{"id":336,"date":"2018-07-16T12:30:55","date_gmt":"2018-07-16T10:30:55","guid":{"rendered":"http:\/\/winfriedwolf.de\/wordpress\/?p=336"},"modified":"2020-01-24T09:00:03","modified_gmt":"2020-01-24T08:00:03","slug":"trump-und-das-grosse-kapital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=336","title":{"rendered":"Trump und das gro\u00dfe Kapital"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Die\nSchleimspuren europ\u00e4ischer Wirtschaftsf\u00fchrer<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Das\nspannende Protokoll eines denkw\u00fcrdigen Treffens mit Trump in Davos.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Vorgestellt, \u00fcbersetzt und kommentiert von<\/em> <em>Winfried Wolf<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. Januar 2018  gab es\nin Davos am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF)  ein denkw\u00fcrdiges\nTreffen. Auf Einladung des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump trafen sich\n15 europ\u00e4ische Wirtschaftsbosse mit dem US-Pr\u00e4sidenten. Der\nWEF-Initiator und WEF-Pr\u00e4sident Klaus Schwab durfte auf einem\nKlappsitz Platz nehmen. Zu den Teilnehmern und dem Hintergrund bei\neinzelnen Unternehmen siehe Teil II. Insgesamt ein bemerkenswertes\nSittengem\u00e4lde. Albrecht M\u00fcller. Mehr. \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Faktisch ging es den Bossen der\neurop\u00e4ischen Konzerne nur um eines: sich beim US-Pr\u00e4sidenten\neinzuschleimen, die eigene Pr\u00e4senz auf dem US-Markt zu betonen und\nnach neuen Auftr\u00e4gen zu gieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem ungew\u00f6hnlichen Schritt\nver\u00f6ffentlichte das Wei\u00dfe Haus unmittelbar nach dem Event eine\nAbschrift der Tonbahnaufzeichnung von dem Treffen. Es handelte sich\noffensichtlich um eine Textfassung, die mit den Beteiligten nicht\nabgestimmt wurde; an mehr als zwei Dutzend Stellen in der Abschrift\nsteht \u201einaudible\u201c  (\u201enicht verst\u00e4ndlich\u201c). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir ver\u00f6ffentlichen im Folgenden als\nTeil I das Wortprotokoll erstmals in einer ungek\u00fcrzten Fassung (zwei\nMiniauslassungen werden in Anmerkungen (2) erkl\u00e4rt.  Eine gek\u00fcrzte\nFassung wurde im aktuellen Heft von Lunaparkt21, Zeitschrift zur\nKritik der globalen \u00d6konomie ver\u00f6ffentlicht. Die \u00dcbersetzung\nbesorgte Winfried Wolf, Chefredakteur von Lunapark21. In runde\nKlammer gesetzte Teile im Text befinden sich so im Wortprotokoll wie\nvom  Wei\u00dfen Haus ver\u00f6ffentlicht. In eckige Klammern  [] gesetzte\nPassagen wurden vom \u00dcbersetzer eingef\u00fcgt und sind mit \u201eW.W.\u201c\ngekennzeichnet. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte beachten Sie die Hinweise zu\neinigen Unternehmen und zur US-Steuerreform in einem ebenfalls von\nWinfried Wolf verfassten Beitrag, den wir in Teil II  publizieren;\ndiese Information liefern f\u00fcr wichtige  Teile der\n\u201eDavos-Trump-Protokolle\u201c erst die erforderliche W\u00fcrze.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Teil I:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3><strong>The Trump-Davos-Files. <\/strong>\n<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Protokoll einer denkw\u00fcrdigen\nVeranstaltung. <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trump mit kapitalen Freunden in\nDavos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich\nmich bei allen bedanken. Die Bereitschaft, hierher zu kommen, die wir\nund die Vereinigten Staaten erlebten, war unglaublich gro\u00df. Um\ndiesen Tisch herum sitzen einige der gro\u00dfartigsten \nWirtschaftsf\u00fchrer der Welt, einige der gr\u00f6\u00dften Unternehmen der\nWelt. Ich kann mir wohl keinen anderen Ort und keine andere Zeit\nvorstellen, wo es eine solche Ansammlung von Wirtschaftsf\u00fchrern mit\ndieser Statur gab. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich dachte, was ich zuallererst\nmache: Ich m\u00f6chte mich bei dem Professor f\u00fcr den fantastischen Job\nbedanken, den er macht. Klaus [Schwab; Organisator des World Economic\nForum; W.W.] danke vielmals. Du hast wirklich Herausragendes gemacht.\nAll das auf diesem Niveau \u00fcber all die Jahre hinweg\nzusammenzubringen, gereicht dir, deiner ganzen Gruppe und deiner\nFamilie zur Ehre. Also danke vielmals. Es ist eine Ehre hier die\nVereinigten Staaten zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHWAB: Danke, Mr.\nPresident! \n<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wir erfahren eine gro\u00dfe\nW\u00e4rme, ein gro\u00dfes Ma\u00df an Respekt f\u00fcr unser Land. Und vor allem\nviel Geld \u2013 Milliarden und Milliarden Dollar, die in die USA\nstr\u00f6men. Die Leute sind wirklich gl\u00fccklich \u00fcber das, was wir getan\nhaben, nicht nur hinsichtlich der Steuerreform, auch  hinsichtlich\ndes Abbaus an Regulierung, und ich glaube auch, weil wir Cheerleader\nf\u00fcr unser Land sind. Wenn du n\u00e4mlich Cheerleader bist f\u00fcr dein\nLand oder deine Firma, dann wird es gut gehen \u2013 was auch immer\nsonst passieren mag. Und das ist es, was ich bin. Das ist es, was\nmeine ganze Gruppe ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt beginne ich mal auf meiner linken\nSeite. Und dann geht es rund. Hier haben wir einen der ganz gro\u00dfen\nWeltwirtschaftsf\u00fchrer. Sagen Sie ein paar Worte \u00fcber Ihre Firma und\nwas immer Sie so vorhaben. Na los.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER: Danke, Mr. President. Danke\nf\u00fcr die Einladung heute. Offensichtlich arbeite ich f\u00fcr Siemens.\nWir haben 56.000 Leute, die in den USA arbeiten; 34 Milliarden\nUS-Dollar Umsatz. Also wirklich: Gratulation zu Ihrer Steuerreform!\nSie sagten, dass Sie das machen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja, das  sagten wir. Und\n\u00fcbrigens, wenn er sagt, er arbeite f\u00fcr Siemens \u2026  er ist der Chef\nvon Siemens. Aber das geht schon in Ordnung. (Gel\u00e4chter) Das ist\neine klasse Art, das so sagen. Aber machen Sie weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER:  Aber arbeiten Sie nicht\nauch f\u00fcr Ihr Land?<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Yeah! Wir arbeiten f\u00fcr\nunser Land. Das ist schon richtig.(Gel\u00e4chter) Das gleiche Ding. Und\nSiemens geht es gut?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER: Uns geht es echt gut. Es\nist eine Tatsache, dass wir ziemlich viel in dem Land [USA; W.W.]\ninvestiert haben. Und seit Sie mit Ihrer Steuerreform Erfolg hatten,\nbeschlossen wir, die n\u00e4chste Generation mit Gasturbinen in den USA\nzu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Oh, was f\u00fcr ein dickes\nDing. Wirklich gro\u00df! Das ist ja fantastisch!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER: So ist es!<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Und wo werden die\nentwickelt?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER: Charlotte.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Oh, Charlotte \u2013 das\nist gro\u00dfartig! Das ist fantastisch. Ok, danke! Wegen Charlotte! Ganz\ngro\u00dfen Dank \u2013 auch f\u00fcr unser Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. KAESER: Es war mir ein Vergn\u00fcgen.\nIch danke.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. RENJEN: Mr. President. Ich danke\nIhnen hier sein zu k\u00f6nnen. Punit Renjen von Deloitte. F\u00fcr 265.000\nBesch\u00e4ftigte, verteilt \u00fcber den Globus. 70.000 davon in den USA.\nNochmals danke, hier sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Gro\u00dfes Unternehmen!\nDanke vielmals. Gro\u00dfartiger Job!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. RENJEN: Danke Ihnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHNEIDER: Mr. President \u2013 danke\nf\u00fcr die Einladung. Mark Schneider CEO von Nestl\u00e9. Was viele nicht\nwissen: Nestl\u00e9 wurde mitgegr\u00fcndet von amerikanischen Br\u00fcdern, die\nnach dem B\u00fcrgerkrieg in die Schweiz kamen. Heute besch\u00e4ftigen wir\n50.000 Leute in den USA. Wir haben 77 Fertigungsst\u00e4tten. So gut wie\nalles, was wir verkaufen,  kommt von vor Ort. Wir haben 10\nForschungszentren. Und wir sind echt elektrisiert, wie sich der\nUS-Markt entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Den Leute fallen bei\nNestl\u00e9 immer S\u00fc\u00dfigkeiten ein. Ich habe jedoch neulich gelesen,\ndass das in Wirklichkeit nur drei Prozent ihres Unternehmens\nausmacht. Was ist dann derzeit ihr wichtigstes Produkt?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHNIDER: Kaffee, Babynahrung,\nWasser und Tierfutter. Diese sind die \u2026 (unverst\u00e4ndlich)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja. Sie machen einen\necht fantastischen Job. Danke auch. Professor.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHWAB: Ja. In echt\n(unverst\u00e4ndlich). Enorm engagiert auch in den Vereinigten Staaten.\nWas Sie aber wahrscheinlich nicht wissen. Einer von (nicht\nverst\u00e4ndlich) Belegschaft arbeitet in der (nicht verst\u00e4ndlich) \u2026\n800 Leute. Das ist wenig verglichen mit euch anderen. Aber einer aus\nunserem Team arbeitet in New York und in unserem Zentrum f\u00fcr die\nvierte industrielle Revolution in San Francisco.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist sehr gut. War\ndies auch eine erfolgreiche [T\u00e4tigkeit; W.W. ] \u2013 genau dort?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHWAB: Yeah.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Lief das alles sehr gut?\nWeil es echt so aussieht, dass es glatt l\u00e4uft. Echt viele gute\nBeziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SCHWAB: Yeah! Und es ist sogar mehr\nals das, was ich vorher erw\u00e4hnte, Mr. President. Mit dem\nWeltwirtschaftsforum verfolgen wir eine Herangehensweise an die\nglobale Zusammenarbeit, die sehr vom Business bestimmt wird. Meines\nErachtens k\u00f6nnen viele Dinge schneller und effizienter erledigt\nwerden, wenn Unternehmen involviert sind. Das ist es, was wir machen:\nWir bilden Koalitionen zwischen Regierungen, Unternehmen, und, bis zu\neinem bestimmten  Umfang, auch mit der j\u00fcngeren Generation. All das,\num eine pragmatische Herangehensweise an Global Governance zu\npraktizieren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja, und wir f\u00fchlen uns\ngeehrt hier und bei Ihnen zu sein. Danke auch vielmals daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SURI: Guten Abend, Mr. President.\nIch bin Rajeev Suri von Nokia. Wir sind die f\u00fchrende\nTelekommunikationsgesellschaft in der Welt; die Nummer zwei. Wir\nhaben 15.000 Besch\u00e4ftigte in den USA. Und es gibt dort eine der\nwichtigsten R&amp;D- [research and development-] Abteilungen in der\nWelt; verteilt \u00fcber die gesamte US. Wir haben die H\u00e4lfte der\nNeuerwerbung Alcatel-Lucent. Wir sind die Eigent\u00fcmer von Nokia Bell\nLabs in New Jersey. Wir machen echt viel an der Westk\u00fcste, in\nChicago, \u00fcberall im Land, echt. Es ist wirklich die H\u00e4lfte unserer\nLeute, die im Bereich research and delevopment [t\u00e4tig sind; W.W.];\ndie anderen sind im Service- und Netzwerk-Bereich besch\u00e4ftigt.\nInsoweit bin ich wirklich gl\u00fccklich und erfreut \u00fcber Ihren Fokus\nauf Infrastruktur und (nicht verst\u00e4ndlich).<\/p>\n\n\n\n<p> THE PRESIDENT: Danke vielmals.\nWertsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p> Mr. LUNDSTEDT: Danke, Mr. President\ndaf\u00fcr, dass Sie uns alle hierher eingeladen haben. Mein Name ist\nMartian Lundstedt: Ich bin Pr\u00e4sident der Volvo Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Volvo.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. LUNDSTEDT: Yeah.\nUnter anderem sind wir die stolzen Eigent\u00fcmer der Mack\nTrucks.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist richtig. Die zu\n100 Prozent in den US hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. LUNDSTEDT:  Absolut. Und Volvo\nTrucks Nordamerika sind zu 100 Prozent Made in United States. Das\ngilt auch f\u00fcr unsere Entwicklungsabteilung in Pennsylvania. Ist eine\nTatsache in Allentown und Shippensburg und in Middletown und in New\nRiver Valley in Virginia. Wir sind also vor allem auf die Ostk\u00fcste\nfokussiert. Wir haben gerade das gr\u00f6\u00dfte Investitionsprogramm in\nunserer Geschichte in den USA gestartet, auf dem Gebiet Forschung und\nEntwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wieviel wird investiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. LUNDSTEDT: Derzeit rund zwei\nMilliarden US-Dollar in \u2026 in dieses spezifische Programm. Aber wir\nhaben eine riesige (nicht verst\u00e4ndlich) .. eine sehr, sehr gro\u00dfe\n(nicht verst\u00e4ndlich) Infrastruktur und Transport.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist gro\u00dfartig!\nAbsolut! Wir werden noch eine Menge solcher Dinge machen. Ich stellte\ndie Frage vorhin schon mal, als ich Volvo h\u00f6rte &#8211; und nachdem ich\nwei\u00df, dass Volvo auch Mack Trucks besitzt; ich sagte: Was ist der\nPreis-Unterschied zwischen Volvo und Mack Trucks bei einem\nvergleichbaren Modell? Und Sie sagten nochmals\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. LUNDSTEDT: Ich sagte (nicht\nverst\u00e4ndlich), ziemlich gro\u00df (nicht verst\u00e4ndlich) (Gel\u00e4chter).<\/p>\n\n\n\n<p> THE PRESIDENT: Er sagte, beide sind\ngro\u00dfartig. Aber ein Mack  ist rund 15 Prozent mehr (Gel\u00e4chter). Das\nist gut so. Danke vielmals f\u00fcr diese Investitionen in den USA. Zwei\nMilliarden Dollar \u2013 das ist echt gro\u00dfartig. Danke auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. RORSTED: Mr. President. Danke f\u00fcr\ndie Einladung.  Ich vertrete hier das Adidas-Team.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Adidas, gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. RORSTED: Amerika ist unser gr\u00f6\u00dfter\nMarkt. Einige unserer ber\u00fchmtesten Modedisigner  kommen aus den USA,\nbeginnend mit Stan Smith in den Siebzigern und Kanye West,\nm\u00f6glicherweise einer unserer (nicht verst\u00e4ndlich) Schuhe in der\nWelt. Gerade haben wir eine voll automatisierte Schuhherstellung im\nBundestaat Georgia und Atlanta er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist fantastisch.\nToller Job!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BAUMANN: Hello, ich bin Werner\nBaumann. Und ich bin der Bayer-CEO. Das ist ein Unternehmen, das, in\nder Zukunft, als diese Aspirin-Company bekannt sein wird. Wir\narbeiten heftig in Sachen (nicht verst\u00e4ndlich) \u2026 nationale Ikone\nin den USA; da machen wir echte Fortschritte. Und hoffen, dass wir\ndiese Transaktion Anfang 2018 abgeschlossen haben. Das sollte eine\nMinutensache sein. \n<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wie viel Prozent macht\nAspirin bei Ihrem Unternehmen aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BAUMANN:  Aspirin bringt 1,1\nMilliarden Euro, um die 1,4 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist ein ziemlich\nkleiner Anteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BAUMANN: Ja, echt klein. Aber es\nist eine der wenigen Marken, die \u00fcber 120 Jahre hinweg gewachsen\nist. Ziemlich profitabel. Und ich gehe davon aus, Sie nehmen auch\nwelche. (Gel\u00e4chter)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja, mach ich. Ich nehme\nt\u00e4glich eine. (Gel\u00e4chter) Ganz allgemein \u2013 ich sollte wohl sagen:\nIch nehm nur Bayer (Gel\u00e4chter) Eine Aspirin am Tag. Soweit das \nwirkt. Das ist ein gro\u00dfes Unternehmen. Investieren Sie in den USA?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BAUMANN: Ja, machen wir.\nGegenw\u00e4rtig konsolidieren wir die meisten unserer Aktivit\u00e4ten im\n(nicht verst\u00e4ndlich) Hauptquartier in St. Louis. Wir werden 16\nMilliarden  Dollar investieren \u2013 wenn Sie sich das mal anschauen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: 16 Milliarden \u2013 wow! \n<\/p>\n\n\n\n<p>Danke.  Das ist wirklich gro\u00dfartig.\nDanke auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BAUMANN: (Nicht verst\u00e4ndlich)\nResearch &amp; devopment-Investitionen ausschlie\u00dflich in Saatgut.\nUnd 60 Prozent davon gehen im Verlauf der n\u00e4chsten sechs Jahre in\ndie USA.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Danke vielmals. Das ist\necht gro\u00df. Danke Ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. TUCKER: Mein Name ist Mark Tucker\nvon HSBC. HSBC kennen Sie sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja, kenne ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. TUCKER: Unsere Firma gibt es in den\nUSA seit 1865. Wir sind die gr\u00f6\u00dfte ausl\u00e4ndische Bank in den USA.\nUnsere Bilanz liegt bei 2,6 Billionen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. TUCKER: Wir sind in 70 L\u00e4ndern\nvertreten. Und  wir verf\u00fcgen \u00fcber eine Marktkapitalisierung in H\u00f6he\nvon rund 250 Milliarden US-Dollar. Unsere Verpflichtung gegen\u00fcber\nden USA &#8211; \u2026 Wir haben hier ein sehr gro\u00dfes Engagement. Und das\nwird weiter wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Und Sie haben eine der\nerfolgreichsten Engagements in China aufgebaut. Das hei\u00dft echt viel.\nSie machen einen guten Job. Es ist daher eine gro\u00dfe Ehre, Sie hier\nzu haben. Danke vielmals. Es ist ein  fantastischer Job, den Sie da\nmachen. Ich wei\u00df alles \u00fcber Sie. Ich wei\u00df alles und jedes \u00fcber\nSie. (Gel\u00e4chter) Danke auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. TUCKER: Das ist aber gef\u00e4hrlich,\nMr. President. (Gel\u00e4chter)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ich wei\u00df schon. Ihr\nLeute habt halt getan, was ihr getan habt. Ich gratuliere. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Ich bin Patrick Pouyanne,\nCEO von Total. Das ist eine \u00d6l- und Gas-Firma, die Nummer 4 auf der\nWelt. Unter den 50 L\u00e4ndern [in denen Total aktiv ist; W.W.] haben\nwir in den USA 7000 Leute. Hier sind wir fast in allem engagiert. Wir\nf\u00f6rdern \u00d6l. Wir suchen nach \u00d6l. Gerade haben wir im Golf von\nMexiko ein gro\u00dfes \u00d6lvorkommen entdeckt; ein echt gro\u00dfer Fund.  In\nTexas f\u00f6rdern wir Gas. In Louisiana investieren wir in eine\nEnergieanlage, um Gas aus den USA zu exportieren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sonst noch was? Ja, gerade trafen wir\ndie Entscheidung, drei Milliarden Dollar in eine Petrochemie-Anlage\nin Texas zu investieren. Eine gro\u00dfe (nicht verst\u00e4ndlich), eine\nriesige Fabrik, 1500 Jobs. Wir haben 7000 Leute in Ihrem Land in 23\n[Bundes-] Staaten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Sie sind also die Nummer\nvier auf der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Yeah, ja, die Nummer\nvier. Und die Nummer drei hinsichtlich der Reserven. Mehr als 10\nMilliarden Barrel Reserven.  (Nicht verst\u00e4ndlich). Wir investieren\npro Jahr rund 15 Milliarden US-Dollar, davon mindestens eine\nMilliarde Dollar in den USA. Und nat\u00fcrlich f\u00fcr uns \u2026 US (nicht\nverst\u00e4ndlich)  diese Gas-Revolution (nicht verst\u00e4ndlich) Verlorene\nKosten (nicht verst\u00e4ndlich). Doch, wir kommen. Und mit Ihrer\nSteuerreform werden wir noch viel mehr machen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist ein gro\u00dfartiges\nUnternehmen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Wir investieren auch in\nErneuerbare. Da stimmen Sie vielleicht nicht zu, aber im\nSolargesch\u00e4ft, in eine US-Gesellschaft. Wir sind (nicht\nverst\u00e4ndlich)  Solar Energie, ein Unternehmen in Kalifornien, ein\nHightech-Unternehmen. Und daher haben wir massiv investiert in \u2026\nWir haben mehr als zwei Milliarden in eine Gesellschaft investiert,\num Sonnenenergie in den USA zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Und wir werden dieses\nGesch\u00e4ft wieder aufbauen. Dieses ganze Ding muss wieder aufgebaut\nwerden; Solar-Paneele. Und dann werden Sie einen gro\u00dfen Unterschied\nsehen. Und das ist gut so. Aus Sicht der USA gesehen \u2013 sind Sie\ngl\u00fccklich mit all dem?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Ja, sehr gl\u00fccklich! Um\nehrlich zu sein, f\u00fcr einige (nicht verst\u00e4ndlich) \u2026 Da gibt es\nKonkurrenz mit (nicht verst\u00e4ndlich)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT:  Echt, Sie haben da\nKonkurrenz?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Ja. (Gel\u00e4chter)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist es doch, was wir\nwollen (Gel\u00e4chter). Nein, nein, Sie machen da einen guten Job.\nDanke.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. POUYANNE: Vielen Dank. Danke, Mr.\nPresident.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wir sch\u00e4tzen das.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. HIESINGER: Mr. President, danke f\u00fcr\nIhre Einladung. Heinrich Hiesinger, CEO von ThyssenKrupp. Wir sind in\nden USA mit unserer Herstellung von Aufz\u00fcgen sehr stark engagiert.\n80 Prozent davon ist lokal. Ganz stolz sind wir darauf, dass wir die\nAufz\u00fcge im Freedom Tower[1] bauen \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wow!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. HIESINGER: \u2026 was f\u00fcr unsere\nLeute der ganz gro\u00dfe Stolz ist. Daf\u00fcr haben die sechs Jahre\ngearbeitet. Die andere Sache, die wir haben, das sind in jedem Jahr\n3000 junge Leute in Ausbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wenn man jetzt Otis\nhinsichtlich der Gr\u00f6\u00dfe vergleicht, wo liegen da Sie?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. HIESINGER: Wir sind ziemlich gleich\ngro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wirklich, eine\ngro\u00dfartiges Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. HIESINGER: Wir liegen da Kopf an\nKopf, weil wir vor ein paar Jahren Dover \u00fcbernommen haben, was uns\ndeutlich st\u00e4rker machte.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Gro\u00dfartig. Das ist\nwirklich gut. Grosses Produkt. Ich habe, wie Sie wissen, Ihr Produkt\ngenutzt. Gro\u00dfartiges Produkt. Danke vielmals.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SAETRE: Also besten Dank, Mr.\nPresident. Danke f\u00fcr die Einladung. Das ist eine Ehre. Mein Name ist\nEldar Saetre. Ich bin CEO von Statoil \u2013 das \u00d6l- und\nGas-Unternehmen aus Norwegen. Norwegisch. Norwegen. In den USA sind\nwir seit 30 Jahren aktiv \u2013 mit wirklich substantiellen\nInvestitionen. Wirklich ein ziemlich gro\u00dfes  Unternehmen. Nicht so\ngro\u00df wie Total. Aber wir arbeiten daran.  Wir wachsen und wir weiten\nunsere Produktion auf drei Feldern an Land  und auf acht Feldern\noffshore aus. 300.000 Barrels pro Tag. (Nicht verst\u00e4ndlich) Rund\n400.000. Das ist damit unsere zweitgr\u00f6\u00dfte Anlage au\u00dferhalb\nNorwegens (nicht verst\u00e4ndlich). Wir wachsen also einerseits\nhinsichtlich der Produktion. Und andererseits auch  hinsichtlich\nunserer Investitionen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen auch zur Steuerreform\n gratulieren. Ich finde, das sind wirklich gute Nachrichten. F\u00fcr\nalle von uns hier. Aber auch f\u00fcr \u00d6l und Gas, f\u00fcr unsere Industrie.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja, gute Nachrichten f\u00fcr\nviele Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SAETRE:  \u00d6l und Gas ist ja auch\nstreng reguliert. Ihre Gedanken und Aktivit\u00e4ten, das was Sie\nhinsichtlich der Regulierung machen \u2013 das sind gute Nachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Wir machen das auf. Und\nwir werden sehr bald die Energie-Selbstversorgung haben. Wirklich,\nwir sind gerade dabei, diese Zielmarke zu erreichen. Wie Sie wissen,\n\u00f6ffnen wir eine Menge Felder in den USA, einschlie\u00dflich der Felder,\nin denen Sie aktiv sind. Eine Menge Felder werden [f\u00fcr die\nF\u00f6rderung; W.W.] aufgeschlossen \u2013 Felder, von denen man es nicht\ngeglaubt h\u00e4tte. Da passieren eine Menge Dinge. Danke auch.\nGro\u00dfartiger Job, den sie da machen. Danke vielmals. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. NARASIMHAN: Mr. President, danke\nvielmals f\u00fcr die Ehre, hier sein zu k\u00f6nnen. Ich bin der CEO von\nNovartis. Wir sind eines der gr\u00f6\u00dften Unternehmen in der\nGesundheitsbranche. Wir konzentrieren uns auf innovative Medizin, auf\nGenerika, und dann auch  Augenmedizin. Derzeit besch\u00e4ftigen wir in\nden USA 22.000 Leute, verteilt auf 21 Standorte. Wir investieren in\nden USA j\u00e4hrlich 14 Milliarden US-Dollar; davon 3,5 Milliarden\nallein im Bereich R&amp;D (research and development). Offensichtlich\nist das f\u00fcr uns Kerngesch\u00e4ft, zugleich die entscheidenden\nStandorte, wo wir Innovationen voranbringen. Und wir sind echt\nangetan von der Steuerreform. Und wir sind auch ausgesprochen erfreut\nmit den gro\u00dfen Fortschritten, die im Bereich FDA [der\nUS-amerikanischen Aufsichtsbeh\u00f6rde f\u00fcr Arzneimittel; siehe\ngetrennter Artikel. W.W.] gemacht wurden. Wir sind zur \u00dcberzeugung\ngelangt, dass Sie ein gro\u00dfes F\u00fchrungsteam zusammengef\u00fchrt haben\nund dieses macht all die richtigen Dinge, um Innovation\nvoranzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Scott\nist toll. Und Alex ist gro\u00dfartig. Wie Sie wissen, hat Alex\nerst begonnen; und er erh\u00e4lt enorm gro\u00dfen Respekt. Das ist wirklich\nfantastisch. Scott Gottlieb [der von Trump neu eingesetzte FDA-Chef;\nW.W.] ist n\u00e4mlich echt ein  Star.<\/p>\n\n\n\n<p> Mr. NARASIMHAN: Das ist ein Star. Und\nich halte seine Vision f\u00fcr Tabak und Verbesserungen  \u2026 den\nTabakkonsum weltweit zu reduzieren, das ist sehr inspirierend.<\/p>\n\n\n\n<p>  THE PRESIDENT: Das ist sehr gut.\nDanke sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Mr. President, danke\nvielmals, dass ich heute hier bin. Ich diene den ABB-Leuten. Wir\nmachen Gesch\u00e4fte in mehr als 100 L\u00e4ndern. Aber wir haben in den\nletzten acht Jahren die USA zu unserem Fokus gemacht. Wir haben in\nden USA ein angelegtes Kapital von 13 Milliarden US-Dollar und wir\nhaben einige Ikonen-Marken in den USA \u00fcbernommen, so mit Baldor in\nFort Smith, [US-Bundesstaat] Arkansas, ein Motorenhersteller. Wir\nsind gerade dabei, die Transaktion der \u00dcbernahme von GE Industrial\nSolutions abzuschlie\u00dfen, ein fantastisches Gesch\u00e4ft hinsichtlich\neiner Basiseinrichtung. Da ist noch eine gewisse Investition\nhinsichtlich der Technologie erforderlich \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Haben Sie da einen guten\nPreis bekommen? Haben Sie einen guten Preis bekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Ich bekam einen guten\nPreis, yeah!<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ich wei\u00df, Sie bekamen\neinen \u2026 Sie kriegen immer einen guten Preis (Gel\u00e4chter). Ich wei\u00df,\nmit wem ich es hier zu tun habe. Er kriegt immer einen guten Preis.\nDas ist gut so.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Insgesamt haben wir\nheute einschlie\u00dflich (nicht verst\u00e4ndlich) 26.000 Leute in den USA,\nan mehr als sechzig Standorten, ganz nett verteilt \u00fcber die gesamten\nUSA. Wir haben da die Klassiker Kupfer und Eisenaktivit\u00e4ten, die\nMotoren. Und gerade in der letzten Woche hatten wir (nicht\nverst\u00e4ndlich) das ganze F\u00fchrungsteam Zeit [wohl: Zeit f\u00fcr ein\nTreffen; W.W.] im Silicon Valley, weil wir dort ein Zentrum f\u00fcr AI-\n[Artificial Intelligence; W.W.] und Roboterisierung haben mit der\nfesten Absicht, weiter zu wachsen, erheblich zu investieren, um die\nUSA bei der n\u00e4chsten Stufe der Industrialisierung zu unterst\u00fctzen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ein Jahres-Abschreibung.\nEine ziemliche Ver\u00e4nderung, richtig?<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist wahrscheinlich\nder gr\u00f6\u00dfte Schl\u00e4fer in der ganzen Steuerrechnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Absolut. [Siehe hierzu\nErl\u00e4uterung im getrennten Artikel; W.W.]<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Danke. Gro\u00dfartiger Job.\nViel Gl\u00fcck mit dem GE-Einkauf. Gut gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. SPIESSHOFER: Danke. Wir brauchen\ndas.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Klingt gut. Es wird\nIhnen gut gehen. (Gel\u00e4chter) Los, weiter. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BRITO: Mr. President, ganz vielen\nDank f\u00fcr die Einladung. Ich bin CEO von Anheuser-Busch, ein\nBier-Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ja. Anheuser-Busch.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BRITO: Wir haben (nicht\nverst\u00e4ndlich) mehr als 50 L\u00e4nder rund um den Globus. Wir verkaufen\nBier in mehr als hundert L\u00e4ndern. Unsere Nummer eins Bier-Marke ist\nBudweiser, aus St. Louis.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Stimmt. Das kennen wir\ngut.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BRITO: Wir begannen hier 1852. Und\nwir sind seit mehr als 600 Jahren im Biergesch\u00e4ft aktiv. Unser\nbelgisches Gesch\u00e4ft datiert zur\u00fcck auf 1366, unsere belgische\nFirma. Und unser gr\u00f6\u00dfter Markt sind die USA, wo wir 18.000\nBesch\u00e4ftigte an mehr als 50 Standorten haben. J\u00fcngst, im letzten\nJahr, verk\u00fcndeten wir ein Programm bis 2020, um unsere Investitionen\nund Anlagen in den USA auszubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Das ist fantastisch! Das\nist gut! Vielen Dank! Das ist fantastisch! Ganz vielen Dank auch!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. BRITO: Ich danke Ihnen, Sir!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. MCDERMOTT: Hey,\nMr. President. Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich mich bedanken,\ndass Sie mich hier haben, aber auch daf\u00fcr, dass Sie dem Wachstum so\ndie Sporen geben, weil dies alles meine Kunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ich wei\u00df! (Gel\u00e4chter)<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. MCDERMOTT: Ich finde es etwas\nerstaunlich, wenn all die eigenen Kunden dar\u00fcber reden, Jobs zu\nschaffen und das Gesch\u00e4ft auszuweiten. Und das ist alles ein echter\nTribut an das Momentum, das Sie in der globalen \u00d6konomie geschaffen\nhaben. Daf\u00fcr bedanke ich mich vielmals. [\u2026] SAP hat  weltweit\n90.000 Leute. In den USA n\u00e4hern wir uns schnell 25.000. Das ist die\nRegion mit dem h\u00f6chsten Wachstum, besonders bei Jobs. Ich bin sehr\nstolz darauf, mit Ihnen [die Idee; W.W.] zu teilen, die Army und die\nNavy, und all die Eins\u00e4tze, die sie am Laufen haben, um die Welt zu\nsch\u00fctzen \u2013 sie laufen alle mit SAP.[2] \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn Sie dann beispielsweise an den\nVizepr\u00e4sident von Indiana denken, der Kindersterblichkeit und solche\nSachen l\u00f6st \u2013 wir arbeiten auch hier Hand in Hand mit ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist damit eine echte Ehre; danke,\nhier zu sein. Wir werden auch in Zukunft in jeder Beziehung helfen,\nso gut wir k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Sie haben da wirklich\neinen spektakul\u00e4ren Job gemacht. Ich glaube, so gut wie jeder hier\nam Tisch ist Ihr Kunde. Das ist echt nicht schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. MCDERMOTT: Genau! Genau!<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ich m\u00f6chte Ihnen\ngratulieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Mr. MCDERMOTT:\nDanke, Mr. President! Danke! (Gel\u00e4chter)<\/p>\n\n\n\n<p>THE PRESIDENT: Ich m\u00f6chte mich bei\nallen bedanken. Wirklich, Sie haben eine unglaubliche Arbeit\ngeleistet; unglaubliche Jobs. Dies sind einige der ganz gro\u00dfen\nUnternehmen in der Welt. Viele ganz gro\u00dfe Unternehmen in der Welt.\nUnd Gratulation. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt lassen Sie uns reden. Und\nDank an alle. Gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung. Danke, vielmals danke.<\/p>\n\n\n\n<h3>Anmerkungen<\/h3>\n\n\n\n<p>[1]  Als \u201eFreedom Tower\u201c wurde der\n540 Meter hohe Wolkenkratzer , der auf dem Gel\u00e4nde der zerst\u00f6rten\nZwillingst\u00fcrme des World Trade Centers in den Jahren 2006 bis 2014\ngebaut wurde, nur bis zum Jahr 2009 bezeichnet. Der offizielle Name\nlautet seither One World Trade Center (1WTC). Die Umbenennung wurde\nseinerzeit heftig kritisiert. Hiesinger benutzt bewusst den alten\n\u201epatriotischen\u201c Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] W\u00e4hrend fast alle anderen\nFirmenbosse bei diesem Treffen  Englisch oder Amerikanisch nicht als\nMuttersprache haben, ist Bill McDermott geborener US-Amerikaner.\nDennoch ist die hier im Protokoll wiedergegebene Passage nur in dem\neinen Punkt unzweideutig, wo SAP sich r\u00fchmt, dass die \u201eMissionen\u201c\nvon US-Army und die US-Navy alle mit SAP \u201elaufen\u201c. Ansonsten\nlautet sie w\u00f6rtlich:  \u201eI\u00b4m very proud to share with you, when you\nthink about the Army and the Navy, and the missions they run to\nprotect the world, they run all on SAP.\u201d \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Auslassung zuvor in der\nMcDermott-Intervention hei\u00dft es im Protokoll: \u201cSAP is the leading\nenterprise sulfur company. We have 90.000 people\u2026\u201c Was hier mit\neinem \u201eSchwefel-Unternehmen\u201c, eventuell Chemie-Unternehmen,\ngemeint sein kann, ist unklar. Eventuell handelt es sich um eine\nfalsche Abschrift des Tonbandmitschnitts.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Teil II<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h2><strong>Wirklich \u201egro\u00dfartige\nUnternehmen\u201c? <\/strong>\n<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Von Winfried Wolf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An dem Davos-Treffen nahmen die\nfolgenden Personen teil:<\/p>\n\n\n\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Klaus Schwab \u2013\nWeltwirtschaftsforum \/ World Economic Forum  (WEF)<\/p>\n\n\n\n<p>Joe Kaeser \u2013 Siemens (Deutschland)<\/p>\n\n\n\n<p>Punit Renjen,\nWirtschaftsberatungsgesellschaft Deloitte \n<\/p>\n\n\n\n<p>Mark Schneider \u2013 Nestl\u00e9 (Schweiz)<\/p>\n\n\n\n<p>Rajeev Suri \u2013 Nokia (Finnland)<\/p>\n\n\n\n<p>Martian Lundstedt \u2013 Volvo Truck\n(Schweden)<\/p>\n\n\n\n<p>Kasper Rorsted \u2013 Adidas (Deutschland)<\/p>\n\n\n\n<p>Werner Baumann \u2013 Bayer (Deutschland)<\/p>\n\n\n\n<p>Mark Tucker \u2013 HSBC (Bank)\n(Gro\u00dfbritannien)<\/p>\n\n\n\n<p> Patrick Pouyanne \u2013 Total\n(Frankreich)<\/p>\n\n\n\n<p>Heinrich Hiesinger \u2013 ThyssenKrupp\n(Deutschland)<\/p>\n\n\n\n<p>Eldar Saetre \u2013 Statoil (Norwegen)<\/p>\n\n\n\n<p>Vasant Narasimhan \u2013 Novartis\n(Schweiz) \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich Spiesshofer \u2013 ABB (Schweiz und\nSchweden)<\/p>\n\n\n\n<p>Carlos Brito \u2013 Anheuser-Busch  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bill McDermott \u2013 SAP (Deutschland)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es w\u00e4re reizvoll, von den Firmen,\nderen f\u00fchrenden Manager sich in Davos mit dem US-Pr\u00e4sidenten ein\nStelldichein gaben, ein detailliertes Sittengem\u00e4lde zu zeichnen, all\ndie damit verbundenen Skandale und Steuerhinterziehungen, die\nZusammenarbeit mit anr\u00fcchigen Firmen usw. zu dokumentieren. Das ist\nhier nicht zu leisten. Einige Anmerkungen seien jedoch gemacht. <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>US-Steuerreform<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Reihe der Konzernbosse lobt die\nSteuerreform Trumps. Das ist aus Sicht der Konzerne sicher\nzutreffend. Der Kern der US-Steuerreform besteht in einer radikalen\nSenkung des K\u00f6rperschaftssteuersatzes von 35 auf 21 Prozent. Gut f\u00fcr\nKonzerne und Banken, schlecht f\u00fcr die normale Bev\u00f6lkerung, weil\ndies durch Sozialabbau und mit noch mehr Staatsschulden \u201efinanziert\u201c\nwird. Positiv wirken bei der Steuerreform auch neue\nAbschreibungsm\u00f6glichkeiten auf Investitionsg\u00fcter, die zum Vorteil\nder steuerpflichtigen Unternehmen ge\u00e4ndert wurden. Im Gespr\u00e4ch mit\nSpiesshofer (ABB) ist hier Trump pl\u00f6tzlich gespr\u00e4chig. Er verweist\nauf einen \u201eSchl\u00e4fer\u201c in der Steuerreform. Damit wird die \u201ebonus\ndepreciation\u201c angesprochen: Einer der Eckpunkte der US-Steuerreform\nist die Einf\u00fchrung der Sofortabschreibung f\u00fcr bestimmte\nWirtschaftsg\u00fcter. Dies wird sich stark mindernd auf Steuerzahlungen\nder Unternehmen auswirken. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siemens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Joe Kaeser hatte Ende 2017 einen\ndeutlichen Abbau der Siemens-Belegschaften und Werkschlie\u00dfungen in\ndeutschen Siemens-Fertigungsst\u00e4tten verk\u00fcndet. Seine Ank\u00fcndigung\nin Davos, massiv in den USA zu investieren, f\u00fchrten zu massiven\nProtesten. Faktisch verlagert Siemens Fertigungen, die in Deutschland\nstattfinden, in die USA. Trump und Kaeser wurden in den sozialen\nMedien aufgrund dieser Verlagerungen und des Auftritts in Davos als\n\u201eDreamteam des Raubtierkapitalismus\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nestl\u00e9 <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Im August 2015 reichten in den USA\nK\u00e4ufer von Katzenfutter eine zivilrechtliche Sammelklage (class\naction) gegen zwei US-Firmen von Nestl\u00e9 wegen Bruchs kalifornischer \nKonsumentenschutzgesetze ein. Nestl\u00e9 wisse um billige\nSklaverei-\u00e4hnliche Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette. Die von\nNestl\u00e9 beauftragte \u00dcberpr\u00fcfung kam Ende 2015 zum Ergebnis, dass es\n\u00abHinweise auf Zwangsarbeit, Menschenhandel und Kinderarbeit\u201c  in\nder Lieferkette gebe.2007 wurden Aktion\u00e4re und\nverantwortliche Manager des Nestl\u00e9-Konzerns von der Stiftung Ethik &amp;\n\u00d6konomie (ethecon) mit dem Negativpreis Black Planet Award f\u00fcr\n\u00abherausragende Verantwortung bei Zerst\u00f6rung und Ruin unseres Blauen\nPlaneten hin zu einem Schwarzen Planeten\u00bb ausgezeichnet. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Volvo <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Auffallend ist hier, dass Trump mit\nkeinem Wort erw\u00e4hnt, dass der chinesische Autokonzern Geely seit\nDezember 2017 Gro\u00dfaktion\u00e4r bei Volvo Trucks ist. Geely ist seit\neinem Jahrzehnt bereits Eigent\u00fcmer der \u2013 von Volvo Trucks\nunabh\u00e4ngigen \u2013 Pkw-Gesellschaft Volvo. Seit dem Einstieg von Geely\nbei Volvo Trucks wird die M\u00f6glichkeit er\u00f6rtert, dass damit der\nPkw-Hersteller Volvo und Volvo Trucks wieder vereint werden k\u00f6nnten.\nReal droht damit auch die US-Industrieperle Mack Trucks nicht nur\nunter schwedische, sondern dann unter chinesische Kontrolle zu\ngeraten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Adidas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Adidas-Boss zitiert hier gezielt\nden erfolgreichen Rapper Kanye West. Dieser geh\u00f6rt zu den wenigen\nTop-Prominenten in der US-amerikanischen Kulturszene, die sich offen\nf\u00fcr Trump aussprechen. Er unterst\u00fctzt die Kritik an der Bewegung\n\u201eBlack Lives Matter\u201c, die den Rassismus gegen Afroamerikanern  in\nden USA thematisiert und deren Aktivisten im US-Wahlkampf 2016\nwiederholt gegen Trump und dessen Rassismus aufgetreten waren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Kanye West argumentiert, \u201eBlack Lives\nMatters\u201c w\u00fcrde \u201est\u00e4ndig die Vergangenheit heraufbeschw\u00f6ren\u201c,\nin dieser \u201estecken bleiben\u201c; die selbsterw\u00e4hlte \u201eOpferrolle\u201c\nsei \u201eeine Krankheit\u201c. Kenye West: \u201eMan muss nicht mit Trump\n\u00fcbereinstimmen, aber der Mob kann mich nicht dazu bringen, ihn nicht\nmehr zu lieben.\u201c Trumps Antwort, nat\u00fcrlich \u00fcber Twitter: \u201eDanke\nKanye, sehr cool!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bayer-Chef  Baumann spielt mit dem\nVerweis auf die \u201eIkone\u201c offensichtlich darauf an, dass der\ndeutsche Chemieriese damals im Begriff war, das US-Unternehmen\nMonsanto zu \u00fcbernehmen. Monsanto wiederum ist weltweit ber\u00fcchtigt\nf\u00fcr das \u2013 nach Meinung vieler unabh\u00e4ngiger Wissenschaftler und\nInstitute \u2013 krebserregende Produkt Glyphosat. In der Davos-Runde\nist Monsanto nat\u00fcrlich positiv konnotiert. Tats\u00e4chlich ist Bayer\ninzwischen Monsanto-Eigent\u00fcmer, auch wenn die \u00dcbernahmeprozedur \nkeine \u201eMinutensache\u201c war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Total und Statoil<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Golf von Mexiko gab es 2010 den\nbislang spektakul\u00e4rsten Unfall mit der \u00d6lplatttform Deepwater\nHorizon (elf Tote; eine gewaltige \u00d6lpest; Verseuchung des Golfs).\nBezeichnend ist, wie der Total-Chef nun \u00fcber neue \u00d6lfunde in eben\ndiesem Golf von Mexiko plaudert. Die Bosse beider \u00d6lfirmen begr\u00fc\u00dfen\ndie R\u00fcckf\u00fchrung von Regulierungen im \u00d6l- und Gasbereich der USA.\nDamit verbunden sind gigantische Umweltzerst\u00f6rungen und neue, gro\u00dfe\nBelastungen des Klimas. Bezeichnend ist, dass auch der Vertreter des\nstaatlichen norwegischen Konzerns Statoil diese Entwicklung\nausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dft.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Pouyanne von Total erw\u00e4hnt auch\nAnlagen zum Gas-Export. Hier geht es um den Export von Gas, das in\nden USA mittels Fracking gef\u00f6rdert wurde, und das als Fl\u00fcssiggas\nvor allem nach Europa exportiert wird \u2013 u.a. um die Lieferungen mit\nrussischem Gas zu reduzieren. Was wiederum die gegen Russland\ngerichtete Militarisierung erleichtern soll. Und was den Hintergrund\ndaf\u00fcr bildete, dass Trump dann beim Nato-Treffen Mitte Juli in\nBr\u00fcssel die neue Gas-Pipeline \u201eNord Stream\u201c kritisierte,\nDeutschland als \u201eGefangenen von Russland\u201c portr\u00e4tierte. Faktisch\nwarb er f\u00fcr den Export von US-Gas nach Europa.   \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ThyssenKrupp<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz zuvor hatte Hiesinger bekannt\ngeben m\u00fcssen, dass der Konzern neu gebaute Stahlwerke in Brasilien\nund in den USA aufgeben muss. Damit wurden acht Milliarden Euro\nVerluste eingefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juli 2018 trat Hiesinger v\u00f6llig\n\u00fcberraschend von seinem CEO-Job bei ThyssenKrupp zur\u00fcck. Er galt\nals eher gem\u00e4\u00dfigter, auf Ausgleich mit der Belegschaft bedachter\nIndustrief\u00fchrer. Es waren vor allem der aggressive Gro\u00dfaktion\u00e4r\nCevian und der US-Hedgefonds Elliott, die massiven Druck (der\nAufsichtsratschef sprach von \u201ePsychoterror\u201c) auf Hiesinger\nausge\u00fcbt und eine Zerschlagung des Konzerns gefordert hatten,\nweswegen Hiesinger das Handtuch warf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Novartis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich nach seiner Amtseinf\u00fchrung\nhatte Donald Trump am 31. Januar 2017 seine Visionen zur zuk\u00fcnftigen\nArzneimittelpolitik in den USA verk\u00fcndet. Eingeladen ins Wei\u00dfe Haus\nwaren damals f\u00fchrende Vertreter pharmazeutischer Unternehmer,\ndarunter auch die Spitze von Novartis. Als wesentliches Ziele nannte\nTrump damals die Senkung der von ihm als astronomisch bezeichneten\nPreise f\u00fcr neue Arzneimittel \u2013 und vor allem eine \u201eErneuerung\nder FDA\u201c, der Food and Drug Administration, und ein Abbau der\nregulatorischen Vorgaben. Es gehe darum, \u201eeine raschere Zulassung\nneuer Wirkstoffe\u201c zu erm\u00f6glichen. Der Umfang der f\u00fcr die\nZulassung vorgelegten Unterlagen sollte nach seiner Ansicht eher 100\nals 9.000 Seiten betragen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als neuen FDA-Boss setzte er dann mit\nScott Gottlieb einen Million\u00e4r und Marktliberalen, der selbst aus\nder Pharmabranche kommt, dort weiter finanziell massiv engagiert ist\nund nun an der FDA-Spitze die Einf\u00fchrung neuer Arzneimittel\n\u00fcberwachen soll. Die Pharma-Riesen bejubelten die\nPersonalentscheidung \u2013 erkennbar auch in Davos.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ABB  <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Spiesshofer r\u00fchmt sich, dass ABB die\nIndustrie-Sparte von GE (GE Industrial Solutions) \u00fcbernahm. GE war\neinmal die Perle der US-Industrie. Faktisch wird hier ein Ausverkauf\nbeschrieben. Grotesk ist, wenn Spiesshofer sagt, er werde damit die\n\u201eUSA bei der n\u00e4chsten Stufe der Industrialisierung\u201c\nunterst\u00fctzen. Bei der von Spiesshofer erw\u00e4hnten und ebenfalls als\n\u201eIkone\u201c bezeichneten US-Firma Baldur Electric handelt es sich um\nein 98 Jahre altes US-Traditionsunternehmen, das 2007 von ABB\n\u00fcbernommen wurde. Zum Zeitpunkt der K\u00f6nig-Trump-Davos-Tafelrunde\nhie\u00df das Unternehmen noch Baldur Electric. Am 1. M\u00e4rz 2018 wurde\nder Name gel\u00f6scht; die Tochter firmiert inzwischen ausschlie\u00dflich\nals ABB.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Text erschien am 16. Juli 2018 auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44970\">NachDenkSeiten<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schleimspuren europ\u00e4ischer Wirtschaftsf\u00fchrer Das spannende Protokoll eines denkw\u00fcrdigen Treffens mit Trump in Davos. Vorgestellt, \u00fcbersetzt und kommentiert von Winfried Wolf Am 25. Januar 2018 gab es in Davos am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) ein denkw\u00fcrdiges Treffen. 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