{"id":1416,"date":"2021-03-27T18:33:11","date_gmt":"2021-03-27T17:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1416"},"modified":"2021-03-27T18:33:12","modified_gmt":"2021-03-27T17:33:12","slug":"hunderttausende-menschen-starben-unnoetig-den-corona-tod-als-resultat-einer-klassenpolitik-von-oben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1416","title":{"rendered":"&#8222;Hunderttausende Menschen starben unn\u00f6tig den Corona-Tod \u2013 als Resultat einer Klassenpolitik von oben\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h2>Interview von ZeroCovid Rhein Neckar mit Winfried Wolf <\/h2>\n\n\n\n<p>\u201e<em><strong>ZeroCovid\u201c\n&#8211; Solidarit\u00e4t in Zeiten der Pandemie?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 18.\nM\u00e4rz f\u00fchrte ZeroCovid Rhein-Neckar einen spannenden virtuellen\nInfoabend mit Winfried Wolf durch. Wolf ist politischer Aktivist,\nWissenschaftler, Ko-Autor von \u201eCorona, Kapital, Krise\u201c,\nMitinitiator des ZeroCovid-Aufrufs und Herausgeber der\nZeroCovid-Zeitung. Wir konnten mit ihm nach der Veranstaltung\nsprechen. \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em><strong>Warum\n#ZeroCovid?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, es\nist eigentlich interessant und irritierend, dass die radikale Linke\nsich heute in der Pflicht sieht, eine Initiative und \u2013 nach\nM\u00f6glichkeit eine Kampagne \u2013 zu einem gesundheitlich-medizinischen\nThema zu starten. W\u00e4re eine linke Kampagne zu Malaria oder zur\nTuberkulose vorstellbar? Gab es eine solche zu HIV\/Aids? Eher nicht.\nOder auch: Warum hat die Komintern nach dem Ersten Weltkrieg keine\nKampagne zum Thema Spanische Grippe gestartet? Da gab es gut zehn Mal\nmehr Epidemie-Tote als heute im Fall Covid-19. Doch es war weder\ngesellschaftlich noch f\u00fcr die Linke ein Thema. In dem linken\nKlassiker von J\u00fcrgen Kuczynski \u201eDie Lage der Arbeiterklasse von\n1917\/18 bis 1932\/33\u201c tauchen auf den 300 Seiten unter anderem auf\ndie Reall\u00f6hne, die Kurzarbeitergelder, nat\u00fcrlich die Arbeitslosen,\ndie Zahl der Gewerkschaftsmitglieder, die Krankentage pro Mitglied,\ndie Unf\u00e4lle am Arbeitsplatz, die Fehlgeburten, die Totgeburten \u2026.\naber nicht die gewaltige Pandemie Spanische Grippe.[1] Das scheint\ndamals f\u00fcr linke Politik kein Thema gewesen zu sein. Wobei ich jetzt\nnicht wei\u00df, ob es kommunistische Epidemiologen gab, die das\neventuell in der jungen Sowjetrepublik aufgriffen, aber in der\nwestlichen Welt weitgehend unerh\u00f6rt blieben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\ndas so war, kann ich nicht \u00fcberzeugend beantworten \u2013 wohl weil der\nTod damals, am Ende des Ersten Kriegs, millionenfach Normalit\u00e4t war.\nAndererseits starben wesentlich mehr Menschen an der Spanischen\nGrippe als im gesamten Ersten Weltkrieg. Diese Frage zu untersuchen,\nw\u00e4re eine spannende, wissenschaftliche Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die\naktuelle Situation betrifft, ist meine Antwort dreifach: Linke sind\nnicht zuletzt auch Humanistinnen und Humanisten \u2013 das menschliche\nLeben und die Gesundheit im umfassenden Sinn sind ein sehr hoher Wert\n\u2013 im Ganz-Gro\u00dfen dann: das \u00dcberleben der menschlichen Spezies ist\nheute eine wichtige Zielsetzung, wo der Kapitalismus logischerweise\nversagt und weswegen die Klimafrage auch eine Klassenfrage ist.\nZweitens \u2013 im Fall Covid-19 erleben wir ein grunds\u00e4tzliches\nVersagen der b\u00fcrgerlichen Politik und zwar NICHT aus\nsachlichen-objektiven Gr\u00fcnden, sondern als Resultat von\nKlassenpolitik. Darauf komme ich zur\u00fcck. Drittens: Diese Pandemie\nkann erfolgreich bek\u00e4mpft werden und die Mittel, die dabei\nentscheidend sind, haben auch viel mit linker Politik \u2013 also erneut\nmit Klassenpolitik &#8211; zu tun. Da geht es um Solidarit\u00e4t, Gemeinsinn,\nkollektive Aktion und um die Einbeziehung des Heiligen Gral im\nKapitalismus: der Mehrwertproduktion, kapitalistischen Ausbeutung in\nBetrieben und B\u00fcros in die Pandemiebek\u00e4mpfung.  \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Was\nist der Unterschied zu No Covid?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der\ntendiert gegen Nullkommaf\u00fcnf. Beide Initiativen sagen: Solange es\nkeine Herdenimmunit\u00e4t in Folge von Infektionen und Impfen gibt, muss\nman das Virus nahe Null bringen. Wir \u2013 ZeroCovid \u2013 sagen dabei\nlaut und deutlich: Dabei muss man logischerweise die Wirtschaft \u2013\ndas Arbeiten in Betrieben, B\u00fcros, auf dem Bau, in Logistikzentren\nusw. in einen Shutdown mit einbeziehen. Die NoCovid-Leute sagen das\neher leise oder gar nicht. Sie denken aber eigentlich wie wir. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gegen\n#ZeroCovid wird viel und aus unterschiedlichen politischen Ecken\npolemisiert. Was sind die Hauptkritiken? Und was antwortest Du\ndarauf?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gegen\ndiese Initiative \u2013 also gegen Zero-Covid, weitgehend aber auch\ngegen NoCovid \u2013  werden im Wesentlichen drei Argumente \nvorgebracht: Erstens hei\u00dft es, \u201eZero\u201c sei unrealistisch. Darauf\nantworten wir: Das ist eine politische Zahl. Wie wir sie anderswo\nauch verwenden. Wir fordern auch eine \u201eNull-CO-2-Wirtschaft\u201c. Die\noffizielle Politik in Schweden in Sachen Stra\u00dfenverkehr lautet:\n\u201eNull Stra\u00dfenverkehrstote\u201c. Realistisch? Eher nicht. Aber\npolitisch richtig. Zweitens wird argumentiert: Das \u201eZero-Covid\u201c\neuropaweit zu erreichen, sei unrealistisch. Antwort: Der genannte\nRaum ist weit realistischer einzugrenzen und bietet den Menschen in\ndiesem Raum auch bei einer Umsetzung dieser Zero-Covid-Ziele weit\nmehr Freiheiten und weit eher ein relativ normales Leben als dies\nz.B. in Neuseeland oder auch im Raum Australien der Fall ist. Wobei\nnat\u00fcrlich das Versagen auf EU-Ebene noch krasser als dasjenige auf\nnationalstaatlicher Ebene ist. Insofern bin ich mir aktuell unsicher,\nob man nicht mit Blick auf die dritte Welle, worauf wir sicher noch\nzu sprechen kommen, Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen engeren Raum vorschlagen\nmuss. Drittens wird gegen uns argumentiert, die Raumbegrenzung auf\nEuropa sei \u201eeurozentristisch\u201c. Antwort: Nat\u00fcrlich w\u00e4re die\nForderung, die Pandemie-Bek\u00e4mpfung durch einen WELT-Shutdown\nanzugehen, abstrakt gesehen nicht falsch \u2013 aber doch nochmals\ndeutlich weniger \u201erealistisch\u201c als der Ansatz \u201eEuropa\u201c. Zumal\nes in anderen Regionen ja l\u00e4ngst die Politik \u201ezeroCovid\u201c gibt.\nF\u00fcr 1,8 Milliarden Menschen gilt (als erkl\u00e4rtes Politik-Ziel und\nweitgehend als gesellschaftliche Wirklichkeit) \u201eZero Covid\u201c. Auch\nwenn wir grunds\u00e4tzlich der EU gegen\u00fcber kritisch eingestellt sind,\nso fordern wir nat\u00fcrlich dort, wo es praktischerweise Sinn macht,\nEU-weite Standards zum Beispiel in Sachen Gen-Technik (also ein\nGen-Technik-Verbot). Ich f\u00e4nde die Forderung nach einer EU-weiten\n30-Stunden-Woche und einem EU-weiten Mindestlohn  sinnvoll. Und\nnat\u00fcrlich ist die Forderung nach einer westeuropaweiten (also EU\nplus Norwegen, Schweiz und Gro\u00dfbritannien) Aufnahme von Gefl\u00fcchteten\nrichtig. Umgekehrt ist die aktuelle Situation, dass jedes Land eine\neigene (fl\u00fcchtlingsfeindliche) Politik betreibt und man europaweit \u2013\nStichwort: Frontex \u2013 die fl\u00fcchtenden Menschen abwehrt und Tausende\nvon ihnen im Mittelmeer ertrinken l\u00e4sst, ein Verbrechen gegen die\nMenschheit.[2]   \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Viele\nMenschen sind wegen des offenkundigen Scheiterns der Corona-Politik\nder Herrschenden m\u00fcde, zutiefst frustriert und umfassend gesch\u00e4digt.\nKann da eine Argumentation f\u00fcr einen \u201esolidarischen Lockdown\u201c\nbreites Geh\u00f6r finden?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte\njemand vor zweieinhalb Jahren zu Greta Thunberg gesagt: \u201eDie Leute\nhaben die Schnauze voll von diesem Klima-Gerede. Die gro\u00dfe Politik\nmacht doch eh das, was oben gew\u00fcnscht wird. Kann denn Deine\nArgumentation, man m\u00fcsse jetzt weltweit aktiv werden, breites Geh\u00f6r\nfinden?\u201c, h\u00e4tte Frau Thunberg wohl geantwortet mit: \u201eDu hast ja\nrecht. Wenn ich hier an jedem Freitag vor dem Riksdagshuset auf\nHelgeandsholmen sitze, dann erscheint das hilflos. Auch in meiner\nKlasse werde ich eher als skurril oder eben als \u00b4hoffnungslos\nidealistisch` angesehen. Doch ich finde, jemand muss damit beginnen.\nWir m\u00fcssen aufstehen.\u201c   \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Immer\nwieder ist die Arbeitswelt Schauplatz von massiven Corona-Ausbr\u00fcchen.\nEin wirksamer Infektionschutz ist durch das Arbeitsschutzgesetz und\ndie SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung verpflichtend vorgeschrieben.\nBeides wird aber fl\u00e4chendeckend ignoriert. Warum nimmt sich\n#ZeroCovid dieses Skandals nicht mehr an? <\/strong><\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Weil\nwir hier zu wenig Kompetenz haben. Der Artikel von Wolfgang Alles in\nder ersten Ausgabe von ZeroCovid war da ein guter Anfang. Das m\u00fcsste\nman in der zweiten Ausgabe vertiefen; vor allem um praktische\nBeispiele und Initiativen erg\u00e4nzen. Es ist ja auch so, dass die\nLinke, insoweit sie in Betrieben verankert ist, auf dem Gebiet so gut\nwie gar nicht aktiv ist. Auch die Gewerkschaften versagen da fast\nkomplett. Wobei die Stimmung in den Betrieben, an der Basis der\narbeitenden Klasse, jetzt auch nicht gerade so ist, dass das ein\ngro\u00dfes Thema w\u00e4re. Es ist ja nicht allein die Mittelklasse, die in\nden 700 Jets, die \u00fcber Ostern, im Zeitraum 20. M\u00e4rz bis 7. April\nnach Mallorca fliegen, sitzt. Das Bewusstsein, man m\u00fcsse \u201ehalt mit\ndem Virus leben\u201c, ist in der gesamten Gesellschaft verbreitet. Doch\ndiese Haltung ist zutiefst darwinistisch, egozentrisch.  \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>#ZeroCovid\nhat einen erfreulichen Medienwiderhall. \u00dcber 108.667 Menschen haben\nbisher den Aufruf unterschrieben (Stand 27.03.2021). Die erste Nummer\nder ZC-Zeitung ist bundesweit verbreitet worden. Also alles im gr\u00fcnen\nBereich?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nein.\nIm \u201egr\u00fcnen Bereich\u201c sind wir absolut nicht. Zun\u00e4chst einmal:\nDie Unterschriftenzahl ist ein Erfolg, klar. Die erste Ausgabe der\nZeitung lag der Taz bei und wurde dar\u00fcber hinaus bislang mit\ndeutlich mehr als 40.000 Exemplaren auf Rechnung bestellt und\nvertrieben. Das ist ganz passabel. Doch es gibt eine Reihe ernster\nProbleme. Zun\u00e4chst gibt es keine Kontinuit\u00e4t linker Politik in\ndieser Angelegenheit. Ich habe ja im April 2020 bereits eine Zeitung\nzu Covid-19 gegr\u00fcndet. Der Titel war \u201eFaktenCheck:CORONA\u201c. Das\nkn\u00fcpfte an eine gewisse Tradition eines vergleichbaren linken,\nradikalen Engagements an.[3] Da erschienen zwei Ausgaben, eine erste,\nwie erw\u00e4hnt, im April, und die zweite im Juli 2020. Die erste\nAusgabe wurde immerhin mit 35.000 Exemplaren vertrieben. Die zweite\nerreichte nur noch knapp 15.000 Exemplare. Da kam hinzu, dass im Juli\nvergangenen Jahres alle dachten: die Pandemie ist so gut wie vorbei.\nVerena Kreilinger, Christian Zeller und ich ver\u00f6ffentlichten dann\nzwar im September noch unser Buch \u201eCorona, Kapital, Krise\u201c. Doch\nes gab damals keine breitere linke Initiative mehr zu dem Thema. Als\nwir am Jahresende 2020 neu die Initiative ergriffen \u2013 und hier war\nvor allem Christian Zeller aktiv \u2013 stie\u00dfen wir zwar mit dem\nProjekt \u201eZero Covid\u201c in eine L\u00fccke. Doch es gab auch diese\nfatale L\u00fccke in der linken Politik. FaktenCheck:CORONA war\ngestrandet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr\nnoch: Die meisten linken Gruppen griffen das Thema erst gar nicht\nauf. Oder sie griffen nur seine soziale, aber nicht die\nepidemiologische (und klassenpolitisch durchaus relevante) Seite auf.\nDie Partei DIE LINKE hat bei dem Thema weitgehend versagt: Sie hat\nkeine erkennbare Linie. Einige Prominente in der Partei, wie Sahra\nWagenknecht, relativieren die epidemiologische Bedeutung der\nPandemie, sie ignorieren die zunehmend rechtsextreme Einf\u00e4rbung der\nCorona-Leugner-Demos und sie orientieren vereinfachend auf eine\nKritik an den \u201eCorona-Profiteuren\u201c wie \u201eBig Pharma\u201c und\nTech-Konzerne. Die Folge ist, dass die LINKE trotz des historischen\nTiefs der SPD bei 7 Prozent verharrt, bei den Landtagswahlen in\nBaden-W\u00fcrttemberg und Rheinland-Pfalz bei 3,5 und 2,5 % landete und\nsich h\u00fcten muss, im September 2021 nicht in die N\u00e4he der\n5-Prozent-Marke zu rutschen. Schlie\u00dflich sind wir auch deshalb nicht\nim \u201egr\u00fcnen Bereich\u201c, weil es, im Gegensatz zu uns auf Seiten der\nradikalen Linken eine gut organisierte Struktur der Corona-Leugner\ngibt, an deren Spitze sich teilweise Ex-Linke befinden und die nach\nganz rechts \u2013 zur faschistischen Rechten \u2013 offen ist. Angesichts\ndes dramatischen Vakuums, das sich gerade als Resultat der\nMasken-Skandale und  des Einbruchs der CDU-CSU-Stimmen auftut, ist\ndas hochgef\u00e4hrlich. Nach der Bundestagswahl k\u00f6nnen wir eine extrem\nlabile politische Lage bekommen, in der Angriffe durch\nfl\u00e4chendeckenden Sozialabbau plus Abbau demokratischer Rechte im\nZusammenhang mit ehemaligen Pandemie-Gesetzen plus dem\nBundeswehreinsatz im Inneren, den es jetzt tagt\u00e4glich gibt, plus\nneue Polizeigesetze, f\u00fcr die die LINKE z.B. in Berlin\nmitverantwortlich ist, plus m\u00f6glicherweise ein Platzen der aktuellen\nspekulativen Booms an den B\u00f6rsen im Zentrum stehen.  \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Die\ndritte Welle der Pandemie hat l\u00e4ngst begonnen. Dennoch ist kein Ende\ndes Systemversagens in Sicht. Was sollten wir dagegen tun? <\/strong><\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\ndritte Welle wurde von uns \u2013 aber auch von unabh\u00e4ngigen Fachleuten\naus den Bereichen Virologie und Epidemiologie \u2013 vorhergesagt. Die\nRegierungen in Berlin und in den L\u00e4ndern sind verantwortlich f\u00fcr\ndas Ausma\u00df dieser dritten Welle. Sie haben \u00d6ffnungen vorgenommen\nmitten in diese dritten Welle hinein \u2013 das ist krass\nverantwortungslos. Sie sind damit verantwortlich f\u00fcr den unn\u00f6tigen\nTod von mehreren Zehntausenden Menschen.[5] Das muss so in aller\nDeutlichkeit gesagt werden. In dieser Situation gilt erneut unsere\nzentrale These: Diese Pandemie kann und muss in erster Linie \u2013\nnat\u00fcrlich erg\u00e4nzt um die anlaufende Impfkampagne \u2013 mit den\nklassischen Mitteln aus dem vorletzten Jahrhundert bek\u00e4mpft werden:\nmit einem Shutdown, der die gesamte Gesellschaft erfasst, und mit dem\nZiel, die Infektionen nahe null zu bekommen, gleichzeitig die Zahl\nder Besch\u00e4ftigten in den Gesundheits\u00e4mtern durch kompetentes\nPersonal aufzustocken, um so die Infektionsketten pr\u00e4zise verfolgen\nund mit Ma\u00dfnahmen von Quarant\u00e4ne, Isolation und Pflege von\nErkrankten das Leben von Tausenden Menschen retten zu k\u00f6nnen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist\ndoch krass, dass es in einem reichen Land wie Deutschland 25mal mehr\nCorona-Tote gibt wie in dem armen Land Kuba.[5] Dass wir\nImpfstoff-Knappheit haben und dass in Kuba inzwischen drei Impfstoffe\ngegen Corona entwickelt wurden und einer bereits exportiert wird;\nzus\u00e4tzlich haben die Kubaner ein Medikament entwickelt, mit dem die\nFolgen der Erkrankung an Corona deutlich reduziert werden k\u00f6nnen.   \n\n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Welche\nkonkreten Aktivit\u00e4ten plant #ZeroCovid f\u00fcr die kommenden Wochen und\nwie k\u00f6nnen sie unterst\u00fctzt werden?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden Mitte April\neine zweite Ausgabe von ZeroCovid machen. Diese muss auf den Ersten\nMai orientieren. Der im \u00dcbrigen auf dem brutalen H\u00f6hepunkt dieser\ndritten Welle stattfindet wird. Es gibt Ans\u00e4tze f\u00fcr lokale Gruppen,\ndie auf unserer Plattform arbeiten. Es wurde damit begonnen,\nAktionstage zu organisieren \u2013 so ein solcher am 10. April. Wir\nwerden unsere Aufkl\u00e4rungsarbeit \u00fcber den Charakter der Pandemie,\ndie eben kein \u201eNaturereignis\u201c, sondern die wesentlich\nkapital-bedingt ist (Stichwort: Zoonose), weiter konkretisieren\nm\u00fcssen. Und auch unsere Grundaussage, wonach der Corona-Tod von\ninzwischen mehr als 2,68 Millionen Menschen weltweit zum allergr\u00f6\u00dften\nTeil h\u00e4tte verhindert werden k\u00f6nnen, wonach der gr\u00f6\u00dfte Teil\ndieser Menschen starb, weil die Regierenden unf\u00e4hig sind und weil\nsie unter dem Diktat einer Wirtschaftsweise stehen, f\u00fcr die gilt:\n\u201eProfit geht \u00fcber Leichen\u201c.   \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir lernen im Augenblick\nf\u00fcr eine nicht ganz so helle Zukunft. Die Klimakrise k\u00f6nnte dann,\nwenn die ersten Kippunkte erreicht werden, zu einem autorit\u00e4ren\nLockdown von oben und zu einer gesellschaftlichen Panik f\u00fchren. Im\n\u00dcbrigen gilt auch: Nach der Pandemie ist vor der Pandemie.     \n<\/p>\n\n\n\n<h3>Anmerkungen:<\/h3>\n\n\n\n<p>[1] Siehe J\u00fcrgen\nKuczynski, Die Lage der Arbeiterklasse 1917-1933, &#8211; Darstellung der\nLage der Arbeiter in Deutschland von 1917\/18 bis 1932\/33, Berlin\n(Akademie-Verlag), 1966. Zu den Unf\u00e4llen, Geburten usw. siehe Seiten\n187ff.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Ich bestehe auf diesem\nBegriff. Die Formulierung \u201eVerbrechen gegen die Menschlichkeit\u201c\nist absurd, eine Verballhornung des englischen Begriffs \u201ecrimes\nagainst humanity\u201c. \u201eHumanity\u201c mit \u201eMenschlichkeit zu\n\u00fcbersetzen, dient dazu, diese v\u00f6lkerrechtliche Definition zu\nrelativieren und die angesprochenen Verbrechen zu verharmlosen.<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Ich gr\u00fcndete im April\n2015 die Zeitung \u201eFaktenCheck:HELLAS &#8211; FCH\u201c. Diese Zeitung \nerschien auf dem H\u00f6hepunkt der Griechenland-Krise in f\u00fcnf Ausgaben,\naddiert mit mehr als 230.000 Exemplaren, wobei die letzten drei\nAusgaben in vier Sprachen \u00fcbersetzt als Internet-Zeitung und immer\nauch \u2013 gedruckt! \u2013 in Griechenland als Teil der griechischen\nlinken Tageszeitung EFSYN (Zeitung der Redakteure) erschienen. Nach\nder Kapitulation von Syriza gr\u00fcndeten wir, die FCH-Macherinnen und\n-Macher, die Zeitung \u201eFaktenCheck:EUROPA -FCE\u201c, die in den Jahren\n2016 bis 2018 in vier Ausgaben erschien, und die das Thema\nEuro-EU-Krise im Zentrum hatte. Damals wollte ich damit erreichen,\ndass es lokale Erg\u00e4nzungen geben und FCE \u201enur\u201c den Mantel daf\u00fcr\nliefern w\u00fcrde. Das gelang nur in Wuppertal, wo die Gruppe baso die\nerg\u00e4nzende Zeitung \u201eFaktencheck:Wuppertal\u201c gr\u00fcndete, die dann,\nin Verbindung mit FCE, zwei Mal erschien. Die FCE-Ausgabe zum Ersten\nMai 2018 war dann die letzte; leider hatten wir dann nicht den\nausreichend langen Atem bis zum Jahr 2020. Sonst h\u00e4tte sich\nvielleicht hier eine Br\u00fccke zur Corona-Krise gebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>[4]  \u201eNicht wenige\nZuschauer d\u00fcrften sich bei Anne Wills Corona-Sendung verwundert die\nAugen beziehungsweise die Ohren gerieben haben. Sa\u00df dort doch die\nwohl noch immer prominenteste Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht,\nwenngleich ohne Amt, aber gewillt, wieder in den Bundestag gew\u00e4hlt\nzu werden. Aber so wie sie mitunter sprach, konnte man sich nicht\nmehr ganz sicher sein, f\u00fcr welche Partei sie wieder einziehen\nm\u00f6chte. Angesichts nunmehr eines ganzen Jahres voller Lockdowns\nwarnte Wagenknecht [\u2026] vor einem Niedergang der Wirtschaft. Artikel\nin: Cicero vom 8. Februar 2021. Siehe:\n<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/anne-will-corona-sahra-wagenknecht-linke-fdp\/plus\">https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/anne-will-corona-sahra-wagenknecht-linke-fdp\/plus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[5] Am 27.3.2021 wurden\n75.829 Corona-Tote in Deutschland gez\u00e4hlt. Am 31.12.2020 waren es\n\u201eerst\u201c 33.791. Ende Mai k\u00f6nnte die Zahl bei 90.000 liegen. Ende\n2021 \u2013 trotz dann erreichter Herdenimmunit\u00e4t und auch nur dann,\nwenn sich keine Mutanten entwickeln, gegen die die vorhandenen\nVakzine nicht wirken \u2013 bis zu 100.000. Das hei\u00dft: 2021 gibt es\nmehr als doppelt so viele Corona-Tote wie 2020, obwohl seit\nJahresanfang erste Impfstoffe zur Verf\u00fcgung stehen und obgleich ab\nApril eine massenhafte Impfkampagne stattfinden d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>[6] Bis zum 28.2.2021\nwurden auf Kuba 322 Corona-Tote registriert, bezogen auf 100.000\nMenschen kamen 3,5 Corona-Tote. Am selben Tag wurden in der BRD\n70.687 Corona-Tote registriert, was 84,6 Corona-Toten auf 100.000\nMenschen entspricht. Siehe ausf\u00fchrlich in: Lunapark21, Heft 53,\nSeiten 8f und 64f.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview von ZeroCovid Rhein Neckar mit Winfried Wolf \u201eZeroCovid\u201c &#8211; Solidarit\u00e4t in Zeiten der Pandemie? Am 18. 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