{"id":906,"date":"2020-04-23T07:33:01","date_gmt":"2020-04-23T05:33:01","guid":{"rendered":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=906"},"modified":"2020-04-28T10:53:24","modified_gmt":"2020-04-28T08:53:24","slug":"die-argumente-der-coronaleugner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=906","title":{"rendered":"Die Argumente der Coronaleugner"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Debatte \u00fcber die Corona-Pandemie wird in linken Kreisen kontrovers, oft auch verbissen gef\u00fchrt. Die Gefahren des Virus werden relativiert oder bestritten oder in einen gro\u00dfen Plan gebettet.  Ihre Argumente sollen hier einer ernsthaften Pr\u00fcfung<\/strong> <strong>unterzogen werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3>\n<strong>1.\nDas Virus an sich.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\nAls\nsich die Corona-Epidemie immer st\u00e4rker in Europa auszubreiten\nbegann, im Februar und in den ersten zwei M\u00e4rzwochen, wurde das\nVirus in linken Kreisen noch vielfach mit einer &#8222;etwas\nheftigeren Grippe&#8220; verglichen. Das hat sich inzwischen aufgrund\ndes drastischen Anstiegs der Todesf\u00e4lle erledigt und ist von einer\nanderen Rhetorik abgel\u00f6st worden. In der Partei Die Linke wurde die\nDebatte um demokratische Rechte j\u00fcngst mit dem Schlenker\neingeleitet: &#8222;Unabh\u00e4ngig von der Gef\u00e4hrlichkeit des\nCorona-Virus, sehe ich die Gefahr &#8230;&#8220; Auf &#8222;Rubikon&#8220;\nschrieb Jens Wernicke: &#8222;Solange alle an den Killervirus glauben\nund alles mitmachen, sieht es \u00fcbel aus&#8230;&#8220; Doch was genau die\n&#8222;Gef\u00e4hrlichkeit&#8220; beziehungsweise den Charakter des\nKillervirus ausmacht \u2013 das geht in derlei Debattenbeitr\u00e4gen, die\nso auch im wissenschaftlichen Beirat von Attac laufen, meist unter.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zum\nStand 21. April 2020 starben weltweit 175.000 Menschen im\nZusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie schnell sich das Virus\nausbreiten kann, haben Virologen dutzendfach erkl\u00e4rt. Die\nBundesregierung lie\u00df bereits 2012\/2013 in einer Risikoanalyse, die\ndas Robert Koch-Institut (RKI) erstellte, vorrechnen, dass beim\nAuftreten eines solchen Corona-Virus \u2013 dort als &#8222;Modi-SARS-Virus&#8220;\nbezeichnet \u2013 &#8222;im gesamten zu Grunde gelegten Zeitraum von drei\nJahren mit mindestens 7,5 Millionen Toten als direkte Folge der\nInfektion zu rechnen&#8220; sei (<a href=\"https:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/120\/1712051.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundestagsdrucksache\n17\/12.051<\/a>,\nS. 64). Dabei ist logisch, dass die Grundannahmen eines theoretischen\nVirus&#8216; \u2013 Sterblichkeitsrate, Verbreitungsgrad, Inkubationszeit\n\u2013&nbsp;nicht v\u00f6llig identisch sein k\u00f6nnen mit dem nun tats\u00e4chlich\nauftretenden. Ein engagierter linker Journalismus m\u00fcsste\ndennoch&nbsp;fragen, warum die Bundesregierung seither nochmals 120\nKrankenh\u00e4user geschlossen, Personal ausged\u00fcnnt und das RKI dazu die\nKlappe gehalten hat.<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<strong>2.\nVon Vorerkrankungen und dem Alter der Toten.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bei\neinem zweiten Topos in dieser Debatte wird direkt oder indirekt die\nTodesursache in Frage gestellt oder auf fatale Weise auf &#8222;das\nAlter&#8220; der Corona-Toten verwiesen. Die Plattform &#8222;Rubikon&#8220;\nhat daf\u00fcr Fulvio Grimaldi aufgetrieben, der kritisiert,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/die-corona-bilanz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">es\nwerde nicht &#8222;zwischen Todesf\u00e4llen mit COVID-19 und Todesf\u00e4llen\ndurch COVID-19 unterschieden&#8220;<\/a>.\nDer Autor konstatiert, dass es bei vielen der im Zusammenhang mit\nCorona Gestorbenen &#8222;bis zu drei schon vorher vorhandene schwere,\nja sogar t\u00f6dliche Krankheiten, neben einem Durchschnittsalter von\n\u00fcber achtzig Jahren&#8220; gegeben habe: &#8222;Sie starben an\nLungenentz\u00fcndung, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Kollaps, zu denen\ndann die Grippe noch hinzukam.&#8220; Aber haben nicht 95 Prozent der\nMenschen im h\u00f6heren Alter &#8222;Vorerkrankungen&#8220;? Kritisieren\nwir nicht, dass in der Statistik der Stra\u00dfenverkehrstoten solche nur\ndann aufgef\u00fchrt werden, wenn diese binnen 30 Tagen nach einem\nStra\u00dfenverkehrsunfall aus dem Leben schieden? Danach sind es Tote in\nFolge von Herzinfarkt, Grippe, Diabetes.<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nwie kann es sein, dass ernsthaft das ALTER als eine Todesursache\ngenannt wird \u2013 im obigen Zitat direkt, in anderen F\u00e4llen indirekt?\nDazu&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.mittellaendische.ch\/2020\/04\/07\/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk\u00fcnftigen-politischen-entscheidungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">schrieb\nder Schweizer Arzt Prof. Dr. Paul Robert Vogt<\/a>&nbsp;in\nseinem bemerkenswerten, humanistisch argumentierenden Beitrag in der\n&#8222;Mittell\u00e4ndischen Zeitung&#8220; vom 7. April 2020: &#8222;Mit\nguter Lebensqualit\u00e4t ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen,\nist ein hohes Gut. [\u2026] Und es ist das Resultat der Medizin, dass\nman auch nach drei Nebendiagnosen bei guter Lebensqualit\u00e4t ein hohes\nAlter erreichen kann. Diese positiven Errungenschaften unserer\nGesellschaft sind nun pl\u00f6tzlich [\u2026] nur noch eine Last. [\u2026]\nGewisse Kommentare haben den \u00fcblichen Geruch der Eugenik.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3>\n<strong>3.\nAber Schweden!<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\nDie\nZahl der L\u00e4nder, die eine andere Strategie zur Bek\u00e4mpfung der\nCorona-Pandemie w\u00e4hlten, betrug bis vor kurzem noch ein Dutzend.\nAktuell sind es nur noch wenige. Wei\u00dfrussland und Brasilien z\u00e4hlen\ndazu. Doch damit will man sich als fortschrittlicher Mensch dann doch\nlieber nicht identifizieren. Auch wenn das Geschw\u00e4tz, das es in\ndiesem Zusammenhang gibt (&#8222;eine kleine Grippe&#8220; \u2013 Jair\nBolsonaro; &#8222;eine Psychose&#8220;, Alexander Lukaschenko) und die\nStrategie, die zur Anwendung kommt (&#8222;Herdenimmunit\u00e4t&#8220;)\neinige Parallelen mit der hiesigen Debatte aufweisen. Es bleibt das\n&#8222;schwedische Modell&#8220; \u2013 das immerhin von einer\nsozialdemokratisch-gr\u00fcnen Regierung zu verantworten ist. Jetzt aber\nmal ernsthaft! Sind 1.765 Corona-Tote, Stand 21. April, ein Erfolg?\nBei 10,3 Millionen Einwohnern? Was w\u00fcrden wir sagen, wenn es\nhierzulande \u2013 korrekt umgerechnet \u2013 14.000 Corona-Tote geben\nw\u00fcrde (statt, Stand 21. April, 5.024)? Und wie kann es sein, dass in\nden Nachbarl\u00e4ndern Norwegen und D\u00e4nemark, deren Bev\u00f6lkerung\njeweils nur ein Drittel so gro\u00df wie die schwedische ist, die Zahl\nder im Zusammenhang mit Corona Gestorbenen nur bei einem F\u00fcnftel\n(D\u00e4nemark; 364 Corona-Tote) beziehungsweise ein Zehntel (Norwegen;\n181 Corona-Tote) liegt? Wobei diese L\u00e4nder vergleichbar verfahren\nwie Deutschland. Doch so genau will man es dann doch nicht wissen.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>4. Schuld ist der Gesundheitssektor.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\n\tAuf\n\tdiese Aussage kann man sich als Linker leicht verst\u00e4ndigen. Die\n\tKrankenh\u00e4user wurden bekannterma\u00dfen kaputtgespart. Dennoch ist das\n\tnur eine Teilerkl\u00e4rung. In einem Leserbrief auf den\n\t&#8222;Nachdenkseiten&#8220; wird zu Recht darauf hingewiesen, dass\n\teine &#8222;ungehinderte Ausbreitung bis zur Herdenimmunit\u00e4t von\n\t60-70 % (der Bev\u00f6lkerung) jedes Gesundheitssystem \u00fcberfordern und\n\tin Monaten Millionen Covid-19-Tote weltweit fordern&#8220; w\u00fcrde.\n\tJust solche Zahlen finden sich auch, siehe oben, in der Robert\n\tKoch-Institut-Studie aus dem Jahr 2013. Das deutsche\n\tGesundheitssystem sieht aktuell noch stabil aus \u2013 doch warum? Vor\n\tallem deshalb, weil die Restriktionen, die von den\n\tCorona-Relativierern so wortreich beklagt werden, ein nicht zu\n\tbestreitendes Resultat hatten: Der Anstieg der Zahl der Infizierten\n\twurde drastisch reduziert.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>5.\n\tWas ist mit dem Stra\u00dfenverkehr? Und Gefl\u00fcchteten?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\n\tVerweise\n\tdieser Art sind \u00e4u\u00dferst problematisch. Ja, es gibt diese krasse\n\tUngerechtigkeit der extrem unterschiedlichen Lebenswelten auf dem\n\tPlaneten. Und ja, es muss das Ziel jeglichen von Humanismus\n\tgepr\u00e4gten Handelns sein, sich gegen diese Ungleichheiten\n\taufzulehnen, einen Beitrag zu deren Abbau zu leisten oder zumindest\n\t\u00fcber diese Zust\u00e4nde aufzukl\u00e4ren. Doch ein Aufrechnen, wie es in\n\tder aktuellen Debatte bei der Relativierung der Corona-Pandemie\n\tstattfindet, ist unsauber. Wir w\u00fcrden auch denjenigen kritisieren,\n\tder die t\u00f6dlichen Folgen des Waffenbesitzes in den USA damit\n\trelativiert, dass er auf die nochmals brutaleren Folgen von\n\tWaffenbesitz in den brasilianischen Favelas verweist. Und wir w\u00fcrden\n\tdenjenigen zusammenstauchen, der die 25.000 Stra\u00dfenverkehrstoten\n\tpro Jahr in der EU relativiert, weil es weltweit Jahr f\u00fcr Jahr\n\t400.000 Malaria-Tote gibt. Im \u00dcbrigen droht doch die folgende\n\tKombination: In den Fl\u00fcchtlingscamps auf den griechischen Inseln\n\tkann die Corona-Epidemie ausbrechen. Verweisen die\n\tCorona-Relativierer dann auch auf Vorerkrankungen? Auf das Alter von\n\tCorona-Toten? Darauf, dass das griechische Gesundheitssystem schuld\n\tsei?<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>6.\n\tSchutz der demokratischen Rechte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Dieses\n\tArgument ist gewiss gut abzuw\u00e4gen. Falsch ist jedoch, hier ein\n\tEntweder-Oder zu konstruieren, zu behaupten, es gelte konsequent die\n\tGrundrechte zu verteidigen. Punkt. Jede Einschr\u00e4nkung der\n\tBewegungsfreiheit sei eine Einschr\u00e4nkung zu viel. Ein elementares\n\tMenschenrecht \u2013 wohl: das erste Menschenrecht \u2013 ist das Recht\n\tauf k\u00f6rperliche Unversehrtheit. Das Recht auf Leben. Dieses Recht\n\twird durch die Pandemie f\u00fcr Millionen Menschen gef\u00e4hrdet. Und der\n\taktuell einzig erh\u00e4ltliche, wirksame Schutz des Lebens dieser\n\tMenschen besteht in Einschr\u00e4nkungen bestehender demokratischer\n\tRechte wie dem der Bewegungsfreiheit. Anstatt grunds\u00e4tzlich die\n\tMonstranz demokratische Rechte vor sich herzutragen, muss ein\n\thumanistisch gepr\u00e4gter Journalismus darauf abzielen, aufzudecken,\n\twie einseitig die demokratischen Rechte abgebaut werden, welche\n\tkapitalen Interessen da durchscheinen: Autoh\u00e4user wurden ge\u00f6ffnet,\n\tKitas bleiben geschlossen.&nbsp;Im \u00f6ffentlichen Leben gilt die\n\t1,50-Meter-Distanz. Am Arbeitsplatz <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/wirtschaft\/473\/quarantaene-21-6687.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">muss\n\toft Schulter an Schulter gearbeitet<\/a>&nbsp;werden.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>7.\n\tEs droht das B\u00f6se \u2013 mindestens Orwell.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\n\tIn\n\tder aktuellen Pandemie erhalten Verschw\u00f6rungstheoretiker neuen\n\tZulauf. Hinter all dem stecke ein gro\u00dfer Plan. Die WHO werde von\n\tBill Gates finanziert. Das b\u00f6se Virus stamme aus dem Reich des\n\tB\u00f6sen schlechthin, aus China. Amazon, Pharma und KI w\u00e4ren am Ende\n\tdie Sieger.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tDas\n\tist platt und falsch. Es waren auch hierzulande die Herrschenden und\n\tdie M\u00e4chtigen, die ein Laissez-faire praktizierten. Viel zu lange.\n\tAls die VR China, als S\u00fcdkorea, als Singapur, als Taiwan mit\n\trigiden Ma\u00dfnahmen Erfolg hatten, befanden sie, einschlie\u00dflich des\n\tRKI, das sei hier nicht n\u00f6tig.&nbsp;Sprich, sie erkannten sechs\n\tWochen lang nicht ihre Chance auf Demokratieabbau. Im Gegenteil: Am\n\t15. M\u00e4rz mussten diese Ignoranten noch unbedingt relativ\n\tdemokratische Virenschleuder-Kommunalwahlen in Bayern und in ganz\n\tFrankreich durchf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tEs\n\twar dann die schnell ansteigende Zahl der Corona-Toten, die dazu\n\tf\u00fchrte, dass endlich die restriktiven Ma\u00dfnahmen ergriffen wurden.\n\tWer verteidigt denn noch die Bewegungsfreiheit? Es sind Jair\n\tBolsonaro, Donald Trump, Boris Johnson, Mark Rutte und J\u00f6rg\n\tMeuthen, also rechte Politiker. Sie tun dies nicht aus Verbohrtheit,\n\tsondern weil sie die Interessen der Wirtschaft, und zwar der\n\tkapitalistischen Wirtschaft, vertreten. In Italien war es der\n\tIndustriellenverband Confindustria, der sich massiv gegen die\n\tRestriktionen wandte und f\u00fcr &#8222;Freiz\u00fcgigkeit&#8220; eintrat \u2013\n\tund dagegen gab es Streiks der Besch\u00e4ftigten, die zu Recht, mit\n\tR\u00fccksicht auf ihr eigenes Leben und auf das Leben ihrer Familien,\n\tdie bestehenden Restriktionen verteidigten.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tMan\n\tschaue sich die Zahlen und Fakten an. Weltweit mussten bislang acht\n\tBillionen US-Dollar zur St\u00fctzung der \u00d6konomie ausgegeben werden.\n\tWeltweit wurden bisher mehr als 20 Prozent der Werte der an den\n\tWeltb\u00f6rsen gehandelten Konzerne vernichtet. IWF und Weltbank\n\trechnen mit einem Welt-BIP-Einbruch von mehr als vier Prozent, mit\n\teinem R\u00fcckgang der Wirtschaft in der EU um bis zu zehn Prozent. Die\n\tLufthansa und der Autozulieferer Leoni (mit 100.000 Besch\u00e4ftigten):\n\tbeide fast pleite. Boeing: fast pleite. Das soll &#8222;Orwell&#8220;\n\toder Finanzdiktatur oder ein &#8222;gro\u00dfer Plan&#8220; sein?<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Der\n\tKnacks als Chance<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\n\tDie\n\tLage ist zun\u00e4chst mal die, dass das System der Herrschenden einen\n\tmassiven Knacks bekam. Dass im Oberst\u00fcbchen der Gesellschaft\n\tmassive Verluste entstehen und Kapital vernichtet wird. Dass die\n\tEliten immer neue Rettungspakete schn\u00fcren m\u00fcssen und doch\n\terkennbar kopflos handeln. Dass sie sogar f\u00fcr Arbeitende, f\u00fcr\n\tsozial Schwache, f\u00fcr Mieter, f\u00fcr Kleingewerbetreibende Geld\n\tausspucken, das wir vorher in diesen Dimensionen nicht f\u00fcr denkbar\n\tgehalten h\u00e4tten.&nbsp;Klar: Das ist zu wenig! Klar: Sie reichen die\n\tfettesten Betr\u00e4ge an die fettesten Kapitalisten weiter. Dennoch:\n\tSie versuchen, den Laden ruhig zu halten, da sie selbst Angst vor\n\tsozialen Bewegungen haben, die sich gegen sie richten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tWie\n\tdiese Krise enden wird, wei\u00df niemand. Doch in dieser Krise steckt\n\tauch eine Chance: Millionen Menschen erkennen, dass die bestehende\n\tWirtschaftsweise fehlgesteuert ist. Dass ein gro\u00dfer Teil des\n\tWirtschaftens (R\u00fcstung, Auto, Flugzeugbau, Luftfahrt, Werbung)\n\tunn\u00f6tig, wenn nicht zerst\u00f6rerisch ist. Dass ein Umbau\n\t(&#8222;Konversion&#8220;) von gro\u00dfen Teilen der Wirtschaft notwendig\n\tist. Dass damit gewaltige Kapazit\u00e4ten an gesellschaftlicher Arbeit\n\tfrei w\u00fcrden \u2013 f\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung, h\u00f6here Einkommen der\n\tdurchschnittlichen Bev\u00f6lkerung, f\u00fcr sinnvolle Investitionen in\n\tEnergiewende, Verkehrswende, Kultur und Bildung. Dass Solidarit\u00e4t\n\tneu entwickelt und eine neue solidarische Gesellschaft, in der\n\tMensch, dessen Gesundheit, der Schutz von Umwelt und Klima im\n\tZentrum stehen, anzustreben sind. Um ein solches Denken zu\n\tbefl\u00fcgeln, sollten wir geh\u00f6rig Gehirnschmalz investieren.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Winfried\n\tWolf legt zum 1. Mai die neue Publikation &#8222;Faktencheck: CORONA\n\t\u2013 Die Solidarit\u00e4t in den Zeiten der Pandemie&#8220; vor.\n\tUnterst\u00fctzt wird sie u. a. von Sabine Leidig, Heike H\u00e4nsel, Tom\n\tAdler, Werner Sauerborn und Volker L\u00f6sch. Sie kann jetzt schon\n\tbestellt werden unter <\/em><em><a href=\"javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2BgblufodifdldpspobAhnbjm%5C%2Fdpn%27);\">faktencheckcorona@gmail.com<\/a><\/em><em>.\n\tMehr zum Inhalt <\/em><em><a href=\"https:\/\/winfriedwolf.de\/?p=900\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a><\/em><em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>Dieser Beitrag ist zuerst <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/473\/die-argumente-der-coronaleugner-6673.html\">hier<\/a> erschienen  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatte \u00fcber die Corona-Pandemie wird in linken Kreisen kontrovers, oft auch verbissen gef\u00fchrt. Die Gefahren des Virus werden relativiert oder bestritten oder in einen gro\u00dfen Plan gebettet. Ihre Argumente sollen hier einer ernsthaften Pr\u00fcfung unterzogen werden. 1. Das Virus an sich. 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