{"id":362,"date":"2018-01-15T14:07:00","date_gmt":"2018-01-15T13:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/winfriedwolf.de\/wordpress\/?p=362"},"modified":"2020-08-27T08:59:00","modified_gmt":"2020-08-27T06:59:00","slug":"hegel-und-stuttgart-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=362","title":{"rendered":"Hegel und Stuttgart 21"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Oder: \u201e\u2026 dass diese Furcht, den Irrtum einzugestehen,<\/strong> <strong>schon der Irrtum selbst ist.\u201c<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hier \u00fcber uns \u2013 an der\nFrontseite von dem, was vom denkmalgesch\u00fctzten Stuttgarter Bonatzbau\n \u00fcbrig blieb \u2013 k\u00f6nnen wir den Spruch lesen: \u201e\u2026 dass diese\nFurcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Am 28. Februar 2013 gab es\nim gro\u00dfen Blatt dieser Stadt zu diesem Zitat des \u201egro\u00dfen Sohnes\u201c\ndieser Stadt einen Artikel mit der \u00dcberschrift \u201eHegel im Dienst\nvon Stuttgart 21\u201c.  In der \u201eStuttgarter Zeitung\u201c konnte man\nlesen: Die Neonschrift mit dem Hegel-Spruch sei 1993 mit viel\nHintersinn an der Bahnhofsfassade angebracht worden war. Dann\nw\u00f6rtlich: \u201eIm selben Jahr begann die Arbeit an der\nMachbarkeitsstudie von \u00b4Stuttgart 21\u00b4\u201c. Hegel habe immer \u00fcber\n\u201eBedenklichkeiten\u201c gespottet, die sich seinem Programm, \u201edie\nabsolute Wahrheit des Geistes zu erfassen\u201c in den Weg gestellt\nh\u00e4tten. Diejenigen, die S21 von langer Hand geplant h\u00e4tten, h\u00e4tten\nmit dem Hegel-Zitat von vornherein den \u201eBedenkentr\u00e4gern, die\ngro\u00dfen Projekten misstrauten\u201c und \u201edie Furcht zu irren\u201c nicht\nunterdr\u00fcckten, den Wind aus den Segeln nehmen wollen. Die Bilanz des\nSchlaumeier-Autors: \u201eSo wurde Hegel, zu dessen Lebzeiten es noch\ngar keine Eisenbahn gab, als Vordenker, Mitstreiter und Propagandist\neiner neuen Eisenbahnlinie\u201c \u2013 von Stuttgart 21 \u2013 \u201ein Dienst\ngenommen\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das ist eine ziemlich\nsteile These. F\u00fcr die es \u2013 wir haben dazu den langj\u00e4hrigen\nBahnchef und  verdienten S21-Gegner Egon Hopfenzitz gefragt \u2013\nkeinerlei Beweis gibt. Da stimmt bereits nicht, dass es zu Hegels\nLebzeiten keine Eisenbahnen gegeben h\u00e4tte. Hegel konnte in den\nletzten sechs Jahren seines Lebens den grandiosen Siegeszug der\nEisenbahn erleben: beginnend 1825 mit der Strecke Stockton \u2013\nDarlington,  1826 mit Liverpool \u2013Manchester, 1829 mit Baltimore \u2013\nEllicot Mills. Als Hegel 1831 starb, gab es in England und in den USA\nbereits mehr als 500 km Eisenbahnstrecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig aber ist: Der\nHegelsche Spruch ist cool. Man darf keine Furcht vor gro\u00dfen Ideen\nhaben. Und schon gar nicht  bei der Suche nach der Wahrheit. Doch die\nWahrheit wiederum ist <em>konkret<\/em>.\nUnd die gro\u00dfen Ideen m\u00fcssen sich in der <em>Wissenschaft<\/em>\nund in der <em>Praxis <\/em>beweisen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Doch von der \u201egro\u00dfen\nIdee Stuttgart 21\u201c konnte rein gar nichts bewiesen werden. Das\nProjekt ist <em><strong>EIN IRRTUM SELBST<\/strong><\/em>.\nUnd es steckt voller Irrt\u00fcmer. Insoweit erh\u00e4lt der Spruch heute\neine v\u00f6llig neue Bedeutung. Worauf zur\u00fcckzukommen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der GROSSE Irrtum\nStuttgart 21 besteht aus SIEBEN Einzel-Irrt\u00fcmern. Wie so oft bei\nStuttgart21 l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich auch sagen, es seien sieben mal\nsieben mal sieben Irrt\u00fcmer. Aber lasst uns mal bei der biblischen\nZahl sieben bleiben: sieben Wochentage, sieben Lampen am Goldenen\nLeuchter, die sieben Gr\u00e4uel im Herzen des Menschen, sieben Tods\u00fcnden\nund so weiter und so zu Stuttgart 21 fort:<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 1:\n\u201eStuttgart 21 finanziert sich selbst\u201c<\/strong><\/em>\n\u2013 vor allem durch Gel\u00e4ndeverkauf. So lautete die Ausgangsthese,\nals das Hegel-Zitat an der Front des noch unversehrten Bahnhofs \nfrisch  erstrahlte. Ich erspare mir und Euch die einzelnen Etappen\nder Kostensteigerungen. Nehmen wir nur Grubes Feststellung aus dem\nJahr 2011: \u201e4,5 Milliarden Euro sind die Sollbruchstelle.\u201c Ab\ndieser Marke werde das Projekt \u201eunwirtschaftlich\u201c. Im \nvergangenen November musste Bahnvorstand Pofalla die neueste\nKostensteigerung eingestehen \u2013 nunmehr sind es bahnoffiziell 7,9\nMilliarden Euro Gesamtkosten. Laut Bundesrechnungshof sind es rund\n9,5 Milliarden \u2013 doppelt so viel wie besagte Solbruchstelle.\nBereits jetzt ist Stuttgart21 das teuerste Infrastrukturprojekt\nDeutschlands. Und wir alle wissen: Es gibt eine nach oben offene\nKostenskala. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 2: S21\nbedeutet Kapazit\u00e4tserweiterung. <\/strong><\/em>Das\nbehauptet inzwischen niemand ernsthaft mehr. S21 wird nur zwei\nDurchfahrgleise mehr haben als Bietigheim-Bissingen. Oder auch: S21\nhat (mit der S-Bahn) zehn Durchfahrgleise. Doch der N\u00fcrnberger Hbf\nben\u00f6tigt derer 22. Das deutlich kleinere N\u00fcrnberg ben\u00f6tigt\ndeutlich mehr als das Zweifache an Durchfahrgleisen. In Wirklichkeit\ntrifft das Gegenteil des Behaupteten zu: Stuttgart 21 ist das <em>einzige\n<\/em>Gro\u00dfprojekt in Deutschland, bei welchem mit\nviel und immer mehr Geld Kapazit\u00e4t <em>abgebaut\n<\/em>wird. Damit wird im \u00fcbrigen auch der\nIntegrale Taktfahrplan im S\u00fcdwesten f\u00fcr immer verunm\u00f6glicht.\nObgleich die alte GroKo-Regierung eben diesen Deutschlandtakt\nforderte. Und obgleich im vorgestern ver\u00f6ffentlichten Papier zu\neiner neuen Groko steht, man werde den \u201eSchienenverkehr\nf\u00f6rdern\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 3: Stuttgart 21 sei ein \u201emoderner\u201c und \u201esicherer Bahnhof\u201c. <\/strong><\/em>Tats\u00e4chlich w\u00e4re Stuttgart21 der einzige Bahnhof weltweit, der mit 15 Promille eine kriminell starke Gleisneigung aufweist, womit das Leben der Fahrg\u00e4ste gef\u00e4hrdet wird. Tats\u00e4chlich bauen die bis heute an einem Bahnhof, f\u00fcr den es kein genehmigungsf\u00e4higes Brandschutzkonzept gibt. Tats\u00e4chlich hei\u00dft es im KPMG-Gutachten zum Thema Tunnelbau im Anhydrit w\u00f6rtlich: Es gibt \u201ekeine bautechnische L\u00f6sung, welche eine risikofreie Nutzung der Tunnelbauten \u00fcber Jahrzehnte zuverl\u00e4ssig sicherstellen kann.\u201c Wohlgemerkt: Das Gutachten wurde von der DB AG bestellt und bezahlt. Das Gutachten ist als \u201estreng vertraulich\u201c klassifiziert, eben wegen dieser und vergleichbarer Aussagen. Und was macht die Bahn und die von ihr bezahlte Spezialfirma? Risse im Anhydrit-Untergrund, durch die Wasser treten kann, werden mit Silikon \u2013 oder einer Acryl-Masse \u2013 abgedichtet. Wir alle wissen, wie Acryl oder Silikon z.B. in einer Dusche nach drei oder f\u00fcnf Jahren aussieht. Das ist Mega-Pfusch am Gro\u00dfbau, mit dem \u2013 siehe Staufen im Breisgau \u2013 der gesamte Stadtuntergrund der Landeshauptstadt gef\u00e4hrdet wird. <\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 4:\n\u201eStuttgart 21 verk\u00fcrzt die Fahrtzeiten\u201c.<\/strong><\/em>\nTats\u00e4chlich wird jetzt, wo sich S21 ein weiteres Mal verz\u00f6gert und\ndie Neubaustrecke fr\u00fcher als gedacht fertig sein wird, deutlich: Die\neinzige Fahrtzeitverk\u00fcrzung, die es geben wird, entsteht mit der\nNeubaustrecke nach Ulm. Und selbst die ist mit 7-10 Minuten\nwesentlich geringer als die 23-min\u00fctige Fahrtzeitverl\u00e4ngerung, die\nes zwischen Stuttgart und M\u00fcnchen seit 1994 gab. \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 5: \u201eVon\nStuttgart 21 profitiert die gesamte Region\u201c<\/strong><\/em>\n\u2013 u.a. durch die Flughafen-Anbindung an den Fernverkehr und durch\nFernverkehrsz\u00fcge auch im Filstal. Tats\u00e4chlich wurde in den letzten\nTagen das Versprechen, wonach G\u00f6ppingen und Plochingen im Filstal\nweiter in den Fernbahnverkehr eingebunden bleiben w\u00fcrden, komplett\nkassiert.  Beim Flughafen, wo ja noch nicht einmal klar ist, <em>wo<\/em>\nes denn auf den Fildern einen neuen Fernbahnhof geben soll, ist auch\nseit ein paar Tagen klar: im besten Fall werden hier drei\nFernbahnz\u00fcge pro Tag den Airport anfahren. Wie versprochen, so\ngebrochen. Ganz zu schweigen vom S-Bahn-Chaos, das mit Stuttgart21\nbetoniert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 6:\n\u201eStuttgart 21 ist ein schnell durchgef\u00fchrtes, gut geplantes\nBauprojekt, das kaum Belastungen f\u00fcr die Stadt und die Bev\u00f6lkerung\nmit sich bringt.\u201c <\/strong><\/em>Tats\u00e4chlich befinden\nwir uns im neunten Jahr seit Baubeginn. Der Zeitpunkt der erwarteten\nInbetriebnahme wurde vor ein paar Wochen um weitere zwei bis drei\nJahre \u2013 aktuell auf 2024 \u2013 hinausgeschoben. Das w\u00e4ren dann\neineinhalb Jahrzehnte Bauzeit. Mit Abbau des Gleisvorfelds sind es\nzwei Jahrzehnte.  Und wir alle wissen: Der Bau wird nie fertig\nwerden. Was f\u00fcr die Verantwortlichen den Vorteil hat, dass ihr\nL\u00fcgen-Tunnel-Geb\u00e4ude nie einem Praxistest unterzogen werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Irrtum Nr. 7:\n\u201eStuttgart 21 ist ein gr\u00fcnes, ein urbanes Projekt.\u201c<\/strong><\/em>\n So Ex-Bahnchef Grube bei Baubeginn. Tats\u00e4chlich wurde mit S21\nbereits der denkmalgesch\u00fctzte Bonatzbau zerst\u00f6rt. Der  pr\u00e4chtige\nMittlere Schlossgarten mit dem hundert- und mehrj\u00e4hrigen Baumbestand\nwurde abgeholzt. Eine weitere Bebauung des aktuellen Gleisvorfelds\nw\u00fcrde die Bodenspekulation noch mehr anheizen, die Mietpreise weiter\nansteigen lassen. Damit w\u00fcrde der kleine und mittelgro\u00dfe\nEinzelhandel noch schwinds\u00fcchtiger bzw. vom Markt gefegt. Kurz:\nStuttgart 21 ist stadtzerst\u00f6rend. Ist Immobilienspekulation. Ist\nantiurban.<\/p>\n\n\n\n<p><em>[Anrede]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen sieben\nIrrt\u00fcmern  \u2013 und es werden, Gemach! Gemach!, weitere Irrt\u00fcmer\nhinzukommen \u2013 sind wir exakt da angelangt, wo ich am Beginn meiner\nRede stand: beim \u201egro\u00dfen Sohn dieser Stadt\u201c. Hegel war es, der\nin seiner Schrift \u201eDie Wissenschaft der Logik\u201c feststellte: <em>\u201eAlle\nDinge sind an sich widersprechend.\u201c<\/em>  Er war\nes, der sogar \u2013 hier im Text \u201eDie Enzyklop\u00e4die der\nphilosophischen Wissenschaften\u201c \u2013 ausf\u00fchrte: <em>\u201eWas\n\u00fcberhaupt die Welt bewegt, das ist der Widerspruch.\u201c<\/em>\nIm Klartext:  Sie sagen: \u201eS21 finanziert sich selbst\u201c. Der\nWiderspruch lautet: S21 ist ein Fass ohne Boden. Sie sagen:  S21\nbringt mehr Kapazit\u00e4t. Der Widerspruch lautet: Es geht um gut\ndokumentierten Kapazit\u00e4tsabbau. Sie sagen: S21 ist modern und\nsicher. Wir widersprechen und belegen: S21 ist brandgef\u00e4hrlich;\nlebensgef\u00e4hrdend; H\u00e4uslebesitzer und die Stadt bedrohend. Sie\nsagen: S21 verk\u00fcrzt die Fahrtzeiten. Widerspruch, die Herren! S21\nbringt nachweislich Nullkommanull Fahrtzeitverk\u00fcrzung. Und\nWendlingen \u2013 Ulm  bringt nicht mal die H\u00e4lfte an k\u00fcrzerer\nFahrtzeit, als das, was dieselben Herren durch Fahren auf Verschlei\u00df\nzuvor an Verlangsamung produzierten. Sie sagen: Von S21 profitiert\ndie Region. Widerspruch!  In Wirklichkeit werden mit S21 Orte, St\u00e4dte\nund gro\u00dfe Teile der Region abgeh\u00e4ngt; wird Schienenverkehr\nverschlechtert. Sie sagen: S21 ist schmerzlos. Alle Menschen, die\nhier in Stuttgart leben, d\u00fcrften da w\u00fctenden Widerspruch anmelden:\nS21 produziert Dreck, Gestank, L\u00e4rm und Stress. Und dies f\u00fcr eine\ngesamte Generation. Sie sagen: Stuttgart 21 ist gr\u00fcn und urban. Der\nWiderspruch lautet: S21 ist ein unmenschlich. Ist stadtzerst\u00f6rerisch.\nIst ein Kaputtmach-Projekt f\u00fcr die \u00fcberw\u00e4ltigend eMehrheit. Und\neine Profitmaschine f\u00fcr ganz wenige.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt schlicht und\neinfach Hegels Diktum: \u201eAlle Dinge\u201c \u2013 die die S21-Bef\u00fcrworter\nvorgaben \u2013\u201esind an sich selbst widersprechend.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und nochmals eine Schippe\nmit Hegel-Exegese oben drauf. Georg Wilhelm Friedrich Hegel war der\nMann, der das Gesetz vom <em>Umschlag der\nQuantit\u00e4t in eine neue Qualit\u00e4t<\/em> entwickelte\n(oder auch: der dabei Aristoteles Einsichten aufgriff).  Danach gilt:\nDie hier aufgef\u00fchrten sieben Stuttgart21-Irrt\u00fcmer sind nicht blo\u00df\nsieben einzelne, zu addierende Fehler. Da schl\u00e4gt Quantit\u00e4t in eine\nneue Qualit\u00e4t um. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Hegel verwendet daf\u00fcr in\nseiner \u201eWissenschaft der Logik\u201c das Beispiel der ausgerauften\nHaare. Ein ausgezupftes Haar oder auch zwei Haare weniger \u2013 das\nmacht nur einen quantitativ geringen Unterschied. Doch irgendwann\nergibt die Summe ausgeraufter Haare die neue Qualit\u00e4t: Kahlkopf.\nGlatze. Nichts auf der Platte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Just so verh\u00e4lt es sich\nbei Stuttgart21. Von den S21-Versprechungen ist schlicht nichts mehr\nda. Kahl. Leergefegt. Kein Pro-Argument auf der Platte. Zum Haare\nraufen f\u00fcr Pofalla, Leger  &amp; Lutz. Weswegen ja auch am 31.\nDezember 2016 Volker Kefer von Bord ging. Weswegen ja auch am 30.\nJanuar 2016 R\u00fcdiger Grube den Konzern verlie\u00df. Weswegen ja auch am\n31. M\u00e4rz 2018 Utz-Helmuth Felcht den Posten des Oberaufsehers\naufgibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was vom gro\u00dfen Sohn\ndieser Stadt da oben an der Fassade geschrieben steht, erh\u00e4lt damit\neine neue Bedeutung: \u201edass die Furcht zu irren der Irrtum selbst\nist.\u201c Damit wird die aktuelle Situation des Gro\u00dfprojektes \nStuttgart 21 auf pr\u00e4zise Weise beschrieben. Weswegen die Deutsche\nBahn wohl inzwischen mit dem Philosophen h\u00f6chst str\u00e4flich umgeht\nund seit Jahr und Tag nicht mehr in der Lage ist, die Neonr\u00f6hren,\ndie seine Vornamen GEORG WILHELM FRIEDRICH ausleuchten sollten, mit\nStrom und Leuchtkraft zu versorgen. Den Oberen der Bahn gehen Hegels\nGesetze von Logik und Philosophie ebenso am Arsch vorbei wie sie die\nGesetzm\u00e4\u00dfigkeiten von Eisenbahnbetrieb, Fahrplanlogik, Geologie und\nMathematik verleugnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Betreiber von\nStuttgart 21 haben keine stichhaltigen, an der Sache orientierten \nArgumente mehr f\u00fcr das Weiterbetreiben des Projekts. Sie wurschteln\nweiter \u2013 vor allem aus einem <em>einzigen<\/em>\nMotiv: der Staatsr\u00e4son. Oder auch: Der Bef\u00fcrchtung, im Fall eines\nEingest\u00e4ndnisses des gro\u00dfen Irrtums sich der L\u00e4cherlichkeit\npreiszugeben. Dabei gilt eben dieses, was im Neonlicht vom Bonatzbau\nstrahlt: \u201e\u2026 dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst\nist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern dazu auf, den\ngro\u00dfen Irrtum einzugestehen. Wir verlangen von Frau Merkel, der\nVertreterin des Eigent\u00fcmers der Deutschen Bahn AG, der deutschen\nBev\u00f6lkerung, keine Furcht vor Irrtum zu zeigen. Wir fordern die von\nden Gr\u00fcnen gef\u00fchrte Landesregierung auf, zu den gr\u00fcnen Wahrheiten\nvon vor dem 27. M\u00e4rz 2011 zur\u00fcckzukehren und endlich die\nMachtgeilheit hintanzustellen und das Kleben an den Ministersesseln\naufzugeben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben keine Furcht vor\ngro\u00dfen Ideen. Diese Ideen hei\u00dfen: Stadtqualit\u00e4t. Recht auf Stadt.\nSolidarit\u00e4t. Zusammenhalt und oben bleiben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir postulieren: Die Stadt\nmuss der Bev\u00f6lkerung zur\u00fcckgegeben werden. Umstieg21 ist zu\nrealisieren. Der Bahnhof muss als modernisierten Kopfbahnhof erhalten\nund neu aufgebaut werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Gerne mit dem Sinnspruch\ndes gro\u00dfen Sohnes dieser Stadt: Das Nach-unten-Gehen war ein gro\u00dfer\nIrrtum. Die Furcht, den Irrtum einzugestehen, ist schon der Irrtum\nselbst.  \n<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb  gilt \u2013 mit und\nohne Hegel, vor allem aber mit K\u00f6pfchen und mit gesundem\nMenschenverstand:<\/p>\n\n\n\n<p>OBEN bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: \u201e\u2026 dass diese Furcht, den Irrtum einzugestehen, schon der Irrtum selbst ist.\u201c Hier \u00fcber uns \u2013 an der Frontseite von dem, was vom denkmalgesch\u00fctzten Stuttgarter Bonatzbau \u00fcbrig blieb \u2013 k\u00f6nnen wir den Spruch lesen: \u201e\u2026 dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.\u201c Am 28. 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