{"id":2397,"date":"2023-02-10T20:10:42","date_gmt":"2023-02-10T19:10:42","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=2397"},"modified":"2023-02-10T20:10:44","modified_gmt":"2023-02-10T19:10:44","slug":"newsletter-10-februar-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=2397","title":{"rendered":"Newsletter \u2013 10. Februar 2023"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dies ist der zweite Newsletter von <em>B\u00fcrgerbahn \u2013 Denkfabrik f\u00fcr eine starke Schiene<\/em>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich berichte heute zu den folgenden Themen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li><strong>Stuttgart 21-Film \u201eDas Trojanische Pferd\u201c \u2013 eine ausgezeichnete Zwei-Monats-Bilanz<\/strong><\/li><li><strong>Generalsanierung ist Generalunsinn \u2013 Ex-SBB-Chef spricht in Saarbr\u00fccken<\/strong><\/li><li><strong>Bundesverkehrsminister Wissing will mehr Stra\u00dfenbau \u2013 was die Fortsetzung dessen ist, was zuvor die Amtsvorg\u00e4nger Ramsauer, Dobrindt und Scheuer gemacht haben<\/strong><\/li><li><strong>Zugungl\u00fcck in Burgrain (bei Garmisch-P.) vom Juni 2022: Die <em>B\u00fcrgerbahn<\/em>-Studie findet Best\u00e4tigung<\/strong><\/li><li><strong>T\u00e4glicher Rail-Blog von <em>B\u00fcrgerbahn<\/em> \u2013 ein Versuch<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Viel Freude &amp; reichlich Erkenntnisse beim Lesen w\u00fcnscht:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Winfried Wolf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>1. Film \u201eDas Trojanische Pferd \u2013 Stuttgart 21<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Gietinger, Mitglied bei B\u00fcrgerbahn seit Gr\u00fcndung im Jahr 2000, ist mit dem Film \u201eDas Trojanische Pferd \u2013 Stuttgart 21\u201c offensichtlich ein wunderbarer Erfolg gelungen. Wobei es eine Reihe von Leuten gibt, die zum Gelingen beigetragen haben. Es geht im Folgenden um den Film selbst, um eine Ausstellung in \u00dcberlingen (Bodensee) und um die Film-DVD.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DER FILM \/\/ <\/em><\/strong>Die Premiere des Films war \u2013 ich berichtete im letzten Newsletter von Ende Dezember \u2013 am 21. November 2022 im Programmkino Delphi in Stuttgart. Bis Anfang Februar 2023 sieht die Bilanz wie folgt aus: Danach haben den 90-Minuten-Film bisher 1885 Zuschauer bei 23 Kinovorf\u00fchrungen gesehen. 667 davon in Stuttgart (35%).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Januar 23 blieb das&nbsp;Echo&nbsp;mit 914 Zuschauern in 13 Vorf\u00fchrungen sehr hoch (49%) Das zeigt auch die Anzahl der geplanten weiteren Termine (16). Bis auf wenige Ausnahmen (wie T\u00fcbingen) waren die Vorf\u00fchrungen mit den anschlie\u00dfenden Filmgespr\u00e4chen sehr gut besucht, was f\u00fcr Nachfolgetermine&nbsp;sorgte. In T\u00fcbingen wird ein weiterer, besser&nbsp;vorbereiteter Kinoabend stattfinden.&nbsp; Bei den weitaus meisten Auff\u00fchrungen war Klaus Gietinger anwesend; er stand dann danach den Besucherinnen und Besuchern in der Diskussion Rede und Antwort. \u00dcberall sind die Menschen emp\u00f6rt und betroffen angesichts des krassen Zerst\u00f6rungspotentials des Gro\u00dfprojekts und der Verantwortungslosigkeit der f\u00fcr S21 Verantwortlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DIE AUSSTELLUNG AM BODENSEE \/\/ <\/em><\/strong>Am 24. M\u00e4rz findet in \u00dcberlingen (Bodensee) in der St\u00e4dtischen Galerie die Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201eS21 \u2013 Das Trojanische Pferd\u201c des Bildhauers Peter Lenk statt. Sie endet am 8. Oktober 2023. Lenk fertigte 2018 bis 2020 die elf Meter hohe Skulptur \u201eSchw\u00e4bischer Laokoon\u201c, die Stuttgart 21 und den Widerstand gegen das Gro\u00dfprojekt zum Thema hat. Diese Skulptur und das Projekt S21 selbst werden in der Ausstellung im Zentrum stehen. Als Teil der Pr\u00e4sentation der Lenk-S21-Kunst wird in einem getrennten Raum der erw\u00e4hnte Film \u201eDas Trojanische Pferd\u201c (in einer deutlich gek\u00fcrzten Fassung) in Dauerschleife gezeigt. Bei der Er\u00f6ffnung am 24. M\u00e4rz sind Klaus Gietinger und ich offiziell als G\u00e4ste geladen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DIE FILM-DVD (NEU) \/\/ <\/em><\/strong>Wegen der gro\u00dfen Nachfrage haben wir inzwischen eine Neupressung der DVD zum S21-Film in Auftrag gegeben. Diese wird ab dem 20. Februar verschickt. Die Neupressung basiert auf der im vergangenen Dezember nochmals optimierten Fassung des Films, mit zus\u00e4tzlichen Beitr\u00e4gen von Christine Prayon, J\u00fcrgen Resch (Deutsche Umwelthilfe) und Klimaaktivistinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>WICHTIG: DEN FILM VOR ORT AUFF\u00dcHREN!! \/\/ <\/em><\/strong>Bitte pr\u00fcft, ob ihr den Film bei Euch vor Ort auff\u00fchren k\u00f6nnt. Infos zum Film siehe <a href=\"https:\/\/buergerbahn-denkfabrik.org\/category\/klimabahn-der-film\/\">HIER<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>2. Generalsanierung des Schienennetzes<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab Fr\u00fchsommer n\u00e4chsten Jahres findet in Deutschland eine hochumstrittene \u201eGeneralsanierung\u201c des Schienennetzes statt. Dabei soll jeweils f\u00fcr 5 bis 6 Monate ein \u201eKorridor\u201c des Netzes komplett gesperrt werden, beginnend mit Mannheim \u2013 Frankfurt (der \u201eRiedbahn\u201c). &nbsp;Das im Bundesverkehrsministerium unter Volker Wissing (FDP) entwickelte Gro\u00dfprojekt endet dann fr\u00fchestens 2030. Solche langzeitigen Sperrungen gro\u00dfer, zentraler Strecken m\u00fcssen negative Auswirkungen auf das gesamte Netz und fast auf den gesamten Fahrplan haben \u2013 und dies in einem mehr als f\u00fcnfj\u00e4hrigen Zeitraum. Das wird den Fernverkehr deutlich belasten; viele Fahrtzeiten werden sich verl\u00e4ngern. Im Schienenpersonennahverkehr wird es dar\u00fcber hinaus in den betroffenen \u201eKorridoren\u201c oft nur noch \u201eSEV\u201c, Schienenersatzverkehr, also Busse anstelle von Eisenbahnbetrieb, geben. In der Bilanz muss das zu einer Verlagerung von der Schiene auf die Stra\u00dfe f\u00fchren; das Ziel der alten Bundesregierungen und der neuen Ampel-Regierung, wonach sich bis 2030 der Schienenverkehr verdoppeln soll, wird damit definitiv zunichte gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem aber ist diese Art Generalsanierung technisch unn\u00f6tig und dar\u00fcber hinaus mit enorm hohen zus\u00e4tzlichen Steuer-Milliarden verbunden. Unsere Gruppe <em>B\u00fcrgerbahn<\/em> hat dazu im Sp\u00e4therbst 2022 eine ausf\u00fchrliche Studie vorgelegt, die eine entsprechende Bilanz zieht. Eine vergleichbare Sicht vertreten auch Bahnprofis \u2013 so der Ex-SBB-Chef. Dazu ein Bericht von Klaus Gietinger:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAm 30. Januar 2023 hielt der langj\u00e4hrige, ehemalige Chef der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB ) Benedikt Weibel in Saarbr\u00fccken, und dort in der Stiftung Demokratie (SPD-nah), Europaallee 18, einen lebendigen Vortrag, in dem er mit deutlichen Worten die verfehlte Verkehrspolitik des Bundes und der Deutschen Bahn kritisierte. Die monatelange Sperrung von Hauptverkehrskorridoren zwecks Sanierung der Strecken sei ein Irrweg, der die Fahrg\u00e4ste in Scharen vertreibe. In der Schweiz saniere man Bahnstrecken unter dem laufenden Rad\u00b4 wie man das bei allen Eisenbahnen Europas \u2013 bislang auch der Deutschen &#8211; seit gut 150 Jahren mache.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter Bericht Gietinger: \u201eAu\u00dferdem gei\u00dfelte Weibel das Milliardengrab Stuttgart 21, wie die Auslandsaktivit\u00e4ten der Deutschen Bahn, die zur Vernachl\u00e4ssigung des deutschen Bahnbetriebes und Netzes gef\u00fchrt h\u00e4tten. Eine moderne Bahnpolitik k\u00f6nne auf einen integralen Taktverkehr nicht verzichten. Erfreut zeigte sich Weibel, dass der B\u00f6rsengang der DB vor Jahren verhindert worden sei, denn mit Aktien von einem Betrieb zu handeln, der mit Milliardenbetr\u00e4gen des Staates bezuschusst werde, sei widersinnig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen mit Herrn Weibel im Austausch und lie\u00dfen ihm die <em>B\u00fcrgerbahn<\/em>-Studie zum Thema \u201eGeneralsanierung\u201c zukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Studie siehe <a href=\"https:\/\/klimabahn-initiative.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2022-11-11-Generalsanierung-Studie-WW06.pdf\">HIER<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>3. Wissing will mehr Stra\u00dfenbau, bremst die Schiene und baut Schienenstrecken als Zubringer zum Flugverkehr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit den 1970er Jahren hei\u00dft es, es g\u00e4be inzwischen oder absehbar eine &#8222;Markts\u00e4ttigung&#8220; hinsichtlich des Pkw-Bestands. Das erweist sich von Jahr zu Jahr als Zweckpropaganda oder Lebensl\u00fcge. W\u00e4hrend es 1975 auf deutschem Boden (BRD und DDR) rund 20 Millionen Pkw gab, sind es Anfang 2023 mit 49 Millionen knapp zweieinhalb Mal so viele. Dabei kommt es selbst noch in letzter Zeit von Jahr zu Jahr zu einem Nettoplus im Bestand: 2022 waren es rund 350.000 Pkw mehr als im Vorjahr. Erstmals \u00fcberstieg allein der Pkw-Bestand die 49-Millionen-Marke (Kfz \u2013 also einschlie\u00dflich Lkw und Busse \u2013 sind es mehr als 60 Millionen).<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei es bei diesem ungez\u00fcgelten Wachstum der Pkw-Zahl und damit auch des Pkw-Verkehrs kaum um Bed\u00fcrfnisbefriedigung geht. Die Autoindustrie schafft sich den Markt selbst &#8211; mit tatkr\u00e4ftiger Hilfe durch den Staat \u2013 durch Subventionen und vor allem durch einen fortgesetzten Stra\u00dfenbau. Bundesverkehrsminister Wissing (FDP) hat in den letzten Wochen mehrfach erkl\u00e4rt, dass er am fortgesetzten Stra\u00dfenneubau und Stra\u00dfenausbau festhalten werde. 46 Stra\u00dfenbauprojekte, die im Bundesverkehrswegeplan laut Wissing \u201efest disponiert\u201c seien, sollen in den Status \u201eim \u00fcberragenden Interesse\u201c versetzt \u2013 und damit definitiv in den n\u00e4chsten Jahren gebaut \u2013 werden. (Tagesspiegel vom 8. Dezember 2022). Das steht in direktem Gegensatz zur Entwicklung der Schieneninfrastruktur; unsere Gruppe <em>B\u00fcrgerbahn<\/em> dokumentiert dies mit den j\u00e4hrlichen Alternativen Gesch\u00e4ftsberichten Deutsche Bahn. Seit 1994 wurde die Betriebsl\u00e4nge des Netzes um knapp 20 Prozent reduziert, die Gleisl\u00e4nge (einschlie\u00dflich Nebengleise) wurde um 25 Prozent abgebaut, die Zahl der Weichen&nbsp; mehr als halbiert. Bei den Gleisanschl\u00fcssen (Industriegleise) liegt der Abbau sogar bei mehr als 80 Prozent. Selbst in j\u00fcngerer Zeit setzt sich der Abbau fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt: Wer Stra\u00dfen baut, wird Stra\u00dfenverkehr ernten. Wer Schieneninfrastruktur abbaut, wird Schienenverkehre an die Stra\u00dfe und die Luftfahrt verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei es sogar neue Schienenprojekte gibt, die direkt zu einer fatalen Verkehrsverlagerung weg von der Schiene f\u00fchren m\u00fcssen. Zwei Beispiele aus j\u00fcngerer Zeit:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>G\u00c4UBAHN-KAPPUNG \/\/ <\/em><\/strong>Ab Mitte 2025 soll die \u201eG\u00e4ubahn\u201c, die Schienenverbindung Z\u00fcrich \u2013 Stuttgart, in Vaihingen, 12 Kilometer vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof, gekappt werden. Eine durchgehende Verbindung, die es mehr als 100 Jahre lang gab, die auch in Krisenzeiten funktionierte, soll es nicht mehr geben. Ein Jahrzehnt lang m\u00fcssen dann Fahrg\u00e4ste aus der Schweiz und aus St\u00e4dten (wie Singen, Tuttlingen, Rottweil, Horb) entlang dieser Strecke auf Tram und S-Bahn umsteigen. Viele werden dann zum Stra\u00dfenverkehr oder zum Luftverkehr abwandern. Gleichzeitig planen Bund und Bahn einen 11-Kilometer langen Schienentunnel (\u201ePfaffensteigtunnel\u201c) n\u00f6rdlich von B\u00f6blingen, mit dem man von dort zun\u00e4chst zum Flughafen Stuttgart fahren muss (wo der Fernzug einen Halt einlegt), um erst danach \u2013 durch einen weiteren Tunnel \u2013 nach Stuttgart Hauptbahnhof gef\u00fchrt zu werden. Wobei der erw\u00e4hnte \u201ePfaffensteig-Tunnel\u201c fr\u00fchestens 2035 fertiggestellt sein kann. Es gibt also au\u00dfer der rund zehnj\u00e4hrigen Unterbrechung dieser Verbindung die durchsichtige Absicht, m\u00f6glichst den Flugverkehr (ab Stuttgart-Echterdingen) durch eine umgeleitete Schienenverkehrsverbindung zu optimieren (und Flugg\u00e4ste, die m\u00f6glicherweise ab Z\u00fcrich-Kloten starten wollen, f\u00fcr den Stuttgarter Airport abzuwerben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>ICE ALS ZUBRINGER ZUM FLUGVERKEHR (M\u00dcNCHEN)\/\/ <\/em><\/strong>Vergleichbares ist in <em>M\u00fcnchen<\/em> geplant. Nach j\u00fcngsten Berichten soll der M\u00fcnchner Flughafen eine ICE-Anbindung erhalten. Daf\u00fcr sollen nach aktueller (noch nicht offizieller, bahn- und ministeriums-interner) Planung f\u00fcnf Milliarden Euro investiert werden. Erfahrungsgem\u00e4\u00df wird es am Ende deutlich teurer werden. Die Fahrtzeit von M\u00fcnchen Hbf. zum Airport soll dann bei 25 Minuten liegen. Tats\u00e4chlich ist der M\u00fcnchner Flughafen bereits ans Schienennetz angebunden. Es gibt st\u00fcndlich mindestens vier S-Bahn-Verbindungen vom M\u00fcnchner Hauptbahnhof zum Airport und zur\u00fcck. Die S-Bahn-Fahrt dauert 45 Minuten. Angesichts der inzwischen langen Check-in-Zeiten f\u00e4llt der Fahrtzeitgewinn von rund 10 Minuten im Vergleich S-Bahn mit ICE kaum ins Gewicht. Zumal sich einige ICE-Verbindungen, insoweit sie dann einen Halt am M\u00fcnchner Airport haben, eine l\u00e4ngere Gesamtfahrtzeit bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Projekt des Bundesverkehrsministeriums l\u00e4uft vor allem darauf hinaus, dass knappes Geld, das der Schiene zukommen soll, daf\u00fcr eingesetzt wird, den ICE-Verkehr&nbsp; zum Flughafen-Zubringer-Verkehr zu degradieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. <\/strong><strong>Zugungl\u00fcck in Burgrain (bei Garmisch-P.) vom Juni 2022 best\u00e4tigt <em><a href=\"http:\/\/buergerbahn-denkfabrik.org\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Erweiterte-Analysen-zu-Burgrain-16.07.2022.pdf\">B\u00fcrgerbahn-Studie<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 3. Juni vergangenen Jahres kam es in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen zu einem schweren Bahnungl\u00fcck, bei dem f\u00fcnf Menschen den Tod fanden und Dutzende schwer verletzt wurden. Die BI Prellbock Altona in Hamburg, <em>B\u00fcrgerbahn<\/em> und die GDL organisierten darauf am 26. Juli in M\u00fcnchen eine gemeinsame Pressekonferenz. Wir vertraten dort, gest\u00fctzt auf eine Studie, die wesentlich Dieter Doege von der BI Prellbock verfasst hatte, die These, dass die entscheidende Ursache f\u00fcr das Ungl\u00fcck vor allem in der Schw\u00e4chung des Bahndamms zu suchen sei. Diese Schw\u00e4chung des Damms kam durch die im Jahr 2000 vorgenommene Zusammenlegung zweier Stra\u00dfen (Bundesstra\u00dfen 2 und 23) zustande, durch deren Heranf\u00fchrung an den Bahndamm und die gleichzeitige Heranf\u00fchrung eines Baches (\u201eKatzenbach\u201c) an den Bahndamm mit Reduktion des Bahndammsockels. Die These des DB-Konzerns, wonach urs\u00e4chlich f\u00fcr das Bahnungl\u00fcck eine fehlerhafte Charge von Betonschwellen sei, haben wir damals bereits als fragw\u00fcrdig bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Pressekonferenz stie\u00df auf ein enormes Medien-Echo. Die Deutsche Bahn jedoch warf Nebelkerzen und vertrat unbeirrt die These, dass besagte Charge mit fehlerhaften Betonschwellen urs\u00e4chlich f\u00fcr das Ungl\u00fcck gewesen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>In der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> vom 8. Februar 2023 erschien nun ein von Klaus Ott und Matthias K\u00f6pf verfasster Bericht, in dem unsere Grundaussagen bereits in der \u00dcberschrift (\u201eAufgeweichter Bahndamm k\u00f6nnte Grund f\u00fcr Zugungl\u00fcck sein\u201c) Best\u00e4tigung finden. Dabei werden unsere Studie und die &#8222;PK der GDL&#8220; ausdr\u00fccklich und relativ ausf\u00fchrlich gew\u00fcrdigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieter Doege steht in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, die unsere Thesen mit wachsendem Interesse verfolgt respektive w\u00fcrdigt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns stellen sich nun die folgenden Fragen:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Hat die Deutsche Bahn vor rund zwei Jahrzehnten mit dem Ja zu der genannten ver\u00e4nderten F\u00fchrung der genannten Bundesstra\u00dfen und des Baches und mit dem VERKAUF von Bahngel\u00e4nde&nbsp;und damit mit der deutlichen Schw\u00e4chung des Bahndamms verantwortungslos gehandelt und zu der sp\u00e4teren Trag\u00f6die beigetragen? Sind in diesem Kontext andere Instanzen mitverantwortlich f\u00fcr das tragische Ungl\u00fcck (Stra\u00dfenbaubeh\u00f6rde; Freistaat Bayern)?<\/p>\n\n\n\n<p>2. Wie kann es sein, dass bei einer eingleisigen und stark frequentierten Bahnstrecke, deren Ausbau zur Zweigleisgkeit seit Jahrzehnten \u00f6ffentlich diskutiert und vielfach gefordert wird, an entscheidender Stelle eine Verengung des Bahndamms zugelassen wird, womit der sp\u00e4tere Ausbau zur Zweigleisigkeit faktisch f\u00fcr immer ausgeschlossen ist?<\/p>\n\n\n\n<p>3. H\u00e4tte nicht zumindest der Einbau einer Fangschiene an der entsprechenden Stelle erfolgen m\u00fcssen? Damit w\u00e4re \u2013 trotz Entgleisung \u2013 verhindert worden, dass die Wagen den steilen Hang hinabst\u00fcrzten. H\u00e4tte nicht zumindest nach dem Ungl\u00fcck und dem Wiederaufbau der Strecke eine solche Fangschiene eingebaut werden m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<p>4. War es nicht unverantwortlich, dass die DB nach Wiederherstellung des Streckenabschnittes an dieser Stelle die Z\u00fcge weiter mit der urspr\u00fcnglich zugelassenen Geschwindigkeit von 100 km\/h verkehren lie\u00df? Umgehend nach dem zitierten SZ-Bericht wurde dann eine Langsamfahrstelle mit Tempo 70 km\/h eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bleiben am Ball. Wir pr\u00fcfen, ob wir die Kraft haben f\u00fcr eine zweite Pressekonferenz vor Ort. Wir werden neue, erg\u00e4nzte Texte zu unserer Studie vorlegen, womit unsere Grundaussagen nochmals best\u00e4rkt werden. Vor allem dr\u00e4ngen wir darauf, dass die Nebelkerzen der DB AG als solche erkannt und eine gr\u00fcndliche Ursache des Bahnungl\u00fccks durchgef\u00fchrt wird \u2013 mit Benennung der Verantwortlichen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong><em>T\u00e4glicher Railblog<\/em><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wir wollen ab Montag, dem 13. Februar, einen t\u00e4glichen \u201eRail Blog\u201c publizieren. Wobei an jedem Tag eine andere Person (bzw. ein anderer Ort) schreiben wird. Konkret: Montag = ich (Winfried Wolf) \/\/ Dienstag = \u201eHamburg\u201c (Prellbock) \/\/ Mittwoch = Heiner Monheim \/\/ Donnerstag = \u201eStuttgart\u201c (Aktionsb\u00fcndnis und Mo-Demo gegen S21) \/\/ Freitag = Andreas Kleber \/\/ Samstag = Joachim Holstein \/\/ optional Sonntag = Klaus Gietinger.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen nicht, ob das klappt. Und ob das gut wird. Doch es ist den Versuch wert.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn bei einem bin ich mir sicher: Die Gruppe <em>B\u00fcrgerbahn \u2013 Denkfabrik f\u00fcr eine starke Schiene <\/em>ist einmalig hinsichtlich ihrer Kompetenz, der Buntheit und Breite ihrer Zusammensetzung und bei dem unersch\u00fctterlichen, unbestechlichen Engagement f\u00fcr die Schiene!<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte daran denken: Wir arbeiten alle ehrenamtlich! Wir sind jedoch auf SPENDEN angewiesen! Alle Spenden gehen direkt in die Sacharbeit \u2013 f\u00fcr eine B\u00fcrgerbahn und f\u00fcr eine starke Schiene!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Spendenkonto wie folgt: BFS e.V., IBAN DE04 1605 0000 3527 0018 66.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitglieder von <strong><em>B\u00fcrgerbahn \u2013 Denkfabrik f\u00fcr eine starke Schiene <\/em><\/strong>sind u.a.: Tom Adler (Stuttgart) \/ Prof. Karl-Dieter Bodack (Gr\u00f6benzell) \/ Ernst Delle (Schorndorf) \/ Dr. Christoph Engelhardt (M\u00fcnchen) \/ Klaus Gietinger (Saarbr\u00fccken) \/ Dipl.Ing. Eberhard Happe (Celle) \/ Johannes Hauber (Mannheim) \/ Prof. Wolfgang Hesse (M\u00fcnchen) \/ Joachim Holstein (Hamburg) \/ Michael Jung (Hamburg) \/ Andreas Kegrei\u00df (Herrenberg) \/ Andreas Kleber (Schorndorf) \/ Volker Krombholz (Berlin \/ Ernst-G\u00fcnter Lichte (Hamburg)&nbsp; \/Prof. Heiner Monheim (Stendorf) \/ Roland Morlock (Esslingen) \/ Andreas M\u00fcller-Goldenstedt (Hamburg) \/ Christoph Ohliger (Rosenheim) \/ Prof. Helge Peukert (Siegen\/Frankfurt\/M.) \/ Markus Schmidt (Limburg) \/ Dr. Winfried Wolf (Potsdam)<\/p>\n\n\n\n<p>[Stand: 10. Februar 2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>B\u00fcrgerbahn \u2013 Denkfabrik f\u00fcr eine starke Schiene<\/em><\/strong> wird unterst\u00fctzt von den folgenden Bahn-Initiativen: Aktionsb\u00fcndnis gegen Stuttgart 21, Aktionsgemeinschaft Inselbahnhof Lindau \/ Prellbock Altona<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der zweite Newsletter von B\u00fcrgerbahn \u2013 Denkfabrik f\u00fcr eine starke Schiene. 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