{"id":1440,"date":"2021-07-09T20:05:25","date_gmt":"2021-07-09T18:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1440"},"modified":"2021-07-09T20:05:27","modified_gmt":"2021-07-09T18:05:27","slug":"zum-abbau-des-lenkmals-in-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1440","title":{"rendered":"Zum Abbau des LenkMals in Stuttgart"},"content":{"rendered":"\n<h2>Newsletter vom 9. Juli 2021<\/h2>\n\n\n\n<p>vor zwei Wochen wurde die Lenk-Skulptur \u201eChronik einer grotesken Entgleisung\u201c in Stuttgart abgebaut\u2026 und im Garten von Peter Lenk in Bodman bei Ludwigshafen, Bodensee, wieder aufgebaut. Ein detaillierter Bericht dazu findet sich <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/schaubuehne\/535\/im-exil-am-bodensee-7574.html\">HIE<\/a>R<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dem ging am 16. Juni eine Sitzung des Stuttgarter Gemeinderats voraus \u2013 mit dem Tagesordnungspunkt Lenk-Skulptur. An der Sitzung nahm Lenk teil. Alle Parteien \u2013 mit Ausnahme von DIE LINKE\/S\u00d6S \u2013 und der OB Frank Nopper beharrten auf der Position, dass die Skulptur vor dem Stadtpalais bis 30.6. abgebaut werden m\u00fcsse. Es gab seitens des OB und der Stadtverwaltung nur einen einzigen alternativen Standort-Vorschlag \u2013 den Stockholmer Platz im Europaviertel, der von Lenk abgelehnt wurde, da es sich hier (unter anderem) um eine abweisende Betonw\u00fcste handelt. Lenk vertrat seine Position im Gemeinderat. Doch er stie\u00df auf Ignoranz und taube Ohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei es dabei bleibt: Es gibt nur einen einzigen sachlichen Grund, weswegen die Skulptur vor dem Stadtpalais verschwinden musste: Die Stadtverwaltung und die Parteien, die Stuttgart 21 umsetzen, also CDU, SPD, FDP und Gr\u00fcne \u2013 wollen keine \u201eChronik einer grotesken Entgleisung\u201c, ein Kunstwerk, das dauerhaft und an zentraler Stelle an das stadtzerst\u00f6rerische Projekt Stuttgart 21 erinnert. Sie wollen das insbesondere heute nicht, wo allein in den letzten sechs Wochen zwei Starkregen-Ereignisse gr\u00f6\u00dfere Teile der Landeshauptstadt, darunter S21-Tunnelbauten, unter Wasser setzten und den \u00f6ffentlichen Verkehr stundenlang zum Erlegen brachten. Das ist ja EIN Aspekt unserer S21-Kritik, dass der Tiefbahnhof und die insgesamt 100 Kilometer langen neuen unterirdische S21-Tunnelanlagen (auch angesichts der klimatischen Ver\u00e4nderungen) enorme Risiken bergen und \u00fcber kurz oder lang zu f\u00fchren werden, dass ein S21-Tiefbahnhof schlicht und einfach abs\u00e4uft \u2026. Oder, wie es der S21-Architekt Frei Otto, der mit einer entsprechenden Begr\u00fcndung aus dem Projekt ausstieg, formulierte: \u201e\u2026 dass der S21-Bahnhof wie ein U-Boot aufsteigt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abbau der Skulptur und ihre R\u00fcckf\u00fchrung an den Bodensee ist \u2013 ich m\u00f6chte nicht um den Brei herumreden \u2013 eine schwere Niederlage f\u00fcr unsere Sache, und auch f\u00fcr Peter Lenk (auch wenn er dies eher nicht so sieht). Es gibt zwar zwei kleine Lichtblicke: Erstens kann man sich die Skulptur im Skulpturengarten von Peter Lenk in Bodman ansehen. Zweitens gibt es eine vage M\u00f6glichkeit, dass der Bahnkonzern anbietet, dass die Skulptur im Bahnhof selbst (in der Haupthalle des Bonatzbaus) aufgestellt werden kann. Hier kam es bereits zu einer entsprechenden Kontaktaufnahme. Das w\u00e4re nat\u00fcrlich eine ausgezeichnete L\u00f6sung \u2013 eher noch besser als der Stadtpalais-Standort. Wobei ich skeptisch bin, ob man hier auf die inneren Widerspr\u00fcche im S21-Lager bauen kann. Ein Teil des DB-AG-Top-Management mag der Auffassung sein, dass es \u201edie Politik\u201c gewesen sei, die ihnen das Projekt Stuttgart 21 aufgezwungen habe. Andererseits entwickelt dasselbe Bahnmanagement bundesweit immer neue vergleichbar absurde und zerst\u00f6rerische Projekte \u2013 so seit ein paar Wochen das Projekt eines auf zun\u00e4chst auf 5 Milliarden Euro veranschlagten Fernbahntunnels in Frankfurt am Main. Siehe dazu auch unten das, was ich zum \u201eFilmprojekt\u201c schreibe.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere waren es schlie\u00dflich Sie \u2013 und mit Ihnen mehr als 1300 Spenderinnen und Spender- , die mehr als 150.000 Euro aufbrachten und wesentlich dazu beitrugen, dass die Skulptur fertig erstellt werden konnte \u2013 und nat\u00fcrlich vor allem auch: dass sie IN STUTTGART aufgestellt wurde und dass sie als Mahnmal wirken sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt: Die Arbeit unserer Kampagne war nicht umsonst. Die Skulptur zeigte mehr als sieben Monate lang in Stuttgart Wirkung. Die Entscheidungen der Stadtverwaltung, Lenk zum Abbau der Skulptur zu zwingen, wurde in Dutzenden Medien kommentiert \u2013 und sie wurde AUSSCHLIESSLICH negativ kommentiert im Sinne von: die Verantwortlichen in Stuttgart sind ignorant, kleingeistig, kleinkariert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bedanke mich ein weiteres und letztes Mal f\u00fcr Ihre Unterst\u00fctzung<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Winfried Wolf (auch im Namen von Heino Berg, der die Finanzkampagne logistisch unterst\u00fctzte).<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Wir \u2013 Heino Berg und ich \u2013 sind aktiv an dem neuen Filmprojekt \u201eKlimabahn\u201c beteiligt. Klaus Gietinger als Regisseur und Bahnfreundinnen und Bahnfreude aus mehreren St\u00e4dten unterst\u00fctzen dieses Vorhaben eines einst\u00fcndigen Films in Kritik an der Betonbahn und f\u00fcr eine Klimabahn. Der ausschlie\u00dflich mit Spenden finanzierte Film wird in G\u00e4nze bis Anfang 2022 fertigerstellt sein. In diesem Film wird es \u2013 selbstverst\u00e4ndlich! \u2013 auch einen Abschnitt zu Stuttgart 21 geben. Wir w\u00fcrden uns freuen, wenn Sie das Filmprojekt unterst\u00fctzen \u2013 siehe <a href=\"https:\/\/klimabahn-film.de\/\">https:\/\/klimabahn-film.de\/<\/a> .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Newsletter vom 9. Juli 2021 vor zwei Wochen wurde die Lenk-Skulptur \u201eChronik einer grotesken Entgleisung\u201c in Stuttgart abgebaut\u2026 und im Garten von Peter Lenk in Bodman bei Ludwigshafen, Bodensee, wieder aufgebaut. 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