{"id":398,"date":"2012-02-20T23:06:00","date_gmt":"2012-02-20T22:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/winfriedwolf.de\/wordpress\/?p=398"},"modified":"2020-01-23T23:11:24","modified_gmt":"2020-01-23T22:11:24","slug":"einer-von-den-seltenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=398","title":{"rendered":"Einer von den Seltenen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Nachruf auf Jakob Moneta \u2013<\/strong> <strong>W\u00fcrdigung eines Freundes und K\u00e4mpfers f\u00fcr Menschenw\u00fcrde und Sozialismus<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zwei Mal durfte ich Jakob Moneta zu\nseinen Lebzeiten w\u00fcrdigen: ein erstes Mal am 13. Januar 1990 zur\nnachtr\u00e4glichen Feier seines 75. Geburtstags auf einer Veranstaltung\nin Essen \u2013 Walter Mossmann, Joschi Kr\u00fcger und Grit Mossmann \npr\u00e4sentierten im Anschluss ein \u201eSt\u00fcck in zwei Teilen f\u00fcr drei\nStimmen und ein Klavier: Deutsche Nachgeburt 1989 + Glassbruch 1848 =\nBirth of a Nation\u201c. Ein zweites Mal am 27. November 1995 in\nFrankfurt\/M. anl\u00e4sslich seines 80. Geburtstags \u2013 Tine Seebohm und\nAndreas Debatin pr\u00e4sentierten im Anschluss Brechts \u201eMahagonny\u201c;\nGerhard Zwerenz schrieb zu diesem Anlass ein Poem f\u00fcr Jakob, auf das\nich zur\u00fcckkomme. \n<\/p>\n\n\n\n<p> Jetzt also ein drittes Mal \u2013\nanl\u00e4sslich seines Todes.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind zwei Menschen, die mich\npolitisch am meisten pr\u00e4gten, die mich menschlich beide\ngleicherma\u00dfen beeindruckten und denen ich sehr viel verdanke: Ernest\nMandel und Jakob Moneta. Beim Erstgenannten war mir das seit langem\nbewusst \u2013 und ich brachte das in mehreren Ver\u00f6ffentlichungen und\nnicht zuletzt in einer Rede am 30. September 1995 in Paris anl\u00e4sslich\nseines Todes zum Ausdruck. Bei Jakob wurde mir das im vollen Umfang\nerst klar nach seinem Tod und als ich f\u00fcr diesen Beitrag Dutzende\nArtikel von Jakob aus der Zeit 1970 bis 2000, einige B\u00fccher und\nBuchbeitr\u00e4ge und nicht zuletzt die Korrespondenz, die es zwischen\nuns gab, las. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob Moneta erscheint mir beim\nZur\u00fcckdenken aus f\u00fcnf Gr\u00fcnden wichtig: Erstens als <em>warmherziger\nund bescheidender Mensch<\/em>, zweitens als ein beeindruckender <em>Redner\nund handwerklich guter Journalist<\/em>, drittens als jemand, der die\nK\u00e4mpfe f\u00fcr Emanzipation so oft in einen erhellenden <em>geschichtlichen\nKontext<\/em> stellte, viertens als derjenige, der mir wie vielen\nLinken, die aus nichtproletarischen Verh\u00e4ltnissen stammen, in\n\u00e4u\u00dferst kenntnisreicher Weise einen <em>Zugang zur \u201eArbeiterklasse\u201c\n\u00f6ffnete, <\/em>und schlie\u00dflich \u2013 f\u00fcnftens \u2013 als ein <em>Vision\u00e4r<\/em>,\nder am sozialistischen Ziel festhielt und dieses immer wieder \u2013\nauch hinsichtlich der \u00d6kologiefrage \u2013 neu konkretisierte. \n<\/p>\n\n\n\n<h3><em>Mensch Moneta<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn mir erst heute im gebotenen Umfang\nbewusst wird, wie wichtig Moneta f\u00fcr mein Denken und f\u00fcr mein\nEngagement war, dann lag das auch an einer besonderen Tugend, die\nJakob auszeichnete: in frappantem Kontrast zu seiner unglaublichen\nIntelligenz und zu seiner hervorgehobenen sozialen Stellung \u2013 unter\nanderem als Chefredakteur von \u201eMetall\u201c \u2013 war Jakob zeitlebens\nein \u00e4u\u00dferst bescheidener Mensch: ein Stiller, ein Kluger, ein\nGro\u00dfz\u00fcgiger. Mir pr\u00e4gte sich dieser angenehme Charakterzug bereits\nbeim ersten Treffen ein. Es fand statt auf dem Flughafen Tempelhof in\nBerlin Anfang 1973; mein Freund Martin Haller und ich trafen Jakob,\nder f\u00fcr die IG Metall in Berlin war und Gr\u00fcnde  daf\u00fcr hatte, nicht\nmit der Bahn durch die DDR von Frankfurt am Main nach Berlin oder\nzur\u00fcck nach Frankfurt\/M zu fahren.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup>\nWir hatten als Gruppe Internationale Marxisten (GIM) einige Monate\nzuvor an der TU Berlin eine ziemlich erfolgreiche \u2013 von 1300\nStudierenden besuchte \u2013 Veranstaltung mit Tariq Ali zum Konflikt\nzwischen Indien und Pakistan und der Gr\u00fcndung der \u201eVolksrepublik\nBangla Desh\u201c durchgef\u00fchrt, wir bereiteten gerade die erste Ausgabe\nder theoretischen Zeitschrift \u201edie Internationale\u201c vor, in der es\nschlicht und einfach um \u201eden Aufbau revolution\u00e4rer Parteien im\nkapitalistischen Europa\u201c gehen sollte\u2026 alles also h\u00f6chst\nweltrevolution\u00e4re Themen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakobs Themen waren dann \u00e4u\u00dferst\ngeerdet: \u201eWieviele Genossen\u201c es derzeit in der GIM Westberlin\ngeben w\u00fcrde \u2013 und vor allem, wieviele \u201edenn wirklich aktiv\u201c\nseien? Wieviel monatliche Miete wir f\u00fcr unser B\u00fcro in Moabit in der\nStephanstrasse zu zahlen h\u00e4tten und ob wir uns auch zuk\u00fcnftig ein\neigenes B\u00fcro w\u00fcrden leisten k\u00f6nnen? Warum wir vor allem die\nDifferenzen zwischen uns als GIM Westberlin und der Zentrale in\nFrankfurt\/M. kultivieren w\u00fcrden und dass seiner Ansicht nach das\nGemeinsame im Zentrum stehen sollte. Und \u00fcberhaupt: Unsere\nDebattenbeitr\u00e4ge zur Kulturrevolution in China und zur Rolle der\nchinesischen Arbeiterklasse<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>\nseien ja interessant \u2013 ihn interessiere jedoch, was wir zur Lage\nder deutschen Arbeiterklasse sagen w\u00fcrden? Und dann hielt er uns\neinen Kurzvortrag \u00fcber die Arbeiterklasse in Westdeutschland und die\nVer\u00e4nderungen, die es in derselben seit den \u201ewilden Streiks 1969\u201c\ngab und dass er gro\u00dfe Chancen f\u00fcr eine Aktivierung und\nLinksentwicklung der Gewerkschaften sah. Davon hatten wir, eine fast\nausschlie\u00dflich aus Studierenden bestehende Westberliner GIM-Gruppe\nvon damals rund 50 Leuten \u2013 ebenso wie der gro\u00dfe Teil der\nWestberliner radikalen Linken \u2013 absolut keine Ahnung. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir baten Jakob, das, was er uns in\nseiner kurzen Skizze dargelegt hatte, in einen Artikel zu bringen,\nden wir in der ersten Ausgabe von \u201edie Internationale\u201c\nver\u00f6ffentlichen wollten. Jakob lieferte seinen Artikel unter dem\nTitel \u201eZu den Klassenk\u00e4mpfen in Deutschland\u201c p\u00fcnktlich ab \u2013\nwie dies in den kommenden 25 Jahren, in denen ich mit ihm f\u00fcr\nunterschiedliche Redaktionen hunderte Artikel absprach und dann\n\u00fcbermittelt erhielt, so gut wie immer der Fall war.<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup>\nLiest man heute den Beitrag \u2013 er findet sich in \u201edie\nInternationale\u201c Nr. 1 vom Juli 1973 \u2013 dann reibe ich mir, dann\nreibt man sich erstaunt die Augen. Wer wei\u00df  denn heute noch, dass\nsich 1972 hunderttausende Arbeiterinnen und Arbeiter an\nProteststreiks beteiligten gegen den Versuch von CDU\/CSU, durch Kauf\nvon Abgeordneten die Regierung unter Kanzler Willy Brandt zu st\u00fcrzen,\n\u201eBarzel-Coup\u201c genannt? Wer wei\u00df, dass im selben Jahr auf der 1.\nMai-Kundgebung in Dortmund Willy Brandt Festredner war \u2013 mit 90.000\nTeilnehmern? Wer erinnert sich heute noch daran, dass nach dem\nneuerlichen SPD-Wahlsieg es der neu best\u00e4tigte Kanzler Willy Brandt\nwar, der seine eigene Demontage einleitete, unter anderem mit seiner\nersten Regierungserkl\u00e4rung, in der er sich zur kapitalistischen\nLeistungsgesellschaft bekannte, und mit seinem Schweigen zu den\nmassiven Bombardements nordvietnamesischer St\u00e4dte durch die\nUS-Luftwaffe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beitrag erschien unter dem\nPseudonym Anna Armand. In der Zeit, in der Moneta offizielle\nFunktionen in den Gewerkschaften einnahm, ver\u00f6ffentlichte er seine\nBeitr\u00e4ge in den linken, radikalen  Medien unter diesem Pseudonym. In\ndieser Hinsicht f\u00fchrte Moneta rund drei Jahrzehnte lang ein\npolitisches und journalistisches Doppelleben. Daf\u00fcr gab es mit dem\nseit 1956 in Westdeutschland g\u00fcltigen KPD-Verbot und dem gerade auch\nnach der Studentenrevolte von 1968 institutionalisierten\nAntikommunismus (Berufsverbote im \u00f6ffentlichen Dienst seit 1972 und\nUnvereinbarkeitsbeschl\u00fcsse in den Gewerkschaften seit 1973) gute\nGr\u00fcnde. Allerdings bedeutete dies auch, dass Jakob Moneta und Anna\nArmand oft zu ein und demselben Thema in ihren Artikeln erheblich\nunterschiedliche Akzente setzten. W\u00e4hrend in \u201eMetall\u201c die\nMitbestimmung, zumal diejenige in der Montanindustrie, als\nauszubauende Errungenschaft pr\u00e4sentiert wurde, schrieb Anna Armand\nin der Bilanz eines Konflikts beim Montan- und Stahlkonzern Hoechst:\n\u201eDie Mitbestimmung hat sich f\u00fcr alle sichtbar als das enth\u00fcllt,\nwas sie in Wirklichkeit ist: ein Instrument der\nKlassenzusammenarbeit.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup>\nW\u00e4hrend Jakob Moneta in der allgemeinen bundesdeutschen\nGewerkschaftslinken als ein \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger des IG\nMetall-Gewerkschafters Franz Steink\u00fchler galt, kritisierte ihn Anna\nArmand in \u201ewas tun\u201c gelegentlich harsch, etwa in der Debatte um\nden Kampf f\u00fcr die Arbeitszeitverk\u00fcrzung auf 35 Stunden im Jahr\n1979:   \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMan\nkann nur \u00fcberrascht sein dar\u00fcber, dass die Gewerkschaftsf\u00fchrer auf\neinmal so \u00fcberrascht tun. Wenn  Franz Steink\u00fchler den Tabukatalog\n(der Unternehmer) ein \u00b4Dokument der Einfallslosigkeit\u00b4 nennt (\u2026),\ndann ist ihm entgegenzuhalten: Die Arbeiter werden nur dann zuletzt\nlachen k\u00f6nnen, wenn es einer gemeinsamen gewerkschaftlichen\nKampfstrategie gelingt, in diese Gesellschaft Dynamik hineinzutragen\nund den Tabukatalog zu durchbrechen! (\u2026) Es gibt nur einen einzigen\nWeg, mit diesen Tabus fertigzuwerden: man muss sich \u00fcber sie\nhinwegsetzen und sie beiseite fegen!\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Als Franz\nSteink\u00fchler im selben Jahr den Tarifabschluss in den\nmetallverarbeitenden Industrien von Hessen rechtfertigte,\nkommentierte dies Anna Armand mit den Worten: \u201eSteink\u00fchler wies\nmassiv, ganz SPD-Politiker, auf die gesamtwirtschaftliche\nVerantwortung der IGM hin.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Jakob entzog sich gerne Feiern, die\nseiner Person galten \u2013 oder er forderte dazu auf, diese\numzufunktionieren in eine politische Manifestation. Am 30. Januar\n1990  lauteten die ersten S\u00e4tze meiner Laudatio: \u201eVor zwei Monaten\nund zwei Tagen wurde Jakob Moneta 75 Jahre alt. Das sollte eigentlich\nheute und hier gefeiert werden. Und \u2013 keine Angst \u2013 wir feiern\ndies auch. Allerdings hat sich der Jubilar dieser Feier kurzfristig\nentzogen: Jakob weilt in S\u00fcdafrika und Namibia. In einer Art\nGru\u00dfbotschaft hinterlie\u00df er uns einen Artikel f\u00fcr die SoZ.  Er\nbilanziert darin den erfolgreichen Kampf gegen die Apartheid und\nstellt zugleich fest, dass es \u201eeine Gesellschaft der Gleichheit \u2013\nohne Rassentrennung und Klassengegens\u00e4tze nur in der zuk\u00fcnftigen\nsozialistischen Gesellschaft geben\u201c werde.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup>\n<\/p>\n\n\n\n<h3><em>Redner und Journalist<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Mitteilungsform Monetas\nwaren seine Reden. Er sprach auf Tausenden Veranstaltungen zu\nDutzenden h\u00f6chst unterschiedlichen Themen und Anl\u00e4ssen. Er war in\nsehr spezifischer Form ein gro\u00dfer Redner oder besser: ein\nVortragender: Anders als fast alle anderen prominenten Gewerkschafter\nverzichtete er auf eine besondere Rhetorik und auf jede Art\nPopulismus oder gar Demagogie. Seine Reden zielten nie auf Beifall\nab; Zwischenapplaus gab es eher selten. Und doch war ihm am Ende\nimmer ein ehrlicher, von allen Zuh\u00f6renden getragener Beifall sicher.\nDas lag daran, dass Monetas Reden immer auf die K\u00f6pfe, auf das\nVerstehen, die Einsicht und das \u00dcberzeugen abzielten. Erst \u00fcber\ndiesen Zugang zum Verstand sollte \u2013 und wurde \u2013 dann auch das\nHerz der Zuh\u00f6renden erreicht. Die meisten seiner Reden waren\nschriftlich ausgearbeitet \u2013 teilweise mit Schreibmaschine getippt,\noft auch handschriftlich niedergeschrieben \u2013 dabei so gut wie immer\nim eher ungew\u00f6hnlichen A5-Format.<sup><a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup>\nDabei waren seine Vortr\u00e4ge niemals \u201everkopft\u201c, aber eben doch\nimmer anspruchsvoll. Bereits der Beginn einer Rede brachte dies zum\nAusdruck \u2013 meist f\u00fchrten bereits die ersten S\u00e4tze in medias res;\nzugleich er\u00f6ffneten sie einen weit gr\u00f6\u00dferen Horizont als dies bei\nso gut wie allen Reden zum selben Thema seitens anderer Referenten\nder Fall war. Nehmen wir die Rede Jakobs von Anfang 1984 zur \nNotwendigkeit von Arbeitszeitverk\u00fcrzung und 35-Stunden-Woche, die\nwie folgt begann:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLiebe\nKolleginnen, liebe Kollegen! Wenn man \u00fcber den Kampf um die\n35-Stunden-Woche spricht, dann muss man ausgehen von der\nkapitalistischen Krise und ihrem Charakter. Und wenn man \u00fcber die\nkapitalistische Krise spricht, dann muss man von der Tatsache\nausgehen, dass wir in einer kapitalistischen Weltwirtschaft leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Uff. Wo gab es das, dass ein f\u00fchrender\nVertreter der deutschen Gewerkschaftsbewegung die 35-Stunden-Woche\naus der kapitalistischen Weltwirtschaft ableitete, im Anschluss an\ndiese S\u00e4tze auf die USA und dort auf einen Streik beim\nBusunternehmen Greyhound und die Wirtschaftspolitik unter Ronald\nReagan (\u00b4Reaganomics\u00b4) einging, dann zu den damals \u201e2,35\nMillionen Arbeitslosen in der BRD\u201c \u00fcberleitete und die M\u00e4r\nwiderlegte, wonach \u201eVollbesch\u00e4ftigung durch Wirtschaftswachstum\u201c\nm\u00f6glich sei und dabei den Arbeitsminister Norbert Bl\u00fcm abwatschte\nund schlie\u00dflich der \u201eWendepolitik\u201c unter Kanzler Kohl die\nNotwendigkeit einer \u201eWende von unten\u201c und eine \u201eSelbstbestimmung\nder Arbeitenden \u2013 Arbeiterdemokratie\u201c entgegensetzte.<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Vortr\u00e4ge halten, Reden schreiben und\njournalistisch arbeiten bildete bei Jakob Moneta eine Einheit, gerade\nweil seine Reden den beschriebenen Charakter hatten. Unter seinem\nEinfluss entwickelte sich \u201eMetall\u201c zu einem  f\u00fcr Hunderttausende\nIGM-Mitglieder lesbaren und wertvollen Organ, indem u.a. G\u00fcnter\nWallraff seine ersten Reportagen ver\u00f6ffentlichte. In Streikzeiten\ngelang es Moneta, durch t\u00e4glich (!) erscheinende \u201eStreiknachrichten\u201c\n(teilweise auch \u201eAussperrungs-Nachrichten\u201c) ein zeitgem\u00e4\u00dfes\nOrgan f\u00fcr die erforderliche Mobilisierung und Informierung der\nKolleginnen und Kollegen zu schaffen. Die kraftvollen (meist\nungezeichneten) Texte in diesen IGM-Tageszeitungen sprechen vielfach\ndie Sprache des Chefredakteurs. So wenn es dort zum Auftakt des\ngro\u00dfen baden-w\u00fcrttembergischen Metallarbeiterstreiks 1963 hei\u00dft: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn\ndie Herren, die uns wegen unserer ma\u00dflosen Forderungen von acht\nProzent mit Totalaussperrung drohen, ebenso bescheiden und ma\u00dfvoll\nleben m\u00fcssen wie wir, dann sollen sie uns ihre Gesch\u00e4ftsb\u00fccher\noffenlegen. In unsere Lohnt\u00fcten k\u00f6nnen sie ja jederzeit\nhineinschauen. Die Erf\u00fcllung unserer Forderung w\u00fcrde f\u00fcr die\ngesamte Metallindustrie der Bundesrepublik eine Belastung von 1,6\nMilliarden Mark bringen. Aber allein durch die Steigerung unserer\nLeistung pro Arbeitsstunde (Produktivit\u00e4t), die f\u00fcr 1963 offiziell\nauf f\u00fcnf Prozent gesch\u00e4tzt wird, spart die Metallindustrie wieder\n1,25 Milliarden Mark ein.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Es war im M\u00e4rz 2011, als ich ein\nletztes Mal mit Jakob Moneta sprach. Die Auseinandersetzung in Libyen\nspitzte sich zu \u2013 und ein brisantes, seit zwei Jahrzehnten\nversch\u00fcttetes Thema schien erneut aktuell zu werden: der Bau einer\nGiftgasfabrik im libyschen Rabta, der in den 1980er Jahren vom\nlibyschen Regime unter Gaddafi in enger Kooperation mit dem deutschen\nGeheimdienst BND und dem staatlichen Stahlkonzern Salzgitter\norganisiert worden war. Das Projekt wurde im Januar 1990 weltweit als\nSkandal wahrgenommen \u2013 doch die weltpolitischen Turbulenzen in\ndiesen Monaten verdr\u00e4ngten das Thema  schnell. Jakob Moneta und ich\nallerdings waren mit diesem Thema seit Sommer 1988 in besonderer\nWeise vertraut. Irgendwie, so scheint mir, haben wir damals eine\nechte Chance auf einen journalistischen Coup knapp verpasst.<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup>\n<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle sei nur hinzugef\u00fcgt:\nWeil ich mir nach mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr ganz sicher\nwar, wie es bei dem Outing der Sekret\u00e4rin der Firma, die das\nGiftgasgesch\u00e4ft koordiniert hatte, zugegangen war und weil ich\ndar\u00fcber in \u201eLunapark21\u201c schreiben wollte, rief ich Jakob Moneta\nim M\u00e4rz 2011 im J\u00fcdischen Seniorenheim an. Es war eher ein Zufall,\ndass ich ohne Voranmeldung zu  ihm \u201edurchkam\u201c. Nach dem Austausch\nder einen und anderen pers\u00f6nlichen Mitteilung fragte ich Jakob\ndirekt, ob er sich an die \u00fcbergelaufene Sekret\u00e4rin von Ishan\nBarbouti International erinnern w\u00fcrde und ob es tats\u00e4chlich stimme,\ndass wir \u201erund zwanzig Leitzordner mit Unterlagen zu Rabta in\nDeiner Wohnung in Ginnheim zeitweilig zwischengelagert hatten\u201c?\nJakob antwortete ohne l\u00e4ngeres \u00dcberlegen: \u201eJa, so war es. Aber es\nwaren aber nicht zwanzig Leitzordner. Vielleicht ein Dutzend oder\nso.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3> <em>Geschichte und Klassenkampf<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Jakob Moneta referierte zu vielen \u201erein\ngeschichtlichen\u201c Themen der internationalen Arbeiterbewegung \u2013\nbeispielsweise im Rahmen der Kampagnen gegen Aufr\u00fcstung und Krieg,\nan Osterm\u00e4rschen und zum Antikriegstag. Seine Auseinandersetzung mit\nNorbert Bl\u00fcm ist geradezu gespickt mit Hinweisen auf die Geschichte\nvon Kapital und Arbeit, mit der er Bl\u00fcms flachbr\u00fcstige\ngewerkschaftspolitische Theorie kritisierte.<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup>\nEr stellte die aktuellen Klassenk\u00e4mpfe, die damals von vielen Linken\nals \u201eTarifgymnastik\u201c bel\u00e4chelt wurden, immer in den gr\u00f6\u00dferen\ngeschichtlichen Zusammenhang. Tarifauseinandersetzungen sind f\u00fcr\nMoneta Klassenkampf, Klassenkampf ist Klassenkrieg und die Parallelen\nzum tats\u00e4chlichen Krieg sind dabei oft erstaunlich gro\u00df. So wenn er\ndie beiden f\u00fchrenden K\u00f6pfe im bereits angef\u00fchrten\nbaden-w\u00fcrttembergischen Metallerstreik von 1963 vor ihrem\nlebensgeschichtlichen Hintergrund pr\u00e4sentiert: Auf der einen Seite\nder IGM-Bezirksleiter Willy Bleicher, der in der NS-Zeit zehn Jahr im\nKZ sa\u00df und kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen den erfolgreichen\nbewaffneten Aufstand der KZ-H\u00e4ftlinge von Buchenwald mit anf\u00fchrte.\nAuf der anderen Seite der Metallindustrielle Hanns Martin Schleyer,\nein ehemaliger SS-Mann. Moneta: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJeder\nder beiden symbolisierte in gewisser Weise seine Klasse (\u2026)\nBleicher die 1933 geschlagene und vernichtete Arbeiterbewegung, der\nes nach 1945 gelungen war, ihre Organisationen wieder machtvoll\naufzubauen. Schleyer die herrschende Klasse, die Hitler zur Macht\nverholfen hatte, die seinen Zweiten Weltkrieg als Revanche-.Feldzug\nf\u00fcr den verlorenen Ersten mit vorbereitet hatte und die in der\nBundesrepublik nach und nach ihre wirtschaftlichen Machtpositionen\nzur\u00fcckeroberte.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei dokumentierte Moneta, dass dieses\nIn-den-geschichtlichen-Kontext-Stellen nicht allein als\nHintergrundwissen von Bedeutung ist, sondern dass im konkreten\nVerlauf des erw\u00e4hnten Metallarbeiterstreiks die Vergangenheit\nkonkret wurde. Nachdem die Arbeitgeber auf den Streik mit der \u2013 so\nw\u00f6rtlich \u2013 \u201etotalen Aussperrung\u201c geantwortet und diese mit den\nWorten erkl\u00e4rt hatten, \u201eDer Arbeitskampf ist umso humaner, je\nk\u00fcrzer er ist\u201c, hie\u00df es in den \u201eStreiknachrichten\u201c: \u201eDer\ntotale Krieg ist schon einmal als humanster erkl\u00e4rt worden. Die\nMillionen Opfer dieses Kriegs haben von Humanit\u00e4t allerdings wenig\ngesp\u00fcrt.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Im Kampf um die 35-Stunden-Woche im\nJahr 1984 zitierte Moneta das \u201eHandelsblatt\u201c, in dem es nach\nBetrachtungen \u00fcber die \u201eStreik-Puste\u201c der IG Metall w\u00f6rtlich\nhie\u00df: \u201eIm \u00fcbrigen entscheidet im Krieg gelegentlich schon ein\nSto\u00dftruppunternehmen \u00fcber Sieg und Niederlage. Gewiefte Strategen\nwissen, an welchen Frontabschnitten ihre Truppen den Feind am\nempfindlichsten treffen k\u00f6nnen.\u201c Monetas Kommentar: \u201eEinige\nSto\u00dftruppunternehmen in Richtung Betriebsbesetzungen (\u2026) sowie die\nAusweitung der Urabstimmung auf andere Bezirke h\u00e4tten die Kampfmoral\nheben und die Moral von Gesamtmetall  (\u2026) bis auf den Punkt eines\nAbschlusses senken k\u00f6nnen, der zu einer massiven Reduzierung der\nArbeitszeit und damit auch einer Verringerung der Arbeitslosigkeit\ngef\u00fchrt h\u00e4tte.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Als es in Deutschland 1989\/90 zur\nWiedervereinigung kam, entwickelte Moneta sehr fr\u00fch eine\nrealistische Einsch\u00e4tzung \u2013 deutlich fr\u00fcher und realistischer als\nErnest Mandel, der in dem Zusammenbruch der b\u00fcrokratischen Systeme\nin der UdSSR, DDR usw. vor allem eine Chance f\u00fcr eine politische\nRevolution zur Entwicklung von demokratisch-sozialistischen\nArbeiterstaaten sah. Im Oktober 1991 formulierte er in einem Brief an\nErnest Mandel eine Perspektive, die sich leider bewahrheiten sollte:\n\u201eUnter dem Druck der internationalen Schuldenlast und den Zw\u00e4ngen,\ndie das internationale Finanzkapital auferlegt, durch massive\nReduzierung des Lebensstandards der Massen, die Wirtschaft wieder\nrentabel zu machen, um Schulden und Wucherzinsen (wie in Jugoslawien)\nzur\u00fcckzuzahlen, greift die neue herrschende Schicht<sup><a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup>\nzu Waffen der nationalistischen Hetze, um von den schwierigen\nsozialen Problemen abzulenken. Blutige Machtk\u00e4mpfe fallen zusammen\nmit chauvinistischen, religi\u00f6sen, rassistisch aufgeheizten \nnationalen Konflikten, in denen das \u00b4Selbstbestimmungsrecht\u00b4 nicht\nemanzipatorisch, sondern als propagandistische Kriegswaffe benutzt\nwird.\u201c Auf diese Weise k\u00f6nne \u201eein Machtvakuum entstehen\u201c, das\n\u201edie imperialistischen M\u00e4chte nutzen\u201c w\u00fcrden.<sup><a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p> Ein paar Jahre sp\u00e4ter sieht Moneta\nsich in dieser Analyse best\u00e4tigt und untersetzt dies mit einem\nVergleich mit der Franz\u00f6sischen Revolution. In einem Brief schreibt\ner: \u201eDer Umschwung (in der DDR und UdSSR nach 1990; W.W.) war\n<em>politisch<\/em> eine Revolution und <em>\u00f6konomisch <\/em>eine\nKonterrevolution. Ich gehe hierbei auf die Franz\u00f6sische Revolution\nzur\u00fcck (die ohnehin Lenin als Vergleichsma\u00dfstab st\u00e4ndig im Kopf\nhatte). Dort war der Thermidor eine politische Konterrevolution, die\naber die kapitalistische \u00d6konomie (eine gewaltige Errungenschaft\ndamals) nicht antastete. Sogar Napoleon blieb eben in diesem Sinn ein\nKind der Franz\u00f6sischen Revolution.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Monetas Einbeziehung der Geschichte der\nArbeiterbewegung zum Verst\u00e4ndnis der aktuellen Situation ist immer\nlehrreich, ohne belehrend zu wirken. Zum Standardthema\n\u201ezur\u00fcckgebliebenes Bewusstsein der Massen\u201c, auf das die\nGewerkschaftsf\u00fchrung R\u00fccksicht nehmen m\u00fcsse und hier konkret zur\nSituation 1933, schrieb er in einem seiner besten Texte, eine Art\nKurzbiographie mit dem Titel \u201eMehr Gewalt f\u00fcr die Ohnm\u00e4chtigen\u201c:\n\u201eAllen, die hinterher den \u00b4Massen\u00b4 die Schuld f\u00fcr ihr eigenes\nVersagen aufb\u00fcrden wollten, muss man in Erinnerung rufen: In den\nletzten einigerma\u00dfen freien Betriebsratswahlen, die von den Nazis im\nApril 1933 durchgef\u00fchrt wurden, weil die Nazis selbst daran\nglaubten, sie h\u00e4tten in den Betrieben an Boden gewonnen, erhielten\ndie Freien Gewerkschaften 73,4 Prozent der Mandate und die\nNationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) 11,7\nProzent. Die Basis zum Widerstand war da. Aber die F\u00fchrung war\ndesertiert.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3><em>Differenzierte Analyse von\nArbeiterklasse, Arbeiterbewegung und Gewerkschaften<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Jakob Moneta sah sich mehr als zwei\nJahrzehnte lang einer radikalen Linken gegen\u00fcber bzw. er war Teil\ndieser radikalen Linken, die \u00fcberwiegend ein krass unzutreffendes\nBild von der Arbeiterklasse hatte. Seit 1970 war diese radikale Linke\nvon maoistischen und neostalinistischen Gruppen (wie KPD AO, KPD,\nKPD\/ML, KB, KBW) gepr\u00e4gt, deren Verh\u00e4ltnis zur Arbeiterbewegung\neinerseits heroisierend und andererseits sektiererisch war.<sup><a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a><\/sup>\nMit Beginn der 1970er Jahre wuchs in Betrieben und Gewerkschaften\nparallel der traditionelle Einfluss der DKP, einer Str\u00f6mung, die oft\neine opportunistische Haltung gegen\u00fcber der Gewerkschaftsf\u00fchrung an\nden Tag legte und gleichzeitig vielfach mit dieser gemeinsame Sache\ngegen \u201eLinkssektierer\u201c machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Moneta kritisierte beide Positionen\nkonsequent. Zuallererst brachte er jedoch Linken, die sich an ihm\norientierten, das Handwerkszeug bei, um \u00fcberhaupt einen Zugang zur\narbeitenden Klasse und zu den Gewerkschaften herstellen zu k\u00f6nnen.\nVon ihm lernten wir, welche Phasen im einzelnen eine Tarifrunde hat,\nwelche Bedeutung einer Urabstimmung zukommen kann bzw. wie diese auch\nals Mobilisierungsinstrument genutzt werden kann, welche vertrackte\nBewandtnis es mit dem Kurzarbeitergeld im Streik in nicht bestreikten\nGebieten auf sich hat oder auch schlicht, wie extrem belastend\nSchichtarbeit im allgemeinen und was \u00fcberhaupt eine Konti-Schicht im\nbesonderen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Moneta waren Arbeitsk\u00e4mpfe h\u00f6chst\npraktische Schulungen, auch und gerade f\u00fcr die\nGewerkschaftsf\u00fchrungen und f\u00fcr Linke, die versuchten, in diese\nhineinzuwirken. F\u00fcr ihn war es zum Beispiel wichtig, dass im Streik\ndie Streikenden und ihre Familien so weit wie m\u00f6glich direkt\neinbezogen wurden und sich demokratisch beteiligen konnten. In seiner\nBilanz der Kampagne um die 35-Stunden-Woche schreibt er: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie\nSelbstbeteiligung am Arbeitskampf hat enorme praktische Bedeutung\nangesichts des allgemeinen ideologischen Drucks, der auf die\nStreikenden und ihre Familien ausge\u00fcbt wird. Durch die Anwesenheit\nan den St\u00e4tten ihres Kampfes k\u00f6nnen sie zumindest zeitweise der\n\u00b4Feindpropaganda\u00b4 entzogen werden. (\u2026) Die Familien sind es doch\ngew\u00f6hnlich, die dem Trommelfeuer der Medien am meisten ausgesetzt\nsind, das sich gegen uns richtet. Mit K\u00fcnstlern, die sich von allen\nSeiten anboten, wurden Veranstaltungen geplant, die nicht nur vor\nWerkstoren, sondern auch in gro\u00dfem Rahmen durchgef\u00fchrt werden\nsollten, um ein Gegengewicht zur ver\u00f6ffentlichten Meinung zu\nschaffen (\u2026) Kurzum: Der Arbeitskampf muss zu einer sozialen\nBewegung werden, die (\u2026) in die gesamte Gesellschaft\nhineinreicht.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a><\/sup>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Moneta kritisierte, dass diese\nOrientierung in der Auseinandersetzung nur halbherzig verfolgt und\nteilweise bald aufgegeben wurde \u2013 was das unzureichende Ergebnis \u2013\ndas Stufenmodell der Arbeitszeitverk\u00fcrzung \u2013 zur Folge gehabt\nhabe. Man d\u00fcrfe den Kollegen \u201enicht einen sch\u00f6nen Streikurlaub\nverschaffen\u201c, man m\u00fcsse \u201esie fordern\u201c. Dabei gelte es, immer\nneue Initiativen zu ergreifen, denn: \u201eEine Streikbewegung, die\nstillsteht, beginnt zu verfaulen.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>So differenziert Moneta die\nGewerkschaften sah und so detailliert er auf Arbeitsk\u00e4mpfe einging,\nso wenig war er angepasst. Im Gegenteil. Die Kenntnis all dieser\nDetails waren f\u00fcr ihn Voraussetzung f\u00fcr die Wirksamkeit der immer\nwieder neu eingeklagten Radikalit\u00e4t. Im Vorfeld des Kampfs f\u00fcr 35\nStunden schrieb er \u2013 und dies nicht unter Pseudonym, nicht als Anna\nArmand: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie\nNadelsticktaktik der \u00b4neuen Beweglichkeit\u00b4, die in der\nVergangenheit gute Dienste geleistet hat, reicht  diesmal allein\nnicht aus. Wir sollten an die phantasievollen Aktionsformen unserer\nKolleginnen und Kollegen ankn\u00fcpfen, die sie in ihrer verzweifelten\nGegenwehr bei Entlassungen angewandt haben: Herstellung von\n\u00d6ffentlichkeit (\u2026) auch durch Errichtung von Stra\u00dfensperren (wie\nes die Metaller der Olympia-Werke vorgemacht haben); Besetzung von\nRath\u00e4usern oder Konzernzentralen; Demonstrationen zu den \u00b4Tatorten\u00b4\n&#8211; dorthin, wo die wirtschaftlich und politisch Verantwortlichen\nsitzen. Betriebsbesetzungen wie bei der Firma Heckel im Saarland\n(oder) (\u2026) wie bei den Howaldts-Werken, die gleichzeitig genutzt\nwerden, um durch Einlass von \u00b4Publikum\u00b4 und Betriebsf\u00fchrungen\nm\u00f6glichst vielen vor Augen zu f\u00fchren, wie widersinnig die\nSchlie\u00dfung dieser hochmodernen Anlagen ist. Wenn hundert Betriebe in\nder ganzen Bundesrepublik (anstatt nur einem in Hamburg) besetzt\nsind, dann macht dies einen qualitativen Unterschied aus.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinn hob Moneta Losungen in\ndiesen K\u00e4mpfen hervor, die deutlich \u00fcber das kapitalistische System\nhinausweisen. So im Fall des 1963er Metallerstreiks, als die Parole\n\u201eKann Schleyer nicht mehr weiter \/ \u00fcbernehmen den Betrieb die\nBenz-Arbeiter\u201c am Daimler-Benz-Werkstor angebracht war. Die letzten\nS\u00e4tze seiner Darstellung der verschiedenen Metallerstreiks lauten:\n\u201eDie Parole der Streikenden und Ausgesperrten \u00b4Jetzt sperren uns\ndie Bosse aus \u2013 wann schmei\u00dfen wir die Bosse raus?\u00b4 stellt sich\ndann als Vorwegnahme einer Zielsetzung heraus, die man sich heute in\nder Bundesrepublik noch nicht zu stellen wagt.<sup><a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3><em>Die Vision der neuen und\nsozialistischen Gesellschaft und die \u00d6kologie-Bewegung<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte kaum ein Referat von Jakob\nMoneta und schon gar keine allgemeinpolitische Diskussion mit ihm\ngegeben haben, in denen er nicht das Ziel jedes emanzipatorischen\nEngagements, die sozialistische Gesellschaft, nannte. Dies erfolgte\njedoch nie aufgesetzt oder wie ein angeh\u00e4ngtes ceterum censeo,\nsondern es resultierte aus der Analyse der kapitalistischen\nGesellschaft, war Konsequenz des Charakters der kapitalistischen\nKrise und der inneren Dynamik des Kapitalismus. Auch die Verk\u00fcrzung\nder Arbeitszeit allein k\u00f6nne die Vollbesch\u00e4ftigung nicht wieder\nherstellen, vielmehr seien \u201ewir gezwungen, nicht nur die Symptome\nder privaten Profitwirtschaft mit ihrer Arbeitslosigkeit, ihrer\nUmweltzerst\u00f6rung, ihren Kriegen zu bek\u00e4mpfen\u201c, vielmehr m\u00fcsse\nman \u201eeine alternative gesellschaftliche L\u00f6sung anbieten\u201c, m\u00fcsse\nman darlegen, wie \u201ewir durch demokratisch geplante,\nvergesellschaftete Produktion, durch Selbstverwaltung in den\nBetrieben, bei (\u2026) qualitativer Erweiterung aller demokratischer\nRechte und Freiheiten (&#8230;) ein Ziel anbieten k\u00f6nnen, das die\nHoffnungen der Menschen aufs Neue befl\u00fcgeln kann.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a><\/sup>\n<\/p>\n\n\n\n<p>1982, also heute vor drei Jahrzehnten,\nlieferte Moneta eine f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Krise h\u00f6chst aktuelle\nSkizze des Wegs des Neoliberalismus, der eine solche Orientierung\nerforderlich mache. Er schrieb, eine sozialistische Alternative sei\nnotwendig, weil sich \u201edas Modell Deutschland als Fata Morgana\nerweist, da die Bundesrepublik schrittweise dem Modell der eisernen\nLady Thatcher in Gro\u00dfbritannien folgt, da die Krise, das wachsende\nLoch im Bundeshaushalt, die steigende Verschuldung von Bund, L\u00e4ndern\nund Gemeinden, die Arbeitslosigkeit und die steigende Inflationsrate\nnicht mehr geleugnet werden k\u00f6nnen\u2026\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a><\/sup>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Moneta sah einen engen Zusammenhang\nzwischen dem sozialistischen Engagement und der Bek\u00e4mpfung des\nPatriarchats. In all seinen Schriften zu Streiks spielt das Thema der\nEinbeziehung der Frauen in die Auseinandersetzungen eine wichtige\nRolle. Er sah das dabei nicht instrumentell. Der Kampf f\u00fcr\nArbeitszeitverk\u00fcrzung war f\u00fcr ihn vielmehr die Voraussetzung, um\ndie traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern\naufzubrechen: \u201eWenn dieser dauernde Prozess der\nArbeitszeitverk\u00fcrzung erst die 30-Stunden-Woche oder gar (\u2026) die\n20-Stunden-Woche erreicht haben wird, dann ist das Problem der\nVerteilung der Arbeit auf alle, die Vollbesch\u00e4ftigung zugleich mit\nder Aufteilung der Hausarbeit zwischen Mann und Frau (\u2026) allgemein\nl\u00f6sbar und nicht nur ein Vorrecht weniger auf Kosten aller.\u201c Er\nkritisierte Norbert Bl\u00fcm beispielsweise wie folgt: \u201eKein Wort sagt\nNorbert Bl\u00fcm dar\u00fcber, welche Anstrengungen die M\u00e4nner machen\nm\u00fcssen, um zu einer Vermenschlichung der Gesellschaft zu kommen, weg\nvon der patriarchalen M\u00e4nnergesellschaft, und auf welche Weise (\u2026)\nzumindest die Vorbedingungen hierf\u00fcr geschaffen werden k\u00f6nnen.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Moneta griff bereits sehr fr\u00fch \u2013\ndeutlich vor Existenz der Gr\u00fcnen Partei \u2013 die Thematik der\nUmweltbewegung auf. Dabei spielte seine bereits eingangs erw\u00e4hnte\nFreundschaft mit Heinz Brandt eine wichtige Rolle. Dieser wurde nach\neiner Rede, die er am 19. Februar 1977 in Itzehoe auf einer\nAnti-Atom-Demonstration zum Thema Atomfilz und damit zur\nZusammenarbeit von Regierung, Gewerkschaften und Atomkonzernen,\nhielt, mit dem Ausschluss aus der IG Metall bedroht.  Aus einer\nInitiative gegen diese drohende Ma\u00dfnahme des Gewerkschaftsapparats\nheraus bildete sich die Initiative \u201eAktionskreis Leben \u2013 AKL\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a><\/sup>\n In diesem Arbeitskreis, der sich als \u201eBestandteil der\nGewerkschaftsbewegung\u201c verstand,  war neben Brandt Jakob Moneta\nma\u00dfgeblich aktiv; er bildete f\u00fcr die politische Arbeit der GIM\nmehrere Jahre lang das wichtige Arbeitsfeld. 1980 gab es\nAKL-Arbeitskreise in 31 Orten. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Gr\u00fcne Partei \u2013 zun\u00e4chst auf\nLandesebene, dann in ganz Westdeutschland \u2013 entstand, war dies f\u00fcr\nMoneta immer wieder Anlass, den Zusammenhang zwischen der\n\u00d6kologiefrage, der antikapitalistischen Position und der zuk\u00fcnftigen\nGesellschaft herzustellen. Einen Widerspruch zwischen\n\u201eMenschheitsfrage\u201c und \u201esozialer Frage\u201c konnte Moneta nie\nerkennen, im Gegenteil: er sah in diesen beiden gro\u00dfen Fragen einen\nengen, unaufl\u00f6slichen Zusammenhang, wie im Folgenden im Jahr 1982\ndargelegt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs\nist demnach ganz offensichtlich, dass sich die soziale Frage heute\nmit Macht auch der \u00f6kologischen Bewegung aufdr\u00e4ngt. (\u2026) Wenn uns\nvon \u00d6kologen gesagt wird, dass die Menschheitsfrage und die Frage\nvon Krieg und Frieden an erster Stelle stehe und die soziale Frage\nverdr\u00e4ngt habe, so m\u00fcssen wir ihnen entgegnen: Wir sind durchaus\nmit euch einig darin, dass von einem Atomkrieg der gesamten\nMenschheit Vernichtung droht. Nur solange wir ein Gesellschaftssystem\nhaben, in dem Gro\u00dfkonzerne und  Nationalstaaten in einem\nunerbittlichen Konkurrenzkampf miteinander liegen um Rohstoffe und\nM\u00e4rkte, um Energiequellen, solange Wirtschaftskrisen nicht\nverhindert werden k\u00f6nnen, die zu Massenarbeitslosigkeit f\u00fchren (\u2026)\ndie sie psychologisch f\u00fcr jedes kriminelle politische oder\nkriegerische Abenteuer fit machen, werden wir Kriege nicht verhindern\nk\u00f6nnen. Ohne angeben zu wollen m\u00fcssen wir sagen, dass wir als\nSozialisten und radikale Gewerkschafter gerade weil wir die L\u00f6sung\nder sozialen Frage, und die Klasse, die allein die Macht hat, sie zu\nl\u00f6sen, in den Vordergrund stellen, auch die radikaleren \u00d6kologen\nsind!<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nGr\u00fcnen haben zu ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Hagen ein\nprogrammatisches Wirtschaftskonzept erarbeitet. Darin bekennen sie\nsich dazu, dass sich ihre Forderungen innerhalb der M\u00f6glichkeiten\nbewegen, welche die heutigen Institutionen und gesellschaftlichen\nVerh\u00e4ltnisse bieten. Was aber, wenn diese gesellschaftlichen\nVerh\u00e4ltnisse weder Krisen, noch Umweltzerst\u00f6rung, noch Kriege\nverhindern lassen, wenn sie all dies st\u00e4ndig neu hervorrufen?\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Jahr gab es in der SPD eine\nDebatte um neue \u201eGrundwerte\u201c, f\u00fcr die diese Partei eintreten\nwollte. In einem grunds\u00e4tzlichen Beitrag zu dieser Programmdebatte\nkritisierte Moneta, dass die Sozialdemokratie (zumindest formal noch\nseine Partei) den Bereich \u00d6kologie weitgehend ausklammerte und\nforderte \u2013 vor drei\u00dfig Jahren \u2013 als linke Position\n\u201eNullwachstum\u201c: \u201eWie steht es mit der Forderung nach\nNullwachstum? (\u2026) Was ihnen (der SPD) in der Tat noch nicht klar\ngenug ist, (\u2026) ist die Tatsache, dass die Luftverschmutzung durch\ndie Industrie, die (\u2026) Zerst\u00f6rung der Umwelt letzten Endes\nzusammenh\u00e4ngen mit den Zw\u00e4ngen der kapitalistischen Konkurrenz, mit\ndem Zwang zur Verwertung.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a><\/sup>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Indem Jakob den engen Zusammenhang\nzwischen \u00d6kologie und kapitalistischer Krise betonte, unterstrich er\nzugleich in Abgrenzung zu den Gr\u00fcnen, inzwischen auch zu seinem\nFreund Heinz Brandt und zu Rudolf Bahro, wonach es nur die\nArbeiterklasse und die Arbeiterbewegung \u2013 durchaus in breiten\ngesellschaftlichen B\u00fcndnissen &#8211; sein k\u00f6nnten, die einen Ausweg\nweisen w\u00fcrden. Bahro gehe \u201evon dem Standpunkt aus, dass die\nArbeiterklasse ihre historische Rolle nicht erf\u00fcllt hat und nicht\nerf\u00fcllen wird (\u2026) Wenn das aber so ist, dann (\u2026) muss man auch\ndie Hoffnung auf den Sozialismus aufgeben. Ich sehe keine Kraft in\nder Gesellschaft au\u00dfer der, die tats\u00e4chlich die Produktion in\nbestimmten, besonders kritischen Situationen zum Stillstand bringen\nkann, die also wirklich  dieses System \u00e4ndern kann (\u2026) Ich glaube,\ndass wir hier ein zweites Mal in eine Sackgasse kommen: Zuerst war es\ndie Studentenbewegung, die geglaubt hat, sie k\u00f6nne sich zum\nrevolution\u00e4ren Subjekt aufschwingen, und jetzt ist es die gr\u00fcne\nBewegung (\u2026), die glaubt, sich auf andere Schichten als die\nArbeiterklasse st\u00fctzen zu k\u00f6nnen.\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote31sym\"><sup>31<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren hat sich \u2013\nzweifellos \u2013 die \u00f6kologische Thematik zugespitzt. Das Umweltthema\nund die Atomkraft-Problematik wurden insbesondere durch die absehbare\nEndlichkeit der auf \u00d6l basierenden Wirtschaftsweise (\u201epeak oil\u201c)\nund mit der Klimaerw\u00e4rmung \u2013 als Resultat des fossilen\nKapitalismus \u2013 zugespitzt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings erleben wir seit dem Jahr\n2008 \u2013 mit der neuen Wirtschaftskrise und mit der Eurokrise erneut,\ndass die soziale Frage aktuell die zentrale Rolle spielt. Und in den\nvon der Eurokrise am meisten betroffenen L\u00e4ndern, spielt \u2013 leider!\n &#8211;  die gr\u00fcne Bewegung so gut wie keine Rolle und die Hoffnungen von\nMillionen Menschen beim Widerstand gegen das Euro-Diktat der Troika,\nbestehend aus EU-Kommission, Europ\u00e4ische Zentralbank und\nInternationalem W\u00e4hrungsfonds, richten sich in diesen L\u00e4ndern auf\ndie Arbeiterbewegung, f\u00fcr die allerdings das Thema \u00d6kologie\nfatalerweise kaum eine Rolle spielt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann im Sinne von Jakob Moneta nur\nhoffen, dass es zu einem Zusammengehen von sozialer und \u00f6kologischer\nBewegung kommt \u2013 beziehungsweise man muss alles daf\u00fcr tun, dass\ndiese Themen vereint angegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p>\t\t\t\t\t***<\/p>\n\n\n\n<p>Gerhard Zwerenz schrieb f\u00fcr Jakob\nMoneta anl\u00e4sslich seines 80. Geburtstags das bereits erw\u00e4hnte\nGedicht, das er sp\u00e4ter \u201eauch dem 90j\u00e4hrigen Jakob\u201c widmete und\nvon dem er sagte, es m\u00f6ge \u201ein zehn Jahren auf den dann\nhundertj\u00e4hrigen letzten trotzkistischen deutsch-j\u00fcdischen\nunverdrossen aktiven Moneta noch passen\u201c. Die Zeilen passen auf\nalle F\u00e4lle f\u00fcr das Leben dieses Freundes, K\u00e4mpfers und\nsozialistischen Vision\u00e4rs:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Unbeugsam aufrecht die Lust zu <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>leben 80 Jahre lang und weiter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>die Stirn nicht gesenkt. Da ist <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>einer, hat nichts zu verbergen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>und tr\u00fcgt nicht, klagt nicht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Wunden nicht mit Klagen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>zu beantworten, die K\u00fcnste der\nListigen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>sie haben Dauer, wenn die Affen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00f6ffentlicher Gewalt l\u00e4ngst in<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>alle Winde verstreut. Keinen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Menschenfeind unbenannt lassen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>die T\u00fcr offen, kein Eintritt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>verboten. Kein Freund soll im<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Regen stehen zu Ende des brutalsten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Jahrtausend. Auf den ist Verlass.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das ist einer von den Seltenen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>der Letzten EINER. Oder der ERSTEN.<\/em><sup><em><a href=\"#sdfootnote32sym\"><sup>32<\/sup><\/a><\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>\n\tJakob Moneta war eng befreundet mit Heinz Brandt, seinem\n\t\u201eMetall\u201c-Kollegen. Brandt war bis Mitte der 1950er Jahre\n\tSED-Funktion\u00e4r. 1958 ging er in den Westen, wo er f\u00fcr die IG\n\tMetall aktiv wurde. 1961 wurde er in Westberlin in eine Falle\n\tgelockt, bet\u00e4ubt, nach Ostberlin entf\u00fchrt und zu einer 13-j\u00e4hrigen\n\tHaftstrafe u.a. wegen \u201eSpionage\u201c verurteilt. Nach einer\n\tma\u00dfgeblich von der IG Metall koordinierten weltweiten Kampagne kam\n\tBrandt 1964 frei und arbeitete fortan und bis 1974 wieder f\u00fcr\n\t\u201eMetall\u201c. Siehe unten zum \u201eAktionskreis Leben\u201c. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>\n\tMoneta bezog sich auf das kurzlebige theoretische Organ der GIM\n\tWestberlin \u201ePermanente Revolution\u201c, in deren erster Ausgabe 1972\n\tUlf Wolter und Werner Olle eine Analyse der chinesischen\n\tKulturrevolution ver\u00f6ffentlicht hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a>\n\tDas erstreckte sich au\u00dfer auf \u201edie Internationale\u201c auf die\n\tWochen- bzw. sp\u00e4ter Zweiwochenzeitschrift \u201ewas tun\u201c im Zeitraum\n\t1974 bis 1986 und auf die Sozialistische Zeitung \/ SoZ im Zeitraum\n\t1986- 1996, f\u00fcr die ich in den genannten Zeitr\u00e4umen als\n\tverantwortlicher oder Chefredakteur arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a>\n\tIn: die Internationale, a. a. O., S. 68. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a>\n\tIn was tun 246 vom 25. Januar 1979.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a>\n\tIn: was tun 248 vom 8. Februar 1979. Es gab dabei durchaus interne \u2013\n\tteilweise sektiererische, teilweise nachvollziehbare \u2013 Kritik an\n\tJakobs politischem \u201eDoppelleben\u201c. Auch Jahre nach seinem\n\tAusscheiden aus dem aktiven IGM-Dienst schrieb Moneta teilweise\n\tweiter als Anna Armand. So beginnt eine Serie in \u201ewas tun\u201c zu\n\tKuba mit den Zeilen: \u201eWT-Redakteurin Anna Armand hatte zum\n\tJahreswechsel Gelegenheit zu einem Aufenthalt in Kuba\u2026\u201c (was tun\n\tNr. 286 vom 13. M\u00e4rz 1980.).   \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a>\n\tNach meinem Redemanuskript.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a>\n\tAls ich am 14. M\u00e4rz 2012 in Mannheim zum Thema Eurokrise sprach,\n\twies Wolfgang Alles (Moderator und IGM-Betriebsrat) auf meine\n\tA5-Manuskriptbl\u00e4tter und meinte, das habe ich wohl von Jakob Moneta\n\t\u00fcbernommen. Recht hat er.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a>\n\tWiedergegeben in: Jakob Moneta, \u201eWer nicht k\u00e4mpft hat schon\n\tverloren \u2013 Mit dem Kampf um die 35-Stunden-Woche beginnt der\n\tWiderstand gegen die Wende\u201c, April 1984, Rede vom 27. Januar 1984\n\tin Karlsruhe<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a>\n\tIGM-Streiknachrichten vom 29. April 1963; hier nach: Jakob Moneta,\n\tDie Streiks der IG Metall, Frankfurt\/M. 1984, S. 84.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a>\n\tIch fasste vor einem Jahr den Vorgang wie folgt\n\tzusammen: \u201eSommer 1988, Frankfurt am Main.\n\tCarola W., eine etwa 40-j\u00e4hrige Frau, meldet sich bei Jakob Moneta,\n\tdem ehemaligen Chefredakteur der IG-Metall-Zeitung \u00b4metall\u00b4, und\n\tmir, dem damaligen verantwortlichen Redakteur der \u201eSozialistische\n\tZeitung\/SoZ\u201c und stellt sich als Sekret\u00e4rin des Unternehmens IBI\n\t(Ishan Barbouti International) vor. Nach ihren, mit Dokumenten\n\tbelegten Angaben bauten deutsche Unternehmen mit Wissen der\n\tBundesregierung in Rabta, Libyen, eine Fabrik zur Herstellung von\n\tGiftgas (Senfgas und Tabun), wobei IBI bis vor kurzem als\n\tKoordinationsstelle f\u00fcr das Projekt gewirkt habe. Wir vermittelten\n\teinen Kontakt zum Magazin \u201eStern\u201c. Das Hamburger Magazin z\u00f6gerte\n\twochenlang mit einer Ver\u00f6ffentlichung. Dann erschien am 1. Januar\n\t1989 in der \u201eNew York Times\u201c ein gro\u00df aufgemachter Artikel,\n\tverfasst von William Safire, mit der \u00dcberschrift \u201eAuschwitz in\n\tthe Sand\u201c. Nun griff auch der \u201eStern\u201c das Thema auf. In den\n\tMonaten Februar und M\u00e4rz 1989  entwickelte sich daraus eine\n\tRegierungskrise und ein heftiger Konflikt zwischen Bonn und\n\tWashington. Nach wochenlangem Leugnen \u2013 der damalige\n\tKanzleramtsminister Wolfgang Sch\u00e4uble warnte wiederholt vor\n\t\u201evoreiligen Verurteilungen\u201c \u2013 musste die Regierung Kohl ihre\n\ttiefe Verstrickung in das C-Waffenengagement des Oberst Gaddafi\n\teingestehen.\u201c Winfried Wolf, Der \u201eVerr\u00fcckte aus Tripolis\u201cmit\n\tSenfgas aus Deutschland\u201c, in: Lunapark21, Heft 13, Fr\u00fchjahr 2011,\n\tS. 10. Man muss den Nato-Krieg gegen Libyen bzw. Gaddafi vor dem\n\tHintergrund sehen, dass Gaddafi nicht nur den ersten Wahlkampf von\n\tNicolas S\u00e1rkozy finanziert hatte, sondern die deutsche Regierung\n\t(mit dabei: der heutige deutsche Finanzminister) f\u00fcr das Regime in\n\teiner Zeit, als Gaddafi im Westen uneingeschr\u00e4nkt als \u201eTerrorist\u201c\n\tgalt, eine Giftgasfabrik gebaut hatte, was im \u00fcbrigen die deutsche\n\tZur\u00fcckhaltung im Krieg selbst in einem anderen Licht erscheinen\n\tl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a>\n\tJakob Moneta, Norbert Bl\u00fcm \u2013 Herz-Jesu-Marxist oder\n\tkapitalistischer Propagandist,  Frankfurt\/M. 1985. Das Buch versteht\n\tsich als Antwort auf die Publikation Norbert Bl\u00fcm, Gewerkschaften\n\tzwischen Allmacht und Ohnmacht, Stuttgart 1979.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a>\n\tZitiert in: Moneta, Die Streiks der IG Metall, a. a. O., S. 19.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a>\n\tZitiert ebenda, S. 22.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a>\n\tIn: Peter Bartelheimer \/ Jakob Moneta, Das kann doch nicht alles\n\tgewesen sein \u2013 Der Kampf f\u00fcr 35 Stunden, Frankfurt 1984, S. 21f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a>\n\tAn dieser Stelle im per Schreibmaschine verfassten Brief hat J.M.\n\tdas Wort \u201eKlasse\u201c durchge-ix-t. Es gibt in der trotzkistischen\n\tBewegung eine lange Debatte \u00fcber die Frage, ob die in den\n\tnichtkapitalistischen L\u00e4ndern herrschende Gruppe (Nomenklatur) eine\n\t\u201eKlasse\u201c oder nur eine \u201eSchicht\u201c sei \u2013 da es hier um die\n\tTransformation von Schicht zu Klasse ging, waren die vielen \u201ex\u201c\n\t\u00fcber dem Wort \u201eSchicht\u201c durchaus Ausdruck von Rissen in der\n\tOrthodoxie.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a>\n\tBrief an E. Mandel vom 7.Oktober 1991.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a>\n\tBrief vom 13. Dezember 1995.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a>\n\tJakob Moneta, Mehr Gewalt f\u00fcr die Ohnm\u00e4chtigen, in: Kursbuch 51,\n\t1978, S. 47.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a>\n\tEs ist auch heute noch erstaunlich, wie relativ nahtlos Leute, die\n\tin einem solchen stalinistischen Umfeld politisch sozialisiert\n\twurden und die lange Zeit mit Funktionen in solchen\n\tantiemanzipatorischen Gruppen aktiv waren, Erster Vorsitzender der\n\tIG Metall bzw. baden-w\u00fcrttembergischer Ministerpr\u00e4sident werden\n\tkonnten, um hier des beschr\u00e4nkten Raumes wegen nur zwei solcher\n\tKarrieren anzuf\u00fchren. Bei allen Br\u00fcchen der entsprechenden\n\tBiographien gibt es dabei doch das Kontinuum des Denkens in\n\tApparaten und des Negierens von Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a>\n\tBartelheimer\/Moneta, a. a. O., S. 14f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a>\n\tEbenda, S. 19.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote23anc\">23<\/a>\n\tMoneta, Die Streiks der IG Metall, a. a. O., S. 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote24anc\">24<\/a>\n\tEbenda, S. 83; zuvor zitierter Slogan ebenda, S. 37. \n\t<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote25anc\">25<\/a>\n\tBartelheimer \/ Moneta, Das kann doch nicht alles gewesen sein, a. a.\n\tO., S. 22f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote26anc\">26<\/a>\n\tJakob Moneta, Einleitung zu Winfried Wolf \/ Michel Capron,\n\tSp\u00e4tkapitalismus in den achtziger Jahren, Frankfurt\/M. 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote27anc\">27<\/a>\n\tJakob Moneta, Norbert Bl\u00fcm \u2026, a. a. O., S. 117; zuvor ebenda S.\n\t111.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote28anc\">28<\/a>\n\tDie Rede von Heinz Brandt richtete gegen einen \u201eArbeitskreis\n\tEnergie\u201c, den die Atommafia im Juli 1977 gebildet hatte; der Name\n\tdes \u201eAktionskreises Leben \u2013 AKL\u201c leitete sich aus dem Namen\n\tdieser Lobbygruppe der Atomkonzerne ab.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote29anc\">29<\/a>\n\tJakob Moneta, Gr\u00fcne oder rote Antwort auf die Krise\u201c, in. Was tun\n\tNr. 341 vom 4. November 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote30anc\">30<\/a>\n\tJakob Moneta, \u201eStreit um SPD-Grundwerte\u201c, in: was tun Nr. 329\n\tvom 1. April 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote31anc\">31<\/a>\n\tGespr\u00e4ch Winfried Wolf mit Jakob Moneta und Heinz\n\tBrandt in: Thies Gleiss \/ Winfried Wolf, Der Atomverein nach\n\tHarrisburg, Frankfurt\/M. 1980, S. 237. Auch in diesem Zusammenhang\n\tbetonte Moneta stets seine Kritik an den nichtkapitalistischen\n\tL\u00e4ndern, die das Thema \u00d6kologie selbstverst\u00e4ndlich umfasste. Und\n\ter stellte auch hier den Zusammenhang zwischen einem demokratischen\n\tSozialismus und der \u00d6kologiefrage her: \u201eNat\u00fcrlich kommt da\n\tsofort die Frage nach den Umweltzerst\u00f6rungen in den Staaten, in\n\tdenen es sowohl nationalisierte Betriebe wie Planwirtschaft gibt.\n\tAber in diesen (\u2026) Staaten (\u2026) bringen die Pl\u00e4ne, die oben\n\tausgeheckt werden (\u2026) sehr viel mehr (Pr\u00e4mien) f\u00fcr die\n\tDirektoren als f\u00fcr die Arbeitenden. Das unmittelbare Interesse des\n\tEinzelbetriebs, diese Pr\u00e4mien zu verdienen, wiegt deshalb auch dort\n\tschwerer als das gesamtgesellschaftliche Interesse zur Abwendung von\n\tGefahren und Sch\u00e4den f\u00fcr die Allgemeinheit. Ohne Selbstverwaltung\n\tin vergesellschafteten Betrieben, die eingebunden ist ein einem\n\tdemokratisch diskutierten Plan, ohne volle demokratische Meinungs-\n\tund Pressefreiheit, die eine offene und r\u00fcckhaltlose Diskussion\n\term\u00f6glicht, ohne autonome Gewerkschaften, die das Recht haben, zu\n\tstreiken, ohne Arbeiterdemokratie also, ist die Durchsetzung des\n\t\u00b4Gesamtinteresses\u00b4 auch in \u00f6kologischen Fragen nach allen\n\tbisherigen Erfahrungen ausgeschlossen. Es ist kaum verwunderlich,\n\tdass erst im Kampf von Solidarnosc in Polen die Probleme der\n\t\u00d6kologie \u00f6ffentlich diskutiert worden sind, dass es die ersten\n\tDemonstrationen in einem nichtkapitalistischen Staat gegen die\n\tVerschmutzung der Meere (der Ostsee) gegeben hat.\u201c In: was tun Nr.\n\t329 vom 1. April 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote32anc\">32<\/a>\n\tDas Poem wurde auf der eingangs genannten Gala f\u00fcr Jakob\n\tvorgetragen und erstmals in der Sozialistischen Zeitung \/ SoZ, Nr.\n\t23\/1994, ver\u00f6ffentlicht. Die Kommentierung stammt von Gerhard\n\tZwerenz, <a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/\">www.poetenladen.de<\/a>\n\t(abgerufen am 16. Mai 2012).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachruf auf Jakob Moneta \u2013 W\u00fcrdigung eines Freundes und K\u00e4mpfers f\u00fcr Menschenw\u00fcrde und Sozialismus Zwei Mal durfte ich Jakob Moneta zu seinen Lebzeiten w\u00fcrdigen: ein erstes Mal am 13. Januar 1990 zur nachtr\u00e4glichen Feier seines 75. Geburtstags auf einer Veranstaltung in Essen \u2013 Walter Mossmann, Joschi Kr\u00fcger und Grit Mossmann &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/398"}],"collection":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=398"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/398\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":400,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/398\/revisions\/400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winfriedwolf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}