{"id":1744,"date":"2022-02-02T21:16:52","date_gmt":"2022-02-02T20:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1744"},"modified":"2022-02-02T21:17:18","modified_gmt":"2022-02-02T20:17:18","slug":"wer-wenn-nicht-charly-eine-wuerdigung-von-karl-schweizer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=1744","title":{"rendered":"Wer, wenn nicht Charly! \u2013 Eine W\u00fcrdigung von Karl Schweizer"},"content":{"rendered":"\n<h2><strong>Der Kulturpreis 2022 der Stadt Lindau:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Seit vielen Jahren erhalte ich alle paar Monate eine Werbe-E-Mail des F\u00fcnf-Sterne-Hotels Bayerischer Hof in Lindau. In der letzten, datiert auf den 20. Januar 2022, erkl\u00e4rt das Hotel-Management, man habe im Corona-Jahr \u201edas Beste aus einer schwierigen Zeit gemacht\u201c und dies \u201everdanken wir Ihnen und Ihrer treuen Verbundenheit\u201c. Nun habe ich zwar am 1. Oktober 2021 im \u2013 dann noch outgesourcten \u2013 Caf\u00e9 dieses Hotels einen Espresso bestellt (und diesen dankend bzw. bezahlend erhalten). Und Vergleichbares \u2013 mal um eine Schwarzw\u00e4lder-Kirsch-Torte erg\u00e4nzt \u2013 mag sich in den Jahren zuvor bei meinen regelm\u00e4\u00dfigen Besuchen am Bodensee abgespielt haben. Doch mehr trug ich zum Gedeih des First-Class-Hotels mit First-Class-Blick auf Hafen, Bodensee, Bahnhof und Alpen nicht bei. Und doch gibt es <em>einen<\/em> tieferen Grund f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfigen Werbe-E-Mails des Hotels. Und der hat \u2013 ohne dass das Hotel-Management davon Kenntnis hat \u2013 viel mit einem Menschen zu tun, der in diesen Tagen mit dem Kulturpreis der Stadt Lindau geehrt wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Mensch, Charly, wer, wenn nicht Du!?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Karl \u2013 Charly \u2013 Schweizer ist seit den 1970er Jahren in den Regionen Oberschwaben, Bodensee, Allg\u00e4u und insbesondere Lindau als k\u00e4mpferischer linker Geist und geistreicher linker K\u00e4mpfer pr\u00e4sent. Er war Teil eines Teams, das 1981 das alternative, linke Blatt \u201eS\u00fcdschw\u00e4bische Nachrichten\u201c gr\u00fcndete; er blieb dieser f\u00fcr die linke und f\u00fcr die Antifa-Szene der Region wichtigen Publikation bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1991 eng verbunden.[1] Er ist seit den 1970er Jahren aktiv in der Friedensbewegung, in DGB und GEW. Er engagiert sich seit rund vierzig Jahren in unterschiedlichen fortschrittlichen Projekten, Zusammenh\u00e4ngen und bei diversen Antifa-Aktivit\u00e4ten. Charly war bis 2016 Lehrer, \u00fcberwiegend t\u00e4tig an der Pestalozzi-Werkrealschule in Friedrichshafen. Spaziert man mit ihm durch diese Bodensee-Stadt, dann gibt es fast immer freundschaftliche Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem ehemaligen Lehrerkollegium und vor allem mit ehemaligen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, nicht wenige mit migrantischem Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Lokalhistoriker<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun gelten Antifa-Aktivit\u00e4ten, Antikriegsengagement und klassenk\u00e4mpferische Gewerkschaftsarbeit nicht nur im bayerischen Lindau den Oberen als eher nicht salonf\u00e4hig. Und schon gar nicht als kulturpreisw\u00fcrdig. Was dennoch dazu gef\u00fchrt haben d\u00fcrfte, dass die Verantwortlichen in der Stadt Lindau \u00fcber den einen und anderen Schatten sprangen und Karl Schweizer den Kulturpreis 2022 der Stadt verliehen, d\u00fcrften dessen T\u00e4tigkeiten als Autor von B\u00fcchern und von Zeitungsartikeln gewesen sein und seine vielfachen Arbeiten als Regional- und Stadthistoriker. Schweizer ist Verfasser von rund einem Dutzend Brosch\u00fcren und B\u00fcchern zur Geschichte von Lindau und der Bodensee-Region \u2013 beispielhaft genannt seien \u201eLindau und der Erste Weltkrieg\u201c, \u201eLindau und die Zeit der B\u00fcrgerrevolution von 1848\/49\u201c, \u201eJakobiner am Bodensee\u201c, \u201eNovemberrevolution 1918 und R\u00e4terepublik 1919 \u2013 Sozialisten und Kommunisten in Lindau und Umgebung\u201c, \u201eLindauer Frauengeschichten\u201c und \u2013 erst 2021 erschienen und bereits wieder vergriffen \u2013 \u201e170 Jahre Eisenbahn in Stadt und Landkreis Lindau. 100 Jahre Bahnhofsgeb\u00e4ude Lindau-Insel\u201c.[2] Oft waren diese B\u00fccher damit verbunden, dass Teile daraus \u2013 meist im Vorfeld der Verarbeitung zu einem Buch \u2013 als Artikel in der \u201eLindauer Zeitung\u201c, einem Ableger der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c, erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Politik lokal und regional<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Charly geh\u00f6rte lange Zeit zum inneren Kreis der Bunten Liste Lindau, die seit 1982 existiert, die seit 1984 im Lindauer Stadtrat vertreten ist und die inzwischen dort die st\u00e4rkste Fraktion stellt. Er ist weiter mit den Aktiven und Stadtratsmitgliedern der Bunten Liste freundschaftlich verbunden. Seit einigen Jahren vertritt er als Mitglied im Kreisrat Lindau die Partei DIE LINKE. Und es sind immer wieder Gro\u00dfprojekte der Oberen in Stadt und Kreis, der Bau- und Beton- und Spekulationslobby, die von der LINKEN und von der Bunten Liste bek\u00e4mpft werden \u2013 wobei Charly bei diesen Aktivit\u00e4ten so gut wie immer eine vorantreibende Rolle spielt. Wenn man diese K\u00e4mpfe auf einen Nenner bringen will, dann geht es fast immer um Widerstand gegen die Zerst\u00f6rung von Urbanit\u00e4t, von Lebensqualit\u00e4t, von Natur und Umwelt \u2013 und um die Zurichtung von Stadt und Umland entsprechend den Interessen der Autogesellschaft, der Immobilienspekulation und der Yuppie-Spa\u00dfgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das betrifft ganz aktuell den geplanten Bau eines gro\u00dfen neuen Parkhauses f\u00fcr 500 Autos direkt vor der Insel, am Karl-Bever-Platz. Als ob die wunderbare Insel mit ihren sch\u00f6nen alten Bauten und engen Gassen nicht schon genug unter der Blechlawine zu leiden h\u00e4tte. Das betrifft das Engagement, auf der \u201eHinteren Insel\u201c neben einem B\u00fcrgerpark ein Quartier f\u00fcr \u201efinanziell erschwingliches Wohnen\u201c zu errichten. Das betrifft den langj\u00e4hrigen Kampf gegen die Aufgabe eines bestehenden Hallenbades in der Bregenzer Stra\u00dfe und eines Freibads am Eichwald direkt am Bodensee-Ufer, wobei an dessen Stelle eine s\u00fcndhaft teure, die Stadtfinanzen massiv belastende Therme gebaut werden sollte \u2013 und inzwischen gebaut wurde.[3] Was, wie unschwer zu erwarten war, zu Weiterungen f\u00fchrt und inzwischen um das Vorhaben eines gro\u00dfen Pkw-Stellplatzes in direkter Umgebung der Therme erg\u00e4nzt wird, womit die Vernichtung von mehreren Dutzend Kleing\u00e4rten verbunden sein w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie das bundesweit fast \u00fcberall der Fall ist, so handelt es sich bei all diesen Aktivit\u00e4ten \u00fcberwiegend um Verteidigungsk\u00e4mpfe, um R\u00fcckzugsgefechte, um Hier-steh-ich-und-ich-kann-nicht-anders-Engagements. Doch auch diese m\u00fcssen mit Energie, mit Witz und nicht zuletzt mit W\u00fcrde gef\u00fchrt werden. Und Charly geh\u00f6rt zu denen, die auch diese Defensiv-K\u00e4mpfe nach dem Motto f\u00fchren: Man muss sich am n\u00e4chsten Tag im Spiegel doch noch ansehen \u2013 und erkennen! \u2013 k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und: Man muss \u2013 so sieht das jedenfalls Charly fast immer \u2013 all das immer auch in einem gro\u00dfen und historischen Zusammenhang sehen. Nehmen wir das Beispiel drohende Demo-Verbote wegen der Pandemie-Auflagen. Als die Gewerkschaft der Polizei ein solches allgemeines Verbot von Kundgebungen und Demonstrationen Anfang 2021 forderte, ver\u00f6ffentlichte Karl Schweizer am 5. Januar 2021 eine Presseerkl\u00e4rung, in der es hei\u00dft, er widerspreche \u201ediesem Ansinnen der Polizeigewerkschaft, da dies \u201edie Gef\u00e4hrdung des seit dem Bauernkrieg vor rund 500 Jahren \u00fcber Jahrhunderte hinweg m\u00fchselig erk\u00e4mpften Volksrechts auf \u00f6ffentliche Versammlung und gemeinsame Bekundung oppositioneller Meinungen besch\u00e4digen w\u00fcrde.\u201c Es d\u00fcrfe nicht sein, dass [\u2026] der Zynismus, die Demagogie und die R\u00fccksichtlosigkeit\u201c der Querdenker und Schwurbler zu \u201ediesem antidemokratischen Sieg\u201c f\u00fchren w\u00fcrde. Mal ehrlich: Einen derart gro\u00dfen 500-Jahre-plus-x-Bogen zu schlagen, gewisserma\u00dfen von der Covid-19-Pandemie ins Pest-Zeitalter zur\u00fcckzublenden, darauf kommt kaum ein anderer als Comrade Charly himself.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ein bisschen Weltpolitik<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn ich schon mal bei diesen h\u00f6heren Ebenen der Politik bin, dann sei an ein Ereignis erinnert, bei dem Lindau hoch auf die Ebene der Weltpolitik, naja, zumindest auf das Hochplateau der EU-Politik r\u00fcckte \u2013 und wo Charly Sand ins Getriebe der Gro\u00dfkotz-Politik streute. Anfang September 1994 hatte der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel die EU-Finanzminister nach Lindau geladen. Auf der Tagesordnung stand die geplante Einf\u00fchrung der EU-Einheitsw\u00e4hrung, der \u2013 damals noch \u2013 umstrittene Name einer solchen W\u00e4hrung (\u201eEcu\u201c oder \u201eEuro\u201c?) und die EU-weite Sparpolitik auf dem R\u00fccken der kleinen Leute, die mit dem zwei Jahre zuvor beschlossenen Maastricht-Vertrag versch\u00e4rft werden sollte. Und wo trafen sich damals die Herren (und nix da mit gendern: es gab in echt keine Frau in dieser Runde)? Nat\u00fcrlich im Bayerischen Hof! Und was mussten die Herren EU-Finanzminister bei geweitetem Blick auf den See, auf das Hafenbecken und auf die Kai-Mauern sehen? Auf der Balustrade des Neuen Leuchtturms an der Hafenausfahrt, 139 Stufen oder 25 Meter hoch und rund 200 Meter von der Terrasse des \u201eBayerischen Hofs\u201c entfernt, wurde ein riesiges Transparent entrollt, auf dem mit gro\u00dfen Lettern zu lesen war: Gegen \u201edas Europa der Banken und Konzerne.\u201c Charly hatte die Aktion generalstabsm\u00e4\u00dfig geplant, ich durfte dabei sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Das Projekt \u201eZerst\u00f6rung des Inselbahnhofs\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Politik mit Charly mittenmang hin und Engagement als Lokalhistoriker her \u2013 es gibt <em>einen<\/em> Aspekt in der Arbeit des Karl Schweizer, der <em>in besonderem Ma\u00df <\/em>kulturpreisw\u00fcrdig ist. Charly hat ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, dass es in Lindau auf der Insel bis zum heutigen Tag ein Juwel gibt, n\u00e4mlich den Inselbahnhof. Und das ist und war ein Kampf, der nunmehr ziemlich genau seit einem Vierteljahrhundert andauert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich zitiere aus der <em>Lindauer Zeitung<\/em> vom 29. April 1997 die Meldung zu diesem historischen Vorgang: \u201eDer Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Heinz D\u00fcrr, Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Otto Wiesheu und Lindaus Oberb\u00fcrgermeister J\u00fcrgen M\u00fcller bekr\u00e4ftigten gestern auf einer Pressekonferenz, dass sie dazu tendieren, den Bahnhof aufs Festland zu verlagern. Eine Schienenverbindung zur Insel ist nicht vorgesehen. Der Bahnchef rechnet damit, dass das gesamte Bahnhofsprojekt in vier bis f\u00fcnf Jahren abgeschlossen ist. Diese Entscheidung bestimmt, wie Lindau in 20 oder 30 Jahren aussehen wird. Die Kosten des gesamten Projekts bezifferte D\u00fcrr auf rund 70 Millionen Mark.\u201c Wobei die Formulierung, wonach die Herren zur Verlegung des bestehenden Bahnhofs weg von der Insel \u201etendieren\u201c w\u00fcrden, sich als geschwurbelt erwies. Das war aus Sicht der Deutschen Bahn AG und der Stadtoberen damals bereits ein in Stein gemei\u00dfelter <em>Beschluss<\/em>. Er beruhte auf demselben Vorgehen, das der damalige Bahnchef Heinz D\u00fcrr auch in Stuttgart beim Projekt Stuttgart 21 an den Tag gelegt hatte \u2013 auf der \u00dcberrumpelung der \u00d6ffentlichkeit und der Schaffung vollendeter Tatbest\u00e4nde.[4] Und die Aufgabe des Lindauer Inselbahnhofs war \u2013 und ist! \u2013 nat\u00fcrlich Teil der kurz zuvor, 1994, mit der \u201eBahnreform\u201c durchgesetzten Bahnprivatisierung und Teil der Orientierung des Bahnkonzerns und vor allem dessen Tochter DB Netz auf die Verscherbelung des wertvollen, in 180 Jahren Geschichte angeh\u00e4uften Eisenbahn-Immobilien-Verm\u00f6gens. Die gro\u00dfen Vorhaben der Bahnhofszerst\u00f6rung in Stuttgart, Frankfurt am Mai und M\u00fcnchen wurden erg\u00e4nzt um ein Projekt wie dasjenige am Bodensee.[5]<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck nach Lindau: Die Operation \u00dcberrumpelung der \u00d6ffentlichkeit schien gegl\u00fcckt \u2013 bereits am Tag nach der genannten Pressekonferenz erkl\u00e4rten laut <em>Lindauer Zeitung<\/em> \u201ealle Fraktionssprecher der im Stadtrat vertretenen Gruppierungen ihr grunds\u00e4tzliches Einverst\u00e4ndnis mit den Bahnhofsverlegungspl\u00e4nen in einen Festlandsstadtteil\u201c. Am 20. Juni legte sich die Industrie- und Handelskammer auf Reutin als Ort f\u00fcr den \u201eneuen Hauptbahnhof\u201c fest. Und am 23. Oktober desselben Jahres sprachen sich die entscheidenden Strukturen der damals in Lindau noch absolut vorherrschenden CSU f\u00fcr die Verlegung des Bahnhofs weg von der Insel aus \u2013 wobei sie die aus der Stuttgart 21-Demagogie bereits bekannte Formulierung w\u00e4hlten, damit b\u00f6te sich \u201eeine einmalige Chance, st\u00e4dtebauliche Ideen umzusetzen und die Insel wieder zu einer Einheit werden zu lassen.\u201c[6]<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schiene als Spalter der Insel\u2026 seit 1854!? Als ob die Oberen und die gesamte Bev\u00f6lkerung der Stadt Lindau Anfang der 1850er Jahre nicht sehnlichst auf die Ankunft der in Bau befindlichen Ludwig-S\u00fcd-Nord-Bahn auf die Insel selbst gewartet h\u00e4tten!? Als ob die Feierlichkeiten f\u00fcr diese historische Bahn nicht auf Wunsch der Stadt-Oberen ausdr\u00fccklich auf den 13. Juli 1854 verschoben worden w\u00e4ren, also auf einen Zeitpunkt, an dem die Z\u00fcge auch auf die Insel und nicht blo\u00df an das Bodensee-Ufer rollten?! Als ob die Stadt Lindau nicht dann aufgebl\u00fcht w\u00e4re, als es diese Eisenbahnverbindung und mit ihr diese wunderbare Vernetzung von Bahn und Schiff gegeben h\u00e4tte!? Als ob nicht Jahr f\u00fcr Jahr Hunderttausende Besucherinnen und Besucher der Stadt Lindau diese einmalige Symbiose von Uferpromenade, Bahnverbindung und Schiffsverkehr genie\u00dfen w\u00fcrden!?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Menschen am Bodensee und f\u00fcr Leute, die Lindau besucht haben, muss man kaum ausf\u00fchren, welch eine bodenlose Zerst\u00f6rungswut hinter diesen Pl\u00e4nen zur Aufgabe des Inselbahnhofs erkennbar ist. F\u00fcr Menschen ohne entsprechende Kenntnis sei in gebotener K\u00fcrze das Folgende ausgef\u00fchrt: Es gibt in ganz Deutschland kaum einen Bahnhof in dieser Kategorie, der derart (Jugend-) stilvoll, beeindruckend und st\u00e4dtebaulich \u00fcberzeugend ist und die Bahnreisenden mit einer Ankunft direkt an der Seepromenade begeistert. Es war die Deutsche Bahn AG selbst, die kurz zuvor in einer \u2013 dann gezielt geheim gehaltenen \u2013 Studie festgestellt hatte: \u201eZusammenfassend hat das Bahnhofsgeb\u00e4ude in Lindau das Potential, Bench-Mark-Funktion (Leitbild-Funktion; d. Red.) f\u00fcr die touristischen Bahnh\u00f6fe in S\u00fcddeutschland und eine bedeutende Rolle als Imagetr\u00e4ger f\u00fcr die DB AG zu \u00fcbernehmen.\u201c[7] Alle Menschen vor Ort, die nicht von Fremdinteressen bestimmt waren, waren sich einig, dass die Pl\u00e4ne zur Auflassung des Inselbahnhofs ausschlie\u00dflich spekulativen Zielen dienten. Oder, wie es damals in einer Ver\u00f6ffentlichung der Bunten Liste hie\u00df: \u201eDer Bahn geht es prim\u00e4r ums Vergolden ihrer Grundst\u00fccke und nicht darum, ein attraktives Verkehrsnetz zu schaffen. Hier geht es um Grundst\u00fcckspekulationen und sonst um gar nichts.\u201c[8]<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Bahnhofsretter<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Seit diesem Zeitpunkt \u2013 und im Grunde bis zum heutigen Tag \u2013 gibt es in Lindau und Region ein hartes Ringen, diese bahn- und stadtzerst\u00f6rerischen Bahnhofspl\u00e4ne zu verhindern. Es gab zu diesem Thema hunderte Flugbl\u00e4tter, eine gro\u00dfe Zahl Sonderausgaben von Zeitschriften, Dutzende Stadtratsbeschl\u00fcsse, zwei B\u00fcrgerentscheide, mehrere Gegenentw\u00fcrfe zur Optimierung des Inselbahnhofs, das lokal wichtige B\u00fcndnis \u201eAktionsgemeinschaft Inselbahnhof\u201c mit einer eigenen Publikation, dem \u201eBahn-Boten\u201c und viele hundert Artikel in der \u201eLindauer Zeitung\u201c. Und bis heute wurde erreicht, dass der Inselbahnhof existiert und in Betrieb befindlich ist \u2013 auch wenn ein Fernbahnhof in Reutin gebaut und 2020 in Betrieb genommen wurde, auch wenn die Oberen im Bahnkonzern, in der Stadt und wiederholt eine Mehrheit im Stadtrat immer wieder aufs Neue Versuche starten, den Inselbahnhof auszuhungern, ihn von guten Fahrplanverbindungen abzuschneiden, ihn durch eine R\u00fccknahme der Gleise um einige hundert Meter f\u00f6rmlich ins Abseits zu stellen und diesen durch ausbleibende Investitionen in Renovierung und Erhalt des Geb\u00e4udes selbst tendenziell dem Verfall n\u00e4her zu bringen.[9]<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch, es sei wiederholt und signalrot unterstrichen: Wir blieben ein Vierteljahrhundert gegen die breite Front von CSU, gegen die Spekulationslobby und gegen den Bahnvorstand erfolgreich: Es gibt den Inselbahnhof immer noch. Die Prognose von D\u00fcrr, Wiesheu und OB M\u00fcller, man werde die Zerst\u00f6rung des Inselbahnhofs \u201ein vier bis f\u00fcnf Jahren\u201c, also bis 2001 oder 2002 \u201edurchgezogen\u201c haben, hat sich nicht erf\u00fcllt. Ein gro\u00dfer Teil der Z\u00fcge f\u00e4hrt den Inselbahnhof weiter an. Und all dies ist nicht zuletzt Verdienst des Kulturpreistr\u00e4gers der Stadt Lindau 2022.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Eine kleine, aber feine Feier im Bayerischen Hof?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sagte ich, es g\u00e4be eine breite Front von CSU und Stadtoberen zur Auflassung des Inselbahnhofs? Das stimmt so nicht ganz. Und hier schlie\u00dft sich der Kreis meiner Laudatio und es betritt der Bayerische Hof nochmals die wunderbare Trib\u00fcne am See. Denn ein H\u00f6hepunkt unseres Widerstands gegen die Zerst\u00f6rung des Inselbahnhofs war eine Konferenz mit dem Titel \u201e150 Jahre Ludwig S\u00fcd-Nord-Bahn \u2013 Lasst die Kirche im Dorf und den Bahnhof auf der Insel!\u201c. Veranstalter war die \u2013 von mir 2001 ins Leben gerufene Bahnfachleutegruppe B\u00fcrgerbahn statt B\u00f6rsenbahn (BsB). Die Konferenz fand am 6. und 7. M\u00e4rz 2004 statt. Ort der Tagung war \u2026 der Bayerische Hof. Nat\u00fcrlich h\u00e4tten wir uns nie und nimmer einen derart prominenten Ort f\u00fcr eine solche Konferenz leisten \u2013 und damit mit Theo Waigel und den EU-Finanzministern konkurrieren \u2013 k\u00f6nnen. Doch es war den Menschen, die sich in Lindau gegen die Bahnhofszerst\u00f6rungspl\u00e4ne zusammengefunden hatten, allen voran Charly, gelungen, auch prominente CSU-Menschen f\u00fcr unsere Sache zu gewinnen, im echten Sinne \u201eKonservative\u201c, also Menschen, die das Bestehende zu bewahren versuchen. Einer von ihnen war der damalige Chef und Eigent\u00fcmer des Bayerischen Hofs, der heutige Senior-Chefs dieses Hotels, Dr. Richard Stolze. Er \u00f6ffnete uns die Tore und die R\u00e4ume des Hotels f\u00fcr unsere \u2013 sehr gut besuchte \u2013 Konferenz. Wir tagten dort zwei Tage lang mit prominenten Referenten \u2013 unter anderem mit den Verkehrsexperten Prof. Heiner Monheim (Trier und Bonn) und Prof. Karl-Dieter Bodack (Gr\u00f6benzell), mit dem Regisseur Klaus Gietinger (Lindenberg und Frankfurt\/M.) und dem Hotelier und Eisenbahnenthusiasten Andreas Kleber (Bad Saulgau \/ Schorndorf). Erg\u00e4nzt um eine demonstrative Fahrt \u00fcber den See nach Bregenz mit dem Schiff und zur\u00fcck nat\u00fcrlich per Zug \u2013 auch als Werbung f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Bodensee-S-Bahn.[10] \u201eBewaffnet\u201c mit einer noch auf dieser Schiff- und Bahnfahrt verfassten Resolution zur Verteidigung des Inselbahnhofs. M\u00fcndend in das bereits zitierte Buch \u201eInselbahnhof \u2013 Krimi Lindau\u201c. Und da ich damals auch im Hotel \u2013 von Herrn Stolze senior deutlich subventioniert \u2013 n\u00e4chtigen durfte und in diesem Zusammenhang wohl meine E-Mail-Adresse hinterlie\u00df, erhalte ich die genannten regelm\u00e4\u00dfigen PR-Zusendungen. Wobei deren Inhalt mich gelegentlich bef\u00fcrchten l\u00e4sst, dass eine vergleichbare Konferenz zum Erhalt von Stadtqualit\u00e4t und Verteidigung des Inselbahnhofs dort kaum mehr ausgerichtet werde k\u00f6nnte.[11]<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie w\u00e4re es, wenn Sie, Herr Dr. Robert Stolze, aktueller Chef des Hotels, eine Feier im kleinen Kreis veranstalten w\u00fcrden, um den Kulturpreistr\u00e4ger der Stadt Lindau des Jahres 2022 zu w\u00fcrdigen?<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Charly war in den ersten Jahren Mitglied der SN-Redaktion. Sp\u00e4ter schrieb er des \u00d6fteren f\u00fcr das Blatt. Charly holte mich zu dem Blatt als jemand, der rund zwei Jahre lang Gastkommentare schrieb. Wir ver\u00f6ffentlichten in den \u201eS\u00fcdschw\u00e4bischen Nachrichten\u201c auch Gr\u00f6\u00dferes \u2013 so den ausgefeilten, umfassenden \u201eAlternativen Verkehrsplan Mittleres Schussental\u201c mit der Wiedereinf\u00fchrung der Stra\u00dfenbahn in Ravensburg\/Weingarten (\u201es\u00b4B\u00e4hnle\u201c). Sp\u00e4ter in Buchform ver\u00f6ffentlicht in: Winfried Wolf, Sackgasse Autogesellschaft \u2013 H\u00f6chste Eisenbahn f\u00fcr die Alternative, Frankfurt\/M.1988 und 1989. S. 69ff.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Siehe ausf\u00fchrlich die Literaturangaben auf der Website von Karl Schweizer: http:\/\/www.edition-inseltor-lindau.de\/<\/p>\n\n\n\n<p>[3] \u201eUm B\u00fcrgern, Vereinen, Schulen ihr Grundversorgungsbad zu erhalten, h\u00e4tte die Stadt 2014 \u201enur\u201c 1,75 Mio \u20ac investieren m\u00fcssen, um den Sanierungsstau im [damals noch bestehenden Hallenbad-; W.W.] Limare zu beseitigen. Stattdessen forcierten Verwaltung und Stadtratsmehrheit die Therme im Landschaftsschutzgebiet auf risikobehaftetem Baugrund. F\u00fcr Beratungs- und Planungskosten der&nbsp;Therme hat die Stadt inzwischen 1,6 Mio \u20ac&nbsp;bezahlt. Dahin ist auch die Hoffnung, ein Privatinvestor w\u00fcrde der Stadt ein neues, preiswertes Grundversorgungsbad bauen. 2017 erh\u00f6hte sich der Preis von 11,5 Mio \u20ac auf 12,45 Mio \u20ac und jetzt liegt er bei 14,4 Mio \u20ac.&nbsp;\u2013 Das ist der Preis der Ma\u00dflosigkeit.\u201c <em>Alexander Kiss, Bunte Liste, Pressemitteilung vom 20. Februar 2018.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[4] Ich gehe auf diese systematische Politik der \u00dcberrumpelung der \u00d6ffentlichkeit bei all diesen Bahnhofszerst\u00f6rungsprojekten \u2013 in Stuttgart, in Frankfurt\/M., in M\u00fcnchen und in Lindau \u2013 ein ausf\u00fchrlich in: Winfried Wolf, abgrundtief + bodenlos, Stuttgart 21, sein absehbares Scheitern und die Kultur des Widerstands, 3. erweiterte Auflage, K\u00f6ln 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>[5] Die mit Stuttgart 21 vergleichbaren Projekte \u201eFrankfurt21\u201c und \u201eM\u00fcnchen21\u201c konnten zun\u00e4chst &#8211; durch massiven B\u00fcrgerwiderstand \u2013 gestoppt werden. Inzwischen leben sie neu auf \u2013 in Frankfurt\/M. mit dem Projekt eines 40 Meter tief gelegenen Fernbahntunnels und in M\u00fcnchen mit dem Projekt \u201eZweite S-Bahn-Stammstrecke\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>[6] Eine Dokumentation der Ereignisse um die Pl\u00e4ne zur Bahnhofsverlegung findet sich, verfasst von Karl Schweizer, in dem Buch \u201eInselbahnhof &#8211; Krimi Lindau, herausgegeben von Klaus Gietinger, Wolfgang Hesse, Karl Schweizer und Winfried Wolf, Wilhelmshorst 2004 (Winfried Wolf Eigenverlag), Seiten 94ff.<\/p>\n\n\n\n<p>[7] Studie der Deutschen immobilien-Anlagengesellschaft mbH, einer Tochter der Deutschen Bank, erstellt im Auftrag der Deutschen Bahn AG, hier wiedergegeben in: Inselbahnhof Krimi Lindau, a.a.O., S. 99,<\/p>\n\n\n\n<p>[8] Hoybote, Zeitschrift der Bunten Liste, Juni 1997 (Sonderdruck).<\/p>\n\n\n\n<p>[9] Im Dezember 2021 wurde die endlich elektrifizierte Strecke Ulm \u2013 Friedrichshafen \u2013 Lindau in Betrieb genommen wurde. Doch der nunmehr durchgehende IRE (ein Regionalexpress) endet in Reutin und f\u00e4hrt den Inselbahnhof nicht an. Laut Auskunft der DB soll der Reisende f\u00fcr die rund zwei Kilometer von Reutin nach Insel Lindau einen Bus mit einer Fahrtzeit von mehr als einer Viertelstunde nehmen. Siehe: Winfried Wolf, Bodensee-Motive auf WC-Scheiben \u2013 zur Er\u00f6ffnung der elektrifizierten Strecke Ulm \u2013 Lindau in: KONTEXT, Stuttgart, Nr. 560, Dezember 2021. Als im Januar 2022 die Inbetriebnahme einer neuen S-Bahn-Linie aus der Schweiz \u00fcber \u00d6sterreich bis Lindau gefeuert wurde, hie\u00df es in der Lindauer Zeitung in einem Beitrag von Evi Eck-Gedler: \u201eIm Zwei-Stunden-Takt sind die Z\u00fcge der \u201eThurbo-Bahn\u201c zwischen Romanshorn, Rorschach, St. Margrethen, Bregenz und Lindau unterwegs [\u2026] Was manchen st\u00f6rt: Diese Z\u00fcge [\u2026] fahren nicht bis auf die Insel. Sie wenden vielmehr [\u2026] im Bahnhof Reutin. [\u2026] Die politisch Engagierten rund um Kreisrat Karl Schweizer \u00fcben in einem stadtweit verteilten Infoblatt Kritik, weil nach ihren Informationen die Ursache bei der Stadt Lindau zu suchen sei. \u00b4So funktioniert eine Verkehrswende nicht\u00b4, kommentiert Schweizer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[10] Eine von uns und Freundinnen und Freunden eines sanften Tourismus propagierte Idee ist eine Bodensee-S-Bahn und damit die M\u00f6glichkeit, rund um den See die Kombination von Fahrrad, Bahn und Schiff nutzen und daf\u00fcr einheitliche Tickets f\u00fcr umweltfreundliche Mobilit\u00e4t in den vier L\u00e4ndern Deutschland, \u00d6sterreich, Liechtenstein und Schweiz anbieten zu k\u00f6nnen. Siehe z.B. <a href=\"https:\/\/www.bodensee-s-bahn.org\/\">https:\/\/www.bodensee-s-bahn.org\/<\/a> und https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodensee-S-Bahn.<\/p>\n\n\n\n<p>[11] So wird mir in der j\u00fcngsten Aussendung vom Management des Hotels Bayerischer Hof mitgeteilt, dass \u201edie neu erstellte Therme in Lindau unser Angebot zus\u00e4tzlich (bereichert)\u201c habe.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Winfried Wolf ist aktiv bei Bahn f\u00fcr Alle und B\u00fcrgerbahn statt B\u00f6rsenbahn. Er ist Chefredakteur von Lunapark21 \u2013 Zeitschrift zur Kritik der globalen \u00d6konomie. Er ist auch verantwortlich f\u00fcr die Publikationen ZeroCovid und Zeitung gegen den Krieg. Websites: <\/em><a href=\"http:\/\/www.winfriedwolf.de\/\"><em>www.winfriedwolf.de<\/em><\/a><em> und <\/em><a href=\"http:\/\/www.lunapark21.net\/\"><em>www.lunapark21.net<\/em><\/a><em>. Kontakt: <\/em><a href=\"mailto:redmole@gmx.net\"><em>redmole@gmx.net<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>J\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung: Tempowahn. Vom Fetischismus Geschwindigkeit zur Notwendigkeit der Entschleunigung,Promedia Wien 2021<\/em> (220 Seiten, 16 Euro).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kulturpreis 2022 der Stadt Lindau: Seit vielen Jahren erhalte ich alle paar Monate eine Werbe-E-Mail des F\u00fcnf-Sterne-Hotels Bayerischer Hof in Lindau. In der letzten, datiert auf den 20. Januar 2022, erkl\u00e4rt das Hotel-Management, man habe im Corona-Jahr \u201edas Beste aus einer schwierigen Zeit gemacht\u201c und dies \u201everdanken wir Ihnen &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1744"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1744"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1745,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1744\/revisions\/1745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}