist unter\n\u00f6ffentliche Kontrolle zu stellen. Der Zugang zu den Impfstoffen muss\nallen Menschen ungeachtet ihrer Kaufkraft erm\u00f6glichen werden. Die\nPreise d\u00fcrfen nicht der Profiterzielung der Unternehmen\nbeziehungsweise den Finanzertr\u00e4gen ihrer Aktion\u00e4re dienen.\nLetztlich ist aber die gesamte Pharmaindustrie neu aufzustellen. Die\nMedikamentenherstellung darf nicht weiter ein Feld zur Erzielung\ngigantischer Aktiengewinne f\u00fcr das konzentrierte Anlagekapital sein.\nDarum sprechen wir uns f\u00fcr die demokratische gesellschaftliche\nAneignung der Pharmaindustrie aus.<\/p>\n\n\n\n<h3> 15  Umrisse einer europ\u00e4ischen solidarischen Perspektive<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Regierungen sind mitverantwortlich\nf\u00fcr den Tod von Hunderttausenden Menschen und f\u00fcr schwere\ngesundheitliche Sch\u00e4den, die Millionen Personen erlitten haben. Sie\nsetzen auch 2021 ihren Kurs im Dienste der gro\u00dfen Konzerne fort. Sie\nunterwerfen sich beim Erwerb der Impfstoffe den Gewinnerwartungen der\nPharmakonzerne. Gesunde Gewinnmargen haben Vorrang vor der\nmenschlichen Gesundheit. Profit geht vor Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere bereits im gemeinsamen Buch\nvorgeschlagene solidarische Perspektive f\u00fcr den massiven Ausbau des\n\u00f6ffentlichen Gesundheitswesens, eines zentralen Bestandteils einer\ngesellschaftlichen Infrastruktur, erh\u00e4lt durch die rasante\nAusdehnung der zweiten Welle der Pandemie eine zus\u00e4tzliche\nDringlichkeit. Schlie\u00dflich betonen wir, dass die Bek\u00e4mpfung der\nPandemie sowohl eine unmittelbar gesundheitliche als auch umfassende\ndemokratische und gesellschaftliche Aufgabe ist. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schlie\u00dfen uns dem <a href=\"https:\/\/www.containcovid-pan.eu\/\">internationalen\nAufruf f\u00fcr die konsequente Eind\u00e4mmung der Covd-19 Pandemie in\nEuropa<\/a> an.<a href=\"#sdfootnote41sym\"><sup>41<\/sup><\/a>\nDieser wurde am 19. Dezember 2020 vorwiegend von WissenschaftlerInnen\naus den Natur- und medizinischen Wissenschaften lanciert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Pandemie wirksam zu bek\u00e4mpfen\nist sofort eine gemeinsame europ\u00e4ische Strategie n\u00f6tig. Nur wenn\nalle L\u00e4nder gleichzeitig die Infektionen zur\u00fcckdr\u00e4ngen, k\u00f6nnen\ndie Grenzen zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern offengehalten werden.\nDenn die Impfstoffe werden erst stark zeitverz\u00f6gert wirklich helfen,\ndas Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen. Damit ist vor\nEnde 2021 nicht zu rechnen. Die AutorInnen formulieren ein klares\nunmittelbares gesellschaftliches Ziel: jede einzelne\nSARS-CoV-2-Ansteckung in Europa muss direkt nachvollziehbar sein. Um\ndieses Ziel zu erreichen, verlangen die AutorInnen die Umsetzung\neiner dreistufige Strategie.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><em>Erstens<\/em>\n\tsind die Ansteckungen auf maximal 10 Covid-19-F\u00e4lle pro Million\n\tMenschen pro Tag zu reduzieren. Hierzu braucht es entschlossenes\n\tHandeln und tiefgreifende Interventionen. Um einen Ping-Pong-Effekt\n\tzwischen den L\u00e4ndern und Regionen zu vermeiden, m\u00fcssen die\n\tMa\u00dfnahmen zur Reduktion der Fallzahlen in allen europ\u00e4ischen\n\tL\u00e4ndern m\u00f6glichst schnell und synchronisiert durchgesetzt werden.\n\t<\/li><li>Ist\n\tdieser erste Schritt erreicht, k\u00f6nnen <em>zweitens<\/em> die\n\tBeschr\u00e4nkungen sorgf\u00e4ltig gelockert werden. Die niedrigen\n\tFallzahlen sind mit einer Kontrollstrategie \u2013 mindestens 300 Tests\n\tpro Million EinwohnerInnen pro Tag \u2013 langfristig zu stabilisieren.\n\tLokale Ausbr\u00fcche sind sofort energisch, n\u00f6tigenfalls mit\n\tregionalen Absperrungen, einzud\u00e4mmen.\n\t<\/li><li><em>Drittens<\/em>\n\tist eine gemeinsame langfristige Vision zu formulieren. Auf der\n\tBasis von europ\u00e4ischen Zielen sind kontextabh\u00e4ngige regionale und\n\tnationale Aktionspl\u00e4ne zu entwickeln. Diese beinhalten Screening-\n\tund Impfstrategien, Schutz von Risikogruppen und Unterst\u00fctzung der\n\tMenschen, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Warum ist eine derart massive\nEind\u00e4mmung der Pandemie auf nur noch ganz wenige Ansteckungen\nsinnvoll? F\u00fcnf Argumente:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Mit\n\tder zunehmenden Verbreitung eines Virus nimmt auch die H\u00e4ufigkeit\n\tseiner Mutation zu. Die neue Mutation B117 breitet sich in England\n\textrem schnell aus und wurde bereits auch in vielen L\u00e4ndern Europas\n\tidentifiziert. Wir brauchen eine rasch wirksame Antwort. Nur mit\n\teiner m\u00f6glichst geringen Anzahl von Ansteckungen sind Mutationen\n\tdes Virus so niedrig zu halten, dass auch deren \u00fcberraschende\n\tKonsequenzen gesellschaftlich angemessen kontrolliert werden k\u00f6nnen.\n\t<\/li><li>Die\n\twiederholt propagierte Herdenimmunisierung ist menschenfeindlich und\n\treaktion\u00e4r. Die wissenschaftlichen Evidenzen sind erdr\u00fcckend, dass\n\teine solche Strategie bei SARS-CoV-2 in eine gesellschaftliche\n\tKatastrophe f\u00fchren w\u00fcrde. Die Impfkampagnen werden erst mit\n\tstarker Zeitverz\u00f6gerung gegen Ende 2021 ihre Wirkung erzielen.\n\tZudem werden die Impfungen geographisch und sozial sehr ungleich\n\tstattfinden und eine gigantische Gerechtigkeitsl\u00fccke im Weltma\u00dfstab\n\taufrei\u00dfen.\n\t<\/li><li>Der\n\tvielbeschworene Schutz der Risikogruppen ist eine Illusion. In den\n\teurop\u00e4ischen L\u00e4ndern z\u00e4hlt rund ein Viertel bis ein Drittel der\n\tMenschen zu einer Risikogruppe oder steht in engem Kontakt mit\n\trisikobehafteten Menschen (hoher Anteil von Menschen mit als 65\n\tJahren, Besch\u00e4ftigte im Gesundheitswesen und Pflegeheimen,\n\tFamilienangeh\u00f6rige, FreundInnen etc.). Eine derart gro\u00dfe Anzahl\n\tMenschen l\u00e4sst sich nicht besonders sch\u00fctzen oder gar abschirmen.\n\tDer Verlauf der Pandemie und die Hilflosigkeit der Beh\u00f6rden\n\toffenbaren das sehr brutal. Zudem w\u00e4re es weder solidarisch noch\n\tsozial angemessen, sondern ausgesprochen selektierend, Kranke und\n\tAlte einfach monate- oder gar jahrelang zu isolieren und vom\n\tgesellschaftlichen Leben auszuschlie\u00dfen.\n\t<\/li><li>Nur\n\teine massive Eind\u00e4mmung der Pandemie auf ganz wenige F\u00e4lle\n\tverhindert, dass die Lasten und Folgekosten der Pandemie weitgehend\n\tauf die Lohnabh\u00e4ngigen, Unterklassen und Armen und hierbei\n\tbesonders auf die Frauen abgew\u00e4lzt werden. Die radikale Eind\u00e4mmung\n\tder Pandemie muss ein zentrales Anliegen der Organisationen der\n\tArbeiterInnenbewegungen, Frauenbewegung und antirassistischen\n\tBewegung sein. Die Pandemie l\u00e4sst die Klassenverh\u00e4ltnisse,\n\tGeschlechterverh\u00e4ltnisse und den Rassismus noch offener zu Tage\n\ttreten.\n\t<\/li><li>Die\n\tGesellschaften in den imperialistischen reichen L\u00e4ndern sind in der\n\tLage, mit technischen und gesellschaftlichen Mitteln, mit <em>Lockdowns,<\/em>\n\t<em>Shutdowns<\/em> und gezielten Einschr\u00e4nkungen die Virusausbreitung\n\teinzud\u00e4mmen. Dazu braucht es prim\u00e4r den gesellschaftlichen und\n\tpolitischen Willen. In den riesigen urbanen Gro\u00dfr\u00e4umen der armen\n\tund aufstrebenden L\u00e4ndern ist eine solche radikale\n\tEind\u00e4mmungsstrategie aufgrund der Armut, der konkreten\n\tLebensbedingungen und der fehlenden Infrastruktur mit enormen\n\tgesellschaftlichen Kollateralsch\u00e4den verbunden, sofern die Pandemie\n\tnicht fr\u00fchzeitig unter Kontrolle gebracht werden kann. Darum haben\n\tdie Gesellschaften in den reichen imperialistischen L\u00e4ndern auch\n\teine globale Verantwortung.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es ist offensichtlich, dass die\nKr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse nicht ausreichen, um diese Orientierung auf eine\nweitreichende Ausmerzung der Virusausbreitung durchzusetzen. Dennoch\nist sie in die gesellschaftliche Debatte zu bringen. Eine\n\u00f6kosozialistische Orientierung besteht ja gerade darin, die\nscheinbaren wirtschaftlichen Sachzw\u00e4nge argumentativ zu durchbrechen\nund das gesellschaftlich scheinbar Unrealistische denkbar zu machen.\nIst es nicht so, dass vieles, was Anfang 2020 undenkbar erschien, im\nVerlauf des abgelaufenen Jahres Realit\u00e4t wurde? \n<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Teile der Linken prangern zu\nRecht die autorit\u00e4ren Tendenzen der Pandemiepolitik der Regierungen\nan. Doch diese demokratische Argumentation macht nur dann Sinn, wenn\nman die fundamentale Herausforderung der Pandemie f\u00fcr die Gesundheit\nder Menschen anerkennt und zugleich das klare Ziel der radikalen\nEind\u00e4mmung des SARS-Cov-2 Virus formuliert und mittr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem oben erw\u00e4hnten Aufruf mischen\nsich zahlreiche NaturwissenschaftlerInnen aktiv in eine zentrale\ngesellschaftliche Debatte ein. Sie handeln damit unmittelbar\npolitischer als Gewerkschaften und linke Parteien, die es nach fast\neinem Jahr Covid-19 Pandemie bis heute nicht geschafft haben, ein\nklares Ziel der Pandemiepolitik in Bezug auf die Ausbreitung des\nSARS-CoV-2-Virus zu definieren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Entwicklung gemeinsamer\ngesundheitspolitischer Initiativen ist es sinnvoll, den Dialog mit\ndiesen ForscherInnen aufzunehmen. Einige von ihnen meldeten sich\nbereits im April und September mit den bereits oben erw\u00e4hnten\nwertvollen Stellungnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie zu Wort.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings fehlen in diesem Aufruf\nzentrale gesellschaftliche und \u00f6konomische Anliegen, die zu\nber\u00fccksichtigen sind, um diese Strategie zu einer solidarischen\nStrategie zu machen und um die Menschen von den erforderlichen\nMa\u00dfnahmen zu \u00fcberzeugen. Die Regierungen bauen ihren repressiven\nApparat aus, zwingen die Menschen dazu, sich in ihrem Sozialleben\neinzuschr\u00e4nken und tun gleichzeitig alles, um den Interessen des\nKapitals Gen\u00fcge zu tun. Die Pandemie betrifft die Menschen \u00e4u\u00dferst\nungleich, weltweit und in jeder Gesellschaft. Die einschr\u00e4nkenden\nMa\u00dfnahmen der Regierungen versch\u00e4rfen die soziale Ungleichheit und\ndie soziale Diskriminierung. Die Pandemie offenbart das soziale Elend\nunserer Gesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Das riesige Gesundheitsdesaster bringt\nin England, Wales und Schottland nun eine wachsende Anzahl Menschen\ndazu, eine radikale Perspektive in die gesellschaftliche Diskussion\nzu tragen. GewerkschafterInnen, AktivistInnen f\u00fcr ein soziales\nGesundheitswesen und aus verschiedenen Bewegungen sowie\n\u00d6kosozialistInnen haben im November unter dem Motto <em>Zero Covid<\/em>\neine Kampagne zur weitgehenden Ausmerzung der Virusverbreitung\ninitiiert. Auch SozialistInnen in Irland vertreten diese Position.<a href=\"#sdfootnote42sym\"><sup>42<\/sup><\/a>\nOb sich daraus eine Massenkampagne entwickelt, wird sich zeigen. Auf\njeden Fall ist es sinnvoll, dass die sozialistischen Organisationen\nin andern L\u00e4ndern diese Erfahrungen aufgreifen. Der pan-europ\u00e4ische\nAufruf der WissenschaftlerInnen bietet nun die Chance, diese\nDiskussion breit zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewerkschaften, emanzipatorischen\nBewegungen und sozialistischen Organisationen m\u00fcssen sich\nvorbehaltlos hinter die hier vorgestellte internationale Initiative\naus der Wissenschaft stellen. und dabei selbstverst\u00e4ndlich ein\nsozial\u00f6kologisches Forderungsprogramm aufstellen. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Ausbreitung des Sars-CoV2-Virus muss umgehend soweit einged\u00e4mmt\nwerden, dass die einzelnen Ansteckungen mit einem fl\u00e4chendeckenden\n<em>Contact Tracing<\/em> wieder nachvollziehbar sind. Auf dieser\nGrundlage kann dann kombiniert mit einer Impfkampagne die Pandemie\nauf nahezu Null gebracht werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Lockdowns, Shutdowns<\/em> und die Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der\nPandemie m\u00fcssen in einer solidarischen Weise alle Bereiche der\nGesellschaft einbeziehen \u2013 Produktion, Transport, Konsum und\nFreizeit. Diese Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen f\u00fcr eine kurze Zeit die\nZirkulation und alle nicht unbedingt erforderlichen Kontakte der\nMenschen in ganz Europa weitgehend aussetzen. Nicht unmittelbar\ngesellschaftlich notwendige Bereiche der Wirtschaft sind tempor\u00e4r\nn\u00f6tigenfalls einzuschr\u00e4nken oder herunterzufahren, sofern die\nEinschr\u00e4nkungen dazu beitragen, die Virusausbreitung rasch\neinzud\u00e4mmen. Das gilt ganz besonders f\u00fcr Fleischfabriken, gro\u00dfe\nLager und alle Betriebe, in denen die Besch\u00e4ftigten dicht\nnebeneinander arbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Lohnabh\u00e4ngigen und Kleinunternehmen m\u00fcssen durch ein\numfassendes Unterst\u00fctzngsprogramm mit Lohnfortzahlung und weitere\ngezielte Begleitma\u00dfnahmen abgesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDer gesamte Gesundheits- und Pflegebereich ist sofort und nachhaltig\nauszubauen und mit einer Ausweitung des Personalbestandes zu st\u00e4rken.\nDie L\u00f6hne sind sp\u00fcrbar anzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p>\nEine besondere Aufmerksamkeit ist den Gesundheits\u00e4mtern und den mit\nGesundheitsanliegen befassten Beh\u00f6rden geschuldet. Das Personal in\ndiesen Einrichtungen muss mindestens verdoppelt werden, um\nausreichende Kapazit\u00e4ten f\u00fcr das Verfolgen der Infektionsketten und\ndie Durchbrechung derselben zur Verf\u00fcgung zu haben. Die\nArbeitsbedingungen und Entlohnung in diesem Bereich m\u00fcssen so\ngestaltet sein, dass die Arbeitspl\u00e4tze wieder attraktiv sind. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nAlle Privatisierungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind sofort\nzu stoppen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie skandal\u00f6sen, im gesamten Corona-Jahr 2020 in Deutschland\nfortgesetzten Schlie\u00dfungen von mehr als 25 Krankenh\u00e4usern ist\nsofort zu beenden.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Krankenhausfinanzierung \u00fcber Fallpauschalen ist durch ein\nsolidarisches und bedarfsgerechtes System zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nEs darf keine Rettungspakete f\u00fcr Unternehmen geben, die dazu\nbeitragen gesellschaftlich und \u00f6kologisch unsinnige Bereiche\naufrechtzuerhalten (bspw. in der Luftfahrt- und Automobilindustrie).\nVielmehr ist ein sozial-\u00f6kologischer Umbaufonds einzurichten, um den\nindustriellen Um- und R\u00fcckbau zu mitzufinanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Besch\u00e4ftigten sind vor K\u00fcndigung zu sch\u00fctzen, die\nArbeitslosenunterst\u00fctzung ist auszubauen und das Kurzarbeitsgeld ist\nauf 90 Prozent anzuheben. Kulturschaffende und Kleinstunternehmen\nsind direkt zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Virusausbreitung treffen die\nohnehin bereits benachteiligten Menschen am st\u00e4rksten. Dieser\nDiskriminierung ist mit geeigneten Ma\u00dfnahmen entgegenzutreten\n(Kleingruppen in Kinderg\u00e4rten, kleine Schulklassen, \u00d6ffnung\nleerstehender Hotels f\u00fcr Familien in kleinen Wohnungen und\nFl\u00fcchtlinge, etc., siehe auch Kreilinger, Wolf, Zeller 2020: S.\n174ff und Kapitel 13).<\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Ma\u00dfnahmen zur Pandemieeind\u00e4mmung sind gesellschaftlich\nsolidarisch mit einer Solidarit\u00e4tsabgabe auf hohe Verm\u00f6gen,\nEinkommen und Unternehmensgewinne zu finanzieren. Wir unterst\u00fctzen\ndie Forderung nach einer europaweiten Corona-Sondersteuer auf\nReichtum.<\/p>\n\n\n\n<p>\nImpfstoffe m\u00fcssen ein globales \u00f6ffentliches Gut f\u00fcr die gesamte\nMenschheit sein. Darum ist perspektivisch der Patentschutz in diesem\nBereich aufzuheben. Die Menschen in den armen L\u00e4ndern m\u00fcssen das\ngleiche Recht auf Impfung haben wie die Menschen in den reichen\nZentrumsl\u00e4ndern. Im Sinne einer unmittelbar wirksamen Ma\u00dfnahme\nk\u00f6nnten jedoch Staaten bzw. die EU die Patentrechte erwerben, um die\nEigentumsrechte unter \u00f6ffentliche Kontrolle zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewerkschaften sollten umgehend in allen Betrieben unter Einhaltung der Pandemievorsorgema\u00dfnahmen einen offenen Diskussionsprozess mit allen Besch\u00e4ftigten initiieren, um gemeinsame Schritte \u201evon unten\u201c gegen die Pandemie in den Betrieben, im \u00f6ffentlichen Verkehr und am Wohnort zu konzipieren und durchzusetzen. Im Dialog mit den Initiativen aus der feministischen Bewegung, der Fl\u00fcchtlingssolidarit\u00e4t, MieterInnenbewegung und der Klimabewegung sowie den Initiativen aus der Wissenschaft l\u00e4sst sich ein wirksames und solidarisches Programm zur Pandemiebek\u00e4mpfung formulieren und verwirklichen. Die Regierungen sch\u00fctzen die Bev\u00f6lkerung nicht, die Menschen m\u00fcssen sich gemeinsam selber sch\u00fctzen, gegen die Pandemie und gegen die ungerechten Ma\u00dfnahmen der Regierungen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Anmerkungen:<\/h3>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVerena Kreilinger und Christian Zeller:\n\tCorona-Pandemie \u2013 eine historische Wende. Gesundheitswesen\n\tgesellschaftlich aneignen, Produktion kurzzeitig und geplant\n\trunterfahren!. 24. M\u00e4rz 2020.\n\t<a href=\"http:\/\/www.oekosoz.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/VK_CZ_20200320_Corona_Gesundheit.pdf\">http:\/\/www.oekosoz.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/VK_CZ_20200320_Corona_Gesundheit.pdf<\/a>.\n\tVerena Kreilinger, Winfried Wolf und\n\tChristian Zeller: Corona. Kapital. Krise. F\u00fcr eine\n\tsolidarische und \u00f6kologische Alternative\n\t<a href=\"http:\/\/www.oekosoz.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Corona-Kapital-Krise.pdf\">www.oekosoz.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Corona-Kapital-Krise.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tKreilinger, Verena; Wolf,\n\tWinfried und Zeller, Christian (2020): <em>Corona,\n\tKrise, Kapital. Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine solidarische Alternative in\n\tZeiten der Pandemie<\/em>. K\u00f6ln:\n\tPapyrossa, 277 S.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tEuromomo: Graphs and maps. Week 53, gesichet 1. Januar 2020\n\t<a href=\"https:\/\/www.euromomo.eu\/graphs-and-maps\/\">https:\/\/www.euromomo.eu\/graphs-and-maps\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tInzwischen hat sich die Formulierung eingeb\u00fcrgert, Menschen seien\n\t\u201ean und mit dem COVID-19-Virus gestorben\u201c. Damit wird\n\tunterstellt, in den Epidemie-Statistiken w\u00fcrde die Zahl der\n\tCorona-Toten \u00fcbertrieben. Das Gegenteil ist der Fall. Das ergab\n\teine Studie in Italien. Dort haben Wissenschaftler am Nationalen\n\tStatistikinstitut Italiens (Istat) die Todesfallstatistik mit den\n\tCovid-19-Sterbezahlen verglichen und die Ergebnisse im Fachblatt\n\tJAMA Internal Medicine publiziert. Sie werteten dabei die\n\tSterbezahlen von 1689 italienischen Gemeinden aus, was einem F\u00fcnftel\n\taller Gemeinden des Landes entspricht. In diesen Gemeinden waren\n\tzwischen dem 1. M\u00e4rz und dem 4. April 2020 pro Woche bis zu 10.000\n\tMenschen mehr gestorben als in den Vorjahren. Die Zahl der\n\toffiziellen Covid-19-Toten lag weit unter diesen zus\u00e4tzlichen\n\tSterbef\u00e4llen. Sie stieg bis zum 4. April von Null auf gut 5000 pro\n\tWoche an. Die Bilanz der Autoren Manfredi Rizzo und Nicola Montano:\n\t\u201eDie offizielle Zahl der Covid-19-Toten in Italien untersch\u00e4tzt,\n\twie in anderen L\u00e4ndern auch, substantiell den tats\u00e4chlichen\n\tAnstieg der Mortalit\u00e4t w\u00e4hrend der Pandemie.\u201c  <em>Comparison\n\tof Reported Deaths From COVID-19 and Increase in Total Mortality in\n\tItaly, JAMA Internal Medicine, 1. <\/em><em>September 2020;\n\tS\u00fcddeutsche Zeitung vom 22.7.2020).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tSiehe ausf\u00fchrlich Verena Kreilinger \/ Winfried Wolf \/ Christian\n\tZeller, Corona, Kapital, Krise, K\u00f6ln 2020, Seite 163ff.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t2011 gab es \u201enur\u201c 1200 \u201enicht besetzte Pflegestellen auf\n\tIntensivstationen\u201c in Deutschland; 2020 waren es 4700. Quellen:\n\tDivi-Intensivregister; Der Spiegel 46\/ 7.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tKleiner, Matthias; Neugebauer, Reimund; Stratmann, Martin und\n\tWiestler, Otmar D., Strategien zur Eind\u00e4mmung der COVID-19\n\tPandemie. Eine Stellungnahme der Pr\u00e4sidenten der au\u00dferuniversit\u00e4ren\n\tForschungsorganisationen, 28. April 2020, Wissenschaftsgemeinschaft\n\tGottfried Wilhelm Leibniz e.V., Fraunhofer-Gesellschaft zur\n\tF\u00f6rderung der angewandten Forschung e.V., Max-Planck-Gesellschaft\n\tzur F\u00f6rderung der Wissenschaften e. V., Helmholtz-Gemeinschaft\n\tDeutscher Forschungszentren e. V.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tStellungnahme der Pr\u00e4sidenten der au\u00dferuniversit\u00e4ren\n\tForschungsorganisationen zur COVID-19-Epidemie vom 24. September\n\t2020; Autoren und Institutionen wie oben in Fu\u00dfnote [7].<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tSGI (2020): COVID-19<em>: Vollst\u00e4ndige Auslastung zertifizierter und\n\tanerkannter Intensivbettenkapazit\u00e4ten<\/em> (2), 17. November 2020,\n\tSchweizerische Gesellschaft f\u00fcr Intensivmedizin.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNach: ADAC vom 8. Dezember 2020.\n\t<a href=\"https:\/\/www.adac.de\/reise-freizeit\/skifahren-corona\/\">https:\/\/www.adac.de\/reise-freizeit\/skifahren-corona\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNeue Z\u00fcrcher Zeitung vom 22. Dezember 2020.\n\thttps:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/are-you-joking-britische-skitouristen-zur-quarantaenepflicht-ld.1593331<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t] RKI-Risikostudie \u201ePandemie durch Virus Modi-SARS\u201c;\n\tver\u00f6ffentlicht am 13. Januar 2013 als Bundestagsdrucksache\n\t17\/12051. Siehe ausf\u00fchrlich in\n\tKreilinger\/Wolf\/Zeller, Corona, Kapital, Krise, a.a.O., S.56ff.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf nat\u00fcrliche Weise\n\tzwischen Mensch und anderen Wirbeltieren \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.\n\tDie Gefahr solcher Krankheiten w\u00e4chst\n\tu.a. in dem Ma\u00df, wie die Wildtierwelt von der menschlichen\n\tZivilisation eingeengt wird. Dabei spielt die Massentierhaltung\n\tzus\u00e4tzlich eine problematische, diese Gefahren verst\u00e4rkende Rolle.\n\tSiehe auch Kurznachrichten 22. Siehe Kreilinger\/Wolf\/Zeller, a.a.O.,\n\tS.28ff.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tKreilinger, Verena; Wolf, Winfried und Zeller, Christian (2020):\n\t<em>Corona, Krise, Kapital. Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine solidarische\n\tAlternative in Zeiten der Pandemie.<\/em> K\u00f6ln: Papyrossa, 277 S.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tSolidarwerkstatt \u00d6sterreich: Wir brauchen Gesundheits-, Sozial- und\n\tDemokratieschutz!\n\t<a href=\"https:\/\/www.solidarwerkstatt.at\/demokratie-politik\/wir-brauchen-gesundheits-sozial-und-demokratieschutz\">https:\/\/www.solidarwerkstatt.at\/demokratie-politik\/wir-brauchen-gesundheits-sozial-und-demokratieschutz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDas Virus ist zur\u00fcck in den Heimen, in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 4.\n\tNovember 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNach: Fleischindustrie \u2013 Virenschleuder Schlachthof, in: Der\n\tSpiegel 46\/2020. Angaben zuvor zu Singen: Schw\u00e4bische Zeitung vom\n\t4. November 2020. Es handelt sich um die ECE-Baustelle, auch\n\tCANO-Center genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tInes Wallrodt, Der hustende Mitarbeiter, in:\n\tNeues Deutschland vom 12. Dezember 2020. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tInterview mit Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter\n\tGesundheitsamtes, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. November\n\t2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tTalha Burki, China\u00b4s succesful control of Covid-19, in<em>:\n\tThe Lancet<\/em> vom 8. Oktober 2020.\n\tDie Autorin betont u.a. das \u201ebreite Engagement der Bev\u00f6lkerung\u201c\n\tund die \u201ebeispiellose Solidarit\u00e4t\u201c, die es bei der Bew\u00e4ltigung\n\tder Epidemie in China gegeben habe.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tWorldometers, Stand 1. Januar 2020.\n\thttps:\/\/www.worldometers.info\/coronavirus\/ \n\t<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t\u201eWir haben harte Lektionen gelernt\u201c, Interview mit dem Direktor\n\tder Afrikanischen Seuchenschutzbeh\u00f6rde, in: S\u00fcddeutsche Zeitung\n\tvom 2.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote23anc\">23<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tGaby Weber, Uruguays Weg zwischen Darwinismus und K\u00e4fighaltung,\n\tNovember 2020, siehe:  Siehe:\n\t<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=88TYp_gC3FM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=88TYp_gC3FM<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote24anc\">24<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tIn: Der Tagesspiegel vom 14. November 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote25anc\">25<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tLaut Gewerkschaft Verdi sind 300 der 1800 Besch\u00e4ftigten in dem\n\tAmazon-Werk in Graben bei Augsburg mit dem Virus infiziert.\n\tS\u00fcddeutsche Zeitung vom 4.12.2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote26anc\">26<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNach: BDI-Erkl\u00e4rung vom 23. Oktober 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote27anc\">27<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNach: Die Welt vom 30. April 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote28anc\">28<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVon den zwei Millionen Corona-Toten, die es bis Februar\n\t2021 absehbar gibt, lebten rund 1,75 Millionen in westlichen\n\tGesellschaften mit Systemen der Renten- und Altersversorgung. Gut 70\n\tProzent von ihnen oder 1,2 Millionen befanden sich zum Zeitpunkt\n\tihres Todes im Rentenalter. Wenn wir nur ein durchschnittliches\n\tmonatliches Renteneinkommen von 900 Euro unterstellen, dann ergibt\n\tdies mehr als eine Milliarde Euro im Monat bzw. gut 12 Milliarden\n\tEuro in Jahr an entfallenden Rentenzahlungen. Im Durchschnitt hatten\n\tdie Betroffenen noch mindestens zehn Jahre Lebenszeit vor sich\n\tgehabt. Was 120 Milliarden Euro ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote29anc\">29<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tJasper von Altenbockum, Bitte um Verzeihung, in;\n\tFrankfurter Allgemeine Zeitung vom 31. Dezember 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote30anc\">30<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tNiklas Z\u00e1boji, Europa in der Defensive, in:\n\t<em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em>\n\tvom 2. Januar 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote31anc\">31<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tWer Einkommen verliert, ist besonders empf\u00e4nglich f\u00fcr\n\tPandemie-Verschw\u00f6rer, in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 20.11.2020;\n\tauch:  <em>Der Spiegel<\/em> vom 29. Oktober 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote32anc\">32<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t<em>B\u00f6rse ARD<\/em> vom 22. Oktober 2020.\n\t<a href=\"https:\/\/boerse.ard.de\/anlagestrategie\/vorsorge\/trotz-corona-mehr-millionaere-in-deutschland100.html\">https:\/\/boerse.ard.de\/anlagestrategie\/vorsorge\/trotz-corona-mehr-millionaere-in-deutschland100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote33anc\">33<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tAndr\u00e1s Szigetvari, Renate Graber: Unternehmen vermieten Immobilien\n\tan sich selbst \u2013 und erhalten dennoch staatliche Zusch\u00fcsse. <em>Der\n\tStandard<\/em>, 20. November 2020.\n\thttps:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000121847189\/unternehmen-vermieten-immobilien-an-sich-selbst-und-erhalten-dennoch-staatliche<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote34anc\">34<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tORF: Sonntags\u00f6ffnung: Katzian mit Gegenforderungen. 19.11.2020.https:\/\/orf.at\/stories\/3190564\/<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote35anc\">35<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tChristian Zeller: Gewerkschaften: Bedingungslos f\u00fcr die Gesundheit\n\tder Lohnabh\u00e4ngigen? <em>Sozialismus.ch<\/em>, 14. Dezember 2020\n\t<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2020\/gewerkschaften-bedingungslos-fuer-die-gesundheit-der-lohnabhaengigen\/\">https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2020\/gewerkschaften-bedingungslos-fuer-die-gesundheit-der-lohnabhaengigen\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote36anc\">36<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tInterview Christian Zeller: \u00abArbeit ist eine zentrale \u00f6kologische\n\tHerausforderung\u00bb <em>VPOD-SSP<\/em>, 27. November 2020\n\t<a href=\"https:\/\/vpod.ch\/news\/2020\/11\/arbeit-ist-eine-zentrale-oekologische-herausforderung\/\">https:\/\/vpod.ch\/news\/2020\/11\/arbeit-ist-eine-zentrale-oekologische-herausforderung\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote37anc\">37<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tMichael Meyer-Hermann (Helmholtz-HZI), Iris Pigeot (Leibniz-BIPS),\n\tViola Priesemann (MPI-DS), Anita Sch\u00f6bel (Fraunhofer-ITWM):\n\t<em>Adaptive Strategien zur Eind\u00e4mmung der COVID-19-Epidemie<\/em>.\n\t28. April 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote38anc\">38<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tEoghan \u00d3 Ceannabh\u00e1in: <em>Zero Covid: Our\n\tWay Out.<\/em> <em>Rebel\n\tNews<\/em>, October 19, 2020\n\thttp:\/\/www.rebelnews.ie\/2020\/10\/19\/zero-covid-way-out<em>\/<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote39anc\">39<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tModerna will zwischen 25 und 37 Dollar pro Impfstoff-Dosis\n\tverlangen. Handelsblatt, 22. November 2020.\n\thttps:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/forschung-innovation\/corona-pandemie-moderna-will-zwischen-25-und-37-dollar-pro-impfstoff-dosis-verlangen\/26647710.html<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote40anc\">40<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tMoritz Schularick und Gustav Oertzen: Warum wir\n\tjetzt \u00fcber \u201eKriegswirtschaft\u201c sprechen m\u00fcssen, in Der Spuegel\n\tvom 23. Dezember 2020. \n\t<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/warum-wir-jetzt-ueber-kriegswirtschaft-sprechen-muessen-a-724a2dd7-b2b2-45c8-8adf-8d736752153f\">https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/warum-wir-jetzt-ueber-kriegswirtschaft-sprechen-muessen-a-724a2dd7-b2b2-45c8-8adf-8d736752153f<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote41anc\">41<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tWissenschaftlerInnen fordern europ\u00e4ische Strategie zur raschen und\n\tnachhaltigen Reduktion der COVID-19-Fallzahlen.\n\t<a href=\"https:\/\/www.containcovid-pan.eu\/\">https:\/\/www.containcovid-pan.eu\/<\/a>\n\tSiehe auch: Priesemann, Viola; et.al.\n\t(2020): Calling for pan-European commitment for rapid and sustained\n\treduction in SARS-CoV-2 infections. <em>The Lancet<\/em>.\n\t<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/S0140-6736(20)32625-8\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/S0140-6736(20)32625-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote42anc\">42<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDas unabh\u00e4ngige Forschungsnetzwerk IndieSAGE verlangt eine\n\tZeroCovid-Strategie: A better way to go \u2013 towards a zero COVID UK.\n\t<a href=\"https:\/\/www.independentsage.org\/independent-sage-on-achieving-a-zero-covid-uk-i-e-the-elimination-of-the-virus-from-the-uk\/\">https:\/\/www.independentsage.org\/independent-sage-on-achieving-a-zero-covid-uk-i-e-the-elimination-of-the-virus-from-the-uk\/<\/a>\n\tUnter dem Motto ZeroCovid haben sich unterschiedliche Organisationen\n\tder Zivilgesellschaft, darunter auch Gewerkschaftsgliederungen,\n\tzusammengeschlossen, um eine breite Kampagne zu f\u00fchren.\n\t<a href=\"https:\/\/zerocovid.uk\/\">https:\/\/zerocovid.uk\/<\/a> Mehrere\n\tsozialistische Organisationen beteiligen sich an dieser Kampagne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regierungen sch\u00fctzen die Kapitalinteressen \u2013 nicht die Gesundheit der Menschen Verena Kreilinger \u2013 Winfried Wolf \u2013 Christian Zeller 4. Januar 2021 Hier der Beitrag als pdf-Datei Verena Kreilinger, Medienwissenschaftlerin, ist in Salzburg aktiv in der Klimabewegung und bei Aufbruch \u2013f\u00fcr eine \u00f6kosozialistische Alternative; verena.kreilinger@gmail.com Winfried Wolf, Politologe und Mitbegr\u00fcnder von &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[21],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1305"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1305"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1305\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1311,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1305\/revisions\/1311"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}