{"id":1325,"date":"2021-01-18T15:31:52","date_gmt":"2021-01-18T14:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1325"},"modified":"2021-01-18T23:05:20","modified_gmt":"2021-01-18T22:05:20","slug":"die-debatte-zur-kampagne-zero-covid-innerhalb-fortschrittlicher-und-linker-kreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1325","title":{"rendered":"Die Debatte zur Kampagne \u201eZero Covid\u201c innerhalb fortschrittlicher und linker Kreise"},"content":{"rendered":"\n<p> <em>Berlin,\n18. Januar 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Auf unseren ZeroCovid-Aufruf und auf eigene Diskussionsbeitr\u00e4ge zum Thema innerhalb linker Kreise \u2013 so im Wissenschaftlichen Beirat von Attac und seitens linker Gruppen  \u2013 erhielten wir ein Dutzend sehr unterschiedliche Antworten: viel Zustimmung und  auch durchaus viel Kritik.  Es macht Sinn, auf diese Debattenbeitr\u00e4ge \u2013 hier nach 16 Themen geordnet \u2013 einzugehen. Wir wollen keinen Anlass f\u00fcr die Behauptung bieten, der Diskussion, die unsere Kampagne \u201eZero Covid\u201c ausgel\u00f6st hat, ausgewichen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3><em><strong>1.\nDie Institutionen und die Zahlen<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>In\neinigen Beitr\u00e4gen wird das Robert Koch Institut, die Johns Hopkins\nUniversity und die &#8222;durchprivatisierte Charit\u00e9&#8220;&nbsp; zu\nden &#8222;wichtigsten virologischen, politischen&nbsp; usw. T\u00e4tern&#8220;\ngerechnet.&nbsp; In einem Beitrag wird gesagt, dass es &#8222;schwer\nf\u00e4llt&#8220;, &#8222;diesen Institutionen [&#8230;] auch nur eingeschr\u00e4nkt\nzu vertrauen&#8220;. Von daher werden oft die Statistiken usw., die\nvon diesen Institutionen kommen, generell in Frage gestellt.&nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nmein differenziertes Eingehen auf diese Institutionen (diese Kritik\nsei im vergangenen April wichtig gewesen; siehe die RKI-Studie zur\nRisikoanalyse; siehe das anf\u00e4ngliche Leugnen oder Herunterspielen\nder Corona-Gefahr usw.) wurde in weiteren Debattenbeitr\u00e4gen\nunterstrichen, ich k\u00f6nne, solange ich die &#8222;gro\u00dfkapitalistisch\nfinanzierten &#8230; Institutionen nicht (kritisiere), das [&#8230;]\nvorherrschende Pandemie-Management nicht erfassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach\ngibt es bei diesen Kritikern ein &#8222;Pandemie-Management&#8220;,\nhinter dem die gro\u00dfen Kapitalinteressen stehen. Und alles, was diese\nInstitutionen an Rat, Zahlen, Studien etc. liefern, sollte man in\nFrage stellen &#8211; ja, man m\u00fcsse dies tun &#8211; man k\u00f6nne diesen &#8222;nicht\neinmal eingeschr\u00e4nkt vertrauen&#8220;. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nist eine katastrophale und blinde Sichtweise. Und es ist auch just\ndas, was die Corona-Leugner vertreten &#8211; und womit abstruse und\ninhumane Praktiken und Folgen verbunden sind bzw. gerechtfertigt\nwerden. Ich habe in der Praxis und mit Artikeln (so in der Zeitung\nFaktenCheck:CORONA) und mit unserem Corona-Buch[1]\nklar gestellt, welchen Charakter der Gesundheitssektor in Deutschland\nhat. Welche Rolle die Privatisierungen hier spielen. Dass und wie das\nRKI Anfang 2020 versagte. Ich betone in einem neuen Beitrag auch,\ndass das RKI einen Namensgeber hat, der f\u00fcr Menschenversuche in\nAfrika verantwortlich ist und mit als erster geplant, hat, bereits\ndamals so bezeichnete Konzentrationslager in gro\u00dfem Ma\u00dfstab in den\ndeutschen Kolonien einzurichten (wobei er nicht wissen konnte, in\nwelcher Weise sp\u00e4ter die Nazis KZ einsetzen w\u00fcrden). Es ist, so die\nSchlussfolgerung von mir, zu debattieren, inwieweit ein medizinisches\nInstitut in unserem Land, das sich auf die Demokratie verpflichtet\nhat, diesen Mann als Namenspatron haben kann.[2]\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch\nist es falsch, pauschal diese Institutionen als &#8222;T\u00e4ter&#8220;\nhinzustellen, pauschal deren wissenschaftliche Ergebnisse in Frage zu\nstellen. Das ist vergleichbar blind wie die Behauptung, den\nStatistiken und Aussagen des Kraftfahrzeugbundesamtes oder denen des\nStatistischen Bundesamtes oder allen WTO-Studien k\u00f6nne man nicht\neinmal &#8222;eingeschr\u00e4nkt vertrauen&#8220;. Man muss diese Zahlen\nund Materialien dieser Einrichtungen IMMER kritisch pr\u00fcfen. Sie sind\njedoch im Wesentlichen auch n\u00fctzlich. Und im vorliegenden Fall ist\ndas Gegenteil des Behaupteten Realit\u00e4t. Das RKI, die Charit\u00e9 oder\nSpahn &amp; Co. haben als staatstragende Institutionen und\nstaatliches Personal doch gar kein Interesse daran, die Realit\u00e4t in\nder gegebenen Dramatik darzustellen und den Leuten reinen Wein\neinzuschenken. Diese haben doch von Januar bis M\u00e4rz 2020 die\nEpidemie VERHARMLOST. Sie haben noch in den Monaten Juni bis Oktober\ngeblubbert, man erreiche bald wieder Normalit\u00e4t und werde fr\u00f6hliche\nWeihnachten feiern&#8230;. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\ntaten sie das blo\u00df? Eben WEIL sie wesentlich von Kapitalinteressen\ngesteuert sind! Und weil es NICHT im Kapitalinteresse ist, die\nWahrheit durchdringen zu lassen. Weil es im Interesse dieser Leute\nund Institutionen ist, zu erkl\u00e4ren, man m\u00fcsse halt &#8222;mit dem\nVirus leben&#8220;. Wobei dann der famose Herr Sch\u00e4uble behauptet, es\nexistiere weit oberhalb des Rechts auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit\nein Verfassungsrecht auf W\u00dcRDE \u2013 was unwahr ist.  Just diese\nkriminelle B\u00fcrgerhaltung bekam ich im humanistischen Gymnasium\neingetrichtert: \u201eDulce et decorum&nbsp;est pro patria mori Es ist\ns\u00fc\u00df und ehrenvoll f\u00fcr das Vaterland zu sterben.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie genannten offiziellen Institutionen (RKI; JHU; WHO; Spahn &amp;\nCo.) sind kritisch zu sehen. Doch sie liefern auch wichtige Fakten,\nmit denen wir arbeiten m\u00fcssen und argumentieren k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>2.\nDie Debatte um das \u201ean und mit\u201c (Corona gestorben)<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Es\ngibt hier bei der Bezeichnung der Corona-Toten die Relativierung &#8222;an\nund mit Corona&#8220;.  Tats\u00e4chlich sagt niemand, es g\u00e4be Menschen\n&#8222;die an und mit Krebs gestorben&#8220; sind. Oder \u00e4ndern wir\njetzt die Statistik der Krebstoten? Oftmals sind es die gleichen\nLeute, die die Corona-Toten in Frage stellen und die auf dem &#8222;an\nund mit&#8220; bestehen, die diesen Zahlen die &#8222;Grippe-Toten&#8220;\nin den Jahren 2015 bis 2019 gegen\u00fcberstellen. Hier sprechen sie dann\nnicht von Leuten, die &#8222;an und mit Grippe gestorben&#8220; sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoch\ninteressant ist in diesem Zusammenhang die Statistik zu den\nStra\u00dfenverkehrstoten. Hier ist es die Autolobby, die hier eine\ninteressante Relativierung DURCHGESETZT hat, um die Opfer des\nStra\u00dfenverkehrs zu schm\u00e4lern und teilweise zu leugnen: Man z\u00e4hlt\nnur bis zum Tag 30 nach einem schweren Stra\u00dfenverkehrsunfall. Danach\nstarb man nicht einmal &#8222;an und mit einem Autounfall&#8220;.\nSondern eben an Herzversagen, an einem Kreislaufkollaps usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nist doch UMGEKEHRT. In Italien wurde f\u00fcr die Monate M\u00e4rz und April\n2020 &#8211; und dies f\u00fcr 1689 Gemeinden! &#8211; festgestellt, dass die\noffizielle Zahl der Corona-Toten deutlich untererfasst worden ist.[3]\nDas ist weltweit der &#8222;Normalfall&#8220;: \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nVR China musste rund 1000 Corona-Tote in der Statistik &#8222;nachreichen&#8220;.\nRussland hat Ende Dezember 2020 eingestanden, nur EIN DRITTEL der\ntats\u00e4chlichen Corona-Toten genannt zu haben; es seien Ende Dezember\n2020 186.000 Corona-Tote gewesen &#8211; anstelle der bislang gemeldeten\nknapp 40.000. In Brasilien wurden die Corona-Opferzahlen ebenfalls\nmehrmals nach oben korrigiert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Festzustellen\nist:  ALLE Staaten der Welt f\u00fchren vergleichbare\nCorona-Toten-Statistiken. ALLE Staaten der Welt und ALLE dort\nverantwortlichen obersten Gesundheitsinstanzen und die\nWeltgesundheitsorganisation WHO betrachten diese\nCorona-Tod-Definitionen als valide.  NIEMAND in diesen Positionen\nzweifelt grunds\u00e4tzlich diese Corona-Statistiken an. Es <br>ist\nausgesprochen unernst, wenn hierzulande Fachfremde, im teutschen\nMu\u00dftopf sitzend, <br>sich anma\u00dfen, solche Erkenntnisse auf Basis\nvon &#8222;Haste-nich-gelesen&#8220; in Frage zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie Menschen, die \u201ean und mit einer Corona-Infektion\u201c starben,\nk\u00f6nnen angesichts der realen Untererfassung derjenigen, die Opfer\nder Pandemie wurden, als \u201eCorona-Tote\u201c bezeichnet werden.\nVergleichbare Unsch\u00e4rfen gibt es auch bei den g\u00e4ngigen\nKategorisierungen wie \u201eKrebstote\u201c, Grippetote\u201c usw. \u2013 ohne\ndas je jemand diese Kategorisierungen in Zweifel gezogen h\u00e4tte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>3.\n\u201eAber es gab doch keine Obduktionen\u201c \u2013 Und: \u201eEs sterben doch\nvor allem Leute mit Vorerkrankungen\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ab\nund an gibt es immer noch den Verweis auf eine Debatte, die vor allem\nim April und Mai 2020 gef\u00fchrt wurde. Damals erregte der Pathologe\nP\u00fcschel Aufsehen. Er behauptete, es w\u00fcrden keine Obduktionen\ngemacht; es sei h\u00f6chst unklar, an was die Menschen, die als\nCorona-Tote gef\u00fchrt werden, wirklich gestorben seien. Schlie\u00dflich\nh\u00e4tten doch viele von ihnen \u201eVorerkrankungen\u201c gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Debatte sollte sich eigentlich erledigt haben. Zu verweisen ist hier auf die DEZEMBER-Recherche des Redaktionsnetzwerks Deutschland zu diesem Thema. Danach l\u00e4sst sich <br>sagen, dass sich aus den vorliegenden detaillierten Berichten der Bundesl\u00e4nder ergibt, <br>dass um die 90% der &#8222;an und mit Corona&#8220; Verstorbenen nach der <br>Entscheidung der jeweils behandelnden \u00c4rzte DIREKT als Folge einer <br>Corona-Infektion und damit an Corona selbst gestorben sind. Das Bundesland, das dazu die <br>umfassendste Untersuchungen anstellte, und das wohl alle &#8222;Corona-Tote&#8220; obduziert, ist danach Hamburg. Dazu schreibt das Netzwerk: &#8222;Bei bisher 449 rechtsmedizinischen Untersuchungen (Stand 11.12.) in Hamburg sei in insgesamt 405 F\u00e4llen die Covid-19-Erkrankung als \u201esicher todesurs\u00e4chlich\u201c festgestellt worden. Hamburg selbst ver\u00f6ffentlicht nur diese, eindeutig best\u00e4tigten F\u00e4lle.&#8220; Das sind dann 90,2%.[4] <br><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nBelegt ist selbst dort, wo Obduktionen bei Corona-Toten einigerma\u00dfen\nfl\u00e4chendeckend durchgef\u00fchrt wurden, dass in rund 90% der F\u00e4lle die\njeweilige Infektion mit dem Corona-Virus direkt urs\u00e4chlich\nverantwortlich f\u00fcr den Tod war.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>3.\n&#8222;Die Wissenschaft&#8220;<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>In\neinigen Debattenbeitr\u00e4gen wurde behauptet, &#8222;die Glaubw\u00fcrdigkeit\nder Wissenschaft&#8220; habe in dieser Pandemie &#8222;extrem\ngelitten&#8220;, die &#8222;VirologInnen&#8220; h\u00e4tten sich\n&#8222;untereinander zerstritten&#8220;, die &#8222;Wissenschaft\u201c sei\n\u201eim Angesicht einer gro\u00dfen Bedrohung [&#8230;] weitgehend au\u00dferstande,\nfach\u00fcbergreifend neues Wissen zu generieren und zur Beratung\nbereitzustellen&#8220;. Besonders  hervorgetan hat sich in dieser\nHinsicht der deutsche Soziologe <em>Wolfgang\nStreeck<\/em>. Er schrieb in einem viel beachteten\nFAZ-Beitrag Mitte Januar 2021: \u201eFact are facts\u00b4. Hie\u00df das mal,\nals es um den Klimawandel ging. Aber welche \u00b4science\u00b4?  Als\nWissenschaftler kann ich da nur fragen: Seit wann denn das? Welche\nerkenntnistheoretischen Kurse kann jemand besucht haben, der so etwas\nauf ein Poster schreibt? [\u2026] F\u00fcr die Pandemie zust\u00e4ndig sind nach\nallgemeiner Auffassung die Virologen; deren Fakten handeln von der\nmolekularen Struktur der Viren, aber nicht von der sozialen Struktur\nmenschlicher Kontakte.\u201c[5]<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndie sozialen Folgen der Pandemie soll noch eingegangen werden. Hier\nist aber darauf zu bestehen, dass eine Pandemie nicht prim\u00e4r eine\nsoziologische Angelegenheit ist. Nat\u00fcrlich hat diese\ngesamtgesellschaftliche Bedeutung und eine Antwort darauf muss\neingebettet sein in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Doch die\nWissenschaft der Virologie und  Epidemiologie ist von enormer\nBedeutung, wenn man COVID-19 verstehen und wirksam bek\u00e4mpfen will.\nEinen vergleichbaren Prozess  des Verstehens der Bedeutung einer\nspezifischen Wissenschaft machte die Menschheit \u2013 und machte die\nLinke \u2013 in der Klimadebatte durch. Und wir haben dabei zur Kenntnis\ngenommen, dass Klimatologie eine wichtige Wissenschaft ist, deren\nErkenntnisse zwar zu debattieren sind, deren Erkenntnisse jedoch\nschlussendlich entscheidend waren und entscheidend sind.   \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\ngibt es in &#8222;der Wissenschaft&#8220; immer einen fortw\u00e4hrenden\nProzess der Weiterentwicklung, von neuen Erkenntnisse, und einer\nkritischen Reflektion. So ist das Wissen um Epidemien und Pandemien\nein paar hundert Jahre alt. Es hat sich stets weiter entwickelt. Es\nkann aber doch &#8211; auf Grund der schrecklichen Erfahrungen, die die\nMenschheit mit Epidemien machen musste &#8211; als relativ profund gelten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\ndem Ausbruch von SARS vor gut 15 Jahren gab es Dutzende Studien, in\ndenen die Gefahr einer Epidemie wie der nun vorherrschenden\nvorhergesagt wurde. Und es war nicht zuletzt das RKI, das diese\nGefahr in der viel zitierten Risiko-Studie vor fast einem Jahrzehnt\nund im Auftrag des Bundesgesundheitsministerium analysierte &#8211; und in\ndieser Studie auch vorgab, wie man der Gefahr einer solchen Epidemie\nvorbeugen m\u00fcsste. Wobei dann das RKI am Ende eben dies nicht\nveranlasste bzw. die Politik nicht bereit war, das Erkannte auch\numzusetzen.&nbsp;Anfang 2020 tappte das RKI fast blind durch die\nLandschaft; es waren eher andere, die diese Institution an die\neigenen Vorarbeiten erinnern mussten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Klar\nwar immer auch, dass eine Pandemie, wenn sie denn f\u00fcr das\nmenschliche Leben gef\u00e4hrlich ist, solange, wie es keine geeignete,\nwirksame medikament\u00f6se Behandlung und keinen Impfstoff gibt, nur\ndurch &#8222;klassische Ma\u00dfnahmen&#8220; der Identifizierung und\nEind\u00e4mmung gestoppt werden kann. Diese Erkenntnis wurde insbesondere\nals Lehre aus SARS gezogen und u.a. festgehalten in einem WHO-Buch\nmit dem Titel &#8222;SARS. How a global epidemic was stopped&#8220;.\nDarin wird festgestellt: &#8222;W\u00e4hrend die moderne Wissenschaft eine\nwichtige Rolle bei der Analyse des Virus [&#8230;] spielte, spielte keine\nder top-modernen Instrumente eine wichtigere Rolle bei der Eind\u00e4mmung\nvon SARS. Als wichtigste Strategien zur Kontrolle von SARS&nbsp;erwiesen\nsich die Strategien zur Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen\nGesundheit AUS DEM 19. JAHRHUNDERT: die Kontaktpersonen ausfindig\nmachen und alle Kontakte nachvollziehen, Quarant\u00e4ne und\nIsolierung.&#8220;[6]\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>An\ndieser Grundaussage, die ja faktisch auf halbe und sch\u00e4rfere\nLockdowns bis auf Shutdowns hinausl\u00e4uft, hat sich nichts ge\u00e4ndert.\nDiese wird in allen Erdteilen von allen Virologen und Epidemiologen\n(mit den paar Ausrei\u00dfern, die es immer gibt, wie wir es ja auch im\nFall der KLIMAerw\u00e4rmungsleugner sehen) so anerkannt. Das ist so in\nPeking und in Washington, in Canberra und Stockholm, in Havanna und\nin Dublin: \u00dcberall wird das bei 99,9% der Virologen usw. so gesehen.\nSicher auch bald in Minsk und Pj\u00f6ngjang. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nso gab&nbsp;es bereits im April die gemeinsame Stellungnahme der vier\nWissensgesellschaften in Deutschland, in der vor einer massiven\nzweiten Welle gewarnt und eine systematische Politik der EIND\u00c4MMUNG\ngefordert wurde. Dieselben vier Einrichtungen meldeten sich im\nOktober ein weiteres Mal eindringlich in derselben Tonlage zu Wort.\nDoch beides Mal wurde der Rat dieser Forschungsnetzwerke ignoriert. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie Wissenschaften Virologie und Epidemiologie haben eine lange\nTradition und liefern wichtige Erkenntnisse. Mehr als 95 Prozent der\nin diesen Bereichen aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler\nsind zu vergleichbaren Auffassungen in Sachen Corona-Pandemie\ngelangt. \u00c4hnlich wie im Fall der Klimatologie ist dies ein wichtiges\nArgument in unserer Arbeit, auch wenn ein kritisches Hinterfragen der\nErkenntnisse auch bei diesen Wissenschaften immer sinnvoll ist.   <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>4.\n\u201e<\/strong><\/em><em><strong>Die<\/strong><\/em><em><strong> Regierung ist\nunglaubw\u00fcrdig\u201c<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Die\nGrundaussage, die Verantwortlichen seien unglaubw\u00fcrdig, ist\nallgegenw\u00e4rtig. Und sie trifft zu. Was aber nicht hei\u00dfen muss, dass\ndie Aussagen und Aktivit\u00e4ten der Regierung (und der Verantwortlichen\ndes RKI, des Bundesgesundheitsministeriums usw.) selbst in jedem Fall\nunglaubw\u00fcrdig w\u00e4ren.   \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nist das Gesamtbild ja auch widerspr\u00fcchlich. Die Bev\u00f6lkerung selbst\nerwies sich und erweist sich als erstaunlich offen f\u00fcr die\nwissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Zustimmung zu den restriktiven\nMa\u00dfnahmen lag in der Bev\u00f6lkerung fast immer bei&nbsp;zwei Drittel\nund mehr. Die Zustimmung zu Merkel als Kanzlerin und zur CDU-CSU als\nHaupttr\u00e4gerin der Koalition ist in der Corona-Krise deutlich (um 4\nbis 6 Prozentpunkte) gewachsen; die Zustimmung zur AfD, die den\nCoronaleugnern nahesteht, ist deutlich gesunken. Vergleichbares gilt\nf\u00fcr die LLLP, Lindners Liberale Lockerungspartei: diese d\u00fcmpelt\nwieder erfreulich nah der 5-Prozent-Marke. Die Linke, die das Thema\nEpidemie nicht der Bedeutung entsprechend aufgriff und die dazu keine\neigene und \u00fcberzeugende Linie entwickelte, konnte bestenfalls ihren\nStimmenanteil halten. Und bei der K\u00fcr des neuen CDU-Vorsitzenden\nverlor derjenige, der offensiv f\u00fcr Lockerungen eintritt, am Ende\ndeutlich.  &nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\ndie Glaubw\u00fcrdigkeit der Bundesregierung, des Herrn Spahn und des RKI\netc. erodierte, dann nicht deshalb, weil &#8222;die Wissenschaft&#8220;\nkeine klaren Vorgaben gemacht h\u00e4tte. Sondern vor allem, weil DIE\nREGIERENDEN und die Verantwortlichen und die Bundesl\u00e4nder einen\nkrassen Zickzack-Kurs fahren und sich st\u00e4ndig widersprechende und\nwiderspr\u00fcchliche Ma\u00dfnahmen beschlie\u00dfen, die dann noch ALLE ein\nkrasses soziales Gef\u00e4lle haben: Private gr\u00f6\u00dfere Versammlungen &#8211;\nnein! Kirchliche Veranstaltungen und Kreuzfahrtschiff-Tourismus &#8211; ja!\nRestriktionen im Privatleben &#8211; ja! Restriktionen in B\u00fcro und Fabrik\n&#8211; nein! Skifahren in Deutschland &#8211; nein! Skifahren in der Schweiz &#8211;\nja! \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie Regierenden sind unglaubw\u00fcrdig, gerade WEIL sie keine\nkonsequente Politik gegen die Corona-Pandemie betreiben und weil das\nAuf und Ab bei den \u201eMa\u00dfnahmen\u201c zur Epidemie-Eind\u00e4mmung\nerkennbar den Interessen weniger \u2013 den Interessen der Wirtschaft \u2013\nfolgt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>5.\nDie Dynamik der Corona-Epidemie 2021<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir\n(Kreilinger-Wolf-Zeller) behaupten in Texten, dass die Zahl der\nInfektionen und der Corona-Toten 2021 nochmals deutlich ansteigen\nw\u00fcrde. Dagegen wurde argumentiert, unsere Zahlen von bis zu 75.000\nCorona-Toten bis Mitte 2021 allein in Deutschland seien &#8222;spekulativ&#8220;;\nwir &#8222;bef\u00f6rderten damit Panik&#8220;. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbehaupte, dass unsere Zahlen eher auf konservativer Basis  gerechnet\nseien. Konkret: Am 31.12.2020 hatten wir in Deutschland offiziell\n33.791 Menschen, die &#8222;an und mit Corona&#8220; gestorben sind.\nNur 15 Tage sp\u00e4ter sind es 46.500 oder 12.000 Corona-Tote mehr. Wenn\nnur diese Ergebnisse der zwei Januar-Wochen verl\u00e4ngert werden, dann\nhaben wir im Januar mehr als 20.000 Corona-Tote &#8211; und damit so viele,\nwie im gesamten Zeitraum Februar 2020 bis 30. November 2020. Und wenn\nes in den kommenden Monaten bis Mitte 2021 nur halb so viele je Monat\nsein sollten, dann haben wir im ersten Halbjahr 2021 insgesamt mit\n70.000 Menschen, die an und mit Corona starben, doppelt so viele\nCorona-Tote wie INSGESAMT im vorangegangenen Jahr 2020 an der\nEpidemie starben. Bis zum Jahresende k\u00f6nnte es das Dreifache sein.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wer\nsich die Zahlen und grafischen Darstellungen f\u00fcr England und Irland\noder Brasilien vor Augen h\u00e4lt, wo die j\u00fcngsten Corona-Mutanten\nbereits eine enorme Verbreitung finden, gewinnt den Eindruck, dass\ndie Lage ausgesprochen dramatisch ist. Das ist ja mit ein Grund\ndaf\u00fcr, dass die Initiative Zero Covid vor allem in den L\u00e4ndern\nIrland und Gro\u00dfbritannien zun\u00e4chst schnell an Boden gewann.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst\nuns INST\u00c4NDIG hoffen, dass wir unrecht haben, wenn wir sagen: Die\nLage droht au\u00dfer Kontrolle zu geraten. Wobei Angela Merkel, die\nAnfang Januar sagte, wir h\u00e4tten jetzt &#8222;die schwersten Monate\nnoch vor uns\u201c, Grund f\u00fcr diese Aussage haben d\u00fcrfte. Einiges\nspricht daf\u00fcr, dass die Regierenden die tats\u00e4chliche Dynamik der\nPandemie kennen und teilweise  Panik schieben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie Dynamik der Pandemie ist auch 2021 gro\u00df \u2013 und sie k\u00f6nnte noch\ngesteigert werden. Diese These ist keine Panikmache; sie wird durch\ndie Entwicklungen in anderen L\u00e4ndern (Brasilien, S\u00fcdafrika, Irland,\nGro\u00dfbritannien) leider gest\u00fctzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>6. \u00dcbersterblichkeit <\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gegenrechnung zu den Zahlen derjenigen, die an und mit Corona starben \u2013 und damit ein Kontrollfaktor \u2013 war und ist ja die \u00dcbersterblichkeit. Dazu liegen seit Mitte 2020 gute statistische Zahlen vor, die damals bereits deutlich machten, dass es in den Monaten, in denen es viele Corona-Tote gab, es auch eine <em>deutliche \u00dcbersterblichkeit<\/em> gab, was vom Stat. Bundesamt und von der Statistik EuroMomo (an letzterer nehmen aus der BRD allerdings nur die L\u00e4nder Berlin und Hessen teil &#8211; ansonsten jedoch alle EU-Staaten)  dokumentiert wurde. <br><br>Wenn man dann, was wichtig und sinnvoll ist, diese Statistiken eingrenzt auf (a) die entscheidende Altersgruppe (der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen) und dann  noch auf (b) die am st\u00e4rksten betroffenen Regionen (im Fr\u00fchsommer Teile  von NRW, so die Region um Heinsberg, und Bayern, und aktuell f\u00fcr Dezember 2020 und Januar 2021 Th\u00fcringen und Sachsen), dann sind die Daten noch deutlicher. <br><br>Seit dem 15. Januar gibt es die Zahlen f\u00fcr Deutschland f\u00fcr das gesamte Jahr 2020. Das Stat. Bundesamt spricht dabei den Zusammenhang \u00dcbersterblichkeit\/Corona an. Vor allem gilt dies f\u00fcr die Zahlen ab der 2. Dezemberwoche 2020. Da lag die \u00dcbersterblichkeit Deutschlandweit um 20% \u00fcber dem Durchschnitt 2015-2019, in Th\u00fcringen um 35% und in Sachsen um 88%.&nbsp;[7] <br>Das entspricht ziemlich genau der Entwicklung der Epidemie und deren regionale Verteilung. Einige behaupten, man k\u00f6nne sogar deutlich erkennen, dass die Infektionen dort besonders hoch seien, wo dass Coronaleugnertum endemisch und der AfD-Stimmenanteil am h\u00f6chsten sei.  <\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz: Die \u00dcbersterblichkeit ist auch in Deutschland, \u00d6sterreich und Schweiz sp\u00e4testens seit Ende 2020 eindeutig belegt \u2013 was ein Korrektiv f\u00fcr die absoluten Zahlen der \u201ean und mit Corona\u201c Verstorbenen darstellt. Damit werden ein weiteres Mal die Angaben von WHO, RKI usw. gest\u00fctzt.<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>7.<\/strong><\/em><em><strong> Der Charakter der Epidemie und Kollateralsch\u00e4den<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Der\nbereits zitierte Wolfgang Streeck schreibt: &#8222;Eine Gesellschaft,\ndie mit Lungenkrebs leben kann, kann, wenn sie muss, wohl auch mit\ncovid-19 leben.&#8220; Der Herr Philosoph will nicht verstehen, dass\neine Epidemie etwas grunds\u00e4tzlich anderes als eine individuelle\nErkrankung ist. Die Ansteckungsgefahr bei Lungenkrebs f\u00fcr die\nMenschen im Umfeld von dem an Lungenkrebs Erkrankten ist Null. Die\nGefahr, sich mit Corona zu infizieren und die Gefahren, dass sich in\nkurzer Zeit eine gro\u00dfe Zahl damit infiziert (wovon ein Teil schwer\nerkrankt) ist erheblich. Und die Beispiele vom exponentiellen\nWachstum sind nicht nur in h\u00e4sslichen Grafiken dargestellt &#8211; wir\nerleben sie, so ist zu bef\u00fcrchten, wie die Menschen in Irland und\nGro\u00dfbritannien, wohl in B\u00e4lde hautnah. <br>Aussagen wie die von\nWolfgang Streeck zitierte k\u00f6nnte man auf einer\nVerdi-Betriebsversammlung der Charit\u00e9 in Berlin oder bei einer\nentsprechenden gewerkschaftlichen Veranstaltung von Pflegekr\u00e4ften in\nK\u00f6ln nicht vortragen. W\u00fcrde man dies dennoch tun, dann w\u00fcrden die\nPflegekr\u00e4fte und die Verdi-Vertreter einen zu Recht als\nmenschenfeindlich und als kollegenverachtend bezeichnen. <br>In einem\nDebattenbeitrag hie\u00df es, das Virus sei\n&#8222;neuartig&#8220;. Und: &#8222;Mutationen&#8220; machten das Virus\ngef\u00e4hrlicher&#8220; machten oder eben auch (mal) &#8222;ungef\u00e4hrlicher&#8220;.\nZun\u00e4chst einmal gilt: Das Virus ist ganz gut erforscht und als\ngef\u00e4hrlich identifiziert. Die Moralit\u00e4tsraten sind bekannt. Die\nAuswirkungen einer Corona-Infektion sind inzwischen auch breit\nerforscht.&nbsp;Es geht keineswegs \u201enur\u201c um Tod oder Leben. Bei\ndenen, die \u201enur\u201c erkrankten, gibt es oft Krankheitsfolgen, die\nviele Organe betreffend. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAusbreitungsgeschwindigkeit des klassischen Corona-Virus ist\nebenfalls bekannt. Die bislang bekannten und vor allem in\nGro\u00dfbritannien, in Irland, in S\u00fcdafrika und inzwischen auch in\nBrasilien auftretenden Mutationen verbreiten sich extrem viel\nschneller. Sie machen das Virus eindeutig gef\u00e4hrlicher &#8211; nicht wegen\nder h\u00f6heren Mortalit\u00e4t, aber wegen dieser enormen\nAusbreitungsgeschwindigkeit, was die Gefahr eines Zusammenbruchs der\nGesundheitssysteme wesentlich erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>In\neinem Diskussionsbeitrag hei\u00dft es: \u201eWelche Folgen Lockdowns und\nandere restriktive Ma\u00dfnahmen [&#8230;] auf die psychische und physische\nGesundheit haben werden, ist in diesem [nach Auffassung des Autors\nverengten; W.W.] Gesundheitsverst\u00e4ndnis \u00fcberhaupt nicht\nber\u00fccksichtigt. Es ist noch gar nicht abzusehen, welche Auswirkungen\ndie [&#8230;] Kontaktbeschr\u00e4nkungen [&#8230;] auf Menschen, insbesondere auf\nKinder und Jugendliche haben werden.&#8220;&nbsp;Der Diskutant\nkritisiert in diesem Zusammenhang vor allem den &#8222;absolut\nreduzierten Gesundheitsbegriff, der (auch) in gro\u00dfen Teilen der\nLinken vorherrscht. Dieser beschr\u00e4nkt Gesundheit offensichtlich auf\nden Schutz vor Vireninfektion.&#8220; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n\u201eNebenwirkungen\u201c der Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Epidemie, die\nhier angesprochen werden, wurden in den letzten zw\u00f6lf Monaten\nvielfach diskutiert. Es ist ein falsches Narrativ zu unterstellen,\nals k\u00f6nnten diese \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c GR\u00d6SSER sein als die\neigentlichen Sch\u00e4den, die das Virus anrichtet. Daf\u00fcr gibt es\nkeinerlei Belege. Wenn dieser Aspekt ernsthaft thematisiert werden\nsoll, dann w\u00e4re zun\u00e4chst gegenzurechnen, welcher indirekte NUTZEN\ndiese &#8222;nicht-medizinischen Ma\u00dfnahmen&#8220; hatten. 2020 war\ndies zum Beispiel zehn Prozent weniger Verkehrstote, 15 Prozent\nweniger Verletzte im Stra\u00dfenverkehr, nochmals weniger CO2- und\nandere das Klima sch\u00e4digende Emissionen.&nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\nvor allem f\u00e4llt auf \u2013 und dies ist fatal: In allen\nDiskussionsbeitr\u00e4gen, die kritisch auf die Zero-Covid-Kampagne\neingehen, wird KEIN WORT zu den <em>konkreten\nToten<\/em> ge\u00e4u\u00dfert. Au\u00dfer dass vage behauptet\nwird, es seien vielleicht ja gar nicht so viele.&nbsp; Die\n&#8222;physischen und psychischen Folgen der Kontaktbeschr\u00e4nkungen&#8220;\nsind doch DORT besonders gro\u00df, wo es KEINE KONTAKTE mehr gibt, weil\ndie Menschen, zu denen man Kontakt hatte, nicht mehr leben, weil sie\nstarben, weil es allein in Deutschland 45.000 Corona-Toten \u2013 also\nvorzeitig aus dem Leben Geschiedene, gibt, um die ganz sicher mehr\nals 150.000 Menschen trauern. Wo bleibt denn da der &#8222;erweiterte\nGesundheitsbegriff&#8220;? Und was meint das&nbsp;denn: ein\nGesundheitsbegriff, der sich &#8222;auf den Schutz vor\nVireninfektionen beschr\u00e4nkt&#8220;? Es geht eben nicht um diese\n&#8222;kleine Grippe&#8220;, wie dies der brasilianische faschistoide\nPr\u00e4sident unterstellt, wovor gesch\u00fctzt werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDie Debatte \u00fcber \u201eNebenwirkungen\u201c und \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c\nder Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie ist berechtigt. Eine\ngenauere Untersuchung zeigt jedoch, dass auch heute die Sch\u00e4den\n(Schwererkrankte, Tote), die damit verhindert wurden, diese\nNebenwirkungen deutlich \u00fcberwiegen. Vor allem aber sind diese\nNebenwirkungen deshalb noch relativ gro\u00df, weil es die beschriebene\nfalsche Politik des Auf und Ab zwischen Restriktionen und Lockerungen\ngibt.    <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>8. Problematische und unzul\u00e4ssige Vergleiche <\/strong><\/em>  <\/h3>\n\n\n\n<p><br>Streeck macht Zahlenvergleiche, die den unangenehmen Geruch der Menschenverachtung und des Zynismus verbreiten. So wenn er schreibt, dass die &#8222;an und mit Corona Verstorbenen&#8220; ja nur &#8220; 3,6 Prozent der Toten des Jahres 2020&#8243; ausmachen w\u00fcrden. <br><br>Wir haben am Beginn der Epidemie dutzendfach erlebt, dass die damals nach ein paar Hunderten z\u00e4hlenden Corona-Toten mit der &#8222;doch viel gr\u00f6\u00dferen Zahl der Stra\u00dfenverkehrstoten&#8220; verglichen und damit die sich entwickelnde Epidemie relativiert wurde. <br>Jetzt hatten wir 2020 eine Zahl von &#8222;an und mit Corona Verstorbenen&#8220;, die das ELFFACHE der Zahl aller Stra\u00dfenverkehrstoten ausmacht (34.194 : 2900 = 11,7). Und wir haben bereits&nbsp; in den ersten 14 Tagen des aktuellen Monats Januar 2021 eine Zahl der Corona-Toten, die beim knapp VIERFACHEN der Zahl aller im gesamten Jahr im Stra\u00dfenverkehr zu Tode <br>Kommenden liegt (11.298 : 2900 = 3,9). <br><br>Wer unter solchen Umst\u00e4nden, wie Streeck es tut, schreibt: &#8222;Nach unbeherrschbaren Gr\u00f6\u00dfenordnungen sieht Corona [&#8230;] jedenfalls nicht aus,&#8220; der ist geistig tats\u00e4chlich dort angesiedelt, wo die Vertreter der Industrie in ihren Corona-Debatten-Beitr\u00e4gen angesiedelt sind. So schreibt Michael H\u00fcther vom Institut der Wirtschaft (IW), dass doch \u201ejedes Leben nur ein Leben zum Tode ist; ein Thema, das philosophische Diskurse seit jeher erfasst.&#8220;[8] <br><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz: Es ist zynisch,\ndie Corona-Toten dadurch zu relativieren, dass sie mit anderen\nTodesarten in Bezug gesetzt werden. Die absolute Zahl der\nPandemie-Toten liegt l\u00e4ngst in einem Bereich, der es rechtfertigt,\nvon der schwersten Pandemie seit der spanischen Grippe zu sprechen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><br>&nbsp;9.<em><strong>\nEin kaputtgespartes und fehlgeleitetes Gesundheitswesen<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>In diesem Punkt herrscht\nweitgehend Einigkeit: Das Gesundheitswesen wurde in den letzten  zwei\nJahrzehnten kaputtgespart. Wir haben dem Thema in unserem Buch ein\nganzes Kapitel gewidmet. Und darin auch verdeutlicht, dass die Zahl\nder Krankenbetten auf deutschem Boden dann, wenn man korrekterweise\ndie DDR-Kliniken ber\u00fccksichtigt, seit Mitte der 1980er Jahre mehr\nals halbiert wurde.[9]\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind uns auch darin\neinig, dass wir diese Aspekte \u2013 die fortgesetzte Schlie\u00dfung von\nKliniken; die Beibehaltung der Profitorientierung; die viel zu\ngeringe Bezahlung des Pflegepersonals \u2013&nbsp;massiv betonen m\u00fcssen.\nDas wird auch im Aufruf \u201eZero Covid\u201c so unterstrichen. Die NGO\nGemeingut in B\u00fcrgerInnenhand (GiB) macht dazu eine wichtige\nKampagne.[10]<\/p>\n\n\n\n<p>Generell ist jedoch\nfestzuhalten: Bei einigen Debattenbeitr\u00e4gen wirkt der Verweis auf\n\u201edas kaputtgesparte Gesundheitswesen\u201c wie eine Ablenkung davon,\ndass man die Pandemie selbst nicht ernst nimmt. Und indirekt\nbehautet, es gebe da in erster Linie dieses Problem des unzureichend\nfunktionierenden Gesundheitswesens, weswegen es \u00fcberhaupt ein\nCorona-Problem geben w\u00fcrde. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Tatsache ist: Auch das\nbeste denkbare Gesundheitssystem kann einer Corona-Epidemie, wenn ihr\ndenn freier Lauf gelassen wird, nicht Einhalt gebieten. Es sind IMMER\ndie restriktiven Ma\u00dfnahmen, gleich wie sie im Einzelnen ausgeformt\nsein m\u00f6gen, die diesen Kollaps verhindern. Der Verweis, &#8222;aber\ndas privatisierte Gesundheitssystem ist der wesentliche Faktor dieser\nGesundheitskrise&#8220;, f\u00fchrt ins Leere. Umgekehrt ist wiederum\ninteressant, dass die Epidemie in einigen L\u00e4ndern, in dem das\nGesundheitssystem nicht \u201ekaputtgespart\u201c wurde, sondern in denen\nes ein solche nur in Ans\u00e4tzen gibt, sich nicht so ausbreiten konnte,\nwie in L\u00e4ndern mit einem relativ hoch entwickelten\nGesundheitssektor. Darauf wird noch einzugehen sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nJa, das Gesundheitssystem wurde kaputtgespart. Doch das beste\nGesundheitssystem w\u00e4re nicht in der Lage, die am Corona-Virus\nErkrankten aufzunehmen und ausreichend zu versorgen, \u00fcberlie\u00dfe man\ndie Pandemie ihrer Eigendynamik. <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>10.\nAndere L\u00e4nder<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben uns in unseren Beitr\u00e4gen einige M\u00fche gemacht, auf die\nextremen Unterschiede zwischen den einzelnen L\u00e4ndern hinzuweisen.\nDas spielt in unserem Aufruf eine zentrale Rolle. Kein einziger der\nDiskussionsbeitr\u00e4ge geht auch nur mit einem Wort darauf ein. Es gibt\nin diesen Beitr\u00e4gen nur den enorm verengten Blick auf Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nspringt besonders beim Thema China ins Auge. Auch, weil China mit\neiner Bev\u00f6lkerung von 1,3 Milliarden Menschen enorm wichtig ist in\ndieser Welt. Und weil in diesem eminent wichtigen Land eine letzten\nEndes erfolgreiche Pandemie-Eind\u00e4mmungspolitik betrieben wurde&nbsp;&#8211;\nund immer wieder aufs Neue betrieben wird. Wobei Grundelemente dessen\npraktiziert werden, die wir auch vorschlagen. Mit EINEM ganz\nwichtigen UNTERSCHIED, der etwas mit dem autorit\u00e4ren Charakter des\nRegimes in Peking zu tun hat.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Japan\nrief vor wenigen Tagen den &#8222;Notstand&#8220; aus. Und in &#8222;S\u00fcdkorea\ngibt es die dritte Welle&#8220;. Beides trifft zu. Auch irritiert\nsicher, dass es in Neuseeland und in Australien immer wieder zu\n&#8222;Ausbr\u00fcchen&#8220; kommt. Doch WANN ergreifen diese L\u00e4nder\njeweils diese Ma\u00dfnahmen? Und in welcher Gesamtlage befinden sich\ndiese L\u00e4nder? Vergegenw\u00e4rtigen wir uns die Zahl der Menschen, die\n&#8222;an und mit Corona gestorben&#8220; sind, bezogen auf jeweils\n100.000 Menschen, und dies mit Stand vom 31. Dezember 2020. \n<\/p>\n\n\n\n<p>China:\n0,3 Corona-Tote auf 100.000 Menschen; Taiwan: 0,03; Vietnam: 0,4;\nNeuseeland: 0,6; Kuba: 1,3; S\u00fcdkorea: 1,8; Japan: 2,6; Australien:\n3,5; Uruguay 5,2; Norwegen 8,1; Finnland 10,1.<\/p>\n\n\n\n<p>Demgegen\u00fcber dann:\nDeutschland: 40,6 Tote auf 100.000 Menschen; Niederlande: 66,6;\nSchweden: 84,7; Frankreich 96,7; Spanien 107,9; Italien: 123,0 und\nBelgien: 171,3. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nsind ins Auge springende Unterschiede. In Japan wird der\nAusnahmezustand ausgerufen in einer Situation, in der es dort nur EIN\nF\u00dcNFZEHNTEL der Corona-Toten-Zahl von Deutschland gibt (jetzt immer\nbezogen auf 100.000 Menschen)!<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nZahlen laufen darauf hinaus, dass dann, wenn man in Europa auch nur\nin Ans\u00e4tzen eine Politik zur Corona-Eind\u00e4mmung durchgef\u00fchrt h\u00e4tte,\nwie sie in den aufgef\u00fchrten L\u00e4ndern mit ihren relativen Erfolgen\nstattfand, man allein hier, in Europa, mehr als&nbsp;200.000 Menschen\ndas Leben gerettet h\u00e4tte.  (Aktuell liegt in Europa bei Einschluss\nvon Russland die Zahl der Corona-Toten bei mehr als 450.000). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Streeck\nschreibt in dem zitierten Beitrag, dass Restriktionen mit dem Ziel,\ndie <br>Infektionszahlen drastisch zu reduzieren nicht funktionieren\n&#8211; &#8222;bei uns nicht und auch nicht anderswo in Europa.&#8220; Das\nist schlicht und einfach  falsch. Zun\u00e4chst sollte man es dem Herrn\nStreeck nicht durchgehen lassen, sich nur auf Europa zu kaprizieren,\nund dann nur noch Neuseeland zu nennen, um das abzutun, weil ja\n&#8222;Deutschland keine Insel&#8220; sei. Warum kein Vergleich der der\nbeiden Industriestaaten Italien und S\u00fcdkorea &#8211; \u00e4hnlich gro\u00df,\n\u00e4hnlich viele Menschen, ein nicht ganz un\u00e4hnliches\nBruttoinlandsprodukt, auch beim BIP pro Kopf, vergleichbar lange\nK\u00fcsten usw. &#8211; und die folgenden Pandemie-Unterschiede: S\u00fcdkorea =\n1,8 Corona-Tote je 100.000 Einwohner &#8211;&nbsp; Italien = 123&nbsp;\nCorona-Tote je 100.000 Einwohner (ebenfalls jeweils Stand\n31-12-2020). Das ist die 68-fache (Todes)-Rate!!! <br><br>Und wenn\nwir uns auf Europa konzentrieren, dann ist weiterhin der Vergleich\nunter <br>den skandinavischen L\u00e4ndern deutlich: Norwegen = 8,1 und\nFinnland = 10,1 Corona-Tote je 100.000 Einwohner &#8211; dagegen Schweden =\n84,7 Corona-Tote je 100.000 Einwohner. Das Zehnfache bzw. das\nAchtfache. Die drei L\u00e4nder  haben absolut vergleichbare Strukturen,\nein vergleichbares Durchschnittsalter, alle drei sind\nIndustriestaaten. Oder auch anders gesehen: G\u00e4be\nes bei uns in Deutschland eine Corona-Politik wie in Schweden, dann\nh\u00e4tten wir nicht 45.000, sondern ziemlich genau 90.000 Menschen, die\n&#8222;an und mit Corona gestorben&#8220; sind. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei treten die kubanischen und die chinesischen Virologen, die ich auf diesem Gebiet als ausgesprochen relevant empfinde, mit besonders klaren Worten und mit Taten hervor. Die Taten laufen in der Substanz auf dasselbe hinaus: Strikte Kontaktreduktionen dort, wo Infektionen auftreten. Ein Beispiel aus der Ausgabe von <em>China Daily <\/em>vom 15. Januar. Dort hei\u00dft es: &#8222;Heilongjiang declared a state of emergency on Jan 12 and, as of Jan 13 afternoon, the province had reported 57 confirmes cases since Jan 10&#8220; &#8211; will sagen: Bei ein paar Dutzend F\u00e4llen &#8211; nicht von Toten, sondern von Infektionen! &#8211; wird der Ausnahmezustand verh\u00e4ngt! <br><br>Diese grunds\u00e4tzlich RICHTIGEN, nachvollziehbaren Ma\u00dfnahmen werden in China teilweise extrem autorit\u00e4r durchgesetzt. In Kuba werden sie bisher (wie in der n\u00e4chsten Ausgabe von Lunapark21 zu lesen sein wird) auf der Basis von viel praktischer Solidarit\u00e4t und Nachbarschafthilfe realisiert. In BEIDEN L\u00e4ndern mit vergleichbar beeindruckenden Ergebnissen: China = 0,3 Corona-Tote je 100.000 Einwohner &#8211; Kuba = 1,3  Corona-Tote je 100.000 Einwohner. Deutschland = 40,6.  <\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz: Der Blick auf andere L\u00e4nder und dabei der Blick auf diejenigen L\u00e4nder, die relativ erfolgreich die Pandemie eind\u00e4mmen konnten, wird systematisch verweigert. Offensichtlich spielt dabei eine Rolle, dass ein gewissenhaften Blick \u00fcber den Tellerrand des eigenen Landes hinaus illustrieren w\u00fcrde: Zero Covid macht Sinn! Eine wirksame Eind\u00e4mmung ist macbar.<\/em><br> <\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>11.\nWelches Ziel?  Solidarischer Lockdown&nbsp;von unten<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Es\ngibt offensichtlich ein Missverst\u00e4ndnis, was das Ziel dessen ist,\nwas wir mit der Kampagne ZeroCovid vorschlagen. So hei\u00dft es in einem\nDiskussionsbeitrag: &#8222;Was soll das Ziel eines harten,\nvierw\u00f6chigen Lockdowns sein &#8211; die Begrenzung der Todesf\u00e4lle? [&#8230;]\nOder die Ausrottung des Virus? Im letzteren Fall ben\u00f6tigt man keinen\nvierw\u00f6chigen Lockdown, sondern genau so viel Zeit, wie es ben\u00f6tigt,\nalle Menschen der Welt zu impfen, die die Krankheit noch nicht\nhatten, also fast alle. Das d\u00fcrfte eher vier Jahre dauern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nist eine krasse Falschdarstellung dessen, was wir vorschlagen &#8211; und\ndessen, was wir konkret in der Welt seit Anfang 2020 erleben. Es gibt\ndoch Politiken der Virus-Bek\u00e4mpfung, teilweise mit harten Lockdowns,\nteilweise ohne dieselben, die dazu gef\u00fchrt haben, dass das Virus so\nweit einged\u00e4mmt werden konnte, dass die jeweiligen Gesellschaften\nwieder ein relativ normales Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Dass Rockkonzerte\nstattfinden. Dass Str\u00e4nde und Bars und Restaurants ge\u00f6ffnet sind.\nDass das Leben auf den Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen pulsiert. Zu behaupten,\nes g\u00e4be in diesen L\u00e4ndern mit erfolgreicher Virus-Bek\u00e4mpfung einen\npermanenten Lockdown, ist einfach sachlich unrichtig.&nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig\nist: Das Virus wird nie ganz ausgerottet sein. So wie Pocken und\nMasern nie ganz ausgerottet sind. Es wird immer wieder neue Herde\ngeben &#8211; zumal solange, wie breite Impfkampagnen weltweit nicht\nstattfanden. Dennoch ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man den\naktuellen Zickzackkurs erlebt und sich immer entlang der maximalen\nBelastung des Gesundheitssystem hangelt und dabei KEINE ernsthafte\nReduktion der Infektionen auf ein Niveau als Ziel vor sich hat, wo\ndie Pandemie eingrenzbar und WEITGEHEND (zeitweilig und regional\nweitgehend) eliminiert ist. Oder ob man restriktive Ma\u00dfnahmen\nergreift, als deren Resultat man ernsthaft und konkret ein relativ\nnormales Leben in absehbarer Zeit in Aussicht stellen kann. &nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Noch\nein Versuch, das Projekt \u201eSolidarischer Shutdown\u201c in drei Punkten\nzu formulieren:<\/p>\n\n\n\n<p>(A)\nDie dramatische aktuelle und absehbare Zuspitzung der Pandemie und\ndie absehbar gro\u00dfe Zahl an neuen und NICHT NOTWENDIGEN Toten\nerfordern ein Eingreifen, eine Stellungnahme der Linken. Sie l\u00e4uft\ndarauf hinaus, dass eine massive Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des Virus notwendig\nund machbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>(B)\nPropagiert und m\u00f6glichst umgesetzt werden soll ein solidarischer\nShutdown von unten, der auch &#8211; und nicht zuletzt und vor allem &#8211; den\nBereich der &#8222;Wirtschaft&#8220; (die Produktion mit Ausnahme der\nlebenswichtigen Bereiche) einschlie\u00dft. Wie das konkret auszusehen\nhat, kann und muss diskutiert werden. Doch die zitierte WHO-Bilanz\nvon 2006 ist zutreffend; sie hat sich auch in den genannten L\u00e4ndern\nmit relativ erfolgreicher Corona-Eind\u00e4mmungspolitik bew\u00e4hrt: Man\nmuss, wie im 19. Jahrhundert, zeitweilig die Zirkulation des gesamten\ngesellschaftlichen Lebens herunterfahren, um eine derart niedrige\nZahl der neuen Infektionen zu erhalten, dass diese alle von den daf\u00fcr\nZust\u00e4nden nachverfolgt, isoliert usw., werden k\u00f6nnen. Was die\nmassive Aufstockung des betreffenden Personals mit erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>(C)\nIdeal w\u00e4re dabei, wenn dies aus gesamtgesellschaftlicher Einsicht\nerfolgte; wenn eine solche Politik von der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit\nder Bev\u00f6lkerung getragen und akzeptiert und solidarisch kontrolliert\nwerden w\u00fcrde. Das ist keineswegs absolut aussichtslos. Die\nErfahrungen in Neuseeland und wohl auch in Kuba stimmen in diesem\nSinn optimistisch. Es gibt bei den L\u00e4ndern mit erfolgreicher\nVirus-Eind\u00e4mmungspolitik offensichtlich erhebliche Unterschiede, die\nman im Einzelnen untersuchen muss. So gibt es die krassen Differenzen\nzwischen Argentinien einerseits (95,3 Corona-Tote auf 100.000\nMenschen) und Uruguay andererseits (5,2).[11]\n In einem aktuellen Film von Gaby Webers wird verdeutlicht, weshalb\nes diese Unterschiede gibt.[12]<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher\nist allerdings auch, dass die Erwartung, eine solche Politik k\u00f6nnte\nAUSSCHLESSLICH auf dem freien Willen und basierend auf allgemeiner\nSolidarit\u00e4t funktionieren, nicht realistisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nEs gibt keine perfekte Anleitung f\u00fcr einen solidarischen Lockdown.\nDoch das Grundelement \u2013 Herunterfahren des GESAMTEN\ngesellschaftlichen Lebens f\u00fcr eine beschr\u00e4nkte Zeit \u2013 ist\neindeutig. Das Ziel \u2013 die Infektionen m\u00fcssen konkret\nnachvollziehbar sein, also nahe Null liegen \u2013 auch. Eine wichtige\nRolle spielt dabei, dass diese Konzeption klar und \u00fcberzeugend\nvorgetragen werden muss, damit die Menschen sie selbst nachvollziehen\n\u2013 und befolgen \u2013 k\u00f6nnen.  <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>12. Einbeziehung\n&#8222;der Wirtschaft&#8220; und linke Politik<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Einbeziehung der\nWirtschaft in Lockdown-Ma\u00dfnahmen, das zeitweilige Beenden der\nEinsaugung von Mehrwert aus Lohnabh\u00e4ngigen, die einem hohen\nInfektionsrisiko ausgesetzt sind, m\u00fcsste f\u00fcr Linke eigentlich ein\nbesonderes Anliegen sein. Es sind in erster Linie die Ganz-Rechten,\ndie strikt neoliberalen Lindner und Kubicki, die AfD-Rechten, der BDI\nund der BDA, die gegen diese von uns mit vorgeschlagenen\nRestriktionen eintreten. Der Klassencharakter, der in der Ablehnung\nsolcher Ma\u00dfnahmen mitschwingt, ist mehr als deutlich.&nbsp; W\u00f6rtlich\nsagt der BDA-Chef Rainer Dulger in der Frankfurter Allgemeinen\nSonntagszeitung vom 10. Januar 2021: \u201eUnsere Position war und ist:\nMan sollte die einschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen so schnell wie m\u00f6glich\nlockern.&#8220; Er gesteht auch ein, dass aktuell nur noch HALB SO\nVIEL Menschen im Homeoffice arbeiten. Schlie\u00dflich seien &#8222;in den\nBetrieben ja die Hygienekonzepte ausgerollt&#8220; worden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Immer\nwieder  wurde im Verlauf des Jahres 2020 auf die extrem hohen Zahlen\nvon Corona-Infektionen in denjenigen Arbeitsst\u00e4tten verwiesen, wo es\nKontrollen gab: in der Fleischindustrie und in den Logistikzentren.\nZu erg\u00e4nzen ist: auf dem Bau. In Singen gab es kurz vor Weihnachten\nbei der ECE-Baustelle (am Hauptbahnhof) eine Kontrolle. Ergebnis:\nmehr als ein Viertel der mehr als 150 Baubesch\u00e4ftigten war\ninfiziert. Die Baustelle wurde f\u00fcr eine Woche geschlossen. Seither\nwird weiter gebaut \u2013 und nicht mehr kontrolliert. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\ngesamte Argumentation, die &#8222;Haushalte&#8220; seien der\n&#8222;Ansteckungsort Nummer 1&#8220;, ist unseri\u00f6s. Da stellt sich\ndoch die Frage: Und wie kam das Virus denn in die Haushalte? Durch\nden Briefkasten? Durch L\u00fcftungssch\u00e4chte? Oder durch die\nKatzenklappe? Oder vielleicht doch durch die Kontakte, die eben die\nim Haushalt Lebenden &#8222;drau\u00dfen&#8220; haben: am Arbeitsplatz und\nin den&nbsp;Schulen usw. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nspezifische Haltung beim Thema \u201eRestriktionen auch im Bereich\nderArbeitswelt\u201c nimmt eine spezifische Kritik einer linken Gruppe\nein. Dort hei\u00dft es zun\u00e4chst auch, es sollte eine \u201eSchlie\u00dfung\naller Fabriken und Betriebe, die nicht zur Aufrechterhaltung der\nGrundversorgung n\u00f6tig sind\u201c geben \u2026 \u201ees sei denn,\nBelegschaften, Gewerkschaften und Betriebsr\u00e4t*innen stimmen  einem\nWeiterbetrieb auf Basis funktionierender Hygienekonzepte \u2026 zu.\u201c[13]\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\nwird die Politik \u201eWasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass\u201c\nverfolgt. Die Entscheidung wird  anscheinend an die Basis delegiert.\nDoch wie werden Besch\u00e4ftigte und ihre Vertretungen vor Ort in der\nRegel entscheiden? In der Autoindustrie? Im Bereich R\u00fcstung? Auf dem\nBau?  Sehr viel spricht daf\u00fcr, dass es dann einen Flickenteppich von\nAusnahmen geben wird \u2013 und damit ein Unterlaufen des eigentlichen\nZieles eines solchen solidarischen Shutdowns.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nForderung nach ZeroCovid, die vor allem auf die Einbeziehung der\nGESAMTEN Wirtschaft (mit Ausnahme der tats\u00e4chlich f\u00fcr das Leben\nben\u00f6tigten Bereiche) in Shutdown-Ma\u00dfnahmen abzielt, sollte\neigentlich Sache der Linken sein. Und es ist schlimm genug, dass\ndieses thema so lange ein Tabu war. Es gibt ein paar Anzeichen daf\u00fcr,\ndass sie auch hier aufgegriffen wird. Der th\u00fcringische\nMinisterpr\u00e4sident Bodo Ramelow, DIE LINKE, griff sie Mitte Januar\nzum ersten Mal auf. Die LINKEN-Vorsitzende Katja Kipping nahm den\nBegriff&nbsp;&#8222;solidarischer Lockdown&#8220; in den Mund. Die\nGr\u00fcnen entdecken jetzt &#8222;die Arbeitswelt als Pandemietreiber&#8220;\n&#8211; so G\u00f6ring-Eckhardt laut S\u00fcddeutscher Zeitung vom 11. Januar 2021.\nUnd der DGB-Chef fordert inzwischen \u201eeinen Rechtsanspruch auf\nHomeoffice&#8220;, weil \u201esonst die Kapitalisten machen, was sie\nwollen.&#8220; All das zeigt, dass eine Debatte angesto\u00dfen wurde.\nMehr allerdings nicht. Arbeitsminister Heil, SPD, brachte j\u00fcngst\nein&nbsp;Gesetzchen in den Bundestag ein, wonach ein Arbeitnehmer in\nB\u00e4lde ein &#8222;Recht&#8220; auf &#8222;ein Gespr\u00e4ch&#8220; mit dem\nArbeitgeber zum Thema Homeoffice haben. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nBislang war das Einbeziehen der Wirtschaft tabu. Und es ist kein\nZufall, dass vor allem die Vertreter der Konzerne und Banken gegen\neinen solidarischen Lockdown und gegen ZeroCovid heftig\nargumentieren. F\u00fcr sie steht das Recht auf Profitemachen vor dem\nRecht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>13.\nSollte man nicht \u201edifferenzieren\u201c?<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Immer\nwieder hie\u00df es im gesamten Jahr 2020, die Lockdown-Ma\u00dfnahmen seien\n\u201eundifferenziert\u201c. Diese m\u00fcssten \u201eflexibler\u201c gestaltet\nwerden. So auch in der bereits zitierten Kritik am Zero Covid von\nSascha (siehe oben; Fu\u00dfnote [13]). Daran schlie\u00dfen sich dann eine\nReihe Forderungen an, die als solche sinnvoll sind: Luftfilter in den\nKlassenzimmern, die Fenster m\u00fcssten ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen;\nHalbierung der Klassen; Verlegen von Unterricht in gr\u00f6\u00dfere R\u00e4ume\nin anderen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst\neinmal wurde Forderungen nach \u201emehr Flexibilit\u00e4t\u201c in j\u00fcngerer\nZeit von denen vorgetragen, die allgemein f\u00fcr Lockerungen eintraten:\nVor allem von der FDP und den Unternehmerverb\u00e4nden BDI-BDA, lange\nZeit jedoch auch von Armin Laschet und von Bodo Ramelow. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\nverkennt man die Wirkungsweise des Virus. Egal, wer sich wo trifft;\ndie \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c hat dies j\u00fcngst richtig und klar (im\nRahmen einer Zustimmung zu \u201eZero Covid\u201c) formuliert: \u201eDas\nSars-2-Coronavirus wird in jeder erdenklichen Alltagssituation\n\u00fcbertragen, beim Sprechen, Singen, Knutschen und Streiten. Es mag\nlangweilig erscheinen, diese zur Banalit\u00e4t gewordene Erkenntnis zu\nwiederholen, doch genau in ihr liegt die L\u00f6sung: Die Zahlen werden\nsinken, wenn Viren nicht im Gesicht des Gegen\u00fcber landen.[14]<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nErkenntnis gilt f\u00fcr <em>alle<\/em>\nArten von Zusammentreffen einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von Menschen \u2013 in\nB\u00fcros, in Fabriken, auf Feten und auch in Schulen. Die davon\nbetroffenen Kids erkranken deutlich weniger \u2013 doch Tr\u00e4ger des\nVirus sind sie nicht weniger als alle anderen Betroffenen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor\nallem \u00fcbersieht diese Kritik den Sinn und DIE ART des geforderten\nShutdowns, den wir mit \u201eZero covid\u201c propagieren: Wir fordern ein\nHerunterfahren des GESAMTEN gesellschaftlichen Lebens und wir sagen,\ndass dies f\u00fcr eine KLAR UMGRENZTE ZEIT so stattfinden soll. Das ist\ndas Gegenteil des aktuell Praktizierten. Wir erlebten 2020 bereits\nviele Wochen mit Kita- und Schulschlie\u00dfungen. Und wir erleben\naktuell \u2013 seit Dezember 2020 \u2013 erneut viele Wochen mit\nweitgehenden Schulschlie\u00dfungen. Und wir werden, geht es so weiter,\nauch dann, wenn alle diese kleinteiligen UND RICHTIGEN Forderungen im\nSchulbereich umgesetzt werden sollten, auch 2021 noch mindestens\neinen weiteren neuen Halblockdown mit Schuldschlie\u00dfungen erleben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\naber liegt die addierte Belastung f\u00fcr Kids und Eltern bei der realen\nPolitik und auch bei Umsetzung der geforderten Ma\u00dfnahmen H\u00d6HER als\nim Fall des geforderten allgemeinen gesellschaftlichen Shutdowns. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nDas \u201eDifferenzieren\u201c und das \u201eflexibel Gestalten\u201c wurde nun\nfast ein Jahr lang propagiert und auch vielfach umgesetzt. Mit\nkatastrophalen Folgen. Ein Herunterfahren des gesellschaftlichen\nLebens hei\u00dft: ein Herunterfahren des GESAMTEN gesellschaftlichen\nLebens.  \u201eFlexibilit\u00e4t\u201c hei\u00dft hier erneut, L\u00fccken (und oft\nScheunentore) zu \u00f6ffnen \u2013 f\u00fcr das Virus und dessen Verbreitung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>14.\n\u201eZero\u201c sei doch \u201eunrealistisch\u201c<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Diese\nKritik, wonach \u201eNull Infektionen\u201c als Ziel unrealistisch sei,\nwird ebenfalls wiederholt vorgetragen. Teilweise kombiniert mit dem\nVerweis, \u201edass die Nachverfolgung von Neuinfektionen [\u2026] auch\netwas mit der Arbeitsf\u00e4higkeit und damit mit der Personalausstattung\nder Gesundheits\u00e4mter [\u2026] zu tun hat\u201c[15]\n \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nletztere trifft zu hundert Prozent zu. Das Personal der\nGesundheits\u00e4mter ist gegen\u00fcber dem Stand von 1990\/92 rund halbiert\nworden. Und ein Aufstocken fand 2020 nur in hom\u00f6opathischer\nDosierung, v\u00f6llig unzureichend, statt.  Entsprechend fordern wir\nauch eine entsprechende Aufstockung der Besch\u00e4ftigten in den\nGesundheits\u00e4mtern und nat\u00fcrlich auch in den Krankenh\u00e4usern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nauch da ist eindeutig, dass selbst eine Marge von 50 Neuinfektionen,\ndie als offizielles Ziel noch gilt (bei aktuell real mehr als 150!),\nnicht ausreicht, um ein Nachverfolgen zu erm\u00f6glichen. Diese Zahl\nmuss deutlich niedriger sein \u2013 und zwar nahe Null.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nZiel \u201eNull\u201c ist ein politisches Ziel. Und in DIESER FORM, als\n\u201eNull\u201c auch absolut gerechtfertigt. In Schweden gibt es seit mehr\nals einem Jahrzehnt die Kampagne \u201eNull Stra\u00dfenverkehrstote\u201c. Das\nist auf absehbare Zeit unrealistisch. Doch kaum jemand sagt da, das\nsei doch \u201eunrealistisch\u201c. Wir fordern seit 15 Jahren, dass das\nKlima sich nicht st\u00e4rker als um 1,5 Grad Celsius erw\u00e4rmen darf. Das\nd\u00fcrfte inzwischen unrealistisch sein. Doch wir halten daran fest.   \n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\ngestatte mir erneut auf die angef\u00fchrten L\u00e4nder zu verweisen.\nS\u00fcdkorea oder China und vor allem auch Kuba verfolgen exakt dieses\nZiel: ZERO COVID. Dass sie das nicht immer ganz erreichen, ist\nnaheliegend. Als Ziel bleibt es aber bestehen. Siehe oben die\nkonkreten Angaben zu diesen L\u00e4ndern. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz:\nZero ist ein politisches, aber einleuchtendes und richtiges Ziel. In\nder Realit\u00e4t wird es immer hei\u00dfen, dass man so nah wie m\u00f6glich\nherankommen muss an Null Corona-Infektionen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3><em><strong>15.\nAlles Corona-Leugner? Darf man jetzt nicht mehr die Regierung\nkritisieren?<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>In\neinem Kritik-Beitrag wurde kritisiert, der &#8222;st\u00e4ndige Hinweis\nauf Coronaleugner, Querdenker&#8230; bis hin zu faschistoiden Str\u00f6mungen\n&#8230;tr\u00e4gt zur L\u00e4hmung von Linken und Gewerkschaften bei.&#8220; Und:\n&#8222;Ich kann mich schwer damit abfinden, der AfD die Rolle der\nOpposition zu \u00fcberlassen&#8220;. Der besagte Kritiker wolle &#8222;nicht\naufh\u00f6ren, Regierungshandeln zu kritisieren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nist echt verquer. In WELCHEN ASPEKTEN denn soll das\n&#8222;Regierungshandeln kritisiert&#8220; werden? Wenn kritisiert\nwerden soll, dass es zu viele restriktive Ma\u00dfnahmen gibt und wenn\ngefordert wird, dass es mehr Lockerungen geben m\u00f6ge &#8211; dann liegt das\nauf AfD-Linie und ist gesundheitspolitisch eine fatale und die\nEpidemie f\u00f6rdernde Position, die klassenpolitisch in dieser Weise\neben vom gro\u00dfen Kapital vertreten wird. Das muss dann aber auch\ngesagt werden. Wenn die einseitige, sozial nicht ausgeglichene,\nunlogische usw. Politik der regierungsamtlichen Restriktionen\nkritisiert werden soll &#8211; dann freie Fahrt f\u00fcr diese Kritik. Wir\nformulieren eine solche Kritik seit April 2020. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nwarum blo\u00df werden Linke und Gewerkschafter &#8222;gel\u00e4hmt&#8220;,\nwenn darauf verwiesen wird, dass die Forderung nach Lockerungen und\ndie Kritik an Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen Forderungen der Kapitalseite und\nlogischerweise weltweit die Forderungen der rechtesten Rechten,\nhierzulande der AfD, sind? Warum eine L\u00e4hmung, wenn wir\nkonstatieren, dass eindeutig faschistoide Str\u00f6mungen die\nQuerdenker-Demos unterwandert haben, dass eindeutig die dort\nDemonstrierenden sich politisch im Verlauf des letzten\nDreivierteljahres nach rechts bewegt haben &#8211; siehe die Basel-Studie\nvon Oliver Nachtweih?[16]\nWenn wir dazu die Klappe halten, helfen wir den Rechten, die doch\ngenau in diesem Fahrwasser schwimmen wollen: keine Restriktionen,\nweil doch &#8222;die Grundrechte in Gefahr&#8220; seien. Und\nausgerechnet die Herren Kubicki und Lindner entdecken dann das Thema\n&#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220;.&nbsp; &nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p>Also:\nPr\u00e4zise Kritik an den Regierenden &#8211; ja, unbedingt!! Und nat\u00fcrlich\nbleiben wir sozialistische Opposition! Selbstverst\u00e4ndlich haben wir\nNull Vertrauen in Merkels Corona-Politik. Es gibt aber\nauch&nbsp;nullkommanull gemeinsame Sache mit Ganz-Rechts. Es gilt,\noffen aufzuzeigen, dass das gro\u00dfe Kapital, dass die AfD und dass\ndiejenigen, die &#8222;Lockerungen&#8220; fordern, die seit einem\nDreivierteljahr die Gef\u00e4hrlichkeit der Epidemie relativieren und die\nZahlen der tats\u00e4chlich Betroffenen und Gestorbenen pauschal in Frage\nstellen, Hand in Hand gehen &#8211; und dass sie dies interessensgelenkt,\nim Interesse des Kapitals mit dessen menschenverachtendem Prinzip der\nMehrwertauspressung auf Teufel komm raus tun. &nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bilanz: Man darf nicht nur die Regierung usw. kritisieren. Man MUSS sie kritisieren. Wir erwarten auch in keiner Weise, dass die Regierenden eine ZeroCovid-Kampagne starten werden. Sie werden vielleicht versuchen, den Begriff zu besetzen (so wie sie von Verkehrswende und \u201eNachhaltigkeit\u201c reden \u2013 und das Gegenteil des damit Geforderten betreiben). ZeroCovid kann nur von unten kommen \u2013 man muss die Regierenden durch eine breite Kampagne zwingen, diese f\u00fcr die Menschen wichtige Politik zur Eind\u00e4mmung des Virus umzusetzen.<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Zeitung Faktencheck:CORONA (FCC); siehe:  <a href=\"http:\/\/www.info-faktenchek.de\/\">www.info-faktencheck.de<\/a>. Das genannte Buch: Verena Kreilinger, Winfried Wolf, Christian Zeller, Corona, Kapital, Krise \u2013 Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine solidarische Alternative in den Zeiten der Pandemie, K\u00f6ln 2020, PapyRossa-Verlag. Siehe: <a href=\"https:\/\/shop.papyrossa.de\/Kreilinger-Verena-\/-Wolf-WInfried-\/-Zeller-Christian-Corona-Krise-Kapital\">https:\/\/shop.papyrossa.de\/Kreilinger-Verena-\/-Wolf-WInfried-\/-Zeller-Christian-Corona-Krise-Kapital<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2] Der\nBeitrag erscheint demn\u00e4chst auf einer gro\u00dfen Internet-Plattform.<\/p>\n\n\n\n<p>[3]\nJAMA &#8211; Internal Medicine, 1. Sept.\n2020; Comparison and Reported Deaths from COVID-19 and Increase in\nTotal Morality in Italy.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Siehe: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/an-corona-oder-mit-corona-gestorben-das-ist-der-unterschied-und-das-sagen-die-aktuellen-zahlen-ID5I4BOXBNG7FJJJUIYOTULE3M.html\">https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/an-corona-oder-mit-corona-gestorben-das-ist-der-unterschied-und-das-sagen-die-aktuellen-zahlen-ID5I4BOXBNG7FJJJUIYOTULE3M.html<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>[5]\nWolfgang Streeck, Welchen Wissenschaftlern folgen wir in der\nPandemie, in: FAZ vom 11. Januar 2021. Siehe:\n<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/corona-beitrag-der-soziologie-zur-bewaeltigung-der-krise-17138966.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/corona-beitrag-der-soziologie-zur-bewaeltigung-der-krise-17138966.html<\/a>\nStreeck ist  kein Unbekannter. Er ist mitverantwortlich f\u00fcr die\nHartz-IV-Gesetze, damals als \u00f6ffentlicher Unterst\u00fctzer von Kanzler\nSchr\u00f6der. Er schrieb damals: &#8222;Letzten Endes erfordert die\n\u00d6ffnung von Wirtschaft und Gesellschaft [&#8230;] ein \u00dcberdenken von\nGerechtigkeitsvorstellungen, die aus der Industriegesellschaft und\nder  Vollbesch\u00e4ftigungswirtschaft der Nachkriegszeit stammen.\u201c\n(zusammen mit <br>Rolf Heinze: in:&nbsp; Der Spiegel 10.5.1999).\nDiese unsoziale und zynische Haltung findet sich jetzt in dem neuen\nFAZ-Artikel, wenn derselbe Herr schreibt: &#8222;Wenn man die\nHaus\u00e4rzte dazu bek\u00e4me, ihre vorerkrankten Stammpatienten\neinzubestellen und ins Gebet zu nehmen, w\u00e4re eine, soweit ich sehe,\n\u00fcberhaupt die wichtigste Begr\u00fcndung f\u00fcr die mit ewiger Wiederkehr\ndrohenden Lockdowns entfallen.&#8220;  Das ist altenfeindlich,\nautorit\u00e4r und Stammtischdenken. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n[6] WHO, SARS. How a global epidemic was stopped, 2006,\nS. 247; auch bei Kreilinger-Wolf-Zeller zusammenfassend ausgef\u00fchrt\nSeite 50f; von mir hervorgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>[7]\nSiehe ARD-Tagesschau vom 15.1.2021.<\/p>\n\n\n\n<p>[8]\nMichael H\u00fcther in: Cicero vom 13. Januar 2021. Das vollst\u00e4ndige\nZitat sei hier gebracht; es veredeutlicht den Zynismus der\nMehrwertauspresser: \u201eSo richtig der Hinweis\nist, dass jeder Todesfall menschliches Leid und Trauer begr\u00fcndet, so\ngilt ebenso, dass jedes Leben nur ein Leben zum Tode ist; ein Thema,\ndas philosophische Diskurse seit jeher erfasst. Moderne\nGesellschaften erwecken den Eindruck, dass der medizinisch-technische\nFortschritt es rechtfertige, den Tod zu verdr\u00e4ngen. Doch wir\nbeginnen jedes neue Jahr in Deutschland mit der Gewissheit, dass es\n900.000 Todesf\u00e4lle und mehr geben wird.\u201c Siehe;\nhttps:\/\/www.iwkoeln.de\/presse\/in-den-medien\/beitrag\/michael-huether-es-gibt-keinen-absoluten-lebensschutz.html<\/p>\n\n\n\n<p>[9]\nSiehe Verena Kreilinger, Winfried Wolf, Christian\nZeller, Corona, Kapital, Krise\u2026, a.a.O., S. 62ff<\/p>\n\n\n\n<p>[10]\nSiehe:\nhttps:\/\/www.gemeingut.org\/neues-buendnis-klinikrettung-de-fordert-sofortigen-stopp-der-schliessungen-von-krankenhaeusern\/<\/p>\n\n\n\n<p>[11]\nDie Zahlen sind vom 31.12.2020. Seither steigen die\nCorona-Opfer-Zahlen in <em>beiden <\/em>L\u00e4ndern\ndeutlich an. Am 15.1. liegt die Zahl der Corona-Toten in Uruguay bei\n274; es sind 8,4 Corona-Tote auf 100.000 Einwohner. Argentinien hat\nam gleichen Tag 45.227 Corona-Tote zu beklagen; es sind 99,6\nCorona-Tote je 100.000 Einwohner.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>[12]\nFilm Gaby Weber siehe: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=88TYp_gC3FM<\/p>\n\n\n\n<p>[13]\nSascha Stanicic \u2013 Zero Covid \u2013 Eine solidarische Kritik, siehe:\nhttps:\/\/www.info-faktencheck.de\/wordpress\/2021\/01\/17\/zerocovid-eine-solidarische-kritik\/<\/p>\n\n\n\n<p>[14]\nFelix H\u00fctten, Corona Politik &#8211; Die Null als\nZiel, in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 16.\/17. Januar 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>[15]\nSascha Stanicic, a.a.O. &#8211;  siehe oben.<\/p>\n\n\n\n<p>[16]\nSiehe die ganz ausgezeichnete Studie Oliver Nachtwey, Robert Sch\u00e4fer,\nNadine Frei, Politische Soziologie der Corona-Proteste, Universit\u00e4t\nBasel, 17. Dezember2020. <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/attachmentdata85376\">https:\/\/idw-online.de\/de\/attachmentdata85376<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Website unserer Kampagne findet ihr hier: <br><a href=\"https:\/\/zero-covid.org\/unterschreibe-den-aufruf\/\">https:\/\/zero-covid.org\/unterschreibe-den-aufruf\/<\/a> <br><\/p>\n\n\n\n<p>Wer\nunterzeichnen will, bitte hier:\n<br><a href=\"https:\/\/weact.campact.de\/petitions\/zerocovid-fur-einen-solidarischen-europaischen-shutdown\">https:\/\/weact.campact.de\/petitions\/zerocovid-fur-einen-solidarischen-europaischen-shutdown<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 18. Januar 2021 Auf unseren ZeroCovid-Aufruf und auf eigene Diskussionsbeitr\u00e4ge zum Thema innerhalb linker Kreise \u2013 so im Wissenschaftlichen Beirat von Attac und seitens linker Gruppen \u2013 erhielten wir ein Dutzend sehr unterschiedliche Antworten: viel Zustimmung und auch durchaus viel Kritik. 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