{"id":1718,"date":"2022-01-21T12:14:32","date_gmt":"2022-01-21T11:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1718"},"modified":"2022-03-10T20:38:26","modified_gmt":"2022-03-10T19:38:26","slug":"blog-24-der-eidbruch-der-regierenden-bei-der-pandemie-bekaempfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1718","title":{"rendered":"blog 24: Der Eidbruch der Regierenden bei der Pandemie-Bek\u00e4mpfung\u2026"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2>\u2026 und ihre Ursachen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Regierenden in Berlin, Wien und Bern haben geschworen, Schaden vom Volk abzuhalten.1 Seit gut zwei Jahren demonstrieren sie im Fall der Covid-19-Pandemie das Gegenteil. Dies l\u00e4sst sich auf zw\u00f6lf Ebenen verdeutlichen. Dabei hat dieses Verhalten System-Ursachen. Zun\u00e4chst zu den Ebenen des Eides-Bruchs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Es existiert keine glaubw\u00fcrdige Stimme der Vernunft bei der Pandemiebek\u00e4mpfung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem derart einschneidenden Weltereignis, wie die Covid-19-Pandemie es ist, erwarten die Menschen eine wissenschaftliche, politisch neutrale Aufkl\u00e4rung. Dazu kam es nur in Ans\u00e4tzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) k\u00f6nnte auf Weltebene, Institutionen wie das Robert Koch-Institut k\u00f6nnten auf nationaler Ebene diese Rolle spielen. Doch die WHO wird seit vielen Jahren zunehmend von Pharma-Konzernen finanziert und ist damit Spielball spezifischer Interessen. Das RKI, direkt abh\u00e4ngig vom Bundesgesundheitsministerium, erschien allzu oft als Anh\u00e4ngsel des Gesundheitsministers und dessen konjunktureller Politik.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>2. Es gibt keine Weltsolidarit\u00e4t in der Pandemie-Bek\u00e4mpfung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang erfolgten 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in L\u00e4ndern mit hohen und mittleren Einkommen; kein einziges armes Land erreichte bislang eine Impfquote von zehn Prozent. Das ist nicht nur unsolidarisch. Das ist auch kontraproduktiv. Die Delta-Mutante kam aus Indien. Die Omikron-Mutante aus S\u00fcdafrika. Seit Januar 2022 soll es eine nochmals neue Covid-19-Mutation (\u201eB 1640.2\u201c) mit Herkunftsland Kamerun geben. Es liegt auf der Hand: Eine globale Seuche kann nur global bek\u00e4mpft werden. Der \u201eImpf-Imperialismus\u201c verunm\u00f6glicht eine wirksame Bek\u00e4mpfung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Die EU ist auf dem Gebiet der Pandemie-Bek\u00e4mpfung inexistent.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die EU (mit der die Nicht-EU-L\u00e4nder Norwegen, Schweiz und Gro\u00dfbritannien eng verbunden sind) w\u00e4re aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe und der Existenz von geeigneten Institutionen, so der EMA (der European Medicines Agency = Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur) eine ideale Struktur f\u00fcr eine gemeinsame Pandemie-Politik. Doch Entsprechendes wurde nicht einmal im Ansatz versucht. Jedes Land in Europa betreibt eine eigene Pandemie-Politik. Der Einkauf der Impfstoffe erfolgt auf Basis nationaler Verantwortung und entsprechend der jeweiligen Finanzkraft. Entsprechend haben die \u00e4rmsten EU-L\u00e4nder Bulgarien und Rum\u00e4nien die niedrigsten Impfquoten und die h\u00f6chsten Corona-Todeszahlen (je 100.000 Menschen).2 Dieses Scheitern der EU verst\u00e4rkt die allgemeine \u201ePolitikverdrossenheit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Die EU und die Regierungen in Berlin, Wien und Bern bet\u00e4tigen sich als Interessenvertretungen der Pharma-Industrie<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Covid-19-Forschung wurden allein in Europa mehrere Milliarden Euro an Steuergeldern ausgegeben. Dennoch wird am Prinzip der privatkapitalistischen Impfstoffproduktion festgehalten. Das verteuert und behindert die Pandemie-Bek\u00e4mpfung enorm. BionTech beispielsweise wird von zwei Milliard\u00e4ren kontrolliert. Im Jahr 2021 machte der BionTech-Jahresgewinn die H\u00e4lfte des Umsatzes aus.3 Das Unternehmen erhielt 2020 375 Millionen Euro an staatlichen F\u00f6rdermittel. Allein der Biontech-Gewinn w\u00fcrde ausreichen, um jedem Mensch in Afrika eine Erst- und Zweitimpfung anzubieten. Doch der Gewinn bleibt privat. Die Patente f\u00fcr die Impfstoffe werden nicht freigegeben. Menschen, die mit Covid-19-Impfstoffen aus Russland, China oder Kuba geimpft wurden, gelten in der EU als nicht geimpft. Tats\u00e4chlich ist die Pandemie auch ein gigantisches Gesch\u00e4ft f\u00fcr gro\u00dfe (meist westliche) Pharma-Konzerne. Auch dies untergr\u00e4bt das Vertrauen in die offizielle Pandemie-Bek\u00e4mpfung .<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Eine Zero-Covid-Politik wird nicht ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Pandemie-Beginn und in den Zeiten von niedrigen Inzidenzen \u2013 so im Sommer 2021 \u2013 bestand die M\u00f6glichkeit, durch ein intensives Aufsp\u00fcren von Ansteckungen und von Quarant\u00e4ne der infizierten Menschen die Seuche insgesamt unter Kontrolle zu bekommen. Ein gutes Dutzend L\u00e4nder \u2013 darunter Australien, Neuseeland, Vietnam, Kuba, Taiwan, Japan, S\u00fcdkorea, Singapur und die VR China \u2013 verfolgten diese Strategie bis Fr\u00fchjahr 2021 mit Erfolg. Doch eine solche Zero-Covid-Politik wurde in Nordamerika, in Russland und in Europa nie ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen. Daf\u00fcr h\u00e4tte man unter anderem das Personal der Gesundheits\u00e4mter massiv aufstocken m\u00fcssen. So konnte sich das Virus immer wieder aufs Neue verbreiten. Tats\u00e4chlich wurde die Zero-Covid-Politik in den genannten Staaten solange weitgehend ignoriert, bis sie als Ergebnis von Isolation und neu entstandenen Virus-Mutanten kollabierte. Die damit erzwungene Aufgabe dieser sinnvollen Politik wird dann noch schadenfroh kommentiert.4<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. F\u00fcr die offizielle Pandemie-Politik sind die Kapazit\u00e4ten des Gesundheitssystems und nicht die Gesundheit der Menschen der entscheidende Ma\u00dfstab.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine solidarische und humanistische Pandemiebek\u00e4mpfung hat die menschliche Gesundheit im Zentrum. Doch die tats\u00e4chliche Pandemie-Bek\u00e4mpfung kennt nur einen Ma\u00dfstab: die Kapazit\u00e4ten der Kliniken \u2013 und hier die Auslastung der Intensivbetten. Das m\u00fcndet logisch in eine Politik mit willk\u00fcrlichen Jojo-Lockdowns und widerspr\u00fcchlichen Schutzbestimmungen. Im Sommer 2021 wurde in Deutschland sogar der Ma\u00dfstab der Inzidenz als unwichtig abgetan und die \u201eHospitalisierungsrate\u201c als neue, entscheidende Messlatte eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Die Arbeitswelt bleibt bei den Einschr\u00e4nkungen zur Pandemiebek\u00e4mpfung ausgeklammert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere Bereiche der Arbeitswelt, in denen Home-Office nicht stattfinden kann, werden bei Corona-Schutzma\u00dfnahmen weitgehend ausgeklammert. Selbst elementare Ma\u00dfnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten werden in Fabriken, Gro\u00dfraumb\u00fcros, auf Baustellen und in den Kantinen vielfach nicht eingehalten. Daf\u00fcr gibt es nur einen einzigen Grund: Profit geht vor Gesundheit. Dabei ergaben Stichproben, dass es sich bei vielen Arbeitspl\u00e4tzen um Hotspots handelt. Stichworte: Fleischindustrie, Baustellen, Logistik-Zentren. Die Pandemie-Politik macht hier ihren Kniefall vor dem Profitprinzip und dem Unternehmerlager.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Ein auf Gewinnerzielung ausgerichteter Gesundheitssektor wirkt sich bei der Pandemie-bek\u00e4mpfung extrem negativ aus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Gesundheitsversorgung jahrzehntelang in erster Linie eine Angelegenheit der \u00f6ffentlichen Hand war, wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten der Gesundheitssektor europaweit dem Prinzip der Gewinnerzielung unterworfen. Das wirkt sich f\u00fcr die Pandemiebek\u00e4mpfung extrem negativ aus. Faktisch ist es die \u00f6ffentliche Hand, die nun in weiten Bereichen wieder die Kontrolle \u00fcbernimmt, die mit Hunderten Milliarden Euro Steuergeldern einspringt &#8211; ohne jedoch die privatkapitalistischen Strukturen grunds\u00e4tzlich in Frage zu stellen. Und so setzt sich selbst in der Pandemie die Fehlentwicklung in diesem Bereich fort. 2020 wurden allein in Deutschland weitere 20 Krankenh\u00e4user geschlossen. Aktuell sind 30 Kliniken von Schlie\u00dfung bedroht. Die Zahl der Intensivbetten wurde deutlich reduziert. Das Krankenhauspersonal ist \u00fcberlastet und unterbezahlt. In der Folge geben tausende Klinikbesch\u00e4ftigte ihren Beruf auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Das W\u00fcten der Pandemie in den Altenheimen ist ein Skandal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Beginn der Pandemie gab es ein allgemeines Entsetzen, als Tausende Menschen in den Altenheimen starben. Die Politik versprach umfassende Verbesserungen. Doch nichts dergleichen geschah. Nun wurde Ende 2021 festgestellt: In Deutschland ist nur gut die H\u00e4lfte der fast eine Million Alten in den Heimen geboostert; beim Personal ist im Vergleich zur Gesamtbev\u00f6lkerung ein \u00fcberproportional hoher Anteil nicht geimpft. Die logische Folge: Erneut gibt es in den Seniorenheimen unn\u00f6tigerweise hunderte Tote. Auch hier ist dies eine Folge der meist privatkapitalistischen Struktur dieser Einrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Die gewaltigen staatlichen Mittel flie\u00dfen zu einem gro\u00dfen Teil in hochprofitable Bereiche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gab in der Pandemie bislang unvorstellbar hohe staatliche Unterst\u00fctzungsleistungen. Doch diese flie\u00dfen in erster Linie gro\u00dfen Unternehmen zu. Auch Gro\u00dfkonzerne mit Milliarden-Gewinnen kassierten hunderte Millionen Euro an Staatshilfen \u2013 beispielsweise f\u00fcr Kurzarbeit. Damit verglichen sickerte nur ein Rinnsal in die Bereiche Handwerk, Kneipen und Kultur, in denen einige Millionen Besch\u00e4ftigte und Scheinselbst\u00e4ndige nun existenziell bedroht sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11. Es gibt keine \u00fcberzeugende und koordinierte Antwort auf die Corona-Leugner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine medial wirksame, effiziente Antwort auf die tausendfachen Fake News der Corona-Leugner fehlt. Ja, man bereitete diesem gef\u00e4hrlichen Milieu von Irrationalismus und Faschismus auf vielf\u00e4ltige Weise den Boden:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 durch die eigene Ignoranz (in den ersten zwei Monaten hie\u00df es: \u201eMasken nutzen nichts!\u201c),<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 mit dem beschrieben Zickzack-Kurs,<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 mit der unzureichenden finanziellen Absicherung der Menschen, die in besonderer Weise von der Pandemie und den Corona-Ma\u00dfnahmen betroffen sind: in den Bereichen Kleingewerbe, Kunst, Frauen, Kids.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12. Die Pandemie-Bek\u00e4mpfung ist der Tagespolitik untergeordnet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die vierte Welle der Pandemie wurde im Fr\u00fchsommer 2021 prognostiziert. Dennoch wurden ab Fr\u00fchjahr 2021 europaweit Schutzma\u00dfnahmen reduziert. In mehreren L\u00e4ndern wurde ein \u201eFreedom Day\u201c angek\u00fcndigt. In Deutschland wurden im Sommer 2021 die Impfzentren geschlossen. Noch im November 2021 wurde in diesem Land offiziell de \u201eepidemische Lage von nationaler Tragweite\u201c aufgehoben. Damit sind einheitliche Ma\u00dfnahmen zur Pandemie-Bek\u00e4mpfung auf Bundesebene kaum mehr umsetzbar. All dies erfolgte wider besseres Wissen und allein mit dem Ziel, kurzfristig den Menschen nach dem Mund zu reden und Wahlerfolge zu erzielen. Diese Politik r\u00e4cht sich jetzt doppelt. Sie kostete zum einen Tausenden Menschen unn\u00f6tig das Leben. Und sie untergr\u00e4bt ein weiteres Mal das Vertrauen in die offizielle Politik der Pandemiebek\u00e4mpfung. Der jetzt erschallende Ruf nach einer Impfpflicht wird als eine weitere autorit\u00e4re Ma\u00dfnahme einer Politik begriffen, die sich disquali fiziert hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt drei zentrale Gr\u00fcnde f\u00fcr die fatale Gesamtbilanz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst zu nennen ist der Charakter der Pandemie. Die tausendfach wiederholte Formulierung \u201eCorona trifft Arm und Reich\u201c ist falsch. Die Pandemie hat einen sozialen, ja einen Klassencharakter. Sie trifft \u00fcberwiegend die finanziell Schwachen, die prek\u00e4r und die in engen Wohnverh\u00e4ltnissen Lebenden und die zur Arbeit mit viel direkten zwischenmenschlichen Kontakten Gezwungenen. Sie trifft Frauen und Kinder in besonderem Ma\u00df. Im Fr\u00fchjahr 2021 wurde in K\u00f6ln stellvertretend f\u00fcr alle gro\u00dfen St\u00e4dte festgestellt: Die dortige Inzidenz lag damals im Durchschnitt bei 240. In den Reichen-Vierteln K\u00f6ln-F\u00fchlingen und Hahnwald gab es eine Null-Inzidenz. Dagegen lag sie in Armen-Quartieren wie K\u00f6ln-Libur bei 700.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieses Grundcharakters der Pandemie ist die vorherrschende Pandemie-Politik schlicht die Pandemie-Politik der Herrschenden. Sie gef\u00e4hrdet vor allem die Beherrschten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Ursache. Wirksame Pandemie-Bek\u00e4mpfung und \u00fcberzeugende Seuchen-Aufkl\u00e4rung setzen die kollektive, \u00f6ffentlich organisierte und auf offenem Wissensaustausch basierende Zusammenarbeit voraus. Das ist das Gegenteil derjenigen Grunds\u00e4tze, die in der bestehenden Gesellschaft Ton und Takt angeben: Konkurrenz, Ellbogen-Mentalit\u00e4t und die Propagierung des Rechts des St\u00e4rkeren. Die offizielle Politik der Pandemiebek\u00e4mpfung ist auch hier nichts anderes als ein Spiegelbild des Grundcharakters der bestehenden Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte Ursache: Das Covid-19-Virus ist nicht eine x-beliebige neue Krankheit, die weggeimpft werden kann. Sie hat ihre Wurzeln in der immer weiter gesteigerten Globalisierung, in der Zur\u00fcckdr\u00e4ngung von Natur und Wildtierwelt, in der Massentierhaltung und der \u201eZoonose\u201c, dem \u00dcberspringen von Infektionskrankheiten, die bei Wirbeltieren nat\u00fcrlicherweise vorkommen, auf Menschen. In diesem Zusammenhang sind nicht nur die Wildtierm\u00e4rkte in China zu erw\u00e4hnen, sondern beispielhaft auch die Nerzfarmen in D\u00e4nemark, Polen, Spanien und den Niederlanden, in denen 2020 mehr als 15 Millionen (!) Tiere gekeult werden mussten, weil sie sich als Covid-19-Virentr\u00e4ger erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wirksame Pandemiebek\u00e4mpfung muss auf der Selbstorganisation der Menschen und auf internationaler Solidarit\u00e4t gr\u00fcnden. Gewerkschaften und linke Parteien sind daf\u00fcr der entscheidende Ansprechpartner. Diese m\u00fcssen sich der Kritik und diesem Anspruch stellen. Letzten Endes muss das bestehende Wirtschaftsmodell durch ein v\u00f6llig anderes, durch ein System, das auf Dezentralit\u00e4t, Planung und Zusammenarbeit basiert, ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anderenfalls wird Pandemie auf Pandemie folgen. Eine Mutante wird dann die n\u00e4chste jagen. Und dies in immer k\u00fcrzeren Zyklen. F\u00fcr die Pharma-Konzerne ist dies ein Profit-Traum. F\u00fcr die Menschen ist das der Alptraum.<\/p>\n\n\n\n<h4>Anmerkungen:<\/h4>\n\n\n\n<p>1 Die Eidesformel in Deutschland (Kanzler, Minister) lautet: \u201eIch schw\u00f6re, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erf\u00fcllen und Gerechtigkeit gegen jedermann \u00fcben werde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2 Die Impfquoten sind wie folgt (erste Zahl = Erstimpfung; 2. Zahl = \u201evollst\u00e4ndig geimpft\u201c): Bulgarien: 28\/27%; Rum\u00e4nien: 41\/40%. In Bulgarien gibt es (Stand: 30.11.2021) 417 Tote je 100.000 Menschen; in Rum\u00e4nien sind es 298 je 100.000. Zum Vergleich: Impfquote Deutschland = 75\/70%; 122 Corona-Tote je 100.000 Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>3 In den ersten drei Quartalen von 2021 lag der BionTec-Umsatz bei 13,4 Milliarden Euro; der Gewinn bei 7,1 Milliarden Euro. Die Gebr\u00fcder Str\u00fcngmann kontrollieren 45 Prozent der Biontech-Anteile. Diese \u201eAnker-Aktion\u00e4re\u201c lehnen aus Eigeninteresse eine Patentfreigabe strikt ab: \u201eEs kann nicht angehen, dass geistiges Eigentum zum Spielball politischer \u00dcberlegungen wird\u201c, so Andreas Str\u00fcngmann im Manager-Magazin (16.9.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>4 In der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c (25.8.2021) fand sich die folgende Logik: \u201e4,6 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner gibt es in Neuseeland, Deutschland hat im Vergleich 38,7. Diese erschreckend niedrige Zahl und die niedrige Impfquote f\u00fchren dazu, dass der Null-Covid-Kurs [\u2026] momentan alternativlos ist.\u201c Die Tatsache, dass es auch mit Stand Dezember 2021 in Neuseeland insgesamt nur 25 Corona-Tote gab, was, bezogen auf 100.000 Menschen, 0,9 Corona-Tote sind, und dass es in Deutschland mit 122 Toten je 100.000 Menschen 135 Mal mehr Corona-Tote gibt, wird nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zuerst am 17.1.22 ver\u00f6ffentlicht in ZeroCovid-Zeitung Nr. 3<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Kasten 1:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3>Triage bereits im Pflegeheim<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Schreiben des Klinikums Tuttlingen und des Sozialdezernats des Landkreises an Pflegeeinrichtungen sorgt f\u00fcr Entsetzen. Darin wird festgehalten, dass hohes Alter und Vorerkrankungen zu einer sehr schlechten Prognose f\u00fchren. \u201eDabei m\u00fcssen wir auch in der vierten Welle feststellen, dass vor allem betagte und hochbetagte Menschen, viele mit schweren Begleiterkrankungen, zur akutstation\u00e4ren Behandlung eingeliefert werden\u201c, hei\u00dft es in dem Brief. Es werde darum gebeten \u201eKlienten sowie deren Angeh\u00f6rige daf\u00fcr zu sensibilisieren, in dieser schwierigen Zeit Krankenhauseinweisungen besonders sorgf\u00e4ltig zu bedenken\u201c. Dem Schreiben ist eine Patientenverf\u00fcgung beigef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Plattform Ability Watch h\u00e4lt fest: Die Pflegeeinrichtungen werden \u201eunverbl\u00fcmt dazu aufgefordert, daf\u00fcr zu sorgen, dass alte, behinderte oder erkrankte Personen im Falle einer Corona-Infektion nicht mehr behandelt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Zeitpunkt des Schreibens, Anfang Dezember, sind die Intensivstationen des Klinikums voll, planbare Operationen werden verschoben. Die Triage soll nun ins Dunkel der Pflegeheime verschoben werden. Das ist das Ergebnis einer zynischen Pandemiepolitik, die die Verantwortung allein dem Gesundheitssystem aufb\u00fcrdet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Kasten 2<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<h3>Corona in der Fabrik<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2020 gelangte das Thema Corona auch in \u201eunseren\u201c Betrieb in der Rhein-Neckar-Region. Zu allererst forderte die Gesch\u00e4ftsleitung eine Betriebsvereinbarung zu Kurzarbeit. Nach deren Abschluss wurden sofort Besch\u00e4ftigte in Kurzarbeit geschickt, obwohl das nicht notwendig war. Die Umsetzung der Maskenpflicht verz\u00f6gerte das Management dann so lange als m\u00f6glich wegen \u201eLieferschwierigkeiten\u201c. Stattdessen sollten die privaten Schutzmasken bei der Arbeit genutzt werden. Schlie\u00dflich wurde \u201emobiles Arbeiten\u201c eingef\u00fchrt. F\u00fcr die Besch\u00e4ftigte bedeutete dies weniger Rechte, f\u00fcr die Firma weniger Pflichten. Im Laufe der Pandemie wurden mehrere Ma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt und wieder beendet. Entscheidend hierf\u00fcr waren die Kosten. Kostenlose Vorgaben wurden schnell umgesetzt. Diskutiert wurde viel \u00fcber Strafen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen oft unsinnige Anordnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchst\u00fccksholdienst, Duschen nach der Arbeit und anderes, was im Interesse der Arbeitenden liegt, hat die Firmenleitung verboten, wenn dabei Ma\u00dfnahmen zum Gesundheitsschutz erforderlich waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bilanz bei rund 1.000 Besch\u00e4ftigten: Ein Corona-Todesfall und gut 50 Erkrankte, die auch nach ihrer \u201eGenesung\u201c mit Folgesch\u00e4den zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Christof Schiffers, Arbeiter und aktiver Gewerkschafter, Ludwigshafen<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Kasten 3<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<h3>Solidarisches Handeln ist gefordert<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen die Corona-Pandemie und ihre m\u00f6gliche Zuspitzung durch neue Mutationen absolut ernst nehmen. Mit sinnvollen, wirksamen und gut durchdachten Schutzma\u00dfnahmen gilt es, die Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen, um die Gef\u00e4hrdung von vielen zu verringern. Dass so viele Menschen das Tragen von Schutzmasken oder auch das Impfen als einen unzul\u00e4ssigen Eingriff in ihr Pers\u00f6nlichkeitsrecht ablehnen, ist f\u00fcr mich Ausdruck einer egoistischen Grundhaltung. Sie f\u00fchrt dazu, dass einige die Verantwortung f\u00fcr ihre Mitmenschen von sich schieben. Wir sollten uns aber bewusst sein, dass wir mit unserem Handeln dazu beitragen k\u00f6nnen, wie gut vor allem \u00e4ltere und kranke Menschen in unserer Gesellschaft diese Krise \u00fcberstehen. Durch solidarisches Handeln k\u00f6nnen wir nicht nur der von rechten Kreisen gesteuerten Panikmache entgegenwirken, sondern auch die Krise am besten \u00fcberstehen. Helmut Schmitt, Vorsitzender der IG BCE Ortsgruppe Weinhei m<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Kasten 4:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3>Die \u00f6konomische Ungleichheit nimmt drastisch zu<\/h3>\n\n\n\n<p>Corona wurde Anfang 2020 zur Bedrohung des kapitalistischen Wachstums. Zur Aufrechterhaltung des profitorientierten Wirtschaftssystems wurde auch mit einer \u00dcberflutung der M\u00e4rkte mit Geld reagiert. Die Geldflut fand kaum M\u00f6glichkeiten zur Anlage in der Produktion; riesige Summen flossen in Aktienm\u00e4rkte und Immobilien. Rekord-Aktienindizes und stark steigende Immobilienpreise weltweit sind so die Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Immobilien m\u00fcssen zur notwendigen Rendite steigende Mieten gew\u00e4hrleisten. Vonovia nennt das \u201eAddvalues\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mieterinnen und Mieter geben inzwischen deutlich mehr als 30 Prozent ihres Einkommens f\u00fcr das Wohnen aus. Das Existenzminimum wird zunehmend unterschritten. Fatal! Karlheinz Paskuda, Aktivist der Mietenbewegung, G\u00f6ttingen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 und ihre Ursachen Die Regierenden in Berlin, Wien und Bern haben geschworen, Schaden vom Volk abzuhalten.1 Seit gut zwei Jahren demonstrieren sie im Fall der Covid-19-Pandemie das Gegenteil. Dies l\u00e4sst sich auf zw\u00f6lf Ebenen verdeutlichen. Dabei hat dieses Verhalten System-Ursachen. Zun\u00e4chst zu den Ebenen des Eides-Bruchs. 1. 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